Problem mit Beugungserscheinung bei Polarlichtern :-(

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas lpaelke
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum

lpaelke

Aktives Mitglied
Heute Nacht hatte ich das erste Mal in meinem Leben das Glück, dass fast wolkenlos war, als es bei uns in der Gegend Polarlichter zu sehen gab. :)

Nur dummerweise sind auf den meisten von meinen Fotos von den Polarlichtern mittig so ringförmige Muster (Beugungsmuster?) zu sehen.
Hier mal ein Beispiel:
2024_05_10_0214_Polarlicht.jpg


Aufgenommen mit Canon EOS 250D mit EFS 18-55mm Objektiv bei 18mm f/4.0, ISO 1600 10s.
Bei ein paar Aufnahmen habe ich näher ran gezoomt, da wird das ringförmige Muster größer.
Auf den Darks und Flats ist nichts davon zu finden. Am schlimmsten ist es in den grünen Bereichen.

Hat irgend jemand eine Ahnung, wo das Muster her kommt? Und ob man evtl. noch andere Kalibrierungsbilder machen kann, mit denen man das Muster wieder weg bekommt? (Vielleicht dunklere Flats mit ca. 10s Belichtungszeit?)

CS Lutz
 
Hallo Lutz,
dasselbe gab es früher bei Dias, wenn sich der Film gegen das Glas drückte. Wahrscheinlich hast du irgendwo in deiner Optik Flächen, die aufeinander treffen.
Damit beweist du ganz nebenbei, dass Licht eine Welle ist.
CS Harald
 
Ja, ich denke es war der UV/Haze-Filter, den ich halt standardmäßig als mechanischen Schutz vor das Objektiv geschraubt habe.

Das nächste Mal lasse ich den Filter dann weg. Und kontrolliere die Schärfe auch öfter...

Wobei das eine einmal-im-Leben Sache gewesen sein kann. Ich bin jetzt 50, und das war das erste Mal in meinem Leben, dass Erd-Wetter und Weltall-Wetter zusammen gepasst haben und ich Polarlichter sehen konnte. Und meine Frau will einfach nicht in einer genügend dunklen Jahreszeit in die normalerweise Polarlicht affinen Breiten in den Urlaub fahren. :rolleyes: Und alleine habe ich da auch keine Lust zu. Aber da ich die Polarlichter jetzt ja auf meiner Bucket-List abhaken kann, muss ich das ja auch nicht mehr. :)

CS Lutz
 
Hallo Lutz,

ich würde diesen UV/Haze-Filter einfach dauerhaft weglassen. Ich bin mittlerweile seit bald 16 Jahren in der Fotografie dabei, und seit mindestens 12 Jahren auch Nebenberuflich. Ich hatte nie das Problem, dass mir die Frontlinse bei meinen etlichen Objektiven über die Jahre einen Kratzer abbekommen hat. Was ich aber sagen kann, der beste mechanische Schutz ist die Streulichtblende am Objektiv. Die hat bei mir doch schon mal den einen oder anderen Streifer in der Hektik abgewendet, und auch mal tatsächlich das Glas geschützt, weil sie für ausreichenden Abstand gesorgt hat. Da sträubt es mir immer etwas die Haare in die Höhe, wenn ich Leute ohne Streulichtblende sehe, oder mit umgedreht aufgesetzter, aber sich dafür mit einem Schutzfilter in Sicherheit wiegen. :)

Abgesehen von deinem hier gezeigten Negativbeispiel in Bezug auf solche Filter, gibt es noch weitere wie z.B. Nachtaufnahmen, in denen sich Straßenlampen oder andere Beleuchtung geisterhaft spiegeln, wenn in der Nacht auf einmal grüne Ufos durch den Himmel fliegen. Oder die Lichterkette von einem Gebäude auf einmal auch im Himmel geflogen ist. Auch bei Motiven mit Gegenlicht im Bild, können hierdurch zusätzliche Reflektionen im Bild entstehen.

Irgendwo habe ich noch ein Beispiel gesehen, bei dem durch mechanische Einwirkung so ein UV-Filter mal gesplittert ist, und am Ende das Frontglas vom Objektiv mit einem Splitter zerkratzt hat.

Also inklusive deinem hier dargestellten Problem scheinen diese Filter ja doch so einige negative Eigenschaften zu haben, wie man das auf den ersten Moment gar nicht vermuten würde.

Es gab bei mir aber durchaus Fälle, bei denen ich einen UV-Filter temporär zum realen Schutz eingesetzt habe. Nämlich wenn bei Projekten von Glassplitter herumgeflogen sind, oder Flüssigkeiten in unmittelbarer Nähe zur Frontlinse herumspritzen, wie hier oder hier. Dann kann so ein Schutzfilter schon mal praktisch sein. Aber ansonsten würde ich das weitestgehend meiden, auch wenn so mancher Händler so etwas aus Eigennutzen empfiehlt...

Nur mal nebenbei erwähnt. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Da ich selbst nie das Problem hatte, kann ich dir da nichts aus der Erfahrung sagen. Im Netz scheint es wohl die eine oder andere Anleitung zu geben:

 
Ich muss da nicht rumrätseln, am Samstag hat es ohne das Filter auch keine Ringe gegeben. (Leider aber auch kaum noch Polarlichter.)
Mathematisch passt das aus dem 2. Link aus Danes 1. Antwort auch. Damit ist der Fall klar.

Problematisch bleibt noch die Entfernung. Das mit FFT zu machen klingt erst mal vielversprechend. Leider ist der Fall aber doch ganz anders, als bei den Sonnenteleskopen. Dort sieht man einen kleinen Ausschnitt aus dem äußeren Bereich der Ringe, so dass man quasi ein Streifenmuster mit fast konstanter Periode hat. Das ist in der Frequenz-Domäne (zumindest in den im Netz gezeigten Beispielen) einfach zu identifizieren und ohne allzu viel Kollateralschäden zu beseitigen.
Bei den Polarlichtern sieht das anders aus, da hat man die kompletten Ringe, die außen auch noch enger zusammen liegen, als innen. Sogar bei einem Bild, auf dem nur simulierte Newton-Ringe drauf waren, konnte ich da in der Frequenz-Domäne kein Muster erkennen. Also wohl keine Chance, das auf dem Weg zu entfernen.

Andererseits müsste es für jemanden, der sich mit so was auskennt (also nicht ich), relativ einfach möglich sein, eine KI auf das Entfernen der Ringe zu trainieren. Den Fehler in gute Bilder rein zu simulieren, dürfte kein Hexenwerk sein, um einen Trainingsdatensatz zu generieren.

CS Lutz
 
Hallo Lutz,

ich habe gestern Abend auch noch etwas mit deinem Bild in Photoshop gespielt, und probiert die Newtonringe los zu werden. Bei deinem Bild scheint es noch nicht ganz so schlimm zu sein, da die Ringe nur Zentral sind. Hier im Grünkanal besser zu erkennen:

1715694104201.png


Ich habe den entsprechenden Bereich mit einem Filter, der zum minimieren von JPG Artefakten gedacht ist, etwas abgemildert. Dann habe ich einen Staub&Krazter Filter soweit drüber gehauen, bis die Ringe ganz weg sind. Diese Weichgezeichnete Ebene habe ich selektiv nur auf die Ringe angewendet, und damit die Weichzeichnung nicht auffällt, habe ich wieder ein einigermaßen identisches Rauschen hinzugefügt, damit der Flicken wieder im Bild untergeht. Wenn man nun noch das gesamte Bild etwas entrauscht, gleicht sich das noch mal etwas aus, was ich aber nicht gemacht habe.

retusche1.jpg


Beim anderen Bild ist das schon schwieriger, da die Ringe bis in den Himmel über den Hausdächern großflächig verteilt ist.

Mich wundert es, dass es hierzu nicht schon offiziell einen Filter gibt, der genau auf das spezialisiert ist. Mit der trainierten KI lässt sich das sicher bewerkstelligen. Aber der Nutzen wäre wohl relativ gering.
 
Ja genau den Fehler habe ich bei meinem Iphone 12pro auch hier mal ne Aufnahme richtung Zenit. Habe das Habdy auf deeine Tischplatte abgelegt. Bei normalen Bilder oder auch Langzeitbelichtungen aus der ruhigen Hand ist davon nix zu sehen.

7E5C2B2F-95EE-469F-892A-F74EC225E642.jpeg
 
Zurück
Oben