BirgitKremer
Aktives Mitglied
... postalkoholischer Demenz! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Liebe Freunde!
Nachstehender Bericht sind die Worte des albireotischen Grossinquisitors, Don Jochen von Toledobuettel, beruehmt fuer seine strengste Verfechtung des heiligen Karkoschka <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> und des Sternchenhuepfens und momentan zu Besuch auf der ASS mit seiner lieben Frau.
Nachdem´s die ersten Tage ihres Besuchs geschuettet hat wie aus Kuebeln, klarte es gestern abend urploetzlich auf und es regnete Galaxien! Doch damit lass ich Jochen zu Wort kommen! Fuer mich das schlimmste Fazit: Sir William und ich haben nun nicht mehr die leiseste Ausrede, keine Galaxien zu finden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ah, mit Sir William meinen wir natuerlich meinen Skywatcher 200/1000 mm und Karolinchen Herschel ist ein Vixen 130/720 mm!
Ich gebe ab an Jochen!!!
Liebe Gruesse
Birgit
Hallo strahlende und strehlende Billigröhrlinge!
Ja es ist wahr. Nach einer heftigen Regenfront klarte das Wetter ueber der
ASS ab 22:00 dramatisch auf. Da der Schritt von billig zu viel-zu-billig
manchmal ein kleiner ist, war ich noch relativ nüchtern, nachdem der
"Riviera del Duero Crianza" zu € 3,60, den ich hier aus dem Supermarkt
mitgenommen hatte, sich als korkig erwiesen hatte und in den Whirlpool, äh
Ausguss, gegossen worden war. Mit dem hervorragenden Valdepeñas Gran Reserva
(auch nur zu 3,99 - bei Metro Hamburg kostet der Crianza schon soviel) war
ich dann zurückhaltend genug gewesen, um Sir William fast unverletzt auf die
Terrasse zu tragen. Schliesslich mussten für das heimische Bedienpersonal,
dass es sich vor dem knisternden Kamin gemütlich gemacht hatte, Fakten
geschaffen werden. Aus Südwesten war nämlich kein Wolkennachschub mehr zu
sehen. Zum Schluss, so gegen 1:30 war 360 Grad klarer Himmel.
Die Gummibäume (die wohl eigentlich eine Ficus-Art sind) und die geölte
Fockelpinne von Sir William lieferten unter dem supertransparenten Himmel
beste Arbeitsbedingungen für das weltbeste Goto-System. Und so ein
Köfferchen mit LVWs ist sowieso die zarteste Versuchung seit es Okulare
gibt.
Die WebCam konnte das Trapez in M42 locker trennen. Ohne Nachführung raste
das Objekt der Begierde aber durch den Bildausschnitt. Da wir keine grössere
Bastelaktion zu nächtlicher Zeit wollten, wurde auf visuell umgestellt.
Viele Objekte wurden nur kurz angehüpft. Ja so ein Goto verwöhnt einen schon
und verdirbt einen auch. Aber es durfte auch verweilt werden:
M46 mit dem PN war im LVW8 formatfüllend und Birgit und ich waren uns einig,
den planetarischen Nebel noch nie so gross wahrgenommen zu haben.
NGC2301 feierte Premiere auf der ASS. Sieht ein bisschen wie eine
Kleinausgabe des Sternbildes Perseus aus. Hilfreich beim Aufsuchen war, dass
die Grenzhelligkeit besser als 5m0 war, das Einhorn also fuer Brillenträger
gut sichtbar wurde. NGC2324 blieb ein unsicherer Grenzfall. Ein
Zwischenstopp bei M48 zeigte sehr interessante Sternenketten.
Der Weihnachtsbaum zeigte weniger Lametta als jüngst auf dem SPOK. Dafuer
war Hubble's Veränderlicher gut erkennbar. Der Eskimo war erkennbar, aber
eher ein Seeing-Opfer, genau wie alle Planeten und deren Monde. Oder ist Sir
William doch eine Gurke?? Jedenfalls konnte Karoline H. den Schatten von Io
sehen. Später zeigte sie Jupiter in ungeahnter Farbintensität. Da kann
Grover (Skywatcher 200/1000 mm von der SPOK) auch nicht mithalten.
NGC1528 im Perseus war traumhaft. Der wird viel zu wenig beachtet. Um
Besserung zu geloben, haben wir deshalb keine Auriga-Haufen besucht. Das
nenne ich Abwechslung. NGC1491 bleibt im Karkoschka der Inquisition noch
immer nicht abgehakt. Grumpfl. Auch NGC1023 stand schon zu niedrig, als mir
dieser Missstand auffiel.
M3 in Karolinchen strahlt schon hell und ist bei 130 mm Öffnung im Rande der
Auflösung. Ja der Frühling kommt nach Spanien!
