Projekt: Selbstbau einer Dobson-ähnlichen Montierung aus Alu-Profilen

AstroFun

Aktives Mitglied
Hallo, ich bin Christian, neu hier und möchte mich kurz vorstellen.

Zuerst einmal viele Grüße an das Forum. Ich werde voraussichtlich Anfang 2025 in den (hoffentlich) wohlverdienten Ruhestand gehen und suche ein interessantes Hobby für die Zeit nach dem langen Schaffen. Ein Freund hatte mich mit seiner Leidenschaft für die Astronomie angesteckt und nach kurzem Überlegen habe ich von Ihm ein Omegon ProNewton N 203 /1000 OTA übernommen, allerdings ohne Montierung.

Im Bereich Astronomie bin ich Neuling, habe aber etwas Erfahrung mit Optik und war beruflich als Physiker in den letzten Jahren mit der optischen Spektroskopie an Halbleiter-Nanostrukturen unterwegs. Ein Mikroskop und Teleskop haben natürlich erhebliche Unterschiede und die Objekte wandern bei der Mikroskopie auch nicht aus dem Bild, aber vom ersten Eindruck her ist die Herangehensweise teilweise ähnlich.

Neben den Sternen interessiert mich auch die Technologie, einmal optisch/mechanisch aber auch die Software-Seite. Durch kleinere Selbstbau-CNC-Fräsen kenne ich mich ein wenig mit der Motorisierung und Ansteuerung von Schrittmotoren aus und beruflich habe ich unter anderem ZWO-Astro-Kameras mit Python angesteuert und ausgelesen.

Parallel zum Lesen soll der erste Schritt der Bau einer Montierung für das ProNewton werden. Dazu werde ich noch viel Lernen müssen. Dann Aspekte wie das Guiden und die Bildbearbeitung. Später eventuell noch Spektroskopie, dafür hätte ich noch alte Monochromator-Fragmente rumliegen.
 
In dem Projekt soll eine Montierung für ein Omegon ProNewton N 203 /1000 OTA aufgebaut werden. Es soll eine Dobson-ähnliche Montierung werden, da es in meiner „Zimmer-Sternwarte“ kein Fenster Richtung Norden gibt. Außerdem ist der Selbstbau vermutlich einfacher als bei einer parallaktischen Montierung. Als eher Metall-affiner Bastler werde ich das Gerüst aus Alu-Profilen aufbauen.

Bisher gibt es ein grobes Konzept (siehe Bild), das aber sicherlich nicht final ist. Da ich keine Erfahrung habe, taste ich mich Schrittweise an das Thema ran und optimiere die Montierung in der Praxis.

Das Ziel ist Fotografie mit einer Astro-Kamera. In einer Abschätzung stellt das Teleskop mit einer Brennweite f = 1000 mm den Radius eines Kreises mit einem Umfang U = 2*π*f = 6283 mm dar, welcher einem Beobachtungswinkel von 360° entspricht. Die Breite eines Pixels der Kamera ist ca. P = 5 µm = 5e-3 mm, was einem Winkel von 360*P/U = 0.00029° = 0.017' = 1.0'' entspricht. Das ist wenig, bin gespannt welche Genauigkeit mit einer Selbstbau-Motorisierung über Schrittmotore zu erreichen ist. Mit einer 1:4 Übersetzung müsste der Schrittmotor dafür ein Micro-Stepping von ca. 1500 haben.

Jetzt geht es erst mal ans Sägen, Bohren und Fräsen der Teile für die Montierung.
 

Anhänge

  • CAD.JPG
    CAD.JPG
    21,5 KB · Aufrufe: 421
Hallo Christian, nicht das Rad neu erfinden. Zur Steuerung gibt es mit Onstep und Teenastro zwei sehr gute offene Lösungen. In den Wikis und diversen Diskussionen in diesem und dem Nachbarforum gibt es viele zusätzliche Infos. Beispiele für azimutale Montierungen in Metallgitterbauweise gibt es ebenfalls einige. Schau Dir mal den Backnanger Aludobson an :-)

CS, Markus
 
Hallo Christian,
falls du Langzeitbelichtungen anstrebst, wird das mit einer azimutalen Montierung Nix. Es sei denn du willst einen Derotator einsetzen…
Bei 1000mm Brennweite schlägt die Bildfelddrehung voll zu.
Deine Konstruktion (Bild) verstehe ich nicht so ganz…
Achte aber vor dem Zusägen der Teile auch auf den Schwerpunkt des Teleskops.

