Pyrex, BK7, Zerodur oder was?

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Meixner

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Hallo,

ich bin auf der Suche nach einem preiswerten 10" Teleskop zum gelegentlichen
visuellen Beobachten (Deep Sky). Aus Preisgründen kommt da nur ein Dobson
in Frage.

Ich suche dabei einen Dobson, der keine allzu lange Auskühlzeit braucht,
einfach aufzubauen ist aber auch nicht allzu Staubempfindlich bei der Lagerung
ist, weshalb ich an einen geschlossenen Tubus dachte. Allerdings bin ich etwas
ratlos, was die inzwischen angebotene Vielfalt an Spiegelmaterialien angeht.
Was bietet für den angegebenen Einsatzzweck denn den besten Kompromiß?

- Plate-Glass (billig)
- BK7 (scheint die zweitbilligste Variante zu sein)
- Pyrex (wird zumindest bei GSO jetzt durch etwas Zerodur-ähnliches ersetzt)
- Zerodur+Co: teuer

Gibt es bei dem Anwendungszweck da überhaupt relevante Unterschiede?
Lohnt Pyrex oder reicht BK7? Lohnt ein noch teureres Material? Auf das
Auskühlen des Tubus muß ich wohl ohnehin warten? Da das Preislimit so
ca. +/-1000EUR sei soll, würde ein ein teureres Material dann eine geringere
Öffnung bedeuten.

Was ist eher zu empfehlen, GSO/Galaxy oder Antares/Skywatcher?
 
Hallo,

der Unterschied zwischen Pyrex und gutem BK-7 ist minimal und geht in der Regel in der Auskühlzeit des Gesamtteleskopes unter.

Wir haben den GSO mit 250mm Öffnung und BK-7 Spiegel und den Skywatcher mit 250mm Öffnung und Pyrex Spiegel verglichen und konnten keinen signifikanten Unterschied in der Auskühlzeit feststellen.

Beide Geräte standen in der beheizten Ausstellung , nebeneinander , und wurden zeitgleich ins Freie gebracht.

Auch ein GSO mit einem extra eingebauten Pyrex Spiegel zeigte keine Verbesserung im Auskühlverhalten. Sowohl der Skywatcher, als auch der GSO mit Pyrex als auch der GSO mit BK-7 waren etwa zeitgleich einsetzbar.

Während der Auskühlzeit war die Beobachtung bei allen Vergleichsinstrumenten nicht optimal. Bei allen Instrumenten war das Tubusseeing der dominante Fehlerfaktor.

Es konnte keine sphärische Aberation (Öffnungsfehler) bemerkt werden, da dies in der unruhigen Sternabbildung unterging.

Erst nach ca. 30 Minuten verbesserte sich das Bild sehr schnell.

Die Luftbedingungen waren an diesem Abend übrigens sehr gut (schlechte Durchsicht aber ruhige Luft) und die Optiken unserer Ausstellung sind getestet und haben eine sehr gute Qualität.

Resumee:
selbst der "Zero Expansion = Zerodur" Spiegel von GSO wird keine nennenswerte Verkürzung der Auskühlzeit im Vergleich zu BK-7 bringen. Während der Auskühlung wird der Abbildungsvorteil sich auch nicht sonderlich auswirken, da der dominante Fehler das Tubusseeing ist.

20 - 40 Minuten wird man halt immer investieren müssen. Hilfreich ist, wenn man den Tubus nach oben richtet und öffnet. Ein feines luftdurchlässiges Tuch verhindert, daß unbeabsichtigt Dreck auf den Hauptspiegel fällt.

Wolfi Ransburg
Teleskop-Service
www.teleskop-service.de
info@teleskop-service.de
 
Hallo Meixner,

zu diesem Thema gab es vor dem Forencrash einige sehr gute Beiträge,u.a.von Kurt Schreckling,vielleicht findet sich im Archiv noch etwas?

Zu der Frage,was denn eher zu empfehlen ist,GSO oder Synta/Skywatcher werde ich mich hier nicht weit aus dem Fenster lehnen,ich möchte keine juristischen Konsequenzen riskieren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ,ich weis jedenfalls,warum ich den GSO gekauft habe.

Was Wolfi zum verhalten der Spiegelmaterialien nach herausstellen aus dem warmen Zimmer in die kühle Nacht geschrieben hat kann ich soweit bestätigen.
Die Schlußfolgerungen kann ich aber nicht teilen.
Wenn du einen Lüfter einsetzt und eine ausgeklügelte Luftführung realisierst,wie zum Beispiel Torsten Krahn sie realisiert hat ( www.astrotreff.de/boards/topic.asp?TOPIC_ID=1141 ) kann man mit einem Zerodur-Spiegel mit eingeschaltetem Lüfter schon nach 5 Minuten Planetenbeobachtung mit hohen Vergrößerungen machen.
So habe ich es selbst erlebt mit Kurt Schrecklings 10" Zerodur-Newton.
Ein Spiegel aus einem Material mit großem Ausdehnungskoeffizienten wird durch die stärkere Ablühlung am Rand(die Wärme wird über die Oberfläche abgegeben)seine Parabel in Richtung Überkorrektur verändern und entsprechend schlechtere Bilder zeigen.
Wenn also der Zerodur-Spiegel nicht zu viel teurer wird,ist er für alle,die das Teleskop im warmen lagern ein echter Fortschritt.

Bei allen Spiegelmaterialdebatten darf man meiner Meinung nicht aus den Augen verlieren,daß die optimale Parabel und eine möglichst glatte Oberfläche das entscheidende Kriterium für einen guten Spiegel ist.

Kann man diese mit den verschiedenen Materialien erreichen?
Erfahrene Spiegelschleifer schreiben immer wieder,daß Plate-Glas sehr schwierig ist,weil dieses Material zu stärkeren Verspannungen neigt,was die Fertigung eines hochwertigen Spiegels nahezu ausschließt.Die starke Wärmeausdehnung dieses Materials(beim schleifen und polieren wird durch Reibung viel Wärme erzeugt!)läßt den Spiegel während des Schleif und Poliervorganges stärker seine Form ändern,wodurch es nahezu unmöglich wird,die Parabel exakt herzustellen.Bei BK7 besteht dieses Problem auch noch etwas stärker als bei Pyrex,aber BK7 läßt sich wie Pyrex offenbar sehr glatt polieren,was auch schon ein Vorteil gegenüber Plate-Glas ist.
Pyrex-Rohlinge gibt es als einzeln gegossene oder als Platten,aus denen dann die Rohlinge ausgesägt werden.Mein Spiegel ist offenbar aus einer Platte gesägt(Spuren am Rand),besser wäre ein einzeln gegossener,getemperter Rohling.
Quarz hat eine nochmals erheblich geringere Wärmeausdehnung und scheint vor allem auch sehr glatt polierbar zu sein.
Der 12" Eigenbau mit Quarzspiegel von Kurt Schreckling hat jedenfalls eine extrem glatte Oberfläche,was neben dem Material natürlich an Kurt´s entsprechendem Können und Zeiteinsatz liegt.
Zerodur hat praktisch keine Wärmeausdehnung und wird deshalb für Spitzenspiegel gerne genommen.Beim Selbstschliff hat es den Vorteil,daß man zwischen den Poliervorgägen zum messen nicht lange auf das abkühlen warten muß wie z.B. bei Duran,was zu einer erheblichen Zeitersparnis führt.

Gibt es bei dem Anwendungszweck relevante Unterschiede?

Bei 10" würde ich unbedingt Pyrex nehmen und auf einen guten Spiegel achten.Also mit dem Händler sprechen und entsprechende Qualitätsabsprachen treffen.Ein unabhängiger Test bei Wolfgang Rohr ( URL gelöscht ) ist sicher keine schlechte Idee.
Ein GUTER 10" kann dir sehr viel zeigen,da würde ich unnötige Risiken vermeiden,die Investitionssumme ist ja auch schon etwas höher.

Hoffe etwas weitergeholfen zu haben,

MfG,Karsten
 
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Hallo Leute,

Zitat von Karsten

"Beim Selbstschliff hat es den Vorteil,daß man zwischen den Poliervorgägen zum messen nicht lange auf das abkühlen warten muß wie z.B. bei Duran,was zu einer erheblichen Zeitersparnis führt. "


Das Argument gilt bei Plate-Glas, aber nicht mehr bei Duran. Natürlich ist Zerodur hier besser, aber für Zwischenmessungen muß man nicht extra warten. Bei abschließenen Messungen, wenn die Parabel paßt und man die letzten % optimiert mag dies vielleicht gelten.

Zonenfreie Grüße wünscht

Achim
 
Naja, ich hatte nicht vor, den Spiegel selbst zu schleifen, deshalb ist mir das
auch ziemlich egal, wie der Hersteller das hinbekommt, solange er es nur
ordentlich hinbekommt. Mir geht es nur um die Eigenschaften, die der Spiegel
nachher zum Beobachten hat, und insbesondere auch um die nötige Auskühlzeit.
Nicht zu vergessen allerdings der Preis.

Bis jetzt habe ich 2 Antworten: eine sagt: BK7 tut's auch und eine sagt unbedingt
Pyrex, nur daß es dieses von GSO wohl nicht mehr gibt und der (bessere)
Nachfolger wohl zu teuer wird (+300EUR).

Jetzt bin ich also wieder da, wo ich schonmal war <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
 
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