Die Aufsuchroute zu Jupiters Geist wird jetzt schon klarer. Und im Okular
ist er nicht zu übersehen. Toll, diese grünliche Scheibe! Das Highlight des
Abends.
NGC2683 (im Luchs) war der Auftakt zur Galaxienjagd. Sehr schoene
Kantenlage. Karolinchen suchte M104. Trotz guter Transparenz war die Luft
sehr feucht. Die Sucher mussten also mal gewischt werden. Heute werden aus
Orange-Pappe schöne Taukappen gerollt! Als Sir William wieder den Durchblick
hatte, war M104 gut zu erkennen. Das herrliche Umfeld lenkte aber von der
Galaxie selber ab. Tolles Sternenfeld!
NGC2903 war schon ansatzweise strukturiert. Davon ermutigt folgte noch eine
wilde Galaxienjagd. Halali! M105 knallte mit Nachbar voll rein. M96 war
deutlich und zeigte ein schönes Oval. M95 war indirekt kein Problem. Birgit
verkündte dann, das auch direktes Sehen sofort zum Erfolg führt. Die ASS ist
jetzt wirklich jeder Entschuldigung in Sachen Funzeln beraubt!!!
Entfesselt glühte der Karkoschka. M65 und M66 folgten schnell. Das grosse T
entkam knapp dem Stativbein, das ziemlich im Wege stand. M99 ging
lichtschwach aber sicher. Die Besatzung der ASS kapitulierte und verfasste
lieber gestriges Lebenszeichen. Der Inquisitor fischte noch selbstgerecht
M87 heraus (brüllhell) und fand auch M84/86 ganz bequem. Birgit hatte sich
dieser Schmach taktvoll entzogen.
Die Spindel NGC3115 stand die ganze Zeit günstigst am Himmel, wurde aber
trotz mahnender Worte von Doña Brigida seitens der Inquisition gänzlich
ignoriert. Im UMa gab es einen kurzen Blick auf M82 und M81. Dort wäre auch
viel mehr möglich gewesen. Die Jahreszeit bietet noch genug Futter für
weitere Spechtelnächte. Die Aussichten für das Wochenende sind sogar recht
gut. Da könnte das Thema Grazelema ernst werden.
Und das beste an allem: Ich hatte selbst zum Schluss keine kalten Füsse!
Orange-blau grüsst
Don Jochen de Toledobüttel
Grossinquisitor des wahren Karkoschkismus
Liebe Freunde!
Nachstehender Bericht sind die Worte des albireotischen Grossinquisitors, Don Jochen von Toledobuettel, beruehmt fuer seine strengste Verfechtung des heiligen Karkoschka <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> und des Sternchenhuepfens und momentan zu Besuch auf der ASS mit seiner lieben Frau.
Nachdem´s die ersten Tage ihres Besuchs geschuettet hat wie aus Kuebeln, klarte es gestern abend urploetzlich auf und es regnete Galaxien! Doch damit lass ich Jochen zu Wort kommen! Fuer mich das schlimmste Fazit: Sir William und ich haben nun nicht mehr die leiseste Ausrede, keine Galaxien zu finden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ah, mit Sir William meinen wir natuerlich meinen Skywatcher 200/1000 mm und Karolinchen Herschel ist ein Vixen 130/720 mm!
Ich gebe ab an Jochen!!!
Liebe Gruesse
Birgit
Hallo strahlende und strehlende Billigröhrlinge!
Ja es ist wahr. Nach einer heftigen Regenfront klarte das Wetter ueber der
ASS ab 22:00 dramatisch auf. Da der Schritt von billig zu viel-zu-billig
manchmal ein kleiner ist, war ich noch relativ nüchtern, nachdem der
"Riviera del Duero Crianza" zu € 3,60, den ich hier aus dem Supermarkt
mitgenommen hatte, sich als korkig erwiesen hatte und in den Whirlpool, äh
Ausguss, gegossen worden war. Mit dem hervorragenden Valdepeñas Gran Reserva
(auch nur zu 3,99 - bei Metro Hamburg kostet der Crianza schon soviel) war
ich dann zurückhaltend genug gewesen, um Sir William fast unverletzt auf die
Terrasse zu tragen. Schliesslich mussten für das heimische Bedienpersonal,
dass es sich vor dem knisternden Kamin gemütlich gemacht hatte, Fakten
geschaffen werden. Aus Südwesten war nämlich kein Wolkennachschub mehr zu
sehen. Zum Schluss, so gegen 1:30 war 360 Grad klarer Himmel.
Die Gummibäume (die wohl eigentlich eine Ficus-Art sind) und die geölte
Fockelpinne von Sir William lieferten unter dem supertransparenten Himmel
beste Arbeitsbedingungen für das weltbeste Goto-System. Und so ein
Köfferchen mit LVWs ist sowieso die zarteste Versuchung seit es Okulare
gibt.
