Praxisunterschied Spektiv vs. Fernglas

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H_Kay

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Hallo Forum,

ich habe gerade die Möglichkeit, preiswert ein Fernglas (versch. Typen: Conquest oder Victory, Öfnnung 42mm bis 56) oder Spektiv (85mm Öffnung) von Zeiss zu kaufen.
Mein Problem hierbei ist aber die Frage, ob ein Fernglas oder ein Spektiv praktischer ist.

Ich suche für mich ein astronomisch geeignetes Zweitgerät, mit dem man den Himmel erkunden kann, während das "große" Teleskop Fotos macht. Ein weiterer Anwendungsfall wäre eben eine Art "Reiseteleskop", was man auch bei geringen Platzverhältnissen mit in den Urlaub nehmen kann oder auf einen Wochenendausflug.
Die Beobachtung bei Tag spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Allgemein kann man ja ein gutes Fernglas immer gebrauchen, ich bin mir aber nicht sicher, ob ich lieber die Gelegenheit nutzen sollte, mir das Spektiv zu besorgen, da es ja wirklich dann als "kleines" Teleskop verwendbar ist. Oder ist der Aufwand für die Montierung schon wieder zu hoch?
Mir fällt es einfach schwer, den praktischen Nutzen einzuschätzen und hoffe, ihr könnt mir da weiter helfen.

Viele Grüße,
Hardy
 
Hallo Hardy,

wenn du schon ich Richtung Reiseteleskop schaust, dann nehme das Spektiv.
Es macht schon Spaß, mit einem guten Fernglas denn Himmel abzugrasen. Aber die Detailerkennung bei 10-fach ist dann doch nicht so berauschend. Da stolpert man dann über Objekte, wo man weiß, hier würde eine höhere Vergrößerung deutlich mehr bringen.
Ein Beispiel wäre der Ringnebel. Im Fernglas nur ein unscharfer Stern, bei 85mm und 100-fach schon ein Ringlein.
Oder aber der Mond. Da macht das Spektiv mehr her. Und Doppelsterne nicht zu vergessen. (Meines Wissens passen an das Zeiss Spektiv auch Astrookulare.)

Die Anforderung an die Montierung ist nicht übermäßig hoch.
Empfehlenswert ist ein Berlebach Report mit einer kleinen azimutalen Montierung.
Ein Leuchtpunktsucher lässt sich mit einer Schelle oder mit Klettband aufsatteln.

Mir persönlich reicht ein Fernglas im Urlaub nicht. Aber auf's Fernglas würde ich trotzdem nicht verzichten.

Empfehlung: Nimm beides.

Gruß Hans-Jürgen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Kerringa:

Hallo Hardy,

ein vermeintliches Schnäpchen entpuppt sich dann evtl. doch nicht als solches, aber wenn irgend geht, beiß die Zähne zusammen und auch meine Empfehlung: nimm beide!

Vielleicht kommt die Gelegenheit nie wieder.

Auf die richtige Entscheidung
Manfred
 
Naja, beides ist dann schon ziemlich teuer. Auch wenn die Gelegenheit so schnell nicht wieder kommt, kann ich mir zur Zeit nur ein was leisten. Und ich denke, ein gängiges Fernglas findet sich auch später noch zu vernünftigen Preisen, oder?

EDIT: Prinzipiell gibt es im Bereich Spektive und Ferngläser auch andere Geräte, die deutlich unter den Zeiss-Preisen liegen (egal ob vergünstigt oder nicht). Könnt ihr sagen, ob die Qualitätsunterschiede genauso deutlich ausfallen?

EDIT2: Und ja, mit einem Adapter lassen sich Astrookulare an das Spektiv anschließen und umgedreht lässt sich auch das Spektivokular am Teleskop benutzen. Ich würde mir wohl das Zeiss-Zoom-Okular mitbestellen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi!

Ich würde die Entscheidung davon abhängig machen, wie transportabel dein Stativ ist - ich hab ein Ultima 80/480 Spektiv, das wunderbar auf einem Berlebach Report mit Videoneiger genutzt werden kann, nur direkt in den Zenit kommst du damit halt nicht. Aber damit kann ich leben.

Wenn du das Stativ gut an deinen Beobachtungsplatz kriegst - entweder, weil du eh mit dem Auto unterwegs bist, oder ein stabiles Stativ mit kompakten Maßen nimmst - würde ich zum Spektiv greifen.

Und bei dem (Listen-) Preis für das Zeiss-Okular würde ich lieber zum Baader Hyperion Zoom greifen. Ich kenne das Zeiss zwar nicht, aber bin mit dem Zoom am Teleskop sehr zufrieden. Von dem Preisunterschied ist dann vielleicht sogar das preiswerte Zeiss-Fernglas machbar - oder ein chinesisches 12x70, das von der Verarbeitung und Vergütung zwar deutlich unter Zeiss liegt, aber dank Öffnung am Himmel bestimmt nicht weniger zeigt (auch wenn es am Mond interne Reflexionen geben kann) und noch halbwegs freihand genutzt werden kann. Beim 15x70 kann ich das nicht mehr.

Bei guten Ferngläsern, die nicht von Zeiss/Leica/Swarovski stammen, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die optische Leistung sehr eng beieinander liegen kann, die Verarbeitungsqualität aber eher etwas drunter liegt - also z.B. die Gummierung nicht 100% bündig ist oder so. Aber das ist auch eine Frage der eigenen Ansprüche: Ich habe das Cometron 12x70 (<100 Euro), im Verein ein Fujunon 16x70 und ein mal ein Celestron Echelon 16x70 angetestet (leider nur bei Tag), beide in der Preisklasse um die 800 Euro. Die optische Qualität der teuren Modelle ist deutlich, aber die beiden haben in mir nicht den Wunsch geweckt, es zu tauschen - Reflexionen stören am Mond, aber den beobachte ich eh nicht im Fernglas. Die teuren Modelle sind chic, aber haben *bei mir* keinen Haben-Will-Reflex ausgelöst. Mit anderen Worten: Your mileage may vary, jeder setzt da andere Schwerpunkte. Unbedingt mal ein Fernglas vor dem Kauf in die Hand nehmen.

Beste Grüße,
Alex
 
Zitat von Radfahrer:
Für 1000 Euro bekommst Du einen 80mm Triplett Apo mit 2"Amiciprisma, das ist ca. die Hälfte des Listenpreises des Zeiss.
Aber nicht in wasserdicht. Zeiss is nice, but twice the price:-)

Preis hin oder her: Ich habe ein 80er Spektiv und einen ED80/600-Refraktor mit 1,25"-Amici. In den Urlaub kommt das Spektiv mit, da es kompakter ist, robuster und leichter, während der Refraktor vielseitiger ist (Fotografie, Astro) und einen Sucher hat (und ein besseres Bild liefert als mein günstiges Achromatisches Spektiv).

Beste Grüße,
Alex
 
Ich finde ein Spektiv auch praktischer, weil robuster und leichter und weniger anspruchsvoll bezüglich Stativ und Montierung. Von daher würde ich schon bei dem Spektiv bleiben.

Viele Grüße,
Hardy
 
Hallo Hardy,

mich würde interessieren wie günstig denn die Zeiss Gläser und das Spektiv wären. Das Victory FL 10x56 beispielsweise für 1500 Euro? Oder noch günstiger? Oder das Victory 8x42 FL um 1200 Euro?

Also ich würde ganz klar zum Fernglas tendieren. Es ist in der Handhabung einfacher. Man nimmt es halt eher mal heraus, Zuhaus oder für eine Beobachtungsnacht um die Ecke. Natürlich auch im Urlaub. Ein einfacher Liegestuhl reicht und es kann losgehen. Natürlich ist es auch eine Sache der Bequemlichkeit. Lach nicht, aber mir ist es manchmal schon zu viel für spontane Einsätze das verstaute Stativ nebst Montierung herauszunehmen um dann mit einem 62mm Spektiv zu beobachten. Unter der Woche passiert mir das oft.

Ein Zeiss Spektiv auf der anderen Seite, hat auch was. Mit diesem lässt sich natürlich detaillierter beobachten. Jedoch nur mit einem Auge und längst nicht so schön übersichtlich und "eintauchend"...

Gruß

Mike
 
Hallo Mike,

Danke für deine Praxiseinschätzung. Mit dem Fernglas gebe ich dir Recht, aber im Urlaub (bspw. Südfrankreich o.Ä.) wäre mir das wohl zu wenig.

Ich habe mich "durchgerungen" und werde beides nehmen und hier dann mal berichten.

Die Optiken sind übrigens "gebraucht und in guten Zustand" und teilweise schon ältere Gerätegenerationen, also mit Listenpreisen nicht vergleichbar.

Viele Grüße,
Hardy
 
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