Hi Lion,
beide Barlows sind im Prinzip brauchbar. Es ist aber vielleicht nicht ratsam, mit der 5x einzusteigen, weil deren hohe Vergrößerung doch recht anspruchsvoll einzustellen ist.
Am R200SS mit Toucam, Linse abgeschraubt, und 2x Barlow wird Jupiter etwa so groß:
Link zur Grafik:
http://www.svenwienstein.de/Pics/jupadd_g1_b1_2003_04_16_2305MESZ_cr.jpg
Wie Du siehst, damit geht schon was. Ich glaube, der Sprung auf 5x ist dann etwas groß, bzw. je nach Bedingungen würde man wohl die 2,5x Barlow manchmal viel besser gebrauchen können.
Also, nochmal der Klarheit wegen: Die Webcam wird mit dem vom Binoviewer schon gezeigten Adapter versehen, der wird statt des Objektivs eingeschraubt. Das ganze wird dann anstatt des Okulars in die Barlow gesteckt, und diese ins Teleskop. Je nachdem wie tief Du die Webcam in die Barlow steckst, kannst Du noch etwas an der Vergrößerung drehen. Weiter aussen vergrössert stärker.
Das ist aber noch keine Okularprojektion, daß ist nur fokalfotografie mit der Barlow dazwischen.
Achja. Der Webcam-Adapter hat ja auch ein Filtergewinde, und es ist wegen der Farbdispersion durch die Atmosphäre wohl recht sinnvoll, wenn man hier einen IR-Sperrfilter einschraubt. Das wäre eine sehr sinnvolle Anschaffung!
So. Damit hast Du eine Webcam für Mars, Jupiter & Co, aber laß Dir nicht träumen, damit Galaxien aufnehmen zu können. Dafür müsstest Du die Webcam mit kniffliger Lötarbeit und einem Zusatzprogramm zur Langszeitbelichtung umbauen.
Das wäre ein völlig neues Thema. Dabei würde die Webcam dann ganz ohne Barlow und ohne Linse ins Teleskop gesteckt.
Ich denke, Du solltest Die Webcam mit Barlow betreiben, wie ich es oben geschildert habe. Zur Okularprojektion müsstest Du nämlich folgendes kaufen:
1. Okularprojektionsadapter, z.B. "Vixen 36mm Projektionsadapter"
2. Ein Ortho Okular zum Projizieren, für Webcam so 15-20mm Brennweite
3. Einen Adapter T2 auf 1,25" Okularhalterung - der ist beim R200SS ja vorhanden, wenn man die 1,25" Halterung abschraubt. Aber der ist so lang, daß man durch den langen Weg auf irrsinnige Brennweiten käme. Die Formel habe ich Dir ja vorher schon gepostet.
Ausserdem wird ein Teil des Anschlusses gebraucht, um den Projektionsadapter anschliessen zu können. (Wenn man den nämlich am T2 Gewinde des R200SS befestigt, kommt man nicht in den Fokus).
Dann würde:
Der 37mm Projektionsadapter an das 37mm Gewinde des R200SS geschraubt, dazu nur den obersten Teil der 1,25" Okularklemmung abschrauben, darunter ist das Gewinde.
In den 37mm Projektionsadapter würde das Okular zur Projektion eingesetzt.
Der Projektionsadapter endet auf T2 Gewinde, hier würde dann der T2->1,25" Okularhalter angebracht, in den dann erst die Webcam mit ihrem Adapter eingesteckt wird.
Fazit: Okularprojektion ist ein teurer Spaß, wenn man die Teile nicht schon hat.
Was die vorhandenen Okulare angeht: Die sind einfach nicht für diese Art Projektion gedacht. Es kann gut sein, daß sie bei Webcams auch funktionieren, weil der Chip der Webcam so klein ist und nur die Bildmitte des Okulars nutzt. Müsste man probieren, hat aber nichts mit dem Aufbau vom Tomlicha mit seiner Dimage zu tun. Das ist keine Okularprojektion, sondern sog. afokale Fotografie. Die hat andere Anforderungen ans Okular und da sind Deine WW-Okulare wieder gut für.
Clear Skies
Sven
PS: Solltest Du nun doch spontan losziehen, und ein Okular dazu anschaffen, dann warte damit, bis Du die anderen Adapter hast. Du musst dann den Weg zwischen Okularlinse und Chipoberfläche abschätzen, und mit der im andern Thread genannten Formel ausrechnen, auf welche Effektivbrennweite Du kommst. Da solltest Du 5m nicht überschreiten, sonst wird das Bild schnell zu dunkel und bei der Vergrößerung ist die Einstellerei sauschwer!