Grüße Rainer
 
@Markus, danke für die Links, ich schau mal rein.
>nicht das Rad neu erfinden.
Warum nicht? Selbst Entwerfen und Ausprobieren ist eins der Ziele. Wenn es nicht klappt, habe ich auf jeden Fall was gelernt. Steuerungen mittels Schrittmotoren habe ich schon programmiert und das Auslesen / Auswerten von Kameras auch.
 
@Rainer, Danke für Deine Kommentare.
Das mit dem Bilddrehung ist ein offener Punkt. Neben mechanischen Ansätzen, wie dem Drehen der Kamera, überlege ich einen Software-Ansatz. Bei ersten Tests hat das Drehen um einen beliebigen Winkel eines 16 MP Kamerabildes mit 16 Bit Farbtiefe mit Python auf einem alten Laptop etwa 0.5 Sekunden gedauert. Der Ablauf wäre dann: Bild mit kurzer Belichtung aufnehmen, Drehen des Bildes, eventuell auch parallel Verschieben des Bildes, nächstes Bild usw. Ich bin nicht sicher, ob das wirklich praxistauglich ist, aber probieren möchte ich es mal.
Das mit dem Schwerpunkt ist auch ein offener Punkt. Mir sind die beiden Gewindebohrungen an den Schellen zum Klemmen des Teleskops nicht genau genug für eine Lagerung. Daher liegt eine durchgehende Welle mit Kugellagerung unterhalb des Teleskops. Die Welle ist natürlich nicht im Schwerpunkt. Ich hoffe, dass der Schrittmotor das Gewicht beim Drehen trotzdem durchzieht. Auf jeden Fall sollte das Gewicht durch die asymmetrische Lagerung das Umkehrspiel des Antriebs reduzieren. Bin gespannt, ob das so geht.
 
Hallo Astrofun,
mein Vorschlag, bau die Dobsonmontierung ganz einfach aus Sperrholz und erweitere sie mit einer Äquatorialen Plattform.
CS Mike
 
Hallo Mike,
mit Sperrholz meinst du hoffentlich Multiplex?
Weil Sperrholz…ist…Mist :cool:

Grüße Rainer
 
Warum nicht? Selbst Entwerfen und Ausprobieren ist eins der Ziele. Wenn es nicht klappt, habe ich auf jeden Fall was gelernt.
Weil die Sache auch eine Ökologische Komponente hat.
Überleg mal wenn jeder so denken und handeln würde wie viele Ressourcen da für einen läppischen Erkenntnisgewinn evtl. direkt zu Müll verarbeitet werden würden?
Gut die Mehrheit denkt so, aber dafür bekommen wir ja jetzt auch die Quittung ;)
 
@Quanten, danke für die Einschätzung des Projektes als Müll. Um noch mehr Ressourcen zu sparen sollten am besten gar keine Teleskope mehr gebaut werden, meinst Du das? Ich bin Naturwissenschaftler (aktuell im Bereich Quanteninformation) und finde Erkenntnis nicht läppisch sondern wichtig.
 
Ne, so wars natürlich nicht gemeint.
Jedoch ist es eher unüblich für so ein Teleskop einen solchen Aufwand betreiben zu wollen.
Wenn dir die Lernkurve wichtig ist dann mach so wie du denkst.
Ich persönlich würde eher nach einer Paralaktischen Montierung auf dem Gebrauchtmarkt Ausschau halten.
Und die Lernkurve bei der Fotografie ansetzen wenn es schöne Bilder geben soll.
Am Ende steckst du viel Zeit und Geld in ein Montierungsprojekt mit vielleich nur mäßigen Erfolg bei der Fotografie?
LG
 
Heute sind die Halterungen einmal für das Teleskop zur der Welle für die Lagerung und dann für das Sucherfernrohr fertig geworden. Material waren Reste und Teile von einem alten optischen Schienensystem. Die Halterungen haben kein fühlbares Spiel und sind schnell zu montieren.
 