Die WebCam konnte das Trapez in M42 locker trennen. Ohne Nachführung raste
das Objekt der Begierde aber durch den Bildausschnitt. Da wir keine grössere
Bastelaktion zu nächtlicher Zeit wollten, wurde auf visuell umgestellt.
Viele Objekte wurden nur kurz angehüpft. Ja so ein Goto verwöhnt einen schon
und verdirbt einen auch. Aber es durfte auch verweilt werden:
M46 mit dem PN war im LVW8 formatfüllend und Birgit und ich waren uns einig,
den planetarischen Nebel noch nie so gross wahrgenommen zu haben.
NGC2301 feierte Premiere auf der ASS. Sieht ein bisschen wie eine
Kleinausgabe des Sternbildes Perseus aus. Hilfreich beim Aufsuchen war, dass
die Grenzhelligkeit besser als 5m0 war, das Einhorn also fuer Brillenträger
gut sichtbar wurde. NGC2324 blieb ein unsicherer Grenzfall. Ein
Zwischenstopp bei M48 zeigte sehr interessante Sternenketten.
Der Weihnachtsbaum zeigte weniger Lametta als jüngst auf dem SPOK. Dafuer
war Hubble's Veränderlicher gut erkennbar. Der Eskimo war erkennbar, aber
eher ein Seeing-Opfer, genau wie alle Planeten und deren Monde. Oder ist Sir
William doch eine Gurke?? Jedenfalls konnte Karoline H. den Schatten von Io
sehen. Später zeigte sie Jupiter in ungeahnter Farbintensität. Da kann
Grover (Skywatcher 200/1000 mm von der SPOK) auch nicht mithalten.
NGC1528 im Perseus war traumhaft. Der wird viel zu wenig beachtet. Um
Besserung zu geloben, haben wir deshalb keine Auriga-Haufen besucht. Das
nenne ich Abwechslung. NGC1491 bleibt im Karkoschka der Inquisition noch
immer nicht abgehakt. Grumpfl. Auch NGC1023 stand schon zu niedrig, als mir
dieser Missstand auffiel.
M3 in Karolinchen strahlt schon hell und ist bei 130 mm Öffnung im Rande der
Auflösung. Ja der Frühling kommt nach Spanien!
Die Aufsuchroute zu Jupiters Geist wird jetzt schon klarer. Und im Okular
ist er nicht zu übersehen. Toll, diese grünliche Scheibe! Das Highlight des
Abends.
NGC2683 (im Luchs) war der Auftakt zur Galaxienjagd. Sehr schoene
Kantenlage. Karolinchen suchte M104. Trotz guter Transparenz war die Luft
sehr feucht. Die Sucher mussten also mal gewischt werden. Heute werden aus
Orange-Pappe schöne Taukappen gerollt! Als Sir William wieder den Durchblick
hatte, war M104 gut zu erkennen. Das herrliche Umfeld lenkte aber von der
Galaxie selber ab. Tolles Sternenfeld!
NGC2903 war schon ansatzweise strukturiert. Davon ermutigt folgte noch eine
wilde Galaxienjagd. Halali! M105 knallte mit Nachbar voll rein. M96 war
deutlich und zeigte ein schönes Oval. M95 war indirekt kein Problem. Birgit
verkündte dann, das auch direktes Sehen sofort zum Erfolg führt. Die ASS ist
jetzt wirklich jeder Entschuldigung in Sachen Funzeln beraubt!!!
Entfesselt glühte der Karkoschka. M65 und M66 folgten schnell. Das grosse T
entkam knapp dem Stativbein, das ziemlich im Wege stand. M99 ging
lichtschwach aber sicher. Die Besatzung der ASS kapitulierte und verfasste
lieber gestriges Lebenszeichen. Der Inquisitor fischte noch selbstgerecht
M87 heraus (brüllhell) und fand auch M84/86 ganz bequem. Birgit hatte sich
dieser Schmach taktvoll entzogen.
Die Spindel NGC3115 stand die ganze Zeit günstigst am Himmel, wurde aber
trotz mahnender Worte von Doña Brigida seitens der Inquisition gänzlich
ignoriert. Im UMa gab es einen kurzen Blick auf M82 und M81. Dort wäre auch
viel mehr möglich gewesen. Die Jahreszeit bietet noch genug Futter für
weitere Spechtelnächte. Die Aussichten für das Wochenende sind sogar recht
gut. Da könnte das Thema Grazelema ernst werden.
Und das beste an allem: Ich hatte selbst zum Schluss keine kalten Füsse!
Orange-blau grüsst
Don Jochen de Toledobüttel
Grossinquisitor des wahren Karkoschkismus