robert_p
Aktives Mitglied
Hi,
vielleicht passend zu den interessanten Erlebnissen, die Anette bzgl. Neugestaltung ihres Tubus gemacht hat, möchte ich meine Erfahrungen zum Thema "Pulverbeschichtung zu Hause" teilen.
Vor kurzem habe ich in einer Modellbau-Zeitschrift (Maschinen im Modellbau) einen begeisterten Test eines Pulverbeschichtungssystems für den Privatgebrauch gelesen und es spontan beim deutschen Distributor Andytec bestellt. Es kam innerhalb weniger Tage und der erste schnelle Test ergab ein tolles Ergebnis (einen rot pulverbeschichteten Aluring).
Nachdem auch der 2. Test heute sehr erfolgreich verlaufen ist, wollte ich die bisherigen Ergenisse nicht für mich behalten.
Pulverbeschichtung basiert vereinfacht beschrieben darauf, daß man ein sehr feines, elektrisch geladenes Kunststoffpulver auf ein entgegengesetzt geladenes Metallteil aufbringt und anschließend im Ofen bei ca. 200 Grad zu einer sehr widerstandsfähigen, gleichmäßigen und flexiblen Beschichtung verschmilzt.
Das Set von Andytec besteht im wesentlichen aus einer Art Fön, der das Pulver auflädt und in Richtung Werkstück bläst, wo es sich auf fast magische Art innerhalb von wenigen Sekunden als dichte, matte und gleichmäßige Schicht ablagert. Man muß es wirklich mal gesehen haben - es ist faszinierend.
Anschließend hängt man das Teil vorsichtig in den Backofen, der auf 200 Grad vorgeheizt ist. Nach wenigen Minuten verglast die vorher matte Pulverschicht. Ab dem Zeitpunkt verbleibt das Werkstück noch 20 Minuten im Ofen, der anschließend einfach ausgeschaltet wird. Das Werkstück wird bei offener Tür auskühlen lassen - fertig.
Da der Prozeß lösungsmittelfrei funktioniert, entsteht keine Geruchsbelästigung und die Sauerei hält sich extrem in Grenzen, meinen ersten Versuch hatte ich sogar komplett in der Küche gemacht. Da das Pulver beim Aufbringen vom Werkstück angezogen wird, fällt fast nichts daneben. Trotzdem empfiehlt es sich natürlich, die Beschichtung im Keller oder draußen aufzubringen. Der Backofen trägt auch keinerlei Spuren davon, so daß auch meine Frau eher fasziniert als skeptisch auf die Aktion reagiert hat!
Hier noch ein paar Bilder, die den Prozeß verdeutlichen:
Auf dem ersten Bild ist das Pulverbeschichtungsgerät zu sehen. Die Bauteile (Teile einer Rohrschelle für ein 200mm Objektiv, die vorher so aussahen, werden elektrisch leitend aufgehängt (ich hänge sie einfach vor eine Kunststoffkiste) und gleichmäßig beschichtet. Man sieht auch, daß in der Kiste nur sehr wenig Farbpulver zu sehen ist.
Link zur Grafik: http://www.robert-pudlo.de/misc/powder_coating/coated1.jpg
Das nächste Bild zeigt die beschichteten Teile mit der matten Pulverschicht, bevor sie in den Ofen wandern.
Link zur Grafik: http://www.robert-pudlo.de/misc/powder_coating/coated2.jpg
Das Ergebnis nach dem Ausbacken im Backofen sieht dann folgendermaßen aus:
Link zur Grafik: http://www.robert-pudlo.de/misc/powder_coating/result1.jpg
Man erkennt gut die sehr gleichmäßige Oberfläche. Die Struktur kommt durch die Farbe, ich habe hier matt-schwarz-strukturiert gewählt. Es gibt bei Andytec ca. 20 Farben zu bestellen, die sehr ergiebig und relativ preiswert sind.
Soweit mal meine Erfahrungen mit dem System. Ich habe keinerlei Beziehungen zu Andytec, finde nur das Produkt genial, wenn auch sich meine Erfahrungen auf 2 (sehr erfolgreiche) Versuche beschränken.
Für mich ist im Moment der limitierende Faktor die größe meines Backofens, aber für viele Astro-Anwendungen (auch kleinere Tuben) sollte das ausreichen.
Jetzt muß ich mir überlegen, ob ich meine Selbstbaumontierung vielleicht in schickem blau oder rot erstrahlen lasse.
Gruß aus Ulm,
Robert
www.robert-pudlo.de
vielleicht passend zu den interessanten Erlebnissen, die Anette bzgl. Neugestaltung ihres Tubus gemacht hat, möchte ich meine Erfahrungen zum Thema "Pulverbeschichtung zu Hause" teilen.
Vor kurzem habe ich in einer Modellbau-Zeitschrift (Maschinen im Modellbau) einen begeisterten Test eines Pulverbeschichtungssystems für den Privatgebrauch gelesen und es spontan beim deutschen Distributor Andytec bestellt. Es kam innerhalb weniger Tage und der erste schnelle Test ergab ein tolles Ergebnis (einen rot pulverbeschichteten Aluring).
Nachdem auch der 2. Test heute sehr erfolgreich verlaufen ist, wollte ich die bisherigen Ergenisse nicht für mich behalten.
Pulverbeschichtung basiert vereinfacht beschrieben darauf, daß man ein sehr feines, elektrisch geladenes Kunststoffpulver auf ein entgegengesetzt geladenes Metallteil aufbringt und anschließend im Ofen bei ca. 200 Grad zu einer sehr widerstandsfähigen, gleichmäßigen und flexiblen Beschichtung verschmilzt.
Das Set von Andytec besteht im wesentlichen aus einer Art Fön, der das Pulver auflädt und in Richtung Werkstück bläst, wo es sich auf fast magische Art innerhalb von wenigen Sekunden als dichte, matte und gleichmäßige Schicht ablagert. Man muß es wirklich mal gesehen haben - es ist faszinierend.
Anschließend hängt man das Teil vorsichtig in den Backofen, der auf 200 Grad vorgeheizt ist. Nach wenigen Minuten verglast die vorher matte Pulverschicht. Ab dem Zeitpunkt verbleibt das Werkstück noch 20 Minuten im Ofen, der anschließend einfach ausgeschaltet wird. Das Werkstück wird bei offener Tür auskühlen lassen - fertig.
Da der Prozeß lösungsmittelfrei funktioniert, entsteht keine Geruchsbelästigung und die Sauerei hält sich extrem in Grenzen, meinen ersten Versuch hatte ich sogar komplett in der Küche gemacht. Da das Pulver beim Aufbringen vom Werkstück angezogen wird, fällt fast nichts daneben. Trotzdem empfiehlt es sich natürlich, die Beschichtung im Keller oder draußen aufzubringen. Der Backofen trägt auch keinerlei Spuren davon, so daß auch meine Frau eher fasziniert als skeptisch auf die Aktion reagiert hat!
Hier noch ein paar Bilder, die den Prozeß verdeutlichen:
Auf dem ersten Bild ist das Pulverbeschichtungsgerät zu sehen. Die Bauteile (Teile einer Rohrschelle für ein 200mm Objektiv, die vorher so aussahen, werden elektrisch leitend aufgehängt (ich hänge sie einfach vor eine Kunststoffkiste) und gleichmäßig beschichtet. Man sieht auch, daß in der Kiste nur sehr wenig Farbpulver zu sehen ist.
Link zur Grafik: http://www.robert-pudlo.de/misc/powder_coating/coated1.jpg
Das nächste Bild zeigt die beschichteten Teile mit der matten Pulverschicht, bevor sie in den Ofen wandern.
Link zur Grafik: http://www.robert-pudlo.de/misc/powder_coating/coated2.jpg
Das Ergebnis nach dem Ausbacken im Backofen sieht dann folgendermaßen aus:
Link zur Grafik: http://www.robert-pudlo.de/misc/powder_coating/result1.jpg
Man erkennt gut die sehr gleichmäßige Oberfläche. Die Struktur kommt durch die Farbe, ich habe hier matt-schwarz-strukturiert gewählt. Es gibt bei Andytec ca. 20 Farben zu bestellen, die sehr ergiebig und relativ preiswert sind.
Soweit mal meine Erfahrungen mit dem System. Ich habe keinerlei Beziehungen zu Andytec, finde nur das Produkt genial, wenn auch sich meine Erfahrungen auf 2 (sehr erfolgreiche) Versuche beschränken.
Für mich ist im Moment der limitierende Faktor die größe meines Backofens, aber für viele Astro-Anwendungen (auch kleinere Tuben) sollte das ausreichen.
Jetzt muß ich mir überlegen, ob ich meine Selbstbaumontierung vielleicht in schickem blau oder rot erstrahlen lasse.
Gruß aus Ulm,
Robert
www.robert-pudlo.de