Qualität TS-Newton 250/1200mm (alias Orion)

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space-watcher

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Liebe Astro-Kollegen,

ich überlege, was ich für Möglichkeiten bzgl. einer zukünftigen Aufrüstung meines Teleskops habe.
Momentan nutze ich einen 8"-Skywatcher (mit Taukappe, PC-Lüfter u. Tubusisolierung Durchmesser: 25cm, Länge 120cm, 9,5 kg) zusammen mit einem 102/1000mm Skywatcher-Refraktor (parallel) auf einer EQ6 mit MTS-3SDI für visuelle und fotografische Zwecke. Das ganze ist natürlich windanfällig und ich habe auch bei der Nachführung mittels GA-4 viel zu tun. Aber es geht.
Nun habe ich den TS-Newton 250/1200mm (alias Orion) auf den Seiten von Wolfi entdeckt.

Wie würdet Ihr die Qualität des TS-Newton beurteilen (auch im Vergleich zum Skywatcher) ?
Ist der Spiegel trotz der geringen Dicke empfehlenswert ?
Wie sind sonst die Eigenschaften ?
An sich müßte der doch wegen ungefähr gleicher Windangriffsfläche und gleichem Gewicht auch noch durch die EQ6 getragen werden, oder ?


Gruß

Mark

Mark Achterberg
markacht@aol.com
http://members.aol.com/markacht
 
Hallo...

Also die Windangriffsfläche ist natürlich größer, daher bekommt die EQ6 schon
mehr auszugleichen, auch liegt der Schwerpunkt höher....wenn du jetzt schon
Probleme mit der Kombi 200/1200 plus Refraktor hast, dann würde ich vom
250/1200-er abraten....zumindest für fotografische Zwecke.

Ich sehe auch nicht so den mega-Sinn darin, von 200/f/6 auf 250/f/4,8 zu wechseln,
denn du sparst nur 30% der Belichtungszeit....gleiches könntest du erreichen,
indem du einen 400-er statt eines 200-er Films nimmst....die Brennweite ist
gleich, daher auch da keine grundlegende Verbesserung....

Zur Qualität kann ich nur sagen, das ich einmal ein Gerät aus dieser Baureihe hatte
und damit nicht zufrieden war, aber der Qualitätsbegriff ist bekanntlich bei
jedem anderst gelagert, daher solltest du das Gerät kommen lassen und direkt
mit deinem Skywatcher vergleichen...

 
Moin und frohes Neues!

Also, auf dem letzten ITV hatte ich mit Wolfi Ransburg zusammen mal angetestet,
wie sich so ein großer leichter Newton (also der 10" f/4,8) auf so einer Montierung wie der DX mit dem serienmäßigen Aludreibein so macht.
Auch einige Besucher hatten diese Kombination getestet und abgeklopft - leider aber nur am Tage (des Wetters wegen).
Aber kurze Zeit später konnte ich dieses Gerät auch mal Nachts auf meiner DX testen, da sich ein Nachbar das Teil besorgt hatte.
Visuell also kann das Gerät voll überzeugen!
Mit einem etwas anderen Stativ und nicht allzu starken Windböen ginge das bestimmt auch fotografisch recht gut, immerhin wiegt der ganze Tubus ja nur knapp 9kg.
In wenigen Tagen kommt ja mein neues Holzstativ und dann borge ich mir bestimmt auch nochmal den Newton vom Nachbarn und mach damit nen fotografischen Test, den ich aber mit einem Leitrohr (!!!) durchführen werde. Bin gespannt.

Zu dem Gerät an sich fällt mir auch nix schlechtes ein. Zwecks Spiegelzellenentlüftungsanlageneinbau hatten wir die Kiste auch schonmal demontiert, was auch ohne größere Probleme machbar war. Das Gerät ist leicht aber trotzdem robust. Der Spiegel ist vieleicht dünn, erweckt aber wenn man ihn vor sich liegen hat bei weitem nicht den Eindruck zu dünn zu sein!
Spinne, Fangspiegel und Okularauszug sind ebenfalls volkommen in Ordnung.
Alles in allem ein feines Gerät also.

Dem Spatz1 muss ich aber mal bei einer Sache widersprechen:
>>>>>>....gleiches könntest du erreichen,
indem du einen 400-er statt eines 200-er Films nimmst..<<<<<<<

Das ist ein in der Astrophotografie ein immer noch weit verbreiterter Irrglaube!
An den ASA Wert kann man sich nur halten, wenn man bei Belichtungszeiten unterhalb von zwei Minuten bleibt, Obwohl es auch Filme gibt, wo der Hersteller schon nach einer Minute Belichtungskorrekturwerte angibt.
Okay, Ausnahmen gibt es überall mal, aber im großen und ganzen hat ein Film
mit geringerem ASA Wert im Gegensatz zu einem mit großem ASA Wert einen weitaus besseren Schwarzschildexponenten. Dies erklärt sich daraus, daß die Schwärzung des Filmes ja nicht linear abläuft (wie es im Prinzip bei digitalkameras der Fall ist). So kann es passieren, daß man eine Aufnahme mit einem 1600er macht, die 25min belichtet wurde. Nimmt man dann einen guten 200er, dann hat mann eventuell schon die gleiche Bildinformation nach nur 10min, was durchaus schonmal vorkommen kann.
Nicht zu vergessen ist auch, daß der beliebteste Astrofilm (der Technical Pan)
eine Empfindlichkeit von nur 50ASA hat. Wird dieser allerding gehypert, erhält man damit fast eine CCD Kamera (Schwarzschildexponent: ~1!).

Deswegen mach es schon etwas aus, ob man nun mit f/4,8 oder mit f/6 arbeitet.
Aber da sich bei deinen Brennweiten ja dadurch nicht viel ändern würde würde es sich zumindest zur Fotografie nur wenig lohnen.
Aber da du ja auch von visueller Nutzung gesprochen hast, würde es sich dann eventuell doch wieder lohnen, wobei der Unterschied zwischen 10" und 8" visuell nun auch nicht soo groß ist. Nur bei Kugelhaufen wird man es unter Umständen sofort bemerken.

gruß,
André



 
Hallo...

Die Sache mit den Filmen, das bezog ich aus persönlicher Erfahrung....ein Fuji Provia 400F
belichtet hier (Dorf) ca. 30% schneller aus als ein 200er Kodak Ektachrome, daher
das als Beispiel....

Sicher bringt ein 1600-er nicht das 8-fache eines 200-ers, aber darum ging es
auch nicht....mir erschien nur der Aufwand etwas hoch im Vergleich zum Nutzen, zumal
jetzt ja bereits leichte Probleme mit dem Aufbau bzw. der Nachführung bestehen....ich würde
daher erst einmal die Monti versteifen, bevor ich die Optik aufbohren würde, weil lieber relaxtes Nachführen von 200/f6 als nervöses Nachzittern von 250/f4,8....auch wenns 30% kürzer geht, man macht dafür dann halt mehr Bilder pro Nacht, ist insgesamt also gestreßter....
 
Hallo Mark,
ich halte es für eine doch sinnvolle Überlegung, zumal die Qualität des Skywatcher ja nicht berühmt ist. Ich bin meinen vor ca. 10 Tagen im Tausch losgeworden, damals hatte ich noch jedoch keine EQ6 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> , sondern "nur" eine EQ5.
Seit die EQ6 im Hause ist, denke ich auch wieder an einen grösseren Spiegel und werde mich wohl für einen GSO-Dobson entscheiden, welcher jedoch auf (an?) die EQ6 montiert würde. Die Spiegel von GSO sollen ja nach allen vorliegenden Messwerten von W. Rohr von überdurchschnittlicher Qualität sein und ein GSO mit 10" kommt auch noch preiswerter als ein TS 10". Allerdings spiele ich mit dem Gedanken, das Gehäuse (den Tubus) wie hier angebildet abzuändern - siehe http://www201.pair.com/resource/astro.html/regular/products/cpt/.
Ich habe es die letzten 5-6 Tage durchgerechnet, es sollte möglich sein das Gewicht innerhalb vernünftiger Grenzen bei unter 15 Kilo zu halten, die gezeigte Konstruktion dürfte auch mit Hinblick auf Windanfälligkeit keine nennenswerte Rolle mehr spielen. Ein weiterer Vorteil ist die Option, den Tubus im "Ruhezustand" zusammenfalten zu können. Die Herstellungskosten eines solchen "Gehäuses" hängen letztendlich von der eigenen Geschicklichkeit ab und von der Verfügbarkeit von billigem ALU, das Problem sollte aber nach meinen Berechnungen und nach Plünderung eines benachbarten Schrottplatzes für unter EUR 200 zu lösen sein. Seitdem spiele ich massiv mit dem Gedanken eines 12" von GSO, da der Unterschied (visuell) von 8" auf 10" nicht wirklich soooo der sprichwörtliche Hammer ist, wie von 8" auf 12" oder mehr.
Nur so ein Gedanke <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
So long und clear skies
Nikita
 
Hallo zusammen,

ich konnte die Antworten erst jetzt lesen. Danke schon mal.

Eine Sache muß ich aber unbedingt anmerken:
Bei dem Skywatcher handelt es sich um einen mit 1000mm Brennweite, also f/5. Die Tubuslänge ohne Taukappe ist 90cm.
Meine Überlegungen waren:
1. etwas mehr Brennweite = höhere Auflösung auf dem Foto.
2. mehr Spiegeldurchmesser = höhere Auflösung
3. ca. 55% mehr Lichtsammelleistung (für's Visuelle mit Filtern, weil ich am Rande Berlins wohne)
4. ungefähr gleiche Windlast wie beim alten mit Taukappe
5. gleiches Gewicht, also gleiche Belastung
6. Ich denke, der TS-Newton wird einen besseren Spiegel haben, oder ?

Probleme bestehen beim Nachführen bisher nur bei Windböen. Die habe ich aber recht selten, da ich nie auf freiem Feld stehe.

Was meint Ihr zu den Punkten ? Liege ich da falsch ?


Gruß

Mark
 
Hallo...

Also bei diesen Voraussetzungen würde ich aus fotografischen
Gründen abraten, weil:

-f/5 zu f/4,8, das merkst du nicht mehr :-)
-1000mm zu 1200mm, auch nicht der Brüller...
-Mehr Spiegeldurchmesser: Sicher gibt das in der Theorie eine
bessere Auflösung, aber wann hast du das Seeing, um den Unterschied
zwischen 0,6 Bogensekunden und 0,45 Bogensekunden auf einem Foto
zu sehen ? (Ich bezweifle, das du auf einem KB-Film überhaupt je
in diese Bereiche kommen kannst - Das Filmkorn hat ja auch ne bestimmte Größe)
-Besserer Spiegel: Hast du deinen jetzigen schon vermessen (lassen) ?
Sonst hast du ja gar keinen Vergleich...

Fazit: Bis auf mehr visuelles Licht lohnt das nicht so dolle....

P.S: Taukappe beim Newton ?
Wieso das denn ?
Und wenn ja, wrum braucht der TS dann keine ?
 
Hallo spatz1,

danke für die Einschätzung.

Ist die Auflösung auf Fotos ab 8" Öffnung nur noch durch das seeing begrenzt ? Das habe ich bisher zumindest nicht gedacht. (Das man die theoretische Auflösung eh nie erreicht war mir schon klar.)

Die Taukappe habe ich mir gebaut, weil ich die Nase voll hatte vom ewigen Spiegel beschlagen (vor allen Dingen im Herbst).
Der Skywatcher hat den Okularauszug recht nah am Tubus-Rand. Dementsprechend schirmt die Taukappe auch wirkungsvoll Streulicht ab.
O.K. ich habe das Ganze gleichzeitig mit der Tubusisolierung und der PC-Lüfter-Zwangsbelüftung umgesetzt. Alles Zusammengenommen habe ich den Eindruck, dass das Bild besser wurde.

Auf jeden Fall habe ich seit der Taukappe niemals wieder Tau auf Haupt- u. Fangspiegel gehabt ! (Vorher lief das in Tropfen runter !)


Gruß

Mark
 
Hallo...

Also ob das Bild jetzt genau ab 8 Zoll durch das Seeing begrenzt oder ob
auch mal 10 Zoll drin wären, kann ich so genau nicht sagen, habs noch nicht
probiert, aber ich denke das sich das nicht mehr viel geben wird, zumindest wenn
man sehr ähnliche Brennweiten verwendet...meine Erfahrung zeigt, das man
erst dann was an (KB-) Auflösung merkbar gewinnt, wenn man auf Brennweiten um
die 2m geht....ich hab zwei Bilder von M13, einmal mitm C8 bei f/10, einmal
mit dem 150/1200-er FH bei 1200mm, und das C8-Bild zeigt deutlich mehr
Körnigkeit in M13, einfach weil die Brennweite länger ist...

Wegen der absoluten Auflösung muß man ja auch immer dran denken, das solange
man keinen gehyperten TP nimmt, man an die doch recht großen Körner der
"Consumerfilme" gebunden ist...ich mein da mal was von 12-30µm gelesen zu haben,
was bei 1200mm irgendwo um die 2,5-4 Bogensekunden / "Pixel" rauslaufen würde,
also Faktoren weg wäre vom Zusatzt-Gewinn des einen Zolls mehr Öffnung...

 
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