PRODOBS ist online!

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SteffNau

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
erst mal sei allen in der Runde hier ein prima neues Jahr gewünscht.
Ansonsten möchte ich melden, dass meine Astrodatenbank-Freeware PRODOBS ab sofort im Netz steht und dortselbst heruntergeladen werden kann.
PRODOBS beinhaltet 1152 Deepskyobjekte bis 11.0 mag (aus der SAC-DB 7.2), kann vielfältig abgefragt werden und ist an einen mittels GUIDE gestrickten Himmelsatlas gekoppelt. Wer möchte, kann auch noch Aufsuchkärtchen für die Objekte separat herunterladen und in PRODOBS einbinden.
Außerdem ist PRODOBS noch internettauglich: Zum einen läuft es als Javascript-Programm in einem herkömmlichen Browser, zum zweiten kann man, wenn man sich online aufhält, direkt aus den Ergebnislisten der Datenbank heraus sowohl DSS-Aufnahmen der gewünschten Objekte vom STScI-Server laden als auch objektrelevante Verbindungen zu Fachservern (SIMBAD, NED, WEBDA) aufnehmen.
Wer das interessant findet, kann sich PRODOBS hier mal näher ansehen:

http://www.dionari.de/prodobs.html

Viel Spass
und CS

Steffen

~~~ Astronari, das kleine Deepsky-Kosmodrom ~~~
 
Wo liegt der Nutzen?

Hallo Steffen!

Ich habe mir Dein Werk mal heruntergeladen und angesehen. Wahrscheinlich hast Du Dich zwischenzeitlich über die ausgebliebene Resonanz gewundert - wenn's neue Astrosoftware gibt (besonders wenn sie nichts kostet), dann wird sie doch gleich von vielen neugierigen Sternfreunden ausprobiert.

Vielleicht ging es den anderen Testern/Interessenten ja so ähnlich wie mir: PRODOBS runtergeladen, installiert und gestartet. Eine schöne Oberfläche, läuft im Browser wie versprochen und frei von offensichtlichen Fehlern. Aber dann beginne ich mich zu fragen, wozu dieses Programm eigentlich geschrieben wurde (Verzeihung - das klingt gemein, aber Du hast ja um Feedback gebeten).

Die SAC-Daten sind gut und frei verfügbar. Wenn man sie nach dem Muster eines Datenbankfilters auswerten will, dann kann man sie aus dem Web runterladen und in eine Datenbank importieren; Excel wäre eine andere Möglichkeit. Natürlich bietet PRODOBS was Fertiges, aber welchen Nutzwert haben solche gefilterten Listen für die Beobachtungsplanung? Aus meiner Sicht relevant sind Aussagen zur Sichtbarkeit ("welche Objekte stehen während der Nacht in der mondfreien Zeit am gewählten Beobachtungsort ausreichend hoch über dem Horizont?") und zur Wahrnehmbarkeit ("welche Objekte kann ich mit meinem Fernrohr bei gegebener Grenzgröße prinzipiell erwischen?") der Objekte. Falls man nur eine SQL-Abfrage absetzt, bleiben diese "Master-Fragen" leider unbeantwortbar.

Die Links zu Objektdaten sind nützlich, aber nur wenn Zugang zum Internet vorhanden ist. Beim Einsatz am Teleskop dürften (noch?) die wenigsten Sternfreunde über einen Webzugang verfügen.

Die mit Guide erstellten Karten sind m.E. nicht ausreichend detailliert um eine erfolgreiche Aufsuche zu ermöglichen. Die statischen Karten (ohne die Möglichkeit von Zooming, Panning oder Ändern der Grenzgröße) in PRODOBS sind im Zweifelsfall einem guten gedruckten Sternatlas unterlegen. Ich schätze, dass sich ernsthafte Beobachter entweder für einen detaillierten gedruckten Atlas (Sky Atlas 2000, Uranometria, Millennium, ??) und/oder für ein vernünftiges Kartenprogramm entscheiden.

Für mich bleibt als Fazit: eine schön und sorgfältig realisierte Anwendung, deren Zielgruppe ich noch nicht ausmachen konnte. In PRODOBS kann ich leider keinen Nutzen sehen, denn es bietet gegenüber den bereits verfügbaren Planungshilfen für die Beobachtung keinen Mehrwert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Ich hoffe, dass Du über diesen Standpunkt nicht allzu enttäuscht bist - wenn Du das anders siehst, freue ich mich darüber, von Deiner Motivation und Zielsetzung zu erfahren.

Clear skies
Tom

 
Interessante Frage

Hallo Tom,
erst mal danke für Deine Anmerkungen. Es fällt mir ein bissel schwer, Deine Frage adäquat zu beantworten, alldieweil die Gefahr gross ist, als die berühmte beleidigte Leberwurst rüber zu kommen :-)
Ich finde es aber schon ziemlich kräftig, wenn Du den Nutzen von PRODOBS pauschal in Zweifel ziehst.
Darf Deiner Meinung nach nur dasjenige das Licht der Welt erblicken, was alles Vorhandene in Grund und Boden toppt?
Auch Dein Hinweis auf die (unbestrittene) Qualität professioneller Himmelsatlanten ist insofern problematisch, weil es so manche Sternfreunde und -freundinnen gibt, die durchaus verdammt knapp mit dem Taler rechnen müssen und sich solche Nettigkeiten tatsächlich nicht leisten können.
Ich denke - um doch noch auf die Sinnfrage zurückzukommen -, das Spezifikum von PRODOBS ist die Kombination von drei Bereichen, nämlich der Datenbankfunktionalität, der Aufsuch- und Übersichtskarten sowie der objektrelevanten Internetverweise.
Das Programm unterfordert angesichts der intern verwendeten Grenzgrösse von 11mag Deepsky bzw. 12mag stellar sicherlich TeleskopbesitzerInnen ab - sagen wir mal - 6 bis 8 Zoll, aber bis dahin kann man sich ganz gut damit vor- und nachbereitend beschäftigen.
Naja, schade jedenfalls, wenn Du mit PRODOBS nix anfangen kannst.

Trotzdem clear skies aus Berlin
Steffen

~~~ Astronari, das kleine Deepsky-Kosmodrom ~~~
 
Re: Interessante Frage

Hallo Steffen!

Nein - ich halte Dich nicht für die beleidigte Leberwurst. Und Du mich bitte nicht für einen unangemessen strengen oder überheblichen Richter - wer gäbe mir das Recht dazu?

Es ist in der Tat verdienstvoll, an alle diejenigen zu denken, die einen knappen Etat haben. Wenn wir mal davon ausgehen, dass so jemand aber dennoch einen PC hat (sonst könnte er mit PRODOBS ja gar nichts anfangen), dann stehen ihm zur Erstellung von Karten die guten Freeware-Programme CdC und auch HNSKY zur Verfügung.

Ich finde den integrierten Ansatz von PRODOBS sehr schön: Katalogdaten, Karten und Online-Informationen quasi von einer Schaltzentrale aus abrufbar - das hat etwas. Mein Zweifel am Nutzen kommt aber daher, dass man m.E. fragen darf, ob durch die Integration ein Mehrwert entsteht: Katalogdaten, Karten und Dienste gibt es separat per Internet oder Freeware.

Als ich ein paar der Aufsuchkarten zu Galaxien aufgerufen habe, fiel mir auf, dass kaum Leitsterne zu sehen waren. Wenn das Feld so klein ist, dass ich erst mal gar nicht weiß, wo es liegt, brauche ich doch wieder Unterstützung durch eine andere Karte (egal, ob papier- oder softwarebasiert). Das Problem habe ich oft beim Beobachten: nach Aufschlagen einer Seite der Uranometria frage ich mich dann, wo einer der wenigen helleren Sterne auf der Karte am Himmel zu finden ist. Also klärt ein Blick in eine Übersichtskarte oder den "Cambridge Star Atlas" von Tirion (oder heißt der anders?). Als Kompromiß nutze ich gerne den SkyAtlas 2000, weil er Übersichtlichkeit und Detaillierung gut unter einen Hut bringt. Diesen Zwiespalt haben Sternfreunde hier im Forum ja auch schon diskutiert. Dann hängt es auch noch davon ab, ob jemand die leichteren Objekte abklappert, die mit einem Fernrohr von etwa 100-150 mm Öffnung zu erkennen sind oder ob schwierigere Ziele an größeren Teleskopen (Acht Zoll SC?) auf dem Programm stehen. Ich glaube einfach, dass Objektauswahl und Teleskop sehr wesentlich die Anforderungen prägen, die die Leute an Atlanten oder Karten haben. Der Vorteil von per Rechner erstellten Karten liegt aber genau in der Flexibilität, die Karten auf den Bedarf abzustimmen! Ich bin kein Anhänger der "one size fits all"-Philosophie <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Nach nunmehr fünfundzwanzigjähriger Tätigkeit als aktiver Beobachter gebricht es mir nicht an den Betriebsmitteln unseres schönen Hobbies. Ich weiß, dass gerade die Schüler und Studenten mit frischem Interesse an der Astronomie kaum Geld dafür übrig haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Deine kostenlose Software wird dieser Klientel sicherlich von nutzen sein können.

Aber nun mal eine andere Idee: warum nicht eine kostenlose Kartensoftware von PRODOBS aus ansteuern? CdC und HNSKY lassen per DDE mit sich reden - Du kannst einen String schicken, der die Koordinaten der neuen Kartenmitte angibt, worauf die Karte neu aufgebaut wird. Inwieweit man das mit Javascript hinbekommt, kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist aber, dass die Ansteuerung per DDE funktioniert - das macht "Eye&Telescope" nämlich schon seit einiger Zeit so. Die Kunden schätzen diese "Fernbedienung" der Sternkartenprogramme sehr - auch hier stand der Integrationsgedanke Pate <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wenn Du wissen möchtest, wie die DDE-Ansteuerung bei E&T gelöst ist dann verrate ich das gerne.

Wie ist denn bisher das Feedback auf PRODOBS? Warum sagte bisher keiner etwas dazu? Da ich nun befürchten muss, dass Du etwas sauer auf mich bist, hätte ich mal besser nix gesagt. Auf gar keinen Fall wollte ich Deine Leistung schlechtreden und ich finde es sehr ehrenwert, dass Du Dein Programm kostenlos bereitstellst!

Mit freundlichen Grüßen,
Tom
 
Möglichkeiten und Grenzen

Hallo Tom,
ne, sauer bin ich eigentlich gar nicht, zumal Du ja mit Recht auf die Grenzen von PRODOBS hinweist. Das sind aber leider die Grenzen, die mir durch Javascript gesetzt sind. Hm, ich glaube, wenn ich das nochmal machen würde (oder jemals zu 'nem Update käme), täte ich mir wohl eine andere (will sagen: mächtigere) Sprache wählen.
Die fehlende Kartenflexibilität ist sicherlich ein Manko, wenngleich ich damit in meiner Praxis gut klar komme: Mit Hilfe der Übersichtskarten erreiche ich mit meinem 4.5-Zöller problemlos (naja, meistens) in die unmittelbare Objektumgebung, und dort helfen mir dann via Okular meine kleinen Kärtchen, die ich mir zuvor ausgedruckt habe, gut weiter.
Dein Angebot, einige Kniffe bezüglich der Ansteuerung externer Planetariumssoftware zu verraten, ist prima. Leider (oder vielmehr zum Glück) kann ich via Javascript nicht mit der Welt ausserhalb des Browsers kommunizieren. Hat sicher Sinn, denn wer möchte schon im Hinterkopf haben, dass jeder freundliche Klick die Festplatte schreddern könnte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Insofern denke ich: PRODOBS ist innerhalb seiner Grenzen gar nicht schlecht, wird aber schon aus strukturellen Gründen nicht so ohne weiteres zur eierlegenden Wollmilchsau werden.

Viele Grüße aus Berlin
Steffen


~~~ Astronari, das kleine Deepsky-Kosmodrom ~~~
 
Re: Möglichkeiten und Grenzen

Hallo Steffen!

Dein Angebot, einige Kniffe bezüglich der Ansteuerung externer Planetariumssoftware zu verraten, ist prima. Leider (oder vielmehr zum Glück) kann ich via Javascript nicht mit der Welt ausserhalb des Browsers kommunizieren. Hat sicher Sinn, denn wer möchte schon im Hinterkopf haben, dass jeder freundliche Klick die Festplatte schreddern könnte

Ja, das leidige Problem mit den aktiven Inhalten. Hier käme aus technischer Sicht nach meinem Kenntnisstand lediglich ActiveX in Frage, denn eine solche "Fernsteuerung" für ein externes Programm muss diesen Zauber mit Windows API-Aufrufen wie FindWindowEx oder PostMessage bewerkstelligen.
Damit würde man Bedenkenträger oder Benutzer "alternativer" Browser (nicht IE) möglicherweise ausschließen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Ich finde es aber schon allerhand, was Du mit Javascript auf die Beine gestellt hast: "richtiger" Datenbankzugriff ist schon eine feine Sache. Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass das von einer JS-Anwendung aus möglich ist. Als C++ Programmierer habe ich eigentlich immer höheren Aufwand <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> als mit vielen anderen Sprachen. Dafür geht aber eigentlich einschränkungslos alles und die Performance ist i.d.R. sehr hoch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Gruß,
Tom
 
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