Hallo Julian,
na, dann wollen wir mal etwas Licht in die Sache bringen.
Du nennst zum einen ein 114/900 Newton parallaktisch montiert und daneben die oft geannten 8" Newtons auf azimutaler Dobsonmontierung.
Wohl war hier der Preisrahmen die Vorgabe.
Der 114'er zeigt Dir schon einiges, die parallaktische Montierung dazu erfordert etwas Übung, ist aber danach weitaus komfortabler in der Nachführung als ein Dobson. Auch sind die parallaktischen Monties recht günstig mit Motoren nachzurüsten, was wiederum ein mehr an Komfort bedeutet, in der Deepskyfotografie dann sogar unerlässlich ist. Abträglich ist dem ganzen die längere Rüstzeit, bis das Equipment einsatzbereit ist. Ein für mich so schwerwiegender Nachteil, daß ich mir fürs Feld, also wenn ich auswärts beobachten möchte, einen Dobson angeschafft habe.
Dobsonteleskope dagegen stellen sich bei der max. möglichen Öffnung für den Preis auf und die Öffnung ist schließlich einer der großen Schwerpunkte, will man ein Teleskop nach seiner Leistung beurteilen. Der Kompromiss ist dabei der recht einfach gehaltene Unterbau, eben die Dobsonmontierung, eine einfache azimutale Montierung.
Um es bis dahin mal auf den Punkt zu bringen:
Willst du viel am Himmel sehen, wirst Du Dich innerhalb Deines Budgets nach Dobsons umschauen. Legts Du wert auf Komfort, wirds ein parallaktisch montiertes Teleskop entsprechend kleinerer Öffnung werden.
Welcher Dobs nun der bessere ist, hängt von vielen Faktoren ab. Ein Vergleich gängiger Angebote wurde
in diesem Thread schonmal angesprochen.
GSO geniesst den Ruf, geringere Serienstreuung in der Spiegelqualität zu haben und anscheinend sind die Geräte etwas, aber auch nur etwas besser verarbeitet als vergleichbare Skywatchergeräte. Ich würde mich aber hüten, dies generell zu behaupten, denn ich hatte bisher nur einen Skywatcher 8" längere Zeit gesehen. Ich persönlich finde die Skywatchermontierung schon am Rande von grausam, muss aber dazu einwerfen, daß ich am GSO auch einiges an Arbeit investiert habe um es butterweich führen zu können.
Dafür haben die Skywatchers wiederum die Friktionsschraube damit das Scope seine Höhe auch bei Okularwechsel nicht verliert (so zumindest interpretiere ich diese Bremse)
Der OAZ schein serienmäßig beim GSO besser zu sein, also solider und kippelfreier, wills aber nicht bestätigen, ein Kollege hat bei seinem Skywatcher den OAZ getauscht gegen einen von GSO.
Beide Geräte leiden darunter, viel zu kleine Höhenräder zu haben, werden mal etwas schwerere Okulare eingesetzt, ein Telradpeiler angebaut sonder sonstig für Verschiebungen im Gleichgewicht gesorgt, nehmen einem das die kleinen Höhenräder sofort übel, spring, sie haben nicht genügend Spielraum um den entstehenden Hebel auszugleichen. Das ist aber ein fast schon als generelles Problem anzusehendes Manko, mit dem fast immer mit Laufgewichten entgegengewirkt werden muss.
Fazit: Die allheilige Antwort auf Fragen dieser Art gibts wohl nicht.
Laß dich nicht davon erschrecken, daß ich auf den Dobsonteil intensiver eingegangen bin als auf die parallaktische Geschichte (die auch ihre Vorteile hat, ich habe beides), dem Einsteiger rate ich mittlerweile auch gern zum 8"Dobson, mehr Öffnung fürs Geld gibts nicht, ist einfach aufzubauen, bedingt keine Ausrichtezeit und man darf auch dranherumbasteln <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ob Skywatcher oder GSO, nun, am besten Du kuckst Dir beide Geräte aus der Nähe an, bevor Du eins kaufst und entscheidest dann, im besten Falle bei Sternfreunden inDeiner Nähe, sodaß es nicht gleich in ein Verkaufsgespräch ausartet und abends/nachts, wenn die Scopes das zeigen müssen, was sie auch sollen.