Anhänge

  • 20240713_165459.jpg
    20240713_165459.jpg
    532,2 KB · Aufrufe: 316
  • 20240713_165519_cr.jpg
    20240713_165519_cr.jpg
    542 KB · Aufrufe: 250
  • 20240713_165603_cr.jpg
    20240713_165603_cr.jpg
    730,1 KB · Aufrufe: 247
  • 20240713_165639_cr.jpg
    20240713_165639_cr.jpg
    550,3 KB · Aufrufe: 274
Heute wurde das Teleskop sehr provisorisch in den Rahmen der Montierung gestellt. Es fehlen noch die Lagerböcke mit den Kugellagern und die Motorisierung. Leider hat Rainer recht, das Ding ist ganz schön schwer und das Drehen braucht Kraft. Mal sehen, ob der Schrittmotor mit 1:4 Getriebe das schafft. Wenn nicht, muss ich eventuell doch umbauen und eine Lagerung in der Achse des Teleskops basteln.

@ Mike: für die horizontale Drehung habe ich bei Ebay einen Drehteller bestellt (Drehteller Drehlager Drehscheibe Drehkranz Drehtablett Drehplatte Lenkkranz | eBay). Der Drehteller ist kugelgelagert , aber nicht sonderlich präzise. Ich suche mal im Forum nach "Äquatoriale Plattform" für weitere Ideen zur Realisierung.
 

Anhänge

  • 20240713_164856_cr.jpg
    20240713_164856_cr.jpg
    575,8 KB · Aufrufe: 299
Die bisherige Lagerung mit einer Welle unter dem Teleskop gefällt mir immer weniger, einmal ästhetisch und dann geht das Drehen doch recht schwer. Ich habe mir einige Dobson-Montierungen angeschaut und die Drehachse in der Mitte des Teleskops sieht nach einer besseren Lösung aus. Von daher habe ich das ursprüngliche Konzept geändert und das Teleskop in einer Gabel montiert. Jetzt lässt sich das Teleskop vertikal leicht drehen und ist in der Balance.
 

Anhänge

  • 20240715_171131.jpg
    20240715_171131.jpg
    815,4 KB · Aufrufe: 284
  • 20240715_172236.jpg
    20240715_172236.jpg
    677,4 KB · Aufrufe: 288
  • 20240715_172417.jpg
    20240715_172417.jpg
    702,9 KB · Aufrufe: 373
Hi,
der Witz bei der Dobsonmontierung sind große Lager, die etwa dem Durchmesser des Hauptspiegels entsprechen, sollen, sowohl im Azimut, als auch im Höhenlager. Wichtig ist auch, dass die Haft und Gleitreibung in etwa gleich groß sein sollten. Nur dann ist es möglich auch bei sehr hoher Vergrößerung auch von Hand nach zu führen.
CS Mike
 
@Mike, OK danke, wieder was gelernt. Habe mich schon über die großen Lager bei den Dobsons gewundert. Würde so eine Montierung gern mal ausprobieren.

Allerdings schwebt mir ein Antrieb über einen Schrittmotor vor. Die erste Idee war ein Zahnriemenantrieb 4:1 auf der Antriebswelle. Für eine vernünftige Genauigkeit müsste der Schrittmotor aber ein Microstepping von über 1000 Zwischenschritten haben. Eine Microstepping von 32 geht gut an den CNC-Fräsen, aber 1000 ist mir schon unheimlich, auch wenn der Controller das können soll. Eine Alternative wäre ein Schneckenantrieb mit größerer Übersetzung, aber die haben oft ein ziemliches Umkehrspiel. Beim Nachführen wäre das aber wohl eher unkritisch. Bin noch am überlegen.

Dann liegen in der Bastelkiste noch eine Spindel und eine Linearführung. Eventuell kann man ja mit dem Stepper eine Spindelmutter linear bewegen und das über ein Kugellager und die Linearführung in eine Drehbewegung zum Drehen des Teleskops umsetzen. Im Prinzip müsste das gehen.
 
Um zu Testen, ob sich das Teleskop über eine Linearspindel drehen lässt, habe ich das mal provisorisch zusammengebaut. Im Prinzip funktioniert es, ist aber noch etwas instabil (siehe Film im Anhang). Die Spindel ist nur einmal gelagert und läuft nicht rund, daher eiert das ganze etwas. Und auch sonst fehlen noch Versteifungen, um die Schwingungsneigung zu reduzieren. Es gibt also noch einiges zu tun.
Der Stepper hat 200 Schritte / Umdrehung, mit Microstepping 1/32 sind das 6400 Schritte / Umdrehung. Die Trapez-Spindel macht 2 mm Vorschub / Umdrehung, d.h. 3200 Schritte / mm. Der Hub von etwa 220 mm dreht das Teleskop um 90°, d.h. im Mittel sind es 90° / (3200 * 220) = 0.00013° / Schritt = 0.5 '' / Schritt. Ich denke, das müsste reichen.
 

Anhänge

  • Teleskop_2024-07-19_crop02c.mp4
    3 MB
Die erste provisorische Version der Montierung hat gezeigt, dass es so gehen müsste, allerdings war das ganze noch ziemlich wackelig. Jetzt sind die wesentlichen Gründe für das Wackeln behoben:
1) Das Teleskop bewegte sich relativ zu Befestigungs-Gabel: ein Befestigungspunkt ist nicht genug, jetzt sind es zwei. Befestigungspunkte sind jetzt jeweils an den beiden Schellen zur Halterung des Teleskops. Der Ein- und Ausbau des Teleskops in die Montierung geht präzise, schnell und einfach mit einer Schwalbenschwanzführung und 2 Rändelschrauben.
2) Torsion in der Antriebswelle: hier habe ich das 10 kg schwere und 1 m lange Rohr unterschätzt. Die alte Antriebswelle mit 10 mm Durchmesser hat sich deutlich verdreht. Jetzt umgerüstet auf eine VA Hohlwelle mit 30 mm Durchmesser und passendem Kugellager.
3) Linearführung zum Längenausgleich: die einfache Linearführung zum Längenausgleich zwischen dem linearen Antrieb und der Drehbewegung des Teleskops hatte bei Belastung etwas Spiel. Jetzt umgerüstet auf 2 parallele Linearführungen.
4) Die Spindel vom nicht geführten Linearantrieb hat sich vertikal verbogen und die Spindelmutter hat sich vertikal verkippt: Umrüstung auf einen geführten Lineartrieb mit Kugelumlaufspindel und zwei 12 mm Führungsstangen. Der Linearantrieb hat bei Ebay nur 53 Euro gekostet (China-Ware), ich finde das erschreckend wenig. Trotzdem hat er kein fühlbares Spiel und läuft leichtgängig. Dann wurde der alte NEMA 17 Schrittmotor gegen einen kräftigeren NEMA 23 Motor ersetzt.

Damit ist die Mechanik zur vertikalen Bewegung erst mal fertig. Das ganze ist ziemlich steif, und die Schwingungen nach starkem Drücken klingen schnell ab. Der Drehbereich beträgt knapp 90°. Bin mal gespannt, wie gut das Nachführen damit funktioniert.
 

Anhänge

  • 20240730_113543_cr.jpg
    20240730_113543_cr.jpg
    394,7 KB · Aufrufe: 312
  • 20240730_113408_cr.jpg
    20240730_113408_cr.jpg
    320,7 KB · Aufrufe: 332
  • 20240730_113302_cr.jpg
    20240730_113302_cr.jpg
    305,8 KB · Aufrufe: 247
Die Ansteuerung des Schrittmotors für die vertikale Bewegung funktioniert jetzt. Das ganze läuft wie viele CNC-Fräsen oder 3D-Drucker mittels G-Code. Ein Arduino UNO mit grbl als Interpreter nimmt die Steuer-Kommandos von einem Laptop an und bewegt den Schrittmotor über einen Stepper-Driver DM542EU. Beim DM542EU kann man die Anzahl der Pulse pro Umdrehung einstellen von 400 bis zu 25600. Bei 25600 Pulsen pro Umdrehung lief der Motor nicht zuverlässig, bei 12800 ist alles OK.
Die Spindel macht 4 mm Vorschub pro Umdrehung, d.h. jeder Puls macht eine Schrittweite von 4/12800=313 nm. Über G-Code Kommandos lassen sich Schritte mit 500 nm zuverlässig ansteuern und ergeben jedes mal ein Klicken im Motor. Der Hub des Linearantriebs ist 310 mm und dreht das Teleskop um ca. 85°. Das ergibt 85/310=0.274 grad pro mm Vorschub. Mit einer minimalen Schrittweite von 500 nm dreht jeder Schritt um einen Winkel von 0.274*0.0005 = 0.000137° oder 0.5''.
0.5'' sollten reichen. Das ist natürlich nur ein gerechneter Mittelwert und berücksichtigt nicht die Ungenauigkeiten der Mechanik und die Umrechnung einer linearen Bewegung ein eine Drehung. Bin mal gespannt, wie genau der Antrieb in der Praxis arbeitet.
Die Drehung um 85° von Horizontal bis fast Senkrecht benötig etwa 20 Sekunden. Es geht auch schneller, aber dann klingt die Mechanik etwas ungesund.
 
Hi,

warum denn ein Linearantrieb?

Bei Dobsons Alt/Az-Montierung macht man einfach ein möglichst grosses Kreissegement (ca. 90 Grad) für Altitude und eine Scheibe für Azimuth auf die man einen handelsüblichen Zahnriemen befestigt. Der Schrittmotor greift über das Zahnriemenritzel einfach direkt in den Zahnriemen ein und treibt damit die Achse an.

Umso grösserer Radius des Kreissegment/Scheibe umso grösser sozusagen die Übersetzung und auch umso besser die Genauigkeit.
Üblich sind 300 - 500mm

Gruß
Pete
 
Hallo Pete,

ja, ich war mit dem Konzept auch schon am zweifeln, aber jetzt sieht es eigentlich ganz gut aus. Falls sich im praktischen Betrieb noch Probleme zeigen, kann das ganze durch den modularen Aufbau recht einfach umgerüstet werden.

Holz ist nicht so mein Material und in der Planungsphase habe ich keinen bezahlbaren Lieferanten für eine große Metallscheibe oder ein Kreissegment gefunden. Dagegen lagen die Teile für die erste Version des Linearantriebs in der Bastelkiste und das ganze war in einem Nachmittag zusammen gebaut. Dann habe ich mich an dem Konzept festgebissen.

Als Antrieb für den Azimuth ist wie von Dir beschrieben eine Art Scheibe vorgesehen. Das ist ein Alu Axial-Lager aus dem Möbelbereich mit 350 mm Durchmesser, außen ist ein Zahnriemen angebracht. Abgeschätzt ergibt ein Schritt des Motors eine Drehung von etwa 4", daher kommt da ein Schrittmotor mit einem 1:10 Planetengetriebe ran.

Hast Du auch eine Dobsons Alt/Az-Montierung? Wenn ja, wie gehst Du mit der Drehung des Bildes bei längerer Belichtung um?

Viele Grüße
Christian
 

Anhänge

  • 20240804_115342x.jpg
    20240804_115342x.jpg
    397,5 KB · Aufrufe: 218
Zuletzt bearbeitet:
Hi Christian,

sorry, beim Peter fehlte ein "r". ;)

Hast Du auch eine Dobsons Alt/Az-Montierung? Wenn ja, wie gehst Du mit der Drehung des Bildes bei längerer Belichtung um?
ja, ich habe 2 Dobsons (ein 20 und ein 12 Zöller).
Alt/Az-Montierung ist die technische Achsen-Bezeichnung für den Montierungs-Typ eines Dobsons.

Beide Dobsons habe ich mit Schrittmotoren motorisiert. Der 20 Zöller ist allerdings noch nicht fertig (Baupause ;) ). Den 12 Zöller habe ich mit den Schrittmotoren schon mit GoTo benutzt. Die Bilddrehung wird bei Stacking mit Kurzbelichtungen (ca. <10s) durch die Stacking-SW kompensiert. Es entsteht nur nach einigen Minuten ein mehr oder minder grosser schwarzer Rand. Den muss man halt in der EBV abschneiden.

Beim Antrieb durch die Schrittmotoren auf einen GT2 Zahnriemen brauche ich kein Planetengetriebe. Das geht direkt. Als Treiber für die Schrittmotoren solle man halt einen TMC Treiber (TMC2209/8) nehmen. Damit geht ja 32faches Microstepping.

Die Scheibe für Azimuth muss natürlich keine durchgängige Scheibe sein. Das kann auch nur ein kompakter Kranz sein.
Das Altitude 90 Grad Kreissegment kann auch nur ein sichelartiger Ausschnitt und dadurch relativ kompakt sein und ist einfach seitlich am Spiegelkasten befestigt.

Wenn man die Bildfelddrehung komplett vermeiden will, muss man halt eine EQ-Plattform einsetzen. Auch kein grosses Problem.
Der viel grössere Vorteil einer EQ-Plattform ist, dass man problemlos im Zenit (beste Durchsicht) Aufnahmen machen kann.

Bildfeldderotator wäre aber auch nicht schlecht. Da denke ich über ein Bauprojekt nach. Einfach einen handelsüblichen Rotator nehmen und den mit einem Schrittmotor antreiben. Sollte kein grosses Problem sein. Der Vorteil wäre halt, dass man beim grossen 20 Zöller einfach mit den Alt/Az-Achsen nachführen könnte.

Bei aktuellen Kamera-Sensoren (zB Sony IMX...) bekommt man mit Kurzbelichtungen ähnlich tiefe Bilder, wie mit Langzeitbelichtung.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

Ich würde sagen für ordentliche Nachführung benötigst du bei Motoren mit 0.9° Schrittwinkel eine Unterstzung von 200:1
Mit Motoren die schon ein Getriebe mit Untersetzung 10 bis 27
Bekommst du das gut hin.
Kannst du mit Onstep und Fysetec E4 günstig Steuern , da bekommst du Derotator und Fokussteuerung gleich mit.

Plan B wäre eine Hufeisenmontierung, mit viel Spaß beim Einnorden

Gruß Frank
 
@Peter,
das kling nach einer interessanten Ausstattung und einem spannenden Projekt. Welche Stacking-SW benutzt Du ?

Ein TMC2209/8 passt für einen Arduino mit cnc shield. So einen hatte ich für den ersten Versuch mit einem NEMA 17 Stepper. Die Linearbühne braucht aber einen Nema 23 Stepper, der zieht 4 A und benötigt einen kräftigeren Treiber. Mit funktionierenden 12800 Schritten pro Umdrehung entspricht das einem Microstepping von 64.

Ich habe halt keine praktische Erfahrung und versuche als Ansatz die Schrittweite unter die Winkelauflösung eines Kamerapixels zu bekommen (ca. 1'' für 5x5 μm Pixel). Dafür brauche ich ein Getriebe vor dem Stepper für den Azimut. Bestellt ist das:

Ein Bildfeldderotator dreht die Kamera, richtig? Ich habe etwas mit Python rumgespielt und konnte in ersten Tests ein typisches Kamerabild per Software in etwa 0.5s um einen beliebigen Winkel drehen. Eventuell geht es auch so.

Als Kameras habe ich eine monochrome ZWO ASI 183 MM Pro mono für das Fernrohr zum Guiden und eine farbige ZWO ASI 071 MC Pro Color für das Teleskop, beide sind gekühlt. Damit könnten auch kurze Belichtungszeiten schon was bringen, aber ein Bildfeldderotator oder Software zum Drehen wäre schon netter.

Welche Software benutzt Du?

@Frank,
geplant ist ein Getriebe 1:10, das sollte dann ja passen. Rechnerisch ist die Winkelauflösung damit 0.5'' pro Schritt des Motors.

Danke für den Tipp mit Onstep und Fysetec E4 , die schaue ich mir mal an. Da ich ganz gern programmiere, möchte ich selbst was mit Python schreiben. Das Ansteuern von Schrittmotoren und das Auslesung und Bearbeiten von Kamerabildern gehen. Auch eine automatisierte Bestimmung der Position von Sternen auf einem Kamerabild funktioniert halbwegs. Die Astro-spezifischen Details finde ich spannend.

Das Einnorden ist ein Grund für die Alt/Az-Montierung. Der Aufbau und die Tests laufen in einem Zimmer mit Fenstern nach Osten und Westen, aber ohne Sicht auf den Polar-Stern. Da macht eine parallaktische Montierung wenig Sinn und eine Alt/Az-Montierung ist auch einfacher selbst zu bauen. .

Wenn man sich Bilder mit sehr langen Belichtungszeiten anschaut, drehen sich die Sterne auf einer Kreisbahn um die Achse der Erdrotation. Im Prinzip müsste man daraus die Richtung der Erdachse ( = Zentrum des Kreises) bestimmen können. Ich vermute aber, dass dafür der Bildausschnitt nicht ausreicht.

Viele Grüße
Christian
 
Guck dir Onstep an, da ist Derotator drinnen, die Rotationsgeschwindigkeit ist Abhängig von Position am Himmel, würde ich nicht selbst Programmieren wollen.
Bis gut 2A kommst du mit dem Fysetc E4 , es 7st günstig aber die Treiber nicht ersetzbar. Es gibt aber auf Ali Motoren die e8genen Verstärker mit am Motor haben in Nema 23 Größe.
Die umi17 wuppt mit Nema 17 und 1:500 immerhin 13kg Ungleichgewicht.

Gruß Frank
 
Die Elektro-Komponenten sind jetzt auf einem Alu-Blech verschraubt:
Netzteil 24V/10A (Stepper), Netzteil 12V/20A (Kameras), 2x Stepper-Driver Leadshine DM542EU, USB 3.0 Hub, Arduino UNO

Die Verkabelung ist noch unvollständig. Zum Teleskop gehen 2 Kabel, einmal Netz und dann USB vom Steuerrechner.
 

Anhänge

  • 20240807_110344_cr.JPG
    20240807_110344_cr.JPG
    375,9 KB · Aufrufe: 207
Das Alu-Axiallager mit dem außen liegenden Zahnriemen ist jetzt auf der Unterseite des Al-Gestells montiert. Als Auflage zum Boden dient ein Ständer von einem alten Büro-Drehstuhl. Damit lässt sich das Alu-Gestell mit wenig Kraftaufwand recht präzise drehen.
Jetzt fehlt noch der Motor für die Drehung.
 

Anhänge

  • 20240810_112133_cr.JPG
    20240810_112133_cr.JPG
    642,8 KB · Aufrufe: 170
  • 20240812_154043.jpg
    20240812_154043.jpg
    771,5 KB · Aufrufe: 183
  • 20240814_114442_cr.JPG
    20240814_114442_cr.JPG
    419,2 KB · Aufrufe: 186
  • 20240814_122234_cr.JPG
    20240814_122234_cr.JPG
    519,6 KB · Aufrufe: 209
Das Alu-Axiallager mit dem außen liegenden Zahnriemen ist jetzt auf der Unterseite des Al-Gestells montiert. Als Auflage zum Boden dient ein Ständer von einem alten Büro-Drehstuhl. Damit lässt sich das Alu-Gestell mit wenig Kraftaufwand recht präzise drehen.
Jetzt fehlt noch der Motor für die Drehung.
sieht gut aus.
Wobei ein 5fach Auflagekreuz bekommt man nicht sehr stabil.
3fach ist besser.

Den Linearantrieb würde ich noch wegoptimieren. ;)

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben