Probleme am Mini-Selbstbaunewton

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MartinSchoenball

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Hallo
Vor einiger Zeit habe begann ich um den 70mm Spiegel von AstroMedia herum ein kleines Teleskop zu basteln. Er ist schließlich sogar fertig geworden, wie dieses Bild beweist:
Link zur Grafik: http://www.schoenball.de/70mm.jpg

So richtig zufrieden bin ich allerdings überhaupt nicht. Bei der nächtlichen Beobachtung stören heftige Reflexe. Ich hab das mal am Mond festgehalten:
Link zur Grafik: http://www.schoenball.de/reflexe.jpg

Habt ihr eine Idee, woher die Reflexe kommen und wie ich sie loswerden kann? Hab den Verdacht, dass es an den Ringen liegt, die dem Tubus Stabilität verleihen. Allerdings hat die schwarze Lackierung keinen Effekt gebracht.

Desweiteren macht mit der Fangspiegel etwas Sorgen. Es ist schon die neue größere Version, sie erscheint mir aber immernoch zuklein. Hat jemand eine Idee, wo ich einen größere Version her bekomme ohne die Materialkosten dieses Telesköpchens zu verdreifachen?

Gruß
Martin
 
Hallo Martin!

Erstmal: Willkommen im 70mm-Club!

Hey, dat Dingens schaut aber schnuckelig aus - und den "Sehfehler" kriegst Du sicherlich auch noch weg.

Also, zum Bild. Es ist überbelichtet und nicht genau im Fokus, zeigt aber (gerade deshalb) den Sehfehler recht gut.

So einen Sehfehler hatte mein Pappdobson auch, als er nicht richtig justiert war. Von den Ringen im Tubus kommen die Refkexionen sicherlich nicht (sie wären nicht so zueinander verschoben) ich tippe auf den Fangspiegel. Du hast ihn doch nicht etwa verkehrt rum eingebaut? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> (verspiegelte Seite "hinten" statt "forne" wenn Du schräg durch die Schnittkante in den Glaskörper reinschaust, kannst Du erkennen, welches die verspiegelte Seite ist)

Baader-Planetarium (Hersteller dieser Astromedia-Optik) hat mir mal bestätigt, dass der beiliegende Fangspiegel nur bis etwa 30x Vergrösserung ausgelegt ist; die Oberflächenqualität sei für mehr Vergrösserung nicht genau genug.

Also habe ich meinem Pappdobson (mittlerweile heisst er "KLEIN70") einen "FS21" spendiert, einen "richtigen Fangspiegel" mit 21mm kleine Achse. Bei TS kriegst Du so einen für etwas über 20.- Eumels. Das verdreifacht zwar den Materialwert der Optik, steigert aber deren Leistung enorm - und "absolut" ist der Betrag ja nicht sooo hoch... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Was Du auch probieren könntest (ist bei Deiner Teleskopkonstruktion leicht und günstig zu fertigen) den Hauptspiegel auf 60mm abblenden.
Im original-Papptubus wird das auch getan, um einem evtl. Kantenfehler vorzubeugen.

Auch eine "Socke", sie könnte z.B. aus schwarzem Fotokarton bestehen, bringt sicherlich einen Kontrastgewinn.

Viel Erfolg beim Tuning Deines Kleinteleskopes!
 
Fangspiegel muß die Ursache sein

Hallo Martin,

das sieht eigentlich hundertprozentig nach einem rückseitig statt vorn verspiegelten Fangspiegel aus. In diesem Falle (also z.B. wenn der Fangspiegel verkehrt herum eingebaut wurde) hast Du nämlich ca. 4% bis 5% Reflexion an der vorderen Glasfläche (bei Dir das unterste, schwache Mondbild), ferner ca. 80% Reflexion an der Spiegelschicht hinter dem Glas und deshalb entsprechend der Glasdicke versetzt (das von unten zweite, recht helle Mondbild), dann eine weitere Reflexion von ca. 3% Helligkeit, die durch dreifache Reflexion entsteht, nämlich erst 80% an der hinteren Spiegelschicht, dann davon ca. 4% bis 5% an der vorderen Glasfläche wieder zurück zur Spiegelschicht und dann dort erneut davon 80% an der Spiegelschicht (das ist das von unten dritte und wieder viel schwächere Mondebild), sowie schließlich noch weitere, von Mal zu Mal schwächere und deshalb nur noch in begrenzter Zahl sichtbare weitere Spiegelbilder, die durch mehrfache Reflexion zwischen Glasvorderfläche und rückseitiger Spiegelschicht entstehen (zumindest ein weiteres ist in Deinem Foto oben zu sehen, im Originalfoto könnten evtl. weitere, noch schwächere Mondbilder erkennbar sein).

Wenn die Spiegelrückseite, die Du offenbar für die Vorderseite gehalten hast, dann auch noch mangelhafte Oberflächengüte hat (sie braucht eigentlich überhaupt nicht eben und glatt zu sein, da sie ja hinten liegen soll und dann gar nicht im Strahlengang wäre), bekommst Du zudem auch noch ein sehr unscharfes Bild. Auch dieser Effekt spricht dafür, daß meine Vermutung zutrifft, denn Dein Bild ist sehr unscharf.

Wenn Du Dir Klarheit über Vorder- und Rückseite des Fangspiegels machen willst, kannst Du genau diesen beschriebenen Effekt nutzen: Schaue schräg, in recht flachem Winkel zur Oberfläche auf den Spiegel. Die richtige Seite mit der Verspiegelung darf Dir nur EIN klares Spiegelbild zeigen; die falsche Rückseite dagegen wird Dir mehrfache Spiegelbilder wie in Deiner Mondaufnahme zeigen.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Fangspiegel muß die Ursache sein

Lalala...wie soll ich auch ahnen können, dass sich hinter dieser blau-schimmernden "Rückseite" noch so ein toller Spiegel versteckt wo doch die "Vorderseite" schon so schön spiegelt...zum Glück hat es keiner gesehen...ähm, ist da wer, der den Thread löschen könnte? ;-)

rotanlaufende Grüße
Martin
 
P.s.

Hi Martin.

Problem erkannt - Problem gelöst!

Dann wirst Du (zumindest bis 30x) schon viel bessere Bilder kriegen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Ach, übrigens: die Microsoft-Witzsammlumg auf Deiner HP find'ich klasse! Habe auch noch einen:

Kennst Du den kürzesten Microsoft-Witz, bestehend aus einem einzigen Wort? KOMPARTIBEL ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Bitte Bild nach richtigem Spiegeleinbau zeigen

Hallo Martin,

keine Bange, das ist keine Schande, sondern kann anderen, denen dasselbe passiert ist, bei der Suche nach der Fehlerursache helfen.

Aber da Du anfangs ein Mondbild hier veröffentlicht hast, solltest Du jetzt nochmal eines mit der richtigen Spiegelseite zum Vergleich zeigen. Deine aus den letzten Zeilen sprechende gute Stimmung läßt ja nicht nur erwarten, daß dann keine Reflexe mehr zu sehen sind, sondern wohl auch die Abbildungsqualität deutlich besser geworden ist!

MfG Walter E. Schön
 
Re: Bitte Bild nach richtigem Spiegeleinbau zeigen

Hoi
hab den Thread auch grad gelesen und muss sagen, dass mir das mit dem Spiegel bei meinem kleinen Sonnenprojektor auch passiert ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> , kann jedem mal passieren im eifer des bauens <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Re: Bitte Bild nach richtigem Spiegeleinbau zeigen

Also gut, hab die Digiknipse nochmal ans WeRuSt 70 gehalten (WeRuSt = Weitfeld Reise- und Sucherteleskop).

Naja, ich bin ja ein visueller, da kann ich mir solche Fotos erlauben ;-)
Link zur Grafik: http://www.schoenball.de/keinereflexe.jpg

Die Abbildungsqualität ist schon brauchbar. Mit dem 12,5mm hab ich allerdings Mühe gehabt die Bänder auf Jupiter zu erkennen. Mir ist aber gerade auch erst aufgefallen, dass das 12,5er nur 36x vergrößert...kein Wunder, dass der so klein war. Werd gleich nochmal mit dem 9er prüfen...

Gruß
Martin
 
Verwackeln sollte noch reduziert werden

Hallo Martin,

das sieht doch jetzt schon sehr viel besser aus. Ich weiß nicht, wieviel Auflösung Dein Spiegel und Dein Okular hergibt, aber ich könnte mir schon noch eine gewisse Steigerung vorstellen.

Erstens kommt es mir vor, als wäre etwas Verwacklung in Richtung 5 Uhr <—> 11 Uhr zu sehen (die linke Mondkante bei etwa 8 Uhr ist merklich schärfer als die Kanten links oben und rechts unten). Ob das Teleskop während der Belichtung in dieser Richtung geschwankt/vibriert hat oder ob die Kamera nicht ruhig gehalten wurde, kann man daraus leider nicht erkennen. Jedenfalls sollte bei etwas höherer Stabilität beider (Teleskop und Kamera) die Schärfe sichtbar zu steigern sein.

Zweitens wäre zu prüfen, ob nicht eine kleine Reduzierung der Spiegelgröße (schwarze Kreisblende unmittelbar vor dem Spiegel, die vielleicht von 70 mm auf 60 mm abblendet) ebenfalls die Schärfe steigern kann. Dies wäre dann zu erwarten, wenn der Spiegel im Randbereich Formabweichungen zeigt, mit denen man bei einem so einfachen Spiegel schon rechnen muß.

Drittens wäre eine etwas kürzere Belichtung auch von Vorteil, denn das Bild ist überbelichtet, so daß Strukturen in den hellsten Partien „ausgewaschen” sind. Die kürzere Belichtungszeit würde sich zudem positiv auf das Vermeiden von Verwacklung auswirken.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Verwackeln sollte noch reduziert werden

Hallo Walter,
wie geschrieben, ich bin eher ein visueller Beobachter. Das Bild ist entstanden, indem ich meine Digicam ans 12,5mm Okular gehalten habe...klar, dass da Verwackler nicht auszuschließen sind. Und die Belichtungszeit kann ich auch nur unspezifisch "korrigieren".
Aber man sieht, keine Reflexe mehr da, Operation gelungen :-)

Gruß
Martin
 
Baader-Planetarium (Hersteller dieser Astromedia-Optik) hat mir mal bestätigt, dass der beiliegende Fangspiegel nur bis etwa 30x Vergrösserung ausgelegt ist; die Oberflächenqualität sei für mehr Vergrösserung nicht genau genug.

Also habe ich meinem Pappdobson (mittlerweile heisst er "KLEIN70") einen "FS21" spendiert, einen "richtigen Fangspiegel" mit 21mm kleine Achse. Bei TS kriegst Du so einen für etwas über 20.- Eumels. Das verdreifacht zwar den Materialwert der Optik, steigert aber deren Leistung enorm - und "absolut" ist der Betrag ja nicht sooo hoch...
Mal so eine Frage: Bis zu welcher Vergrösserung reicht denn der Hauptspiegel des Pappdobsons aus? Also was kann man so erwarten, wenn man einen 'anständigen' Fangspiegel nimmt?

...Toni
 
Hi Toni.

Entsprechendes Zubehör (und Justierung) vorausgesetzt, kannst Du bei diesem HS bis knapp 100x gehen. (an Mond & Planeten)

Das heisst: mit originalem FS hatte konnte ich mit dem Plössls 25mm und das 15mm gut scharfstellen.
(18x und 30x). Sogar "knackescharf".

Mit'm 9-er (50x) verlor die Abbildung stark an Kontrast.


Mit dem "FS21" geht jetzt auch das 9mm (50x) noch prima, sogar das 6mm (75x) hat "noch einigermassen" Kontrast.

Als ich das Telesköpli im Aug' 03 dem Rohrspecht ausgeliehen habe, hat er mit seinen Okularen sogar die Grosse Syrte auf'm Mars erkennen können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Der bessere Fangspiegel macht also aus dem "Spielzeug" schon fast ein "richtiges Teleskop" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Hallo Toni

Ich habe mal 4 der Astromedia-Hauptspiegel für ein Schulprojekt mit Foucaultest vermessen. Die Mitte-Rand Schnittweitendifferenzen lagen bei den verschiedenen Spiegeln zwischen etwa +20 und -20 mm, also alles andere als sphärisch oder paraboloid <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> . Für sphärisch sollte sie Null betragen, für parabolisch unter 1 mm, einer war zudem extrem astigmatisch. Die Dinger sind einfach zu dünn und scheinen sich beim Polieren zu verbiegen.

Im Vergleich dazu ist der Fangspiegel nicht das limitierende Element. Ich habe für meinen Sohn aus einem geschenkten Tchibo-Newton Hauptspiegel mit einem Astromedia-Fangspiegel ein kleines Teleskop gebaut. Die Abbildungsleistung war besser als erwartet.

Wenn Du also nicht glücklicherweise einen guten Hauptspiegel erwischt hast (wie z.B. Silvio), bringt Dir ein anderer Fangspiegel kaum etwas. Du kannst das leicht am Stern testen. Über- oder Unterkorrektur des Hauptspiegels zeigt sich klar an unterschiedlichen Sternscheibchen innerhalb und ausserhalb des Fokus. Fanspiegelfehler zeigen sich hingegen am ehesten als Astigmatismus (das liegt an der 45° Geometrie), also als strichförmige Sternabbildung, die beim Durchfahren des Fokus um 90° dreht.

Grüße
Reiner
 
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