Projekt STREHL (8" f/5)

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

JSchmoll

Aktives Mitglied
Nachdem mein 10" f/3.7 ja nun hoffentlich (Sterntest steht noch aus) fertig ist, moechte ich die Leser dieses Boards nicht verschonen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> :

Als naechstes steht Projekt STREHL (Small Telescope Reflector with Enhanced High Resolution) an. Dieser operative Name steht fuer einen 8" f/5-Spiegel. Ziele des Projekts:

- Ersatz des nicht besonders guten Spiegels von Sir William, damit Birgits spanische Beobachtungsberichte noch besser werden.
- Technologiedemonstration: Wie schnell laesst sich ein Spiegel schleifen und wie wirkt sich dabei ein Overdiameter-Tool aus ?


Beteiligte Rohlinge:

- Plattenglastool 235mm Durchmesser aus den 40er Jahren.
- SUPRAX-Rohling, eine Seite gussblank mit 194 mm Durchmesser, die andere Seite gerillt mit 196 mm Durchmesser.
- Ich.

Also das Plattenglastool auf ein Holzbrett fixiert und ab gehts ...


2002 10 30, 1 Uhr 25: Offizieller 1st Grind, nach 5 min hoere ich auf wegen der Geraeuschentwicklung im Zusammenhang mit der Uhrzeit. Aus Oeffnungsgier habe ich beschlossen, die Rillenseite zur Schokoladenseite zu machen, gibt immerhin 2mm mehr. Ausserdem ist da schon eine schoene Facette dran. Bereits nach den 5 Minuten werden die zentralen Rillen breiter, da sie abnutzen (ein Effekt, den radfahrende Cordhosentraeger zu Genuege kennen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ).

2002 10 30, abends: Nun richtig. Nach etwa einer Stunde ist schon ca. 1mm zentrale Vertiefung drin, die Rillen sind fast weg.

2002 10 31: Nochne Stunde, Rillen sind weg. Kruemmungsradius bei 3.2 Metern.

2002 11 01: Noch eine Stunde, Kruemmungsradius bei ca. 3 m.

2002 11 03: Noch eine Stunde, davon die 2. Haelfte nicht mehr nur aggressiv die Mitte aushoehlend, sondern den ganzen Spiegel gleichmaessig ueber zentrale Striche schleifend. Kruemmungsradius bei 2.35 m. Grobschliff fertig.

2002 11 04: Alox 120 (das ist kein Karbo, wie ich inzwischen gesehen habe, sondern irgendwas mattgraues --- Nomenklatur der Korngroessen aber wie beim Karbo). 1 Stunde und der Spiegel laeuft ruhig ueber die Schale. Kruemmungsradius 2.12 m, also 1.06 m Brennweite. Als Toleranz habe ich mir 1000 plus 50 minus 20 mm vorgenommen, also lieber ein paar cm mehr. Sieht gut aus.

2002 11 05: Noch eine halbe Stunde mit zentralen Strichen. Spiegel reflektiert bei schraegem Lichteinfall gleichmaessig. Also auf zu Alox 220.

Alox 220, zentrale Striche, 30 min --- ganzer Spiegel glaenzt gleichmaessig, Kruemmungsradius unveraendert. Ich brauche nur sehr wenig Schleifmittel und erleide meinen ersten "Kolbenfresser", aber die beiden Glasbloecke lassen sich im Wassereimer mit sanfter Gewalt voneinander trennen.


Heute abend plane ich eine weiterer halbe Stunde, dann gehts auf nach Alox 320. Naechste Stufen werden OPT 225, OPT175, OPT125 und OPT95 sein --- andere Schleifmittel die mehr schaben als rollen und deren Nummern mit der Korngroesse steigen. Ich plane 60 min pro Schleifmittel. Die ganze Oberflaeche kommt bei dem ca. 18 Prozent groesserem Tool sehr gleichmaessig, der Rand hinkt nicht hinterher. Bin gespannt, wie es ums Polieren bestellt sein wird. Wenn ich in diesem ICE-Tempo weitermache, kann ich es naechste Woche schon sagen ...


 
Lieber Juergen!

Die ASS ringt nach Worten, um nun hier auf dem hochwichtigen Selbstbau-Forum keine Saetze loszulassen wie "Sir William pfeift schon vor Vergnuegen ueber diesen neuen Spiegel vergnuegt vor sich hin!" Aber seit er weiss, dass Du am STREHL-Projekt angefangen hast, ist er wie ausgewechselt! Ueberhaupt nicht mehr noerglerisch! Gestern erwischte ich ihn dabei, wie er eine Liste mit 13 mag-Sternchen erstellte, die er sich mit dem neuen Spiegel ansehen moechte. Sag mal, kann man Bedienpersonale auch austauschen oder neu schleifen???? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Weisste was, zu den Karbos kann ich ueberhaupt nix sagen, aber mir faellt was ganz Wichtiges ein: DANKE!!!!! Ein riesengrosses DANKESCHOEN fuer diese viele Arbeit, die Du auf Dich nimmst - und das auch noch mit Spass - damit Sir William einen Spiegel aus Meisterhand bekommt!

Viele liebe Gruesse

Birgit und Sir William

 
Hi Jürgen,

na, das scheint ja richtig spaß zu machen. Paß blos auf, daß dir der Spiegel vor lauter schnell-schnell nicht vor dir Füße fällt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gestern kam bei mir endlich der 14-Zoll-Ersatzrohling an. Da es beruflich diese und auch nächste Woche rundgehen wird, werde ich dich also kaum überholen können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Naja, der 315mm-Rohling hat mich gelehrt: immer schön voll konzentrieren, 80%-Einsatz reichen nicht!

Anastimatische Grüße

Achim

(für Zonen- und kratzerfreie Grüße ist es noch zu früh)
 
Update 20021107 und MIST! --- Akronym klemmt !

Moin Moin !


Also das mit den Akronymen ueben wir noch ...



STREHL = Small Telescope Reflector with Enhanced High ResoLution


Zwar nicht mehr so elegant, aber dafuer richtig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .


Gestern habe ich noch eine halbe Stunde mit Alox 220 weitergemacht. Der Spiegel glaenzte bei streifendem Einfall kaum mehr als zuvor, woraus ich schliesse dass die Stufe ausgeschliffen ist. Also auf zu Alox 320. Eigentlich wollte ich damit gestern anfangen, aber leider wars klar und ich musste beobachten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .

Den Kruemmungsradius habe ich per Everestmethode mit einem Kuenstlichen Stern zu 211 cm oder 105.5 cm Brennweite bestimmt. Das kommt dem Sollwert von 1000mm schon ziemlich nahe. Notfalls toleriere ich lieber ein paar cm mehr als zu wenig. Vom existierenden Tubus was abzuschnibbeln ist immer etwas schwer ...


Als ich gerade mit dem Schliff anfangen wollte, klopfte mein Nachbar. Ein Paket war fuer mich gekommen, ein schweres. Und es WAR schwer ... der Rohling fuer Projekt 18, 37mm stark, 457mm Durchmesser (netto 455), 14 kg schwer. Wenn das keine Motivation ist.

 
80 oder 100 Prozent Einsatz ...

Hi Achim,


danke fuer Deinen Kommentar --- was ging denn schief am 12" ? Hoffentlich nichts Gravierendes ? Ich hoffe doch, dass Du den Spiegel mindestens mit Strehl von 0.999 fertigbekommst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ...

 
Mir fehlen die Worte ...

.... bin ganz geruehrt. Macht aber aus Spass, mit der Schleiferei anderen Beobachtern eine Freude zu bereiten. Ausserdem, was soll ich allein mit den ganzen Spiegeln ? (An die Spiegelgeier --- leider bin ich ausgebucht ...).

Wenn wir Sir William noch ne neue Spinne verpassen --- womoeglich eine gewellte, dann sollten auch die Planeten mit ihm extrem viel Spass machen ! Freue mich schon auf die rekonvaleszente Wundertuete ...
 
Hallo Jürgen,

einfach toll, was du alles fertig bringst ! Birgit kann man ja nur beneiden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich will mich jetzt auch mal an einen Selbstschliff machen, das Buch von Martin habe ich jetzt 2 mal durchgelesen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />. Jetzt brauche ich nur noch einen Rohling, vielleicht so 6 bis 8 Zoll.

Auf jeden Fall bin ich gespannt in welcher Rekord Zeit du den Spiegel fertig stellst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Viele Grüsse

Daniel
 
Hallo,
STREHL hört sich phantastisch an, aber mich interressiert mehr wEHL ( with Enhanced High Resolution )hast Du eine Quelle für Spezialbeschichtungen? Intercon Spacetec werben ja damit aber wenn man nachfragt dann bekommt nur so ausweichende Antworten. Ich hab mal mit Pegasus Optics telefoniert und die raten von einem Multicoating ab. Man kann die Spiegel zwar so Bestellen aber dann will keiner die Qualität garantieren da es vereinzelt bei hohen Vergrößerungen leichte Doppelbilder gegeben hat. Eine Erklärung hatten die aber nicht dafür. Weißt Du mehr? Kann ich Dir einen 14" Rohling zum Beschichten schicken?
Gruß Andreas
 
Re: ENHANCED

Hi Andreas,


sorry, das ENHANCED RESOLUTION bezieht sich nur darauf, dass der Spiegel besser sein soll als sein Vorgaenger. Dies sollte eigentlich gelingen, da der Vorgaenger nicht beugungsbegrenzt ist.

Zu Coatings: Ich steh auf Standard-Alu, da billig und langzeitstabil. Ich habe einmal gelesen (ich meine, es war eine Schrift von Philipp Keller, kann aber auch ICS gewesen sein, beide haben vorbildliche Kataloge), dass Enhanced Coatings visuell nicht so viel bringen wie sie versprechen, da sich das spektrale Maximum der Quanteneffizienz des menschlichen Auges beim Wechsel vom Tag- auf Nachtsehen verschiebt.

Das mit den Doppelbildern koennte ich mir dadurch erklaeren, dass auf eine Spiegelschicht eine relativ dicke Verguetungsschicht aufgetragen wurde, deren Schichtdicke nicht genau zu kontrollieren war. Aber ohne mehr Infos ist das wie Lesen im Kaffeesatz <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .


Uebrigens: Ich habe meine Optiken bislang bei Befort/Wetzlar verspiegeln lassen (Standard Alu, 88%) und ich kann mich nicht beklagen.

 
Erstlingswerk

Hi Daniel,


ich habe damals mit 6 Zoll angefangen (obwohl ich schon einen Sechszoeller hatte und Rohlinge damals - 1989 - bei der VdS noch gnadenlos billig waren), und ich habe es nicht bereut. Es ist besser, alle Anfaengerfehler (Fehlkonstruktion Foucaultlampe und unwissentlich tief in der Hyperbel, Verwendung alten Polierrots ---> Kratzer, ...) am kleinen Rohling zu machen, damit man in endlicher Zeit fertig wird. Okay, 8" ist natuerlich auch eine Motivation, aber darueber hinaus wuerde ich noch nicht gehen ...


 
Update 2002 11 08: 2 Koernungen auf einen Streich

Hallo,


gestern abend kam ich relativ frueh nach Hause. Also nix wie ran. ALOX 320 aufgetragen und nach einer halben Stunde war der Spiegel im streifenden Einfall deutlich glaenzender, und das gleichmaessig ueber die ganze Flaeche (Leuchtstoffroehren eignen sich fuer diesen Test vorzueglich).

Also noch eine weitere halbe Stunde - haette ich mir wahrscheinlich schenken koennen, das Ergebnis blieb wie es war.

Nun alles abgewaschen, gebuerstet, Klamotten gewechselt, geduscht ... denn es ging nun auf die sogenannten OPT-Schleifmittel, feinste Puelverchen der Abstufungen 225, 175, 125 und 95 - offenbar eine lineare Korngroessenangabe in irgendwelchen Einheiten - Mikrometer waere ein bisschen gross, denn auch OPT225 ist ein feines Pulver.

Aufgetragen, losgelegt und nach einer halben Stunde wieder geschaut --- der Spiegel glaenzt deutlich mehr.

Nach einer weiteren halben Stunde hat er sich diesbezueglich nochmal etwas verbessert. Ich hatte mit dem 10" einige Probleme, die Flaeche gleichmaessig hinzubekommen --- hier nicht. Ob das am "Overdiameter Tool" liegt ?

Der Kruemmungsradius wurde zu 214 cm bestimmt, also 7 cm mehr Brennweite als erwuenscht. Hoffentlich tut sich da noch was bis zur Politur.


 
Re: Update 2002 11 08: 2 Koernungen auf einen Streich

Hi Jürgen,

es geht also voran! Mit den Schleifmittelbezeichnungen 'tu ich mich etwas schwer, wenn ich es richtig interpretiere, dürftest Du so etwa bei einem 320er-Carbo-Äquivalent? sein.

Mich wundert, wieviele verschiedene "Körnungen" du noch bis zum Ende des Feinschliffs ver(sch? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )wendest.

Aus meiner Sicht ausreichend sind nach z.B. 320er, 500er, 800er - Ende Feinschliff. Beim 12-Zöller hatten je Stufe ca. 90min zum kompletten Ausschleifen der vorherigen Pits gereicht.

7cm Differenz bei der Brennweite .... mit 320er Carbo hieße dies - meine ich - mehrere Stunden Aufwand, um den Spiegel noch so viel schneller zu machen, wenn es nur ums Ausschleifen der Pits ginge, dürfte sich die Brennweite noch max. um 2cm verändern.

Gutes Gelingen wünscht

Achim

p.s. gestern habe ich mit dem Grobschliff beim 14er-Ersatzspiegel begonnen, habe in 1h vielleicht 0,3mm Pfeiltiefe geschafft - von notwendigen 4,5mm! Das gibt noch Muckies
 
Koernungen und Brennweite

Hi Achim !


Danke fuer Deinen Kommentar. Die Koernungen sind bei den Beacon-Hill-Schleifsaetzen von grob nach fein: ALOX80, ALOX120, ALOX220, ALOX320 und dann OPT225, OPT175, OPT125, OPT95.

ALOX120 entspricht im Unterschied zu ALOX80 keinem Karbo --- ich habe eine kleine Probe K120, das ist silbergrau und glaenzend waehrend das ALOX120 eher beigegrau und matt ist --- und auch etwas feiner. Ueber die genaue Natur der Koernungen weiss ich nichts. Bislang kannte ich nur Karbo (Korund, schlaegt Loecher ins Glas) und Aluminiumoxyd (Dycron, schabt das Glas ab aufgrund der plaettchenartigen Koernchentopologie). ALOX wuerde ich mit ALuminiumoxid uebersetzten, aber Dycron ist es nicht. Auch die OPT-Pulver sind nicht etwa weiss wie meine Dycronvorraete in Deutschland, sondern eher beige. Naja, ich poliere gerade berufsmaessig auf einer Maschine optische Faserbuendel und ich musste Schleifpulver bestellen --- da gibts nen Haufen verschiedener Sachen: Karbo, Diamantpulver, Siliziumkarbid ... the world is large ...

Ich poliere lieber die ganze Skala, um sicher zu sein, nicht doch noch beim Polieren auf Loecher zu stossen. Schliesslich wird dieser Spiegel an einer renommierten Station mit hoher Publikationsquote eingesetzt ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


Zu der Brennweite --- mein letzter Spiegel ist in der Feinschliffphase noch ein paar cm runtergekommen. Aber okay, viel wird sich nicht mehr tun. Ich bin also 7 cm, naja vielleicht nach Auspolieren 5 cm laenger als der jetzige Spiegel. Das sollte sich noch kompensieren lassen, zumal Sir William eh ne neue Fockelpinne bekommt. Also Spiegel in Zelle schoen nach hinten, neue Fockelpinne am Tubus moeglichst weit rauf und etwas weiter rausfahren. Sollte kein Problem sein.

Viel Spass beim Bodybuilding und viel Erfolg mit dem 14" !!!
 
Re: Brennweite ändern

Der Kruemmungsradius wurde zu 214 cm bestimmt, also 7 cm mehr Brennweite als erwuenscht. Hoffentlich tut sich da noch was bis zur Politur.

Bei einem Oversize Tool muss man schon eine Weile Mirror on Top mit kräftigem Überhang schleifen um 2x7 cm Radius noch rauszuholen. Eine Karbogröße zurück und anpassen ist hier vielleicht weniger Arbeit, als alles am Tubus neu zu bohren.
 
Zu spaet ...

Hallo Stathis,



danke fuer Deinen Tip, aber ich bin zu der Zeit schon zu weit im Feinschliff gewesen. Inzwischen poliere ich sogar. Ich habe 6 bis 7 cm zuviel Brennweite, aber ich denke da kann man noch was machen (Spiegelzelle ganz reindrehen, Okularauszug etwas rausdrehen ...). Wird schon klappen, irgendwie ...


 
Update 2002 11 11 --- Das Auge _SIEHT_ !

Dieses Wochenende war ich ziemlich aktiv. Freitagnacht vom Planetarium und Pub kommend, machte ich zwischen 2 und 3 Uhr die Charge mit OPT175. Am naechsten Morgen dann OPT125, wieder eine Stunde. Bei dem Nachtschliff hatte ich wieder einen "Kolbenfresser", und das Trennen der Scheiben im Heisswasserbad brachte mir zwei feine Kratzer ein. Nach 30 min weiterem Schliff waren diese wieder verschwunden ...

Am Sonntag kam dann OPT95 dran, das feinste Schleifmittel. Nach einer Stunde war der Spiegel gleichmaessig feinmatt, im streifenden Einfall reflektierte er Licht bis zu einem Winkel von ca. 30 Grad.

Also auf zur Pechhaut !

Hans Rohr schreibt in seinem Buch "Das Fernrohr fuer Jedermann" sinngemaess, dass so manches Schleifprojekt offenbar am Guss der Pechhaut scheitert. Dies ist mein vierter Spiegel, und immer wieder ists ein Abenteuer.

(i): Eine Randbegrenzung des Tools gibt immer nach, egal ob Pappe oder Tesafilm.

(ii,a): Wird der Spiegel aufgesetzt, ist das Pech noch zu weich und trotz Seifenloesung bleibts am Spiegel kleben, endloses Gematsche !

(ii,b): Hat man laenger gewartet, formt sich der Spiegel nicht 100%ig ab und man endet in einer stundenlangen Warmpressorgie.

Also geschah folgendes: Gemaess (i) deformierte sich mein Tesastreifen und die Suppe fiel teilweise neben das Tool auf die Holzplatte.

Dann trat (ii,b) in Kraft. Ich hatte sehr guten Randkontakt, aber in der Mitte ein Loch. Also heisses Wasser in die Spuele gelassen, mir alle meine Haende verbrueht und warmgepresst. Nach einer Stunde Gesuhle die Erkenntnis, doch noch eine Schicht Pech aufzugiessen. Gesagt, getan --- natuerlich fiel Pech auf die Herdplatte und es roch nach Strassenbau. Beim Guss lief etwas Pech ueber meinen kleinen Finger, das ist wie mit Kerzenwachs --- schoen, wenns langsam erkaltet und der Schmerz nachlaesst --- nur ist das Pech heisser und ich habe jetzt ein Andenken ...

Nach zwei weiteren Stunden Kampf bekam ich eine Pechhaut, die zumindest den Durchmesser des Spiegels hat, nix Overdiameter Tool, das klappt nicht da man das nicht pressen kann. Selbst meine EQ6-Gegengewichte mussten herhalten, um das ganze eine Stunde zu pressen, dann kam die Pechhaut aber. Nach einer Schockkuehlung im Kaltwasser schnitt ich die Rillen mit einem scharfen Messer.

Und polierte !

1/2 Stunde zentrale Drittelstriche, Spiegel oben.

---> Spiegel glaenzte gleichmaessig, aber wirkte noch milchig.

1/2 Stunde wie oben, aber diesmal Spiegel unten --- das soll abgesunkenen Kanten vorbeugen.

---> Weniger Milch, sehr gleichmaessige Politur aber sichtbar noch nicht auspoliert (was erwarte ich nach 1 Stunde ?).

Heute morgen dann Sonnenlicht gebuendelt - Sir Williams Auge SIEHT ! Brennweite zwischen 1.06 und 1.07 Meter ...


Ich hoffe, nach 2 Stunden blinder Auspolitur dann anfangen zu koennen, den Spiegel sphaerisch zu bekommen. Immerhin, 13 Tage vom Grobschliff zur Politur, das ist meine persoenliche Bestzeit ...


 
Update 2002 11 12 - Die Politur geht weiter ...

Nachdem ich gestern abend polieren wollte, aber einer sozialen Verpflichtung namens Pub nachkam, fand die erste Polierhalbstunde in der 2. Nachthaelfte statt ...

0:55 bis 1:25 (und ich war mir sicher, der einzige zu sein, der in Esh Winning in der George Street um diese Zeit einen Spiegel poliert) jeweils eine Viertelstunde Mirror on Top, die andere Viertelstunde Tool on Top. Hierbei zentrale Drittelstriche.

Resultat: Bei normaler Zimmerbeleuchtung war die Milch weg, der Spiegel wirkte wie eine normale Glasscheibe. Nahm ich dann eine helle Fahrradlampe, konnte ich doch noch auf der Spiegelseite eine Streuung erkennen, also ganz auspoliert war er noch nicht.

Heute morgen dann eine weitere halbe Stunde aehnlich wie gestern - auch mit der Taschenlampe geht die Milch weg, ausser in einem Rand von ca. 15 mm Breite, wo die Politur graduell abnimmt. Halt das typische Randproblem, das sich im Laufe der Politur von selbst loesen sollte.

Leider sah ich im Schein der unerbittlichen Taschenlampe auch zwei feine, kurze Kratzer ! Ich hoffe, die polieren noch weg. Ich werde die Pechhaut noch einmal gruendlich reinigen und wahrscheinlich erstmal auf Tool on Top verzichten, da ich vermute dass diese Technik kratzeranfaelliger ist.


Morgen gehts weiter ...
 
Re: Update 2002 11 12 - Die Politur geht weiter ...

Hi Jürgen,

immer wieder spannend deine Fortsetzungsromane. Wie bei Flash Gordon ... Wird Jürgen es schaffen, der Parabel herr zu werden? .... Fortsetzung folgt.

Ich selbst hatte am Wochende mal wieder übertrieben, wenn einmal losgelassen, kenne ich kein maß. Freitag Netto 3h, Samstag 4h, Sonntag 5h Grobschliff. Und das mit Familie - au weia, bestimmt gibt es bald die gelbe Karte!

Feinsteinzeugfliesen als Toolbelag erweist sich nun zum 2.mal als zu Hart. Nach insges. 11h hatte ich die notwendige Pfeiltiefe erreicht (4,15mm für 178cm Brennweite), aber am Tool noch ein 10cm Plateau. Das heist mind. 3h Nachsitzen, um auch das Tool sphärisch zu bekommen.

... und dann ging mir das 80er Carbo aus. Habe noch Reste vom 100er, wird aber vorr. nicht reichen. Das heist wegen max. 200 g extra Carbo bestellen, da kostet Porto mehr als der Rest, auch verliere ich eine Woche.

Schleifwütige Grüße

Achim
 
Re: Update 2002 11 12 - Die Politur geht weiter ...

Feinsteinzeugfliesen als Toolbelag erweist sich nun zum 2.mal als zu Hart.

Ich hab mal einen 130mm Spiegel mit einer Badezimmerfliese und darauf gegossener Gipsscheibe geschliffen.
Die Badezimmerfliese war zu weich! Das Ganze endete in einem braunen Matsch. Es sah etwas aus wie Dünnpfiff.
Aber der Grobschliff war schnell erledigt, weil eben die Flise sich augenblicklich der Form des Spiegels anpasste. Nach dem Grobschliff war die Fliese bereits am Rand durchgeschliffen.
Ich hab dann nach dem Feinschliff auf die weiche Fliese kleine Stücke von härteren Fliesen geklebt, damit hab ich den Feinschliff gemacht.
Grüße Martin
 
Update 2002 11 13 --- Erster Foucaulttest

Gestern habe ich - nach den Kratzererfahrungen erstmal auf Tool on Top verzichtend - den Spiegel nach intensiver Reinigung der Pechhaut eine Stunde lang mit zentralen Viertelstrichen gefuehrt. Das intensive Licht der Fahrradlampe wird in der Mitte kaum noch gestreut, und auch am Rand siehts besser aus. Jedoch zeigt der Vergleich mit dem fertigen Zehnzoeller, dass da noch Reserven drin sind.

Die feinen Kratzer sind immer noch sichtbar, aber nur unter dem intensiv hellen Licht und wenn man danach sucht. Auf dem Zehnzoeller habe ich auch so eine kleine Schramme. Reine Kosmetik, zumal beim Suchen nach den Kratzern etliche falsche Kratzer auftraten, die von Staubansammlungen auf dem Spiegel ruehrten, fuenf Minuten nach Abwischen desselben ! Da sieht man, welchen Stellenwert diese Kratzer haben ...

Der Zehnzoeller wurde in sein Kistchen verbannt. Die Foucaultlampe von der Stange genommen und weiter nach draussen gestellt. Dann first light --- der Spiegel erscheint gleichmaessig erleuchtet. und ziemlich sphaerisch. Nur schwache Ringzonen wegen der kurzen zentralen Striche und keine Spur einer abgesunkenen Kante. Ziemlich gut fuers erste Mal. Hoffentlich bleibts so, denn heute abend werde ich wieder ein Stuendchen wie gestern polieren. Die Ringzonen - falls sie staerker werden - mach ich mit einer Viertelstunde W-Striche platt.



 
Re: Projekt 14 B ...

Hi Achim,



schoen zu lesen, dass gemaess "Auferstanden aus Ruinen ..." Dein Vierzehnzoeller wiederkommt. Du koenntest auch einen Fortsetzungsroman schreiben, waere sicher lesenswert. Jaja, 12 Stunden Grobschliff am Wochenende --- das kann zur Sucht werden. Habe mich sogar schon schleifend vorgefunden, als es draussen klar war ! Gefaehrlich ...


Karbo kann man nie genug haben. Frustrierend, diese Pausen wenn der Stoff ausgeht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Re: Tool

Hi Martin,


fuer den Achtzehnzoeller plane ich einen reinen "Tool on Top"-Schliff, einfach schon der Masse wegen. Ich werde wahrscheinlich das gleiche Neunzolltool verwenden, das derzeit fuer den Achtzoeller herhalten muss. Bin mal gespannt, habe noch nie vorher ein Subdiametertool benutzt. Aber 14 minus 1.36 Kilogramm ueber ein Tool zu schieben --- ich glaube da bin ich zu schwach ...


 
Update 2002 11 14 --- Vulkanismus !

Hallo,


gestern polierte ich also wie angekuendigt eine Stunde lang, Spiegel oben. Hierbei machte ich 55 min die "langweiligen" zentralen 1/4-Striche, um das ganze dann in den letzten 5 min mit 1/4 W 1/4 (meint 1/4-Striche in W-Form mit ebenfalls bis zu 1/4 Amplitude) aufzulockern bzw. Zonen vorzubeugen.

Resultat:

(i) Die Taschenlampe wird auf den inneren ca. 160mm fast garnicht mehr gestreut. Aussen noch ein bisschen, aber auch hier fast auspoliert.

(ii) Im Foucaulttest zeigt sich ein flacher Berg mit ca. 170 mm Durchmesser, in der Mitte dann ein Loch mit ca. 40 mm - also ein Vulkan. Aber ein sehr flacher Schildvulkan, den ich mit exzentrischen Strichen bald loswerden sollte.


Ergo: Ich mach weiter, aber mehr mit exzentrischen W-Strichen um die Zonen loszuwerden.


 
Re: Update 2002 11 14 --- Vulkanismus !

Hi Jürgen,

kennst Du Stathis' Beurteilungsraster zum Polierstatus: ...

Beurteilung der Politur mit Okular als eine starke Lupe und Taschenlampe. Löcher (Pits) leuchten im Gegenlicht wie helle Sterne. Ich habe dabei folgende Skala aufgestellt, um den Fortschritt der Politur zu verfolgen:

0. Feine seidenmatte Krateroberfläche. Ende Feinschliff
1. Glühbirnen Reflex deutlich sichtbar, Fläche selbst seidenmatt
2. Erste glänzende Brücken zwischen den Pits
3. Kugelsternhaufen
4. Dichte Milchstraße
5. Mittleres Sternfeld
6. Lockeres Sternfeld
7. Ausgedünntes Sternfeld
8. Vereinzelte Pits
9. Ab und zu Pits noch zu finden
10. Auspoliert. Ab hier die Fläche bitte nur noch mit mit Krawatte gegenübertreten und mit "Sie" ansprechen

Es Bedarf noch einiges an Durchhaltevermögen, um von 6 bis auf 10 zu kommen; Mit der Lampe von unten durch den Spiegel geleuchtet + von oben mit starker Lupe (bei mir umgedrehtes 32er Oku mit Gummiaugenmuschel) gesucht ... da entgeht einem nichts. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Ich selbst hatte noch gut 100g 80er Carbo vom 1.Spiegel gefunden, bin dem Plateau in 3h Herr geworden. Momentan halten mich aber 13h-Arbeitstage auf Trab, insofern geht es erst zum Wochenende hin weiter

Viele Grüße

Achim
 
Update 2002 Nov. 15

So, gestern also nochmal eine Stunde mit Viertelstrichen, allerdings meist W-Striche mit bis zu 1/4 Ueberhang, Spiegel oben.


Resultate:

(i) Taschenlampenreflex auf polierter Seite nur noch am Rand (ca. 15 mm) erkennbar.

(ii) Habe eine Kratzerdurchmusterung gemacht. Insgesamt vier "Markenzeichen des Amateurs", zwei kleine Kreise (wohl da ich beim Aufsetzen immer Kreisbewegungen mache um Stoerenfriede rasch zu zerdruecken) und zwei laengliche Schrammen. Klingt haesslich, aber die Strukturen erscheinen nur im impertinent hellen Licht des Fahrradscheinwerfers. Sofern sie nicht noch wegpolieren, werden sie auf der Aluschicht erkennbar sein, aber keinen signifikanten Stoereinfluss ausueben.

(iii) Foucaulttest: Flach, also sphaerisch, mit einer leichten Vertiefung in der Mitte. Waere der ideale Ausgangspunkt zum Parabolisieren.


Aber nein --- erst muss der Rand auspolieren. Ich werde heute abend noch ein Stuendchen mit kurzen Strichen arbeiten, auch wieder mit peinlichst gesaeubertem Werkzeug auf dem unten liegenden Spiegel, um den Rand zu beackern. Dort liegen auch die Kratzer, die hoffentlich zumindest teilweise verschwinden ...


 
Auspoliertests ...

Hi Achim,


danke fuer Deine Hinweise, ich werds am Wochenende mal ausprobieren. Naja, mir langt schon wieviele Kratzer die helle Taschenlampe so offenbart - uebrigens auch auf dem Zehnzoeller wurde einer gefunden ...


Viel Erfolg mit Deinem 14er und ...
 
William Herschel an Dr. rohr. Schmoll

Wertester Dr. rohr. Schmoll!

Die paar kleinen Kratzer - verzeihen Sie den etwas herben Vergleich - kratzen mich ... aehem ... ueberhaupt nicht! Taeglich lese ich Ihre Berichte und bin hoechst erfreut und tief dankbar, wie weit Sie schon fortgeschritten sind! Das laesst mich hoffen, dass ich Ihnen gar zu Jahresende das Weltall in anderen Dimensionen zeigen kann. Das hiesige Bedienpersonal kann ich leider nicht laenger ernst nehmen ... raeusper ..., denn heute morgen fragte sie mich tatsaechlich, ob wir mit diesem neuen Spiegel endlich hinter den Saturn gucken koennten. Nun, ich glaube, sie sagte diesen Schwachsinn in ihrer ueberschaeumenden Freude ueber den neuen Spiegel und die teile ich ja nun wahrhaft mit ihr!

Ich kann die Operation kaum noch erwarten!

Mit freundschaftlichsten Gruesse

Ihr William Herschel



 
Update 2002 Nov. 18 - Die Parabel naht ...

Hallo,


nun, letzten Freitagabend habe ich noch eine Stunde Tool on Top gearbeitet, 1/4 bis 1/3 - Striche, zentrisch. Es gab nicht mehr Kratzer als vorher da waren, Tool on Top scheint sich rehabilitiert zu haben. Knock on wood. Im Foucaulttest zeigt sich eine sehr flache Struktur, der Spiegel ist fast sphaerisch.

Samstagnachmittag machte cih dann eine weitere Stunde wie zuvor. Der Spiegel ist scheinbar auspoliert, Reste der Reinigung (Wischer, Staub ...) erscheinen deutlicher als letzte Pits am Rand, wenn ich mit der hellen Fahrradlampe draufleuchte. Im Foucaulttest ist der Spiegel sphaerisch, mit einer kaum wahrnehmbaren zentralen Depression von ca. 80 mm Durchmesser.

Am Sonntag machte ich dann 30 min W-Striche (1/4 lang, bis 1/4 Ueberhang, also "1/4 W 1/4"). Der Spiegel war diesmal oben.

Im Sonnenlicht zeigte sich nun keine Oberflaeche mehr - bis ich mit dem Brennglas kam. Dieser Test ist gemein ! Das 10cm f/1 - Brennglas zeigte ein Sonnenbildchen noch in fast allen Bereichen des Spiegels. Ich habe dann meinen stundenlang auspolierten, anparabolisierten, wiedersphaerischgemachten und neuparabolisierten Zehnzoeller rausgekramt - auch hier zeigt sich noch ein Sonnenbild.

Ich habe dann noch eine weitere halbe Stunde wie oben 1/4 W 1/4 gemacht, diesmal mit Werkzeug oben.

Der Foucaulttest zeigt weiterhin eine sehr flache Oberflaeche mit einer leichten zentralen Depression von 60 bis 70 mm.

Abends habe ich dann noch eine Stunde gemacht, wieder 1/4 W 1/4. Die erste Viertelstunde war der Spiegel oben, um die Pechhaut warmzupolieren. Als sie gut lief, machte ich den Rest mit Tool on Top weiter.

Foucault: Sphaerisch !

Also Pechhaut kleinergekratzt. Hier tat ich zuviel des Guten, vergass ich doch dass ich nur einen Achtzoeller, keinen Zehnzoeller machte. Die effektive Pechhaut hatte nur noch 5 Zoll Durchmesser !

Am spaeten Abend dann 20 min mit W-Strichen, deren Amplituden so weit ausgefuehrt wurden, bis der Rand der zentralen 5"-Pechhaut den Spiegelrand beruehrten. Der Foucaulttest ergab einen Parabelschatten, aber mit einer zentralen Einsenkung die deutlich zu gross war ! Eher schon ein Loch, ca. 60 mm Durchmesser.

Also wurde die Pechhaut wieder warmgepresst und auf vollen Durchmesser gebracht. Damit 10 min 1/4 W 1/4, Spiegel oben: Die Struktur wird weicher, es sieht schon fast nach Parabelschatten aus. Heute morgen machte ich weitere 10 min, das sollte allmaehlich den gleichmaessigen Parabelschatten generieren.

Maske liegt schon bereit und ein Datensatz fuer PARABEL.EXE wurde schon generiert. Ich werden bei r=45mm, 70mm und 90mm messen. Also ab morgen sollte es dann Zahlen geben !



 
Erste Messungen

Moin Leute,


ein spezieller Gruss an die verhinderten Leonidenbeobachter ...


Zum Spiegel: Gestern abend habe ich 10 min mit Werkzeug oben poliert, um die zentrale, etwas zu starke Vertiefung wieder rauszuarbeiten und zu einem ausgeglichenen Parabelschatten zu kommen. Vorher habe ich ein paar aussenliegende Stoerenfriede auf der Pechhaut abgekratzt, die nun 1 bis 2 cm kleiner ist als der Spiegel. Die Rillen wurden auch nachgearbeitet. Also 10 min mit Viertelstrichen der W-Form (1/4 W 1/4 nach meiner Nomenklatur).

Dann Spiegel aufgestellt und ab ins Bett. Bis um drei.

*Schreck* pieppieppiep wiesoschonumdrei ? Ach ja, Leoniden.

Ich naehere mich dem Fenster. Draussen grau in grau. Nichtmal ne hellere Stelle, wo der Mond ist. Perfektes Flatfieldingwetter fuer CCD-Enthusiasten.

Also als Trostprogramm ein Kniefall vor meine Foucaultlampe. Diese einschaltend sah ich einen sexy Parabelschatten auf Sir Williams neuem Spiegel. Hat sich das Aufstehen also doch gelohnt !


Heute morgen dann quantitative Messungen. Kruemmungsradius 2.145 m oder Brennweite 1.0725 m, also 7.25 Zentimeter mehr als gewollt. Aber das kriegen wir schon hin, und wenn ich den Tubus langziehen muss <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />.

Der Foucaultschatten wirkt schon gleichmaessiger, aber in der Mitte immer noch ein Loch, wenn man diese Stelle nullt. Die Messungen ergeben 0.7/1.4/1.9 mm in den Zonen 45, 70 und 90 mm. Das Idealergebnis waere 0.9/2.3/3.8 mm, es gibt also noch einiges zu tun. Martins Programm PARABEL.EXE spuckt immerhin schon lambda/1.8 raus.

Ich habe dann noch ein Viertelstuendchen mit 1/3 W 1/3, Spiegel oben gearbeitet. Der Parabelschatten wirkt nun gleichmaessig aber wieder flacher. Heute abend werde ich messen und gegebenenfalls die Pechhaut verkleinern - diesmal aber massvoll !


Das wars fuer heute ...


 
Re: Erste Messungen

na dann bist du wenigstens nicht sinnlos aufgestanden...

ich auch nicht, ich hatte zumindest ein aufregendes Erlebnis. Beim Autofahren habe ich nämlich einen verunfallten Wagen im Wald entdeckt. Zum Glück war niemand verletzt. Ich bin beeindruckt von der passiven Sicherheit des Skoda Fabia!
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben