Probleme mit neuem Teleskop

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Michael89

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Hallo, alle mitsammen!

Ich habe mir vor Kurzem ein neues Teleskop zugelegt - ein Meade DS-2114 ATS. (114mm, 1000mm Brennweite, f 8/8)

Mein erstes Problem ist, das ich es nicht richtig ausrichten kann. Laut Beschreibung ist das jedoch total einfach (erst norden und waagerecht aufstellen) Wie genau muss das Teleskop nach Norden ausgerichtet sein? Aber vor allem - wie waagerecht muss es stehen?

Nach den anfänglichen Problemen mit der Aufstellung habe ich mich mit meinem Nachbarn, der auf dem Gebiet der Astronomie bereits ein wenig Erfahrung hat, daran gemacht ein paar Ziele manuell anzuvisieren (Mond, Saturn, Mars).
Die Ergebnisse waren jedoch etwas enttäuschend. Mein Nachbar meinte, dass man doch wenigstens Saturnringe sehen müsste, oder den Rotschimmer des Mars - beides blieb uns aber verborgen. Mit einem weitaus "schlechterem" Teleskop hat er angeblich bereits mehr gesehen.
Bei meinem Teleskop erscheint sowohl der Mars, als auch der Saturn nur als kleiner Punkt - im Prinzip nicht viel größer oder heller als ein Stern am Abendhimmel.

Laut Beschreibung ist alles sehr einfach und auch die Auswahl an Objekten ist nicht zu klein - mittlerweile bin ich etwas verzweifelt und komme mir auch schon etwas dumm vor, da ich mit dem Gerät nicht zurcht komme.

Ich bitte dringlichst um Hilfe,
Mit freundichen Grüßen,
Michael
:)
 
Hallo Michael,

also ich hatte einige Zeit das Meade ETX70AT was vom Goto her sicher eine Liga sein dürfte, da hat ein einigermassen genaues Einnorden mit Kompass und waagrechtstellen nach Augenmass eigentlich immer gereicht, es gibt aber meines Wissens auch ein "Motortraining" (schau mal im Handbuch) das die Genauigkeit erhöhen kann.

Joa zum visuellen Ergebnis... Das Gerät ist leider ein katadiotrisches Teleskop, d.h., dass eine Linse die Brennweite künstlich auf 1000mm verlängert, das ist in Verbindung mit einem (höchstwahrscheinlich) Kugelspiegel der Abbildungsqualität nicht gerade zuträglich. Dann kann es auch dejustiert sein, einen Newton muss man hin und wieder insbesondere nach Transport oder gar Postversendung justieren, was aber bei einem katadiotrischen Newton ausserordentlich schwer ist, insbesondere für jemanden der noch nie jusiert hat.

Ich weiss zwar nicht wann du Saturn und Mars angeschaut hast, aber Saturn stand zum Ende seiner Sichtbarkeit ja schon unangenehm tief und Mars tut das im Moment auch noch, ausserdem noch sehr klein, da wird sich im Moment auch noch nicht so viel tun, da war er knapp über dem Horizont auch in meinem 200er letztens nur ein rötlich funkelndes Etwas :)

Das die Planeten kleine Punkte bleiben liegt wohl an der verwendeten Vergrösserung (welches Okular hattest du eingesetzt) zumindest einen flächigen Matschfleck sollte man sehen können ;) Ein Planetengerät wird wohl aus dem Gerät nicht, aber etwas mehr sollte schon zu sehen sein, wenn dein Bekannter etwas versierter ist, kann er ja mal für dich die Justage prüfen.

Bleibt noch die Möglichkeit, dass ihr Euch mit den Planeten "verpeilt" habt und wirklich nur helle Sterne im Oku hattet, wie gesagt Saturn ist jetzt schon einige Zeit von der Bildfläche verschwunden und Mars steht so um Mitternacht noch unsagbar tief über dem Horizont, was konntest du denn am Mond erkennen, der sollte in jedem Teleskop noch einiges zeigen...

Lies dich doch mal auf den einschlägigen Einsteigerseiten ein, es lohnt sich und du bekommst einen Überblick wo die Stolperfallen liegen, wenn du das Gerät "vor kurzem" gekauft hast, hast du möglicherweise noch Rückgaberecht, von dem du Gebrauch machen solltest.

http://www.deepsky-brothers.de/
http://www.sven-wienstein.de/
http://www.binoviewer.at/ (Hier mal die Fernrohransichten anschauen!)

Viele Grüße und nicht verzweifeln

Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo

Da hast du garantiert Mars und Saturn nicht im Okular gehabt,sondern ganz gewöhnliche Sterne.

Grüße
Manfred
 
Probiers erst mal am Tage. Ferne Ziele müssen sich schön vergrößern lassen. Sie stehen zwar auf dem Kopf, aber ansonsten muss das funktionieren. Als nächstes würde ich am Mond üben. Da musst du zwar im Moment auf die zweite Nachthälfte warten. Aber die Mondkrater sollten einfach zu sehen sein.

Danach kennst du dein Instrument schon etwas. Ab diesem Moment kommst nicht mehr drum herum, die am Himmel auskennen zu lernen. Der einzige Planet, den man jetzt sinnvoll beobachten kann, ist Jupiter. Das ist der helle 'Stern' nach Dämmerungsende im Südwesten. Schon im Fernglas sieht man die vier großen Monde (manchmal ist auch einer oder zweie gerade vor oder hinter dem Planeten). Daran erkennst du, das du das richtige Objekt erwischt hast.

Du solltest neben den Monden eine ovale Planetenscheibe sehen, die auch Wolkenstrukturen zeigt.
 
... und wenn sie keine Strukturen zeigt, dann kannst du selbst am "Wabern" des Jupiters sehen, ob Dein Gerät scharf ist.

Ansonsten wirklich erst mal am Tage einen größeren Mast oder Kirchturmspitze so in 1-2 Kilometer Entfernung anpeilen und schauen, wie Du mit der Scharfe hinkommst.

Danach mußt Du Dich mit dem Justieren beschäftigen. Die Adressen wurden Dir schon genannt.

Noch etwas: viele Geräte werden, gerade bei Spiegeln, vor dem Versand festgemacht. Der Hauptspiegel wird fest angezugen, damit er beim Transport nicht herausfällt. Überprüfe das mit Deinem Kumpel und löse die Befestigungen (nur etwas!). Dann müsst ihr das System kollimieren, wie auf den entsprechenden Seiten beschrieben.

Mit Deinem Gerät müsstest Du schon einiges sehen können. Gib mal an, welche Okulare Du dafür hast. Schreibe einfach ab, was draufsteht.

Gruß
Winfried

..am Wochenende unterwegs... am Dienstag wieder zugegen.
 
Hallo Michael,

also die Aufstellung nach Norden muss nicht sehr genau sein, aber wenn sie eben nicht so genau ist, dann fährt das Teleskop die zwei Sterne für das Alignment entsprechend ungenau an.
Das Teleskop weiß ganz am Anfang aus Uhrzeit und Standort, wo ein heller Stern steht. Wenn das Teleskop annimmt, dass es nach norden ausgerichtet ist, macht es dann stur seine Bewegungen. Steht es falsch, zeigt es natürlich nicht auf den Stern und dann ist es eben Deine Aufgabe, das Teleskop zu korrigieren. Dabei "lernt" das Teleskop dann, wie es genau steht und nachdem man das mit zwei Sternen gemacht hat, weiß das Teleskop erst wirklich bescheid. Wie genau danach Goto funktioniert (also das automatische anfahren von Objekten) hängt sehr davon ab, wie genau die Einstellung der ersten zwei Sterne war. Waren sie nur ungefähr in der Okular-Bildmitte (oder schlimmer noch, wenn sie nur im Sucher-Fernrohr zu sehen waren), dann positioniert sich das Teleskop nicht nur entsprechend ungenau, sondern die Ungenauigkeiten vervielfachen sich! Dann findet man gar nichts mehr!
Daher ist es weniger wichtig, die Nordrichtung genau einzuhalten, vielmehr muss man die angefahrenen Sterne genau in die Bildmitte bringen und es müssen auch die richtigen sein (es muss wirklich der Stern sein, der auf dem Display steht - man muss die Namen also kennen!). Uhrzeit und Standort müssen auch einigermaßen stimmen (das ist wieder weniger wichtig, wenn man nur die Sterne trifft).

Nun zu den Beobachtungen: Die anderen Beiträge sagen schon, was los ist:
Saturn ist im Moment in Sonnennähe unbeobachtbar, er steht bereits auf der "Morgenseite" der Sonne, d.h. er geht noch vor Sonnenuntergang unter und morgens kurz vor Sonnenaufgang auf (aber so kurz, dass der Himmel viel zu hell ist, um ihn zu sehen) - abhaken bis Dezember und am Abendhimmel erst wieder im Mai oder so.
Jupiter steht sehr tief im Süden, hier stört die Luftunruhe (unscharfe Bilder) und auch Bäume, Häuser, was so da steht.
Mars steht am Morgenhimmel, geht ein paar Stunden vor Sonnenaufgang auf. Seine rote Farbe ist mit bloßem Auge schon erkennbar - ich denke ihr habt Mars gar nicht im Bild gehabt. Mit den praktischen Erfahrungen Deines Nachbarn scheint es also wohl nicht so weit her zu sein.
Objekte, die Du mal ausprobieren kannst, sind M27 (Hantelnebel), M11 (Wildentenhaufen), M13 (Kugelsternhaufen) und M57 (Ringnebel). Zum Herbst hin steht auf die Andromedagalaxie M31 immer besser (=höher).

Über die Optik (bzw. eine fast baugleiche) Deines DS2114 habe ich schonmal was geschrieben, und zwar hier: http://www.svenwienstein.de/HTML/bresser_114_1000.html
Sie wird allgemein nicht als Einsteigerteleskop empfohlen, aber trotzdem oft angeboten und auch gekauft, weil das Gerät eben billig herzustellen ist.

Clear Skies
Sven
 
Vielen Dank!

Als erstes mal herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten! Ich werde Eure "Tipps" und Anregungen beherzigen und mal sehen, was dabei herauskommt. :)
Im Moment spielt nur das Wetter leider nicht mit :(
Da ein paar von von euch gefragt haben, welche Okulare wir verwendet haben - es war ein 25mm und ein 9mm Okular.
Denkt ihr wäre es sinnvol eine Barlow-Linse anzuschaffen? Was ich so weiß verdoppelt oder verdreifacht diese die Vergößerung.

Grüße,
Michael
 
Hallo Michael,

nach das Beste draus, um zu sehen ob dieses Hobby Dich begeistern kann, sollte das Teleskop taugen, wenn es nun auch nicht die "erste Wahl" ist.
Eine Barlow ist an solch einem kathadioptrischen System mit einem im Okularauszug fest eingebauten barlowähnlichen Linsenelement grundsätzlich nicht zu empfehlen, zumal viele kurzbrennweitige Okulare schon eine eigene Barlow fest eingebaut haben. Drei solche Elemente zwischen dem eigentlichen Okular und dem Fangspiegel ist wirklich nicht mehr gut.
Die Brennweite des Geräts reicht mit 1000 mm jedoch locker aus, um mit handelsüblichen kurzbrennweitigen Okularen und ohne zusätzliche externe Barlow an die förderliche maximalvergrößerung heran zu kommen.
Ich hatte mit einem 6 mm Okular (immerhin 166fach) noch eine brauchbare Abbildung solange das Spystem gut justiert war.
Da bieten sich Plössl an, da ohne eingebaute Barlow, allerdings haben diese Okulare einen sehr geringen Augenabstand (unbequem dicht) und ein recht kleines Feld.
Ansonsten wären
ED-Okulare oder eine 6 mm Goldkante (Reese SWA) oder Blaukante (TS SWM) mit größerem Feld gutem Augenabstand aber eingebauter Barlow als Einstieg ein die leichte Weitwinkelklasse interessant.
Ach ja...besser und teurer geht natürlich an jedem Teleskop.

CS
*entfernt*
 
Hi Sven,

Daher ist es weniger wichtig, die Nordrichtung genau einzuhalten

für einen Einsteiger ist es schon sinnvoller die Nordrichtung genau einzuhalten.
Auch Zeit und Ort sollten recht genau eingegeben werden.
Die Referenzsterne sind dadurch auf Anhieb im Sucherfernrohr als hellster Stern zu erkennen.
Es kommt beim Suchen der Referenzsterne dann nicht zu Verwechslungen und daraus resultierenden Alignmentproblemen!!
Auch den Namen der Refernzsterne braucht man nicht kennen.



Gruß

Stefan
 
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