Probleme mit hartnäckigen Gradienten

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AstroGerdt

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Hallo zusammen,

auch wenn das Thema vom Prinzip her schon häufiger vorkam, konnte ich noch nichts finden, was mir bei meinem aktuellen Fall weiterhilft. Und mit meinem Latein bin ich mittlerweile wirklich am Ende... Daher baue ich auf eure Hilfe ;)

Letztens war ich zum Fotografieren in der Rhön und habe mit meinem Doppelsetup einige Daten sammeln können. Beim stacken Zuhause kam dann der Schock: Ein heller grüner Ring am Rand und ein roter Fleck in der Mitte! :mad:

Nach einigen Tests habe ich die Flats im Verdacht. Wenn ich ein Flat durch das Masterflat dividiert habe, kam kein gleichmäßiges Rauschen heraus, sondern ein deutlicher Gradient. Daher habe ich die Flats nachträglich neu aufgenommen, auch wenn das natürlich nicht ideal ist. So ist es jetzt zwar etwas besser, aber die beiden oben beschriebenen Probleme bleiben immer noch.

Dann fiel mir aber auf, dass das Problem bei beiden Kameras besteht, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Daher kann es nicht an den Flats oder der Kamera liegen, sondern muss ein durch irgendetwas in der Umgebung verursachtes Problem sein. Hier seht ihr beide Rohstacks, aus denen ich kleinskalierte Strukturen entfernt habe, damit man die Gradienten besser sieht:
1659876795227.png


Natürlich habe ich versucht, den Gradienten mittels ABE/DBE zu entfernen. Die enorme Menge an IFN in der Gegend und die im linken Bereich anfangende Milchstraße machen es mir aber praktisch unmöglich, zu entscheiden, wo reiner Hintergrund liegt und wo Nebel liegen. Außerdem ist das Bild so voll mit Sternen, dass man auch im objektfreien Hintergrund keine Sampels setzen kann, ohne eine Vielzahl an Sternen zu erwischen.

Das ist der aktuelle Stand, weiter komme ich mit meinen Fähigkeiten nicht.

Habt ihr noch gute Ideen oder Tipps, wie ich damit weitermachen kann? Ich fände es echt sehr schade, wenn die Verarbeitung der Daten jetzt an so einem Gradienten scheitert.

Ich bin für jede Hilfe dankbar!

CS Gerrit

Edit: Unter diesem Link habe ich mal beide Rohstacks hochgeladen, dann könnt ihr euch die Daten bei Interesse selbst anschauen: Integration Rhön Gradienten – Google Drive
Solltet ihr noch irgendwelche Infos oder ähnliches benötigen, dann einfach Fragen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich hier bei der Bearbeitung schon nicht weiterkomme, dann wollte ich wenigstens mal nen paar andere Bilder fertig bearbeiten. Also habe ich meine Aufnahmen aus der letzten Nacht aus dem heimischen Garten mit dem gleichen Setup bearbeiten.

Auch da ist wieder eine fast gleiche ringartige grüne Struktur am Rand zu sehen! Ob der rote Bereich in der Mitte da ist, kann ich nicht wirklich beurteilen, da dort auch sehr viele rote und helle Nebelgebiete liegen.

Kann es sein, dass die Taukappe, auch wenn sie keine Vignettierung verursacht, vielleicht einen Gradienten im Bild verursacht? Streutlicht habe ich im Garten eigentlich nicht, nur sehr viel Lichtverschmutzung. Und in der Rhön kann ich Streulicht praktisch komplett ausschließen, da war ich die ganze Nacht über alleine... Unterstützt wird die These dadurch, dass ich bei beiden Kameras die gleiche Taukappe verwende. Kann das trotzdem sein, auch wenn es eigentlich kein Streulicht gibt?

CS Gerrit
 
Sehr schwierig, bei beiden Image-Trains das gleiche Problem? Das schreit nach einem systematischen Fehler, aber welcher?

Hast Du mal ein Foto von Deinem Setup wie es arbeitet? Gibt's da irgendwo Lichtquellen? Und wenn sie noch so klein sind?

CS
Jörg
 
Probier es mal mit GraXpert: Home - Graxpert

Damit konnte ich ähnlich schlimme Effekte ganz gut rausbekommen. Ich habe es direkt per Siril benutzt - die App die ich verlinkt habe gibt dir allerdings noch ein paar mehr Settings zum ausprobieren.

CS
Christian
 
Hi Jörg,

Hier ist ein Bild, allerdings ohne Objektive drauf:
IMG_20220712_022242.jpg


Zumindest das gröbste erkennt man denke ich. Gerne kann ich aber später wenn alles steht, ein besseres Bild liefern.

Zu den Lichtquellen: die meisten sind hinter dem Objektiv.

Die Canon hat unten rechts diese kleine Lampe, die beim belichten stört. Dann ist auf jeder Kamera ein Fernauslöser mit roter LED, die beim Belichten leuchtet. Das ist beides recht weit hinter den Objektiven und leuchtet sich von diesen weg.

Dann ist am Controller der EQ3 eine LED, die ich aber ausschließen kann, da ich gestern Nacht die EQ6 verwendet habe.

Die einzige LED die ich nicht aisschließen kann, ist die am Handcontroller des Fernauslösers. Die leuchtet ebenfalls beim Aufnahehmen, zeigt aber auch nicht in die Objektive und ist hinter diesen.

Somit kann ich also eigentlich alle Lichter ausschließen oder als extrem unwahrscheinlich betrachten. Das Streulicht bei mir im Garten ist locker 100x (ohne zu übertreiben, die Nachbarn haben SEHR helle LEDs...) so hell wie die Lampen. Jeder Gradient davon wäre also eigentlich vernachlässigbar klein. Oder siehst du das anders?

Ich mache heute Nacht mal Aufnahmen mit/ohne Taukappe, um herauszufinden, ob die einen solchen Gradienten verursachen kann. Die ist das einzige, was mir einfällt, was bei beiden Kameras gleich ist. Eventuell bringt das noch mehr Infos.

Hallo Christian,

Soweit meine Erfahrung mir GraXpert reicht, muss ich auch dort sampels setzen, oder? Das Problem ist, dass ich praktisch keine Stellen ohne schwachen Nebel habe, den ich so auch als Gradient entfernen würde.

CS Gerrit
 
Hm...

und die Nachbarn mit ihren LED-Lichtern? Kannst Du die, auch ggf. reflektiert, ausschließen?

Die Taukappen sind schwarze Rohre, woher soll da Licht kommen?

CS
Jörg
 
Soweit meine Erfahrung mir GraXpert reicht, muss ich auch dort sampels setzen, oder? Das Problem ist, dass ich praktisch keine Stellen ohne schwachen Nebel habe, den ich so auch als Gradient entfernen würde.

Stimmt, da hast du recht. Ist schon etwas länger her, dass ich es benutzt habe.

Ob GraXpert vorsichtig genug arbeiten kann um den IFN da zu lassen weiß ich leider auch nicht, aber einen Versuch könnte es wert sein. Laut dieser Anleitung braucht GraXpert nicht zu viele samples: Removing gradients
 
Hallo Jörg,

Ja, die Lichter kann ich ausschließen. Die oben gezeigten Bilder wurden in der Rhön aufgenommen, die anderen, von denen ich im zweiten Post geschrieben habe, wurden im Garten aufgenommen. Die Gradienten sind aber die gleichen. Daher können sie nicht von dem Licht stammen.

Wo das Licht in den Taukappen herkommen soll weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht. Aber die sind das einzige, was beide Kameras an beiden Standorten gemeinsam haben. Daher sind die Verdächtig.

Hallo Udo,

Ja, sucher sind alle abgedeckt. Auch auf sonstige Lichtlecks habe ich mit sehr viel Licht geprüft, das sieht auch alles unbedenklich aus.

CS Gerrit
 
Hallo Christian,

Da war ich leider etwas zu schnell, deine Antwort hatte ich nicht mehr gesehen.

Ich probiere es morgen einfach nochmal aus.

Allerdings kann man die Aufnahme durch den Gradienten kaum Strecken, sodass schwacher IFN unsichtbar bleibt. Ich sehe also eigentlich gar nicht, wo ich die sampels setze.... Aber auf einen Versucht kommt es an!
 
Hallo Gerrit,
wie sieht denn der Gradient in den Lights ohne Flats aus und wie machst Du Deine Flats?

CS Dietmar
 
Und wie sehen die Flats aus. Mal mit Siril auf Histogramm Stretch stellen (Lights, Flats, Darks), da sieht man jedes kleine Problem überdeutlich.

Ciao, Udo
 
Hallo,

Die Flats sehen, selbst wenn ich sie sehr stark Strecke, für mich zumindest sehr gut aus. Da kann ich nichts auffälliges erkennen.

Aufnehmen tue ich meine Flats mit einem beleuchteten Zeichentisch sowie zwei lagen hochwertigem Fotopapier.

Ohne flats habe ich noch nicht gestackt, das werde ich aber morgen machen. Allerdings nehme ich stark an, dass der Gradient, sollte er immer noch da sein, dann von der Vignettierung überdeckt wäre. Aber versuch macht klug!

Morgen lade ich auch noch Bilder von den Flats und so hoch. Dann könnt ihr euch selbst ein Bild machen.

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,
ich habe mir mal Deine Rohstacks heruntergeladen. Irgendwie entsteht bei mir der Eindruck, das es nicht ein Gradient im Himmelshintergrund ist, sondern die Sternfarben im Zentrum der Aufnahme Magentafarben sind. Ganz komisch. Falls Du einen Filter verwendet hast, könnte das Problem evtl. damit zusammen hängen?

CS Dietmar
 
Hallo Gerrit,

ich habe deine Dateien heruntergeladen. Mit den Gradienten gab es in APP überhaupt kein Problem. Allerdings sehe ich "nur Sterne" und alles sieht etwas kontrastig und farblos aus. APP zeigt eine Gesamtbelichtungszeit von 120 s. Ist das richtig?

Hier mal die Screenshots aus APP:

Nikon
1659907604778.png


Canon
1659907632600.png


Viele Grüße
Peter
 

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Hallo Dietmar und Peter,

Danke für eure Antworten!

Einen Filter habe ich nicht verwendet, alles ganz normal.

Kann natürlich sein, dass die Summe der andersfarbigen Sterne den Eindruck eines Gradienten erzeugt.... Möglich wäre es, aber was färbt denn nur Sterne und nicht den Hintergrund? :unsure:

Peter, die Entfernung der Gradienten ist wirklich beeindrucken, da habe ich ewig dran gekämpft!

Aber du hast recht, mir dem Bild stimmt etwas nicht, so sollte das eigentlich nicht aussehen.

Ich habe den Rohstack direkt aus pixinsight als fits gespeichert. Die 120s ist die Einzelbelichtung, davon habe ich 30 pro Kamera. Und eigentlich sah das Bild bei mir auch mal deutlich farbiger aus. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass es da leichte Unstimmigkeiten zwischen APP und Pixinsight gibt. Morgen werde ich eine neue Version zur Verfügung stellen, die dann hoffentlich einwandfrei funktioniert.

Kannst du mir vielleicht trotzdem deine Bilder ohne die Gradienten als unkomprimierte Dateien zukommen lassen? Selbst wenn die farblich nicht passen sollte das immerhin als Notlösung taugen, dass ich die Gradienten so aus meinen Bildern herausrechnen kann. Ist zwar weit von optimal entfernt, aber könnte die Bilder immerhin noch retten.

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

es war gestern wohl schon zu spät für klare Gedanken...ich habe einen Fehler gemacht. Sozusagen als Freud'sche Fehlleistung habe ich die die Kameranamen gesehen und beim Import ein Debayern erzwungen. Die Aufnahmen wurden also 2 x debayert, was sicher die Effekte erklärt. Ich werde bei nächster Gelegenheit einen neuen Versuch der Gradientenentfernung starten und melde mich dann...

Sorry
 
Geplagt von der Stadtlichtseuche habe ich viel mit allen möglichen Gradienten zu tun und daher interessiert mich das Thema hier sehr.

Leider hast du nicht geschrieben, was du aufgenommen hast und mit welcher Optik.
Aber Astrometry.net konnte es lösen und mit den Koordinaten kann auch Siril es lösen:
Center RA: 22h 30m 31s
Center Dec: +43° 07' 56"
Bildtfeld: 25° x 16,5°, also Weitwinkel oder Normalobjektiv? Welches Objektiv ist das? Welches Öffnungsverhältnis?

Bei solchen Weitwinkel Milchstraßenaufnahmen finde ich unter sehr gutem Himmel gewisse Gradienten als normal.

Ich habe ebenfalls deinen Canon Rohstack heruntergeladen und damit rumgespielt:
In Siril Gradienten entfernt (Samples überall, in der dichten Milchstraße nur dort, wo die Dunkelwolken sind), photometrisch farbkalibiert, Hystogramm gestreckt und -0,4 Grün gemacht, da mir die Milchstraße links oben zu grünlastig war.
In Raw Therapee mit Defringe die Magenta Sternhöfe entfernt und Farbe angepasst. Dann noch mal am Hystogramm die dunklen Bereiche angehoben.
In Starnet++ die Sterne entfernt und das sternlose Bild weiter gestreckt - da ist Gas und Staub!
In Gimp die sternlose Version als Ebene zu der normalen Version addiert um potentielle IFN und Nebel zu verstärken.
Das Bild astronomisch richtig gedreht damit Norden oben und Osten links ist.
Et voila:

integration_Canon_Final.jpg


In der Bildmitte ist der Stern 6 Lacertae.
Obere Hälfte rechts der Kokon Nebel IC 5146 in seinem nach rechts zum Rand laufenden Dunkelwolke- Schlauch
Das rote unterhalb der Bildmitte ist Sh2-126 umgeben von IFN. Ist die Canon astromodifiziert?
Diverse Sternhaufen überall, z.B. NGC 7209 links unterhalb vom Cocoon und NGC 7243 weiter oben im Bild
Ob das zarte IFN-artige unten links auch echt ist?

Gratuliere, für die kurze Belichtungszeit mit ungekühlter Kamera finde ich das sehr gut.
Was meinen andere zu meinem Versuch?

Irgendwie entsteht bei mir der Eindruck, das es nicht ein Gradient im Himmelshintergrund ist, sondern die Sternfarben im Zentrum der Aufnahme Magentafarben sind. Ganz komisch.

Kann es sein, dass es einfach am Objektiv liegt? Daher noch mal die Frage, welches Objektiv ist das und welche Arbeitsblende wurde eingestellt? Die Fotoobjektive haben ja immer mal Farbfehler und die können sich im Feld unterschiedlich auswirken. In diesem Fall in der Mitte rötliche Höfe um zum Rand hin grünliche Höfe? Bei so vielen Sternen scheint es dann so, als ob der ganze Hintergrund einen Farbstich hat. Ich hatte so einen ähnlichen Effekt mit dem Canon 200 mm f/2,8 bei voller Öffnung im Milchstraßengetümmel um den Konusnebel.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
da ist Stathis mir zuvorgekommen und hat schon so ziemlich alles gesagt. Ich bin mit APP zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Die Gradienten sind m. E. nicht das eigentliche Problem, sondern die über das Bildfeld wechselnden chromatischen Aberrationen an den Sternen, die in der Originalorientierung von links oben nach rechts unten von Grün über Rot nach Blau variieren.
 
Moin,

wenn man sich Stathis Bild anschaut klärt sich die Sache m.E., die Farben sind durch das Defringe und die fotometrische Kalibrierung auf jeden Fall "richtig gerückt" und der Schleier in Deiner Bearbeitung hat sich als Nebel entpuppt.

Da die meisten Fotoobjektive à la Fraunhofer Farbe haben, mal mehr oder mal weniger, hat das Beseitigen der Farbhöfe auf jeden Fall viel gebracht. Woher der Grünstich kommt, auch da die Frage, welche Objektive, ist schon spannend, Objektivserien die ins Grüne tendieren kenne ich eigentlich nicht.

Jeder Hersteller hat zwar sein Referenzobjektiv auf dessen Farben alle anderen abgestimmt werden, früher war das oft das 1.4 50mm Normalobjektiv, aber das geht meistens eher Richtung "kälter" oder "wärmer", aber selten in Richtung einer Farbe.

CS
Jörg
 
Hallo zusammen,

ich gehe einfach mal von oben nach unten der Reihe nach durch:

Alles gute Peter, ich denke, jeder von uns hat schonmal ähnliche Dinge am PC angestellt ;)

Aufgenommen habe ich den Sterntrichternebel SH2-126 sowie den schwachen IFN in der Umgebung. Zur Ausrüstung:
Kameras: EOS 200da und Nikon D7500a
Objektive: Canon EF 50mm 1.8 STM und Nikorr AF-S 50mm 1.8 G
Nachführung: EQ3
Aufgenommen bei ISO 1600 und F/3.2 an beiden Kameras.

Deine Bearbeitung des Bildes finde ich beeindruckend, das ist dir deutlich besser gelungen als ich es je geschafft habe! Ich habe mich mit vielen oder wenigen Sampels in meinen Versuchen ausführlich ausgetobt, hatte aber entweder das Problem, den Gradienten nicht ausreichend abzudecken oder aber Nebel als Hintergrund in das Modell einzubauen, und mir so die Nebel herauszurechnen. Mir ist nicht wirklich klar, wie ich das umgehen kann.

Kennt ihr vielleicht Tipps, wie man in PixInsight (APP/Siril habe ich leider nicht...) vermeiden kann, dass die Nebel im Hintergrund als Gradient behandelt werden? Oder wie macht ihr das in APP/Siril, vielleicht kann ich das ja auf PixInsight übertragen.

Ob der ganze IFN in allen Bereichen echt ist, werde ich erst noch prüfen müssen. So weit kam ich nur dank der Gradienten nie...

Die Idee, dass die Sterne einen Farbfehler haben, der dann wie ein Gradient aussieht, ist natürlich einleuchtend. Bei der Menge an Sternen könnte das durchaus sein.

Wenn du das Problem schonmal hattest Stathis, wie bist du damals damit umgegangen?

Da gestern die Frage nach Flats und kalibrierten Lights aufkam, hier mal eine kurze Zusammenstellung:
1659956059305.png

Bei der Nikon sieht man hier schon sehr deutlich den roten Kreis im inneren. Bei der Canon fällt das schon deutlich weniger auf, trotzdem ist er schwach zu erkennen.

Bei den Bildern von heute Nacht stelle ich aber trotzdem fest, dass meine Flats eine leichte Überkorrektur zu machen scheinen. Ganz sicher bin ich da noch nicht, aber den Eindruck habe ich jetzt nicht zum ersten Mal. Ich gucke da noch mal weiter nach, eventuell spielt das ja auch mit in das Problem rein.

Vielen Dank für eure Mühe auf jeden Fall schonmal!

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

mach mal Spaßeshalber Himmelsflats ---> Vergleich.

Und, das EF 1.8 50mm STM ist minimal warm (wenn ich von meinem Exemplar ausgehe), wenn man eine Farbkarte 18% fotografiert (bei Sonnenlicht), aber keinesfalls grün. Ich denke das Nikon wird etwas "kälter" sein, aber auch neutral. Daher kommt m.E. das Grün nicht. Farbe hat das Canon selbstredend auch ein wenig.

CS
Jörg
 
Hallo Gerrit,

vielen Dank für die weiteren Infos.

Wenn du das Problem schonmal hattest Stathis, wie bist du damals damit umgegangen?

Ich hatte in RawTherapee "Defringe Rot" angewandt, das klappte aber nur mittelmäßig. Das Canon 200 mm f/2,8 ist mir bei Offenblende einfach nicht scharf genug. Ich will im kommenden Winter das ganze noch mal mit richtig scharfer Optik machen, oder das Canon abblenden und dann belichten bis der Arzt kommt.
Wie man so etwas mit PI macht, weiß ich nicht.
Du hast doch recht gute Objektive verwendet und auch noch auf f/3,2 abgeblendet. Ich finde, die Sterne sind auch schön scharf. Die winzigen Farbhöfe konnte ich recht gut mit Defringe weg bekommen, viel besser als an dem 200 mm Canon.

Das obige Bild habe ich so nur mit Ebenentechnik mit separatem verstärken der Nebel hinbekommen. Das Einzelbild müsste ich so stark strecken, dass alles im Sternenmehr untergeht. Man sieht zwar den Sh2-126 und IFN recht deutlich, aber es schaut halt etwas brutal aus:

integration_Canon_Stretch.jpg

Übrigens vermute ich inzwischen, das die zart bräunlich grauen Schleier unten links auch echter IFN ist. Kennt jemand eine noch tiefere Aufnahme von der Gegend zum verifizieren? Vielleicht kriegen es andere aber besser hin auch ohne Ebenentechnik?

mach mal Spaßeshalber Himmelsflats ---> Vergleich.
50 mm auf APS-C macht 25° x 16,5° Bildfeld, ich glaube kaum, dass der Himmel über so ein weites Feld gleichmäßig genug für Himmelsflats ist, aber versuchen kann man es ja. Himmelsflats gelingen mir ganz gut ab 100 mm Brennweite auf MFT Format, bei Weitwinkel hat das nie so recht klappen wollen. Daher mache ich bei Weitwinkel keine Flats, sondern nutze lediglich das Vignettierungsfilter Tool von RawTherapee, das geht gut.

Für die Farbtendenzen der Optik Richtung warm, kalt oder sonstwie sind glaube ich eher die Transmissionseigenschaften der Glassorten und Vergütungen verantwortlich. Das kann man sehr gut mit dem Weißabgleich ausgleichen. In unseren Fällen (Sterne auf dunklem Hintergrund) ist es aber die Chromatische Aberration der Optik, die die Farbsäume um helle Sterne macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für die Farbtendenzen der Optik Richtung warm, kalt oder sonstwie sind glaube ich eher die Transmissionseigenschaften der Glassorten und Vergütungen verantwortlich. Das kann man sehr gut mit dem Weißabgleich ausgleichen. In unseren Fällen (Sterne auf dunklem Hintergrund) ist es aber die Chromatische Aberration der Optik, die die Farbsäume um helle Sterne macht.
Hallo Stathis,

absolut richtig. In den alten Canon-FD-Objektivkatalogen (als es sowas noch gab) und Systembroschüren hat Canon immer darauf hingewiesen, dass es genau das so designt, dass alle Objektive der Linie das gleiche Farbverhalten zeigen. Damals galt immer Canon eher etwas wärmer, Nikon neutral bis kälter. Das war so gewollt und ist ja mit den entsprechenden Materialien auch erreichbar.

CS
Jörg
 
Ich hab noch mal in die Bilder geschaut, unten links sieht für mich ebenfalls nach IFN aus. Heftig, wie viel ich da schon drauf bekommen habe!

Mal ne doofe Frage: wenn die Sterne, bzw. deren Farbsaum, den Eindruck eines Gradienten erzeugt, dann dürfte dieser doch auf einem mit Starnet erzeugten Sternlosen Bild nicht oder nur sehr schwach drauf sein, oder? Soweit ich mich an die Sternlose Version erinnere, war der da aber genauso stark wie jetzt auch, was also gegen die Sterne als Ursache sprechen würde.

Allerdings setzt die Idee voraus, dass Starnet auch die schwächsten Hintergrundsterne noch vom Rest unterscheiden kann. Da bin ich nicht sicher, wie das aussieht...

Sollte es wirklich an den Sternen liegen, überlege ich, ob man aus einer Sternenmaske eines Bildes vielleicht eine Art "Farbgradientenkurve" erhalten kann, die die Farbveränderung der Sterne durch das Bild beschreibt. Das könnte man dann wie eine Art Flat auf die Bilder anwenden und so die Farben korrigieren. Ist aber auch eher ein gewagter Ansatz, glaube ich.

Inzwischen habe ich auch neue Flats mit einem Bildschirm und kräfitg Fotopapier dazwischen als Flatpanel erstellt. Jetzt sehe ich in den Lightframes von gestern Nacht (heimischer Garten, ebenfalls der auffällige Gradient drinne) keine Art Überkorrektur mehr. An den oben gezeigten Bildern aus der Rhön ändert das aber nichts. Ich lasse mal die Daten aus dem Garten durch PixInsight laufen, um zu gucken, ob nach dem Stacken noch schwächere Strukturen auffallen. Eventuell wird das heute noch fertig, dann kann ich berichten, was ich erreicht habe.

CS Gerrit
 
Ich möchte noch kurz illustrieren, dass es tatsächlich kaum schlimme Gradienten in der Rohaufnahme gibt.
Den Eindruck hatte ich auch (siehe mein Beitrag weiter oben). Mir sind die magentafarbenen Sterne im Bereich der Bildmitte aufgefallen, die quasi einen Pseudogradienten erscheinen lassen. Der Hintergrund der Aufnahme sah eigentlich recht unverdächtig aus.

CS Dietmar
 
Die Kombi mit den Sternen wäre dann diese (ohne Gradientenentfernung):
1659969740031.png

Wenn man die Sterne separat bearbeitet und nur wenig strecken muss, sehen sie gar nicht so übel aus...;).

Bearbeitung: Roh exportiert aus APP mit 10% Hintergrund, NoiseXterminator in PS, StarXterminator, etwas Kontrasthervorhebung in PS (Camera Raw). Dann Sterne im Modus negativ multiplizieren eingerechnet und ein Helligkeit nachgeregelt.
 
Hallo,

Ich verstehe das, was Peter gemacht hat, so: Erstmal Sterne entfernen, dann nen bisschen Nebel und Sterne getrennt bearbeiten und dann zusammenfügen. Zack, Problem weg. Vereinfacht gesagt.

Ist das richtig so?

Dann würde das tatsächlich bestätigen, dass das Problem nur in den Sternen, nicht aber im Nebel liegt. Heftig!

CS Gerrit
 
Inzwischen ist mein PC endlich mit dem (vorläufigen) preprocessing der Bilder von gestern Nacht aus dem Garten fertig geworden. Jetzt wird es interessant, finde ich.

Das Setup war das gleiche, allerdings bei ISO 400 statt bei ISO 1600 und ohne Taukappen. Insgesamt konnte ich knapp 5 Stunden belichten. Hier der Stack nach der Entfernung eines linearen Gradienten durch Lichtverschmutzung (oben links), der Stack nach Entfernung kleiner Strukturen (oben rechts) und der entfernte Gradient (unten links):
1659972580685.png


Was daran für mich so bemerkenswert ist, ist die Tatsache, dass jetzt (zumindest für meine Augen) ÜBERHAUPT kein Gradient mehr da ist!

Weder ein Gradient im Hintergrund noch irgendeine Verfärbung der Sterne ist für mich sichtbar.

Was ich bei den Aufnahmen anders gemacht habe, ist lediglich das Verringern der ISO von 1600 auf 400 sowie das Entfernen der Taukappen. Die Taukappen habe ich bereits anhand von Vergleichsaufnahmen von gestern durchgemessen, da gibt es keinen Einfluss auf die Gradienten.

Zwar bin ich froh da jetzt keine Gradienten/Komische Sachen mit Sternfarben drinne zu haben, aber irgendwie verwirrt es mich, dass sich das Problem jetzt einfach so liquidiert hat...

CS Gerrit
 
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