Probleme mit 90/500 Refraktor

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Gartenspecht

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Hallo zusammen,

ich habe mir für Deep Sky und als Reiseteleskop einen gebrauchten 90/500 Refraktor gekauft. Die Optik scheint baugleich mit dem Omegon 90/500 zu sein.
Die Verarbeitung macht einen guten Eindruck, der OAZ läuft rund und die Linsen sind sauber & klar.
Ich habe das Teleskop heute bekommen und für die Tagesbeobachtung und am Mond ausprobiert.

Jetzt zu meinem Problem in beiden Fällen: Ich finde zwar den Fokuspunkt, aber das Bild bleibt milchig, unscharf und verschwommen.
Die Justierung habe ich mit einem Cheshire überprüft, die Ringe sind konzentrisch.
Ich habe das Teleskop auch ca. eine halbe Stunde draußen stehen gelassen um sich an die Temperatur anzupassen.

Ich habe den mitgelieferten Meade 1.25 Zenitspielgel mit einem 15mm Plössl, sowie meinen Omegon 99% 1,25 Zenitspiegel mit diversen ES 70°, Baader Hyperion und Classic Orthos & Plössl zwischen 10 und 32mm ausprobiert. Mein C6 zeigt mit dem gleichen Equipment zur gleichen Zeit ein perfektes Bild.

Der Verkäufer kann sich das Fehlerbild nicht erklären. Hat einer von Euch eine Idee?

Danke & CS

Tom.
 
Hallo Tom.

Das Omegon 90/500 hat ja eine ausziehbare Taukappe.

Evtl. Mal diese nicht ausziehen, oder verlängern mit einer Schwärzeren Kappe.

Ein 90/500 ist ja eher Weitwinkelig wenn man das auf Kameratechnik bezieht.

Ich kann zumindest bei meinem Omegon kein Unschärfe feststellen.
Die Plejaden jedenfalls waren schon im Testlauf (Grad raus auf dem Balkon ohne auskühlen) knack scharf.
Und das mit nen Standart 28er LET Okular.

Aber das mit der Taukappe kann schon mehr Kontrast bringen.
Vielleicht hast du ja eine flexible da zum Testen.

Ich habe Mal ein 8x30 Fernglas zerlegt und mit Vlies ausgekleidet.
Der Kontrast und dadurch augenscheinliche Schärfegewinn war enorm.
Gefühlte 30% im vorher nachher Vergleich.

Einfach Mal testen.
Denn Grad im Tageslichtbereich bringen solche taukappen/Streulichtblenden ne Menge.

Gruß Markus
 
Hallo,

Hab so eins als Sucher und Leitrohr, funktioniert prima dafür. Benutze es auschliesslich mit einem 20mm 2" 100º Okular, das am besten passt. Mit nem 9 mm 100º geht auch noch so gerade für ein unkritisches Auge. Ein 5mm ist schlicht verboten und bringt nichts mehr, außer an der Sonne mit grün Filter.
CA am Mond sind ganz schlimm, hatte auch mal ne DSLR drangehängt und auf die Pleiaden angepeilt, wurde mir sofort klar warum es Triplett APO´s gibt.
Dieses Teleskop ist Ok für Weitwinkelbeobachtungen, die ich mit meinem langen Teilen nicht machen kann.
Für den Preis finde ich es gut, man bedenke was die selbe Brennweite/Öffnung für ein ED/Triplet kosten kann!

CS, Martin
 
Hallo,

danke für Eure Tipps. Hier mal ein kurzes Update:
Die zusätzliche zweite Taukappe hat in der Tagesbeobachtung tatsächlich eine kleine Verbesserung gebracht, gut ist das Bild aber immer noch nicht.
Ich habe gemerkt, dass die Beschreibung milchig nicht so ganz passt. Es ist eher ein Überstrahlen oder eine Reflektion.

Heute Abend konnte ich noch mal ein paar Wolkenlücken nutzen, um auf den Mond zu schauen. Sterne waren leider bei den Wolken nicht drin.
Mit meinem Baader Classic Plössl 32mm und einem 40mm Plössl konnte ich den Mond einigermaßen scharf stellen, allerdings zum Preis eines sehr schlechten Einblicks. Meine Augenposition war deutlich weiter weg vom Okular als vom C6 gewöhnt und die kleinste Abweichung von der Mitte wurde sofort bestraft.
Alle kleineren Brennweiten haben keinen Erfolg gebracht, selbst das 9mm Nagler nicht.
Ich habe mal einige Filter ausprobiert. Der Moon & Skyglow und der CPL haben eine leichte Verbesserung gebracht. Bei den Farbfiltern einzig der grüne ein bisschen.
Einen Graufilter hatte ich leider nicht zur Hand.

Was ich noch beobachtet habe: Der OAZ war fast komplett eingefahren als der Mond einigermaßen scharf war.

Ich habe den Verdacht, dass es evtl. auch an Reflektionen im OAZ oder Tubus liegen könnte. Hat jemand hiermit Erfahrungen?
Der Tubus ist matt grau/schwarz und hat zwei Innenblenden. Das Rohr vom OAZ scheint eher schwarz glänzend von innen.

VG & CS Tom.
 
Ich habe den Verdacht, dass es evtl. auch an Reflektionen im OAZ oder Tubus liegen könnte. Hat jemand hiermit Erfahrungen?
Der Tubus ist matt grau/schwarz und hat zwei Innenblenden. Das Rohr vom OAZ scheint eher schwarz glänzend von innen.
Visuell wirst du das nicht merken, das der OAZ nicht perfekt geschwärzt ist. Bei Schmalbandverfahren eventuell bei extrem langen Belichtungszeiten wäre es möglich einen winzigen Kontrastverlust, der nur mit Forschungskameras im 10k€ Bereich detektierbar wäre. Das liegt nicht am OAZ.
Ein AC Refraktor mit CA Ratio von 1.6 musst du bedenken das er gerade noch Filterbar ist mit einem Minus Violet Filter.
Dieses Teleskop ist sehr schön für "Streifzüge über die Milchstraße". Es ist dabei sehr kompakt, und ist preisgünstig. Der OAZ trägt auch gut 2Zoll Spiegel und Okulare, das ist wie ich ihn benutze. Für den Mond oder Planeten zu sehen nehme ich meinen ED f11 Refraktor, der ist besser dafür geeignet.
Astrofoto von kleinen DS mach ich dann mit dem RC.
Jedes Teleskop hat seine stärken und schwächen.
Wie auch oft hier im Forum gesagt wird: jedes Teleskop hat seinen Himmel.

CS, Martin
 
Hallo Tom,

ich bin ein Freund davon, immer erstmal die banalsten Möglichkeiten auszuschließen. Ich bitte daher um Verzeihung, wenn meine Frage auch ein bisschen banal ist. Wenn man einen Refraktor kühl (draußen) lagert und ohne Kappe ins Warme holt, und sei es auch nur kurz, dann kann er ordentlich beschlagen. Meine Frau hat das letztens mit meinem bewusst draußen gelagerten Fernglas fertig gebracht. Das dauerte auch etliche Minuten, bis das weg war. Kann man ein beschlagenes Objektiv ausschließen?

VG Klaus
 
Ja, guter Punkt. Da habe ich drauf geachtet. Das Teleskop ist bei allen Versuchen draußen geblieben. Habe ich zwischendurch auch nachgeschaut. Das Beschlagen kenne ich, wenn ich die Teleskope reinhole.
Danke!
VG & CS Tom.
 
Hallo Tom
Ich finde zwar den Fokuspunkt, aber das Bild bleibt milchig, unscharf und verschwommen
Kann es sein, daß Dein Okular unbemerkt zugetaut ist? Wenn es dem nächst wieder mal so schlecht läuft überprüfe mal ob die oberste Linse vom Okular beschlagen ist. In der Dunkelheit übersieht man das leicht. Zum Beschlagen braucht es jetzt bei der Kälte nur ein Paar Sekunden und Du siehst genau das was Du da beschreibst! Eine Tauheizung am Okular oder ein leichtes Anwärmen vom Okular in der " Hosentasche" hilft da gegen. Achte mal darauf. Sollte das nicht helfen so hast Du wahrscheinlich doch ein Problem mit Deinem Objektiv.

Gruß Peter
 
Ich habe die Okulare vorher in der Jackentasche vorgewärmt. Das Problem bleibt, egal ob Tag oder Nacht und auch über diverse Okulare. Das Beschlagen kenn ich auch von langen Beobachtungsnächten :-)

Ich werde jetzt noch mal einen 2“ Spiegel ausprobieren und auf klaren Himmel warten. Der Mond war ja nur als Testobjekt gewählt, da nichts anderes möglich war. Die nächsten Tage sehen aber leider grau aus.

Generell weiß ich auch, dass ich hier keinen Spezialisten für hohe Vergrößerungen an Mond und Planeten habe. Ich habe es mir ja hauptsächlich für DS gekauft, aber es sollte ja zumindest in niedriger Vergrößerung ein Blick auf den Mond möglich sein. Mich wundert es auch sehr, dass in der Tagesbeobachtung kein klares und scharfes Bild möglich ist, selbst in niedriger Vergrößerung.

VG & CS Tom.
 
Hallo Tom

Was ich noch beobachtet habe: Der OAZ war fast komplett eingefahren als der Mond einigermaßen scharf war.
Dann wird das mit dem 2"-Zenitspiegel nichts werden denn der beansprucht ca. 40mm mehr Lichtweg als der kleine Spiegel!
Des weiteren fürchte ich, da hat einer am Ojektiv unqualifiziert "herumgespielt" und was "verschlimmbessert", als da währen eine Linse verdreht oder Abstandsplättchen / Abstandsring vermurkst. Damit ein Fraunhoferobjektiv anstandslos funktioniert muß der Abstand zwischen den Linsen schon genau stimmen!

Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn's blöd läuft kann so ein Objektiv bestimmt auch mal hartnäckig innen voll dunsten. Müsste man aber eigentlich tagsüber auch ohne Okular beim Blick durch den Tubus sehen können. In dem Fall würde ich das Teil mal eine Stunde auf die (etwas mehr als handwarme) Heizung legen.

VG Klaus
 
Hallo,

Ich selbst habe einen 80/400mm Refraktor. Ähnlich den 90/50mm Refraktor auch kein "Planetenfernrohr".
Bei niedriger und auch mittlerer Vergrößerung liefert der ein scharfes Bild vom Mond mit einem Farbsaum der bei höherer Vergrößerung auch stärker zu sehen ist.

In deinem Fall würde ich, falls du mit dem Teleskop in den Fokus kommst, ohne Zenitspiegel beobachten um zu sehen wie das Bild im Okular aussieht. Eventuell benötigst du dafür aber eine Verlängerungshülse.

Dann mal das gesamte Objektiv abschrauben.
Bei meinem Vixen 80/400 ist das eine komplette Einheit die vorne auf dem Tubus aufgeschraubt ist.
Nachsehen ob das Objektiv auch wirklich klar und sauber ist.
Bei der Gelegenheit in umd durch den Tubus schauen ob auch dadrinnen alles Sauber ist.

Dann wieder Schritt für Schritt vorgehen:
Beobachten mit oder ohne Zenitspiegel/Prisma und verschiedenen Okularen um den Fehler einzugrenzen.

Halte das Teleskop auch mal in ein helles Licht (nicht die Sonne) um zu sehen wo die Reflexe entstehnen.
Das Gleiche mit Zenitspiegel oder Prisma und Okularen wiederholen um zu sehen wo die Reflexe entstehen.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo,
nachdem, was ich hier so alles gelesen habe, würde ich sagen, dass das Objektiv nicht in Ordnung ist. So schlecht kann auch ein 90/500 Refraktor nicht sein.
Allerdings habe ich auch noch nie einen Refraktor bei den üblichen Astro-Schrotthändlern gekauft.
Ich bringe hier mal zum Vergleich meinen 80/600 ins Spiel. Mit seinen 2Kg passt der immer ins Reisegepäck und ist von WF bis Höchstvergrößerung an Planeten (171x) universell einsetzbar.
Ein AC Refraktor mit CA Ratio von 1.6 musst du bedenken das er gerade noch Filterbar ist mit einem Minus Violet Filter.
Du muss nicht alles glauben, was andere Leute schreiben.

Anbei noch 2 Planetenbilder vom 80/600
2020-09-07-1847_8-Jupiter_l6_ap18.JPG
2020-09-07-1859_8-Saturn_l6_ap6.JPG


Gruß *entfernt*
 
Hallo Tom,

ich hatte vor Jahren mal ein Teleskop inkl. Sucherfernrohr gebraucht gekauft. Der Refraktor war in Ordnung, aber der Sucher lieferte kein brauchbares Bild.
Es war genau wie bei dir unscharf, verschwommen und milchig. Beim Zerlegen des Suchers bin ich dann auf folgendes Problem gestoßen, Die Objektivlinsen (verkitteter Achromat) waren falsch herum montiert. Nachdem ich das Objektiv wieder richtig herum montiert hatte, konnte man den Sucher auch wieder gut gebrauchen. Da hat wohl jemand mal den Sucher zur Reinigung zerlegt und nicht richtig beim Zusammenbau aufgepasst.
Das Fehlerbild deines Refraktors, welches du das schilderst, könnte eventuell auch dieses sein. Vielleicht wurde das Objektiv mal zerlegt und dann falsch herum wieder in die Fassung montiert. Kannst du eventuell sehen, in welcher Reihenfolge die beiden Linsen des Objektivs montiert sind. Am Rand müsste zuerst eine dünnere Linse und dann eine dickere Linse zu sehen sein. Dies ist natürlich nur eine Vermutung von mir.

Gruß
Uwe
 
für eine verdrehte oder vertauschte Linse sprechen auch die untypisch weite AP-Lage, der knappe Backfokus und die extreme Empfindlichkeit gegen leicht unzentrischen Einblick....

Gruß, Mathias
 
OK, das bestätigt auch meine Vermutung. Irgendetwas stimmt optisch überhaupt nicht an dem Teleskop. Ich weiß nur noch nicht wie ich das Objektiv aus dem Tubus bekommen soll. Es scheint von vorne in den Tubus geschraubt zu sein, davor sitzt aber eine glatte Blende. Ich mache gleich mal ein Foto. Das einzige was ich sehen kann, ist dass die vordere Linse nach außen gewölbt ist. Wie kann ich denn feststellen, ob die Linsen verdreht sind? Im Cheshire sind die Ringe konzentrisch.

Danke & CS Tom.
 
So, das Objektiv ließ sich nach entfernen der Taukappe ohne Probleme abschrauben. Sieht mechanisch erstmal gut aus. Wie kann ich jetzt überprüfen ob die Linsen verdreht sind? Zerlegen sollte ich das Objektiv besser nicht, oder? Abstandshalter oder ähnliches kann ich nicht erkennen.

VG Tom.
 
Da die äußere Linse stark nach außen gewölbt ist und die innere beinahe flach, sind die Linsen wohl in der richtigen Reihenfolge verbaut. Bleiben noch folgende Möglichkeiten:
1. Die Linsen sind verdreht
2. Die Abstände stimmen nicht
3. Die vordere ist falsch herum eingebaut.
Wie soll ich jetzt weiter vorgehen? Ideen?

VG Tom.
 
Hallo,
Auch mal zwei Bilder zum Vergleich,
IMG_4838.JPG IMG_4839.JPG IMG_4742.JPG

Du muss nicht alles glauben, was andere Leute schreiben.
AC 3.5 90mm500mm ƒ5.6 OTA.jpeg

Auch wenn man es nicht glauben möchte...
Neil English, Choosing and Using a Refracting Telescop.

Bitte jetzt nicht die Linse auseinandernehmen, das empfehle ich wirklich nicht.
Was du unter milchig meinst verstehe ich mit dem meinem am Tag im krassen Gegenlicht mit dem 9mm Okular bei der Ornitologie, mit dem 20er ist viel besser bei mir.
Sorry habe jetzt die Fotos nur auf die schnelle gemacht mit dem Handy.

CS, Martin
 
Hallo Tom,

Fals du möchtest, kann ich später ein par Fotos mit der Reflex machen, und schick sie dir zu.
Ich komm gerade aus der Arbeit und habe noch einen Haufen Dinge zu tun...

CS, Martin
 
Wo es nun schonmal ausgebaut ist, würde ich das Objektiv irgendwie fixieren und ohne alles andere mit einem Okular ab 20mm freihändig schauen, ob man irgendwo dahinter eine unmilchige Abbildung erhält. Dann liegt es schonmal nicht am Objektiv. Dann Schritt für Schritt Tubus, OAZ und Zenitspiegel einzeln ergänzen. Wäre für mich ein logischer Plan.

VG Klaus
 
Hallo Tom,
falls die Linsen falsch eingebaut sein sollten, ergibt das eine extrem starke sphärische Aberration, das bedeutet, man findet einfach keinen eindeutigen Fokuspunkt, weil dieser für alle Zonen der Linse wo anders liegt. Dadurch ergibt sich auch sowas wie ein milchiger Schleier bei der Tagbeobachtung. Man erkennt das am Stern oder bei Schlechtwetter an fernen Straßenlaternen daran, dass diese als Punkt mit einem großen, runden Halo herum abgebildet werden, das beim Fokussieren seine Größe ändert, aber erst verschwindet, wenn der Stern selbst kein Punkt mehr ist, sondern sich seinerseits zu einem Ring aufgeblasen hat. Ich hatte genau diesen Effekt an einem 60/700 Billigrefraktor, bei dem die zweite Linse einfach verkehrt herum eingelegt war. Das hat übrigens auch dazu geführt, dass sich die beiden Linsenflächen in der Mitte berührten und man dort Newton'sche Ringe, also kleine, zarte, bunte Interferenzringe sah.

Die andere Möglichkeit, die ich unbedingt zuerst in Erwägung ziehen würde, ist starkes Streulicht. Das hat gar nichts mit der Linse zu tun und ist leicht zu beheben. Wenn das Innenrohr des Okularauszugs spiegelt, ist das ein starker Hinweis darauf. Abhilfe ist kinderleicht und heißt Veloursfolie von DC fix und eine Schere, das sollte massiv helfen. Dass eine Taukappe eine leichte Besserung brachte, ist ein Hinweis, dass es dieses Problem sein könnte. Bevor du die Linse zerlegst solltest du das unbedingt klären, denn auseinander genommene Linsen werden schlechter, wenn man sie verdreht oder verkippt gegeneinander oder mit anderem Abstand einbaut und Staub kann auch leicht auf die Innenflächen kommen.

Streulicht verhält sich ganz anders als ein verkehrtes Objektiv: Der Fokuspunkt ist sehr klar definiert, aber ein grauer Lichtschleier liegt über dem ganzen Bild, besonders dann, wenn du im Gegenlicht beobachtest, sich also z.B. eine Lampe knapp neben dem beobachteten Objekt befindet. Beim Schwenken der Blickrichtung ändert sich die Helligkeit und/oder der Ort des Schleiers. In dieser Situation schaue ich OHNE Okular in den Okularauszug auf der Suche nach Reflexen oder hellen Flächen. Außer der Objektivlinse sollte idealerweise alles pechschwarz rundherum sein, ist es aber in der Regel bei vielen, tendenziell günstigeren Geräten keineswegs. Wenn der letzte Teil des Okularauszugrohrs innen stark glänzt und spiegelt, brauchst du dich nicht über milchige Bilder wundern. Dieses Licht verteilt sich gleichmäßig über dein Bild! In diesem Fall ist das Problem gefunden und du wirst staunen, wie sehr sich das mit der Veloursauskleidung verbessert.

Liebe Grüße, Nikolaus
PS, bin gespannt auf die Lösung. So oder so, zu 99% kriegst du das ohne Hexerei hin und kannst dich über ein schönes, kontrastreiches Weitfeldteleskop freuen, wenn du behoben hast, woran der Verkäufer offenbar gescheitert ist. ..
 
Dieser Achromat, wie man oben bei den Fotos vergleichen kann, habe den gleichen. Habe auch zwei Blenden und ist bei von Omegon.
Mit nem 20/21mm populären 2 Zoll Okular 100º sollte der im Zentrum schön scharf sein,(mag mehr das 21er für meine Teleskope mal nebenbeigesagt, hat weniger "Gespensterbilder"/Reflektionen, knacke scharfes Bild im Zentrum). Die Ränder lassen wir mal bei einer andern Diskussion da ja klar ist das die Optiken nicht gerade optimal zusammen passen nebenbeigesagt.
Ich kann es mir nicht vorstellen das die Linse umgekehrt ist, habe zwar auch einige "Experimente hinter mich, aber nichts lässt mich darauf zurück schließen das es der Fall sein könnte.
Was ich bei mir zu Hause obligatorisch machen muss wegen der rundum starken Beleuchtung: die Taukappe mit schwarzen Karton verlängern, ansonsten sieht das nicht so toll aus dann... .
Wenn ich noch an mein altes geradesichtiges 60mm Nikon denke, und noch das 80mm Leica, bleibe ich direkt bei meinem 90/500 21mm Combo mit Zenithspiegel in rasonablen Distancen bei der Vogelkunde. Ich mag mehr die Farbwiedergabe die nicht so übertrieben ist wie beim Swarovski. Passt mehr zu meiner Gegend stelle ich mal in den Raum hier bei meinem beliebten Passeriformes.

CS, Martin
 
Danke für Eure tolle Hilfe!

Klaus, ich habe nach Deinem Vorschlag alles Schritt für Schritt wieder zusammengesetzt. Der milchige unscharfe Schleier war immer zu sehen. Ohne OAZ mit dem Okular in der Hand hinter dem Tubus gefühlt ein bisschen weniger.
Ich habe mit einem Hyperion 21mm getestet.

Ich habe dann mal mattes schwarzes Bastelpapier in den OAZ gemacht. Das war beim Einblick von hinten das einzige was geglänzt hat. Fehlanzeige, leider auch keine Besserung.

Wenn ich von ca. 50-60cm von hinten in das Teleskop ohne Okular blicke, bekomme ich ein klares und scharfes Bild. Ebenso durch den Zenitspiegel ohne Okular.

VG Tom.
 
Tippe die Frontlinse ist falsch rum eingebaut. Ist vermutlich eine simple Einlegefassung ohne Justagemaden, mit geschraubtem Frontring, oder?

Fassung öffnen, das Teil mit dem Rand abheben und bei freiliegenden Linsenstapel mit neuen sauberen Latex- oder Vinylhandschuhen die Frontlinse am Rand abheben "flippen" und wieder zentrisch auf den Abstandsring (hoffentlich drin ?) aufsetzen. Keine Angst, mit Ruhe und Fingerspitzengefühl geht das. Rückbau ist jederzeit leicht möglich und bei einfachen Achromaten langt es, die Linsen so genau es geht Pi mal Auge auf vielleicht ein oder ein halbes Zehntel händisch zu zentrieren. Geht gut, wenn man von oben ringsum über die Linsenränder peilt oder die Linsen mit einem passend geschnittenen Papierstreifen als Schablone drumrum zentrisch zieht. Bei der Gelegenheit gleich mit Edding schwärzen.

Staub ist bei der kurzen Zeit in ruhiger Umgebung kein Thema, (notfalls Blasebalg, aber gezielt und vorsichtig wegen Elektrostatik). Fingerabdrücke sind dagegen kritisch, deshalb Linsen _nie_ ohne Handschuhe und möglichst immer schön am Rand anfassen. Den Stapel dann so zentrisch wie möglich (peilen s.o.) in der Fassung unterbringen, evt. mit feinem Schraubenzieher für ringsum gleichen Abstand sorgen. Die Fassung mit minimalst möglicher "Kraft" nur gerade so schliessen, den Frontring also gaaanz ganz schwach andrehen, nur dass die Linsen soeben gehalten werden. Sonst gibt's schnell Asti.

Viel Erfolg!

Gruß,
Mathias
 
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