Qualitätsprüfung bei Ferngläsern

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Trekky4all

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Hy Astro Fans!!

Wie kann man am Besten die Qualität eines Fernglases prüfen??
Es sollte auch in einem Geschäft durführbar sein.

Habt ihr da ein paar Tipps?

Clear Skyes!!!
 
Hallo,
ich mach das so mit einem Fernglas:

Durchschauen und linkes Auge scharf stellen mit dem Fokussierrad, dann rechtes Auge scharf stellen am Okular. Wenn hier schon irgendwas nicht richtig geht, oder nicht ganz scharf wird, oder die Bilder nicht zur Deckung kommen, ist das Glas aussortiert (gar nicht so selten!).

Dann wird fokussiert auf nahe und ferne Objekte. Das muss problemlos flutschen. Da hab ich schon erlebt, dass ein Okular anders fokussiert wurde als das andere.

Um nun die Schärfe genauer zu testen suche ich mir ganz kleine schwarze Texte auf weißem Hintergrund und Barcodes aus. Die zeigen am schnellsten Schwächen auf. Sind die Buchstaben in der Bildfeldmitte scharf, dann schau ich sie außerhalb der Mitte an um zu sehen, wann die Bereiche der Unschärfe anfangen (beginnen auch bei teuren Gläsern erstaunlich bald außerhalb der Mitte, was bei großflächigen Objekten allerdings überhaupt nicht auffällt, nur bei Schrift).

Dann lasse ich die Farben auf mich wirken. Gibt es Gelbstiche, ist das Weiß auch wirklich weiß, werden die Farben natürlich wiedergegeben? Farbsäume wirst Du übrigens selbst an sehr teuren Ferngläsern noch finden, wenn die Kontraste nur groß genug werden. Jedenfalls an den Nicht-APO`s.

Für die Prüfung der Helligkeit und Transparenz habe ich keine Idee, außer dem Direktvergleich mit einem von Vergrößerung und Öffnung her gleichen Fernglas von den richtig teuren Herstellern.

Auf weitere Testvorschläge bin ich selbst gespannt.

Gruß,

Peter
 
- Man schaut bei guter Beleuchtung in das Objektiv (!) Der Innenraum sollte möglichst sauber und rel. staubfrei sein. Wenn da irgendwelche losen Teile rumfliegen (habe schon 'Putzlappenreste' hinter einem Objektiv gesehen, Staub sowieso), weg mit dem FG. - Bei wirklich guter Beleuchtung (notfalls kleinste Taschenlampe mitbringen und in die Objektive leuchten) kann man die Prismen sehen. Zumindest Teile davon. Sind die Prismen an den äußeren Flächen schwarz eingefärbt, kann man mit einer besseren Streulichtunterdrückung rechnen (höherwertiges FG). - Gute Prismen sind mit Blechklammern festgeschraubt. Bei preiswerten FG's sind die Prismen nur eingelebt. Kann man im Defektfall schlecht bis gar nicht reparieren. - Dann das Glas am ausgestreckten Arm mit den Objektiven gegen helles Licht halten, also genau in die Richtung halten, als wenn man durchgucken möchte. Die Austrittspupillen an den Okularen müssen kreisrund sein (ist auch meisten so) und was wichtig ist, auch gleichmäßig ausgeleuchtet sein, also keine Abschattungen zeigen (häufig der Fall bei billigen oder zu kleinen Prismen). Diesen Punkt sollte man aber nicht überbewerten. Habe selber ein FG mit solchen Abschattungen und bin sonst zufrieden mit dem Teil. Beim normalen Gebrauch sieht man diese Abschattungen auch nicht so bewusst wie bei diesem Test am ausgestrecktem Arm. - Die Fokussierung der Okulare sollte leicht zu bedienen sein, d.h. man sollte mit dem FG gut Fokussieren können, z.B. wenn man mal eben die Objetkbeobachtungsentfernung wechselt. Manche FG's gehen da so schwer, dass ein bewegliches Beobachtungsobjekt dann schon wieder weg ist, wenn man fertig fokussiert hat. - Eine eingestellte Fokussierung sollte sich nicht verändern, wenn man mit den Augen/der Stirn leicht gegen die Okulare drückt. Wenn das eine so wackelige Konstruktion ist, evtl. auch noch alles aus Kunststoffteilen, weg mit dem FG. - Der Objektiveintrittsdurchmesser ist nachzumessen. Manche Hersteller verkaufen z.B. FG's mit 50 od. 52 mm wirksamen Objektivdurchmesser als 8x56. Es mag ja sein, dass da 56mm-Linsen verbaut wurden, wenn aber die Blende und andere Befestigungsteile soviel Durchmesser bzw. Fläche schlucken, dass erheblich weniger als die angegebenen Maße übrig bleiben, dann ist das schon sehr ärgerlich. Man verliert dadurch nur unnötig 'Lichtleistung', die dann bei dunklem Himmel und lichtschwachen Objekten fehlt. - Das Glas beim Durchblick auf deutlich wahrnehmbare Farbverfälschungen prüfen. Es gibt da so Teile, die geben alles in rot, andere alles in gelb wieder. Sowas ist nur für Spezialzwecke geeignet, würde ich aber nie als Universalglas kaufen. Finger weg. Ganz leichte Farbverfälschungen sind nicht so schlimm, das merkt man aber sowieso nicht beim ersten Durchblick.
 
geht leider nicht alles so einfach im Geschäft - zumindest nicht für Astro-Gläser (Mindestfokus oft bei >20m), bin
daher auch skeptisch bezüglich einfacher "Tips und Tricks" (ob das Glas gut ist, bemerkt man nach 1/2 Jahr im direkten
Vergleich mit anderen Gläsern, nur die ganz schlechten fallen sofort und absolut auf) :
was man relativ einfach im Geschäft beurteilen kann: Schärfe (grob, irgendwelche Schriften, Mitte und Rand, Randschärfe
nicht tierisch ernst nehmen, großes Gesichtsfeld ist wichtiger).
Gesichtsfeld ("Tunnelblick"?), wackelige Okularbrücke (einfach ziehen und drücken links und rechts und durchgucken
, haben heute leider fast alle und stört extrem).
Zu leichtgängiger Dioptrienausgleich, der sich verstellt. Vergütung der Objektive (für Tag keine
Rotvergütung nehmen, für Nacht egal) Schräg in die Objektive schauen: geht der Blick auch am Rand ganz durch
oder ist das Objektiv abgeblendet?(und das Glas nutzt nur einen Teil). Mit Geodreieck Austrittspupille messen
(der helle Lichtfleck hinter dem Okular): stimmt der Wert mit der Theorie überein (Objektivdurchmesser/Vergrößerung)?
Okulare: ist wenigstens die Frontlinse vergütet (und sieht farbig aus oder sind die Okulare weiß), wie stark werden
Punkte am Bildfeldrand zu Kreissegmenten (Linienparallel zum Rand)? Wie weit geht die Schärfezone (1/3 2/3 oder bis zum Rand)?
4eckige Pupillen mit grauen Ecken: wurde früher immer als Qualitätskriterium (BaK4 Prismen) gehandelt-
konnte ich bisher nicht nachvollziehen.

geht nur zu au0erhalb:
1) Test auf gute Kollimation der beiden Rohre: rechtes Auge auf maximal unscharf stellen (mit Dioptrienausgleich)
Stern anpeilen: sitzt der scharfe Stern des linken Auges in der Mitte des unscharfen Sterns vom rechten Auge?
, blinzeln links - rechts (geht auch mit Mond)
2) Streulicht: Vollmond oder Straßenlaterne, Fernglas hin- und wegbewegen - Reflexe (haben fast alle - schlimm?)?
3) Dunkle Strukturen (z.B. Baumäste) gegen hellen Himmel - Kontrast OK? oder flau und hellgrau?

4) bißchen farbige Ränder stören manche Leute -Gesichtsfeldrand (Feldblende) blau ist theoretisch
besser als rot.
5) Farbfehler: kann man nur im Tageslicht gut klar sehen.

und noch vieles mehr, aber am wichtigsten: sieht das Bild gut aus und ist es groß genug?
 
Hallo Hanz !
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4eckige Pupillen mit grauen Ecken: wurde früher immer als Qualitätskriterium (BaK4 Prismen) gehandelt-
konnte ich bisher nicht nachvollziehen.
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Da hast du etwas falsch verstanden oder du bist falsch beraten worden.
Bei Lichtstarken Gläsern muß man das höher brechende BaK 4 verwenden damit die ganze Austritspupille voll ausgeleuchtet wird.
Bei Bk 7 ist am Rande nicht mehr die volle Totalrflexion vorhanden, daher die viereckige Austrittspupille mit den blaugrauen Ecken. Deren Durchmesser zwar mathematisch stimmt, aber nicht in der Lichtmenge.
Bei Qualitätsfeldstechern werden heute die Prismen mit einer hochbrechenden Schicht bedampft, daher auch die hohe Lichtmenge.
Ist gut dass du das nicht nachvolzogen hast.
Klare Sicht wünscht dier und allen hier
Alois
 
Frage

> Bei Qualitätsfeldstechern werden heute die Prismen mit einer hochbrechenden Schicht bedampft, daher auch die hohe Lichtmenