Probleme beim scharf stellen des Bildes

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Leina

Neues Mitglied
Hallo ihr Lieben,

ich habe schon seit einigen Jahren (gekauft zu D-Mark Zeiten) ein MEADE Linsenteleskop. Ich interessiere mich sehr fuer Sterne und alles drum und dran, aber hier in Berlin kommt man leider viel zu selten dazu, mal eine richtige Beobachtung zu starten.
Dennoch habe ich neulich mal wieder einen versuch ausserhalb Berlins gesartet, in der Hoffnung, vllt endlich mal einen Planeten zu sichten. In all den Jahren habe ich nie einen sehen koennen! Langsam macht mich das wuetend, denn das Teleskop ist gar nicht so schlecht, doch sehen kann ich nie etwas.
Mitgeliefert wurden 25mm, 14mm und 4mm Okulare soweit ich weiss, und eine 3x Barlow Linse (die ich aber vergessen kann, wegen folgendem PROBLEM:)

Mein Teleskop laesst nur eine ca. 10cm lange Strecke fuer's scharfstellen des Bildes zu. Ich kann ganz normal vor und zurueckdrehen und umso groesser die Vergroesserung, desto weiter weg von mir muss ich drehen. Aber irgendwann komme ich natuerlich an den Punkt wo ich nicht weiter scharfstellen kann, das kleine Rad ueberdreht und ich sehe nur Verschwommenes. Die Barlow Linse ist fuer mich damit absoult nutzlos! Oft bringt mir die 4mm Linse nicht mal was, weil ich nicht mal den Mond richtig scharf bekomme.

Das Teleskop bringt sonst noch das nette Feature eines Computergesteuerten Moduls mit, dass ich aber nicht mehr benutze weil es so viele Batterien benoetigt und ich eben eh nie was sehe. Bin is bescheuert, mache ich was falsch? Ich ueberlege im Moment ernsthaft mir ein Spiegelteleskop fuer 250 - 300 Euro zu kaufen/wuenschen.

Hier noch der genaue Name meines Teleskops: MEADE QUASAR DS 60

Vielen Dank schon mal fuer Eure Hilfe und hoffentlichen Vorschlaege :)

Linda
 
Hallo Linda,

herzlich willkommen hier im Forum.

Darf ich Dir zunächst einmal eine Gegenfrage stellen.
Wie gut kennst Du Dich denn am nächtlichen Himmel aus? Kannst Du die aktuellen Sternbilder am Himmel identifizieren? Und findest Du Jupiter auch ohne Fernrohr?

Darf ich ganz ehrlich sein? Ich glaube die Probleme die Du schilderst haben vermutlich die Ursache, dass Dir nicht klar ist, wie man das Fernrohr bedient.
Daher mein Rat: Ihr habt doch eine Volkssternwarte in Berlin. Warst Du schonmal dort? Versuche doch dort jemand zu finden, der Dir mit Deinen Problemen hilft. Das ist vermutlich effektiver als hier im Forum zu raten, was schief läuft. Oder vielleicht gibt es auch einen Berliner Sternfreund, der hier mitliest und gern helfen möchte?

Schon gar nicht würde ich Geld für ein anderes Teleskop ausgeben, ohne mich vorher zu informieren.

Grüße
Volker

P.S: Der Besuch auf der Sternwarte hat auch den Vorteil, dass Du dann bestimmt endlich mal einen Planeten siehst. :)
 
Jupiter steht wenn es dunkel ist im Süden. Es ist der hellste Stern dort. Nimm ein Fernglas (Operngucker reicht) und sieh ihn dir an. Dur wirst die großen Monde sehen (meist vier, manchmal sind welche unsichtbar), die auf einer Reihe liegen. Und eine ovale Scheibe. Damit hast du dann erst einmal einen Planeten gesehen.

Vergiss die Computersteuerung zunächst. Richte das Fernrohr auf den Jupter und versuche, mit der geringsten vergrößerung ein scharfes Bild zu bekommen. Dann meldest du dich hier wieder, wir sind interessiert, was du geschafft hast.

Du brauchts nicht außerhalb Berlins zu fahren, nur einen einigermaßen freien Blick nach Süden musst du suchen.

Wenn der Jupiter dir nicht gelingt, dann nimm zuerst den Mond. Er ist noch ein paar Tage am Abendhimmel, morgen sogar verfinstert.
 
Also Jupiter ist wirklich sehr sehr einfach zu finden, selbst wenn ich als um ca. 21:00 Uhr rausgehe und aufbaue sehe ich meist nur 2 Objekte am Himmel:

Der Mond und Jupiter.

Jupiter steht dann immer recht tief Richtung Süden.
 
Hallo Linda,

Dein Teleskop ist ein Refraktor mit 60mm Öffnung und 700mm Brennweite. korrekt?

Eine Faustregel besagt, dass Du damit ca. 1.5 x Öffnungsdurchmesser vergrößeren kannst, wenns noch ein normales scharfes BIld geben soll.

Mit Deinen Okularen erreichst Du folgende Vergrößerungen:

28, 53, 175 ohne Barlowlinse. Die Vergrößerung ist nämlich einfach Teleskopbrennweite/Okularbrennweite. Mit dem 4mm-Okular kommst Du also auf 700/4 = 175-fache Vergrößerung.

Mir fallen 3 Sachen zu Deinen Problemen ein:

1) Du vergrößerst viel zu hoch. Bei 175-facher Vergrößerung wird dieses Rohr kein scharfes Bild mehr zeigen. Das ist völlig normal.
Kriegst Du mit dem 14mm-Okular ein scharfes Bild? Wenn ja ist alles in Ordnung, dann mußt Du nur lernen wie man Objekte aufsucht.

2) Einen Zenitspiegel benutzt Du schon, oder? Das ist dieses rechtwinklige Teil zwischen Okularauszug und Okular. Ohne das kanns gut sein, dass man nicht scharfstellen kann. Wäre auch ziemlich normal.

3) Die Barlow, die bei solchen Teleskopen beiligt ist meist von der Qualität her nicht so gut. Wenns mit der Barlow zusammen schlechter wird kann das an der Qualität der Linse liegen. Verwenden kannst Du die 3-fach-Barlow nur mit dem 25mm-Okular verwenden, dann bist Du bei knapp 100-facher Vergrößerung. Alles andere führt bereits wieder zu Vergrößerungen, die für Dein Rohr zu hoch sind.

Mein Tipp: probier mal alle Kombinationen Okulare mit/ohne Barlow am Mond aus. Wenn Du scharfe Bilder mit dem 25er, dem 14er und dem 25+Barlow-Oku errreichst ist alles OK.

Zum finden der Objekte: hast Du den Sucher auch richtig justiert?

CS

Klaus
 
Hallo Linda,

Zubächst einmal herzlich willkommen im Forum. Ich bin auch aus Berlin. Meinen Vorschreibern kann ich bisher nur zustimmen.

Zunächst stellt sich für mich die Frage, was du innerhalb der Stadt für Beobachtungsbedingeungen hast: Balkon, Garten etc.?

Als Grundlage würde ich dir zunächst zu folgenden Schritten raten: Kaufe dir eine drehbare Sternkarte und lerne mit ihr den Himmel kennen. Auch in den Randgebieten Berlins erkennt man ohne weiteres die hellsten Sterne und Sternbilder, sowie Mond und Planeten. Danach solltest du mit einem Fernglas erlernen, wie man Objekte findet und einstellt. Das ist gar nicht so schwer.

Meine drehbare Karte, mittlerweile 13 Jahre alt, nutze ich heute zum Teil noch zur Beobachtungsplanung. Sie ist also auch später sehr sinnvoll. Zur Beobachtung würde ich dir auch öffnetliche Führungen an der Archenhold-Sternwarte empfehlen: www.astw.de

Mit dem Okularauszug scheinst du einem typischen Refraktor-Problem zum Opfer gefallen zu sein: Bei einigen Okularen lässt sich der Auszug mitunter nicht weit genug ausziehen, um in den Fokus zu kommen. Hier muss man dem Händler bei der Beratung nach dem richtigen Zubehör vertrauen und ggf. Zwischenringe zwischen Okularauszug und Okular setzen.

Bei schwacher Vergrößerung hat man nämlich eigentlich immer irgendwelche Sterne im Gesichtsfeld, die man fokussieren kann, auch wenn man es ziellos gegen den Himmel richtet, sofern es dunkel genug ist.

Falls du Fragen zu Beobachtungsmöglichkeiten in Berlin hast oder mal gemeinsam beobachten möchtest, kannst du dich an mich wenden.

Viele Grüße, Christian
 
Hallo Christian,

also die öffentlichen Führungen und Veranstaltungen an der AStW sind bestimmt auch interessant, aber wenn Linda sich für das praktische Beobachten interessiert, wäre doch ein Besuch in unserer AG das beste...

Hallo Linda,

erstmal willkommen im Forum.
... also falls Dich das interessiert: Die "Fortgeschrittenen AG" (die heißt nur so, weil es früher auch mal eine Kindergruppe gab. ;) ) trifft sich jeden 1. und 3. Montag 18:15 Uhr an der Archenhold-Sternwarte (aber leider nur außerhalb der Schulferien).
Nächster Termin wäre dann glaube ich der 1. September.
Das ist eine bunt gemischte Gruppe, die sich über alle möglichen Themen der praktischen Astronomie unterhält und Erfahrungen austauscht. Bei gutem Wetter beobachten wir auch mal zusammen. Evtl. kannst Du Dein Fernrohr ja gleich mitbringen, wenn Du das mit dem Scharfstellen bis dahin nicht gelöst hast, dann schauen wir uns das mal an.

Wenn Du mehr im Westen von Berlin wohnst und Dir das zu weit ist, gibt es noch die Foerster-Sternwarte auf dem Insulaner. Die haben, glaube ich, auch AGs. Ich weiß aber nicht, wann die sich treffen.

Wenn Du überlegst, Dir ein größeres Fernrohr anzuschaffen, ist es wirklich hilfreich, sich vorher mal mit anderen darüber auszutauschen. Eigentlich ist es sogar besser, wenn Du mit dem kleinen erstmal Erfahrungen sammelst. Später weißt Du dann genauer, was Du willst. So Fernrohre haben ja alle ihre fürs und widers.

Viele Grüße
Guido
 
Hiho
Hier mal der Link zur HP der Wilhelm Foerster Sternwarte und des Planetariums.Ich war vor einigen Wochen mit meinem Patenkind da.Naürlich wars nix mit durchgucken.Wolken ohne Ende.Jupiter ist übrigens im Augenblick Vortragsthema.
http://www.wfs.be.schule.de/?/start

gruß Michael
 
Zitat von copernicus:
Mit dem Okularauszug scheinst du einem typischen Refraktor-Problem zum Opfer gefallen zu sein: Bei einigen Okularen lässt sich der Auszug mitunter nicht weit genug ausziehen, um in den Fokus zu kommen. Hier muss man dem Händler bei der Beratung nach dem richtigen Zubehör vertrauen und ggf. Zwischenringe zwischen Okularauszug und Okular setzen.

Ich glaube das ist genau mein Problem!
Danke aber erstmal allen fuer die ausfuehrlichen Antworten :)
Ich habe wirklich 60mm mit einer 700er Brennweite.
Ich wohne im Osten Berlins und mein Balkon geht nach Osten raus. Ich kenne mich... naja, mittlerweile ganz gut aus am Sternenhimmel. Ich sehe aber, soweit ich das nachvollziehen kann immer nur Vega (bei meiner Freundin ausm Suedbalkon) und Acturus aus meinem Arbeitszimmer nach Westen.
Bei der letzten Beobachtung ausserhalb Berlins schien Vega so hell, dass nichts anderes darum interessant schien, ich konnte also keinen anderen sehr hellen Himmelskoerper erkennen. Ich wusste das Jupiter dort irgendwo sein sollte, aber ich bildete mir ein, dass ich ihn aufgrund von Baeumen nicht sehen konnte, er also zu tief stand (Uhrzeit zw. 23.30 Uhr und 1 Uhr).
Zur Archenholdsternwarte wollte ich schon immer mal, das werde ich jetzt wirklich endlich mal machen, obwohl die Wintermonate ja in dem Punkt meistens mehr Vorteile bieten.

Also nochmal fuer mich zusammengefasst... mein Auszug ist zu kurz (und zu grob!), sodass mir die Barlow Linse eigentlich ueberhaupt nichts nutzt und selbst die 4mm manchmal schon zu viel ist. Zu den Zwischenringen: Die kann ich nachtraeglich dazu kaufen, irgendwo raufstecken und dann habe ich groesseren Spielraum beim Auszug oder wie ist das zu verstehen? Kann mir jemand einen richtig tollen Laden (mit echten Menschen ^^) hier in Berlin empfehlen?

Das Angebot mit der gemeinsamen Beobachtung ziehe ich gern mal in Betracht! Auch die AG hoert sich interssant an, habe bald auch endlich Semesterferien und dann hab ich auch fuer soetwas wieder mehr Zeit :)

Vielen Dank nochmal an alle, ich hoffe bald die ersten erfolgreichen Erlebnisse zu haben :)

Linda
 
Hallo Linda,

ich kenne einen ganz hervorragenden Laden in Berlin: Foto Quelle am Alex (www.fotoquelleamalex.de). Ansprechpartner ist Herr Wolarz, übrigens auch hier im Forum aktiv. Da kaufe ich alles in Sachen Astro und Fotografie ein, absolut empfehlenswert.

Ich habe noch bis mitte Oktober Semesterferien. :-)

Viele Grüße und ggf. bis bald, Christian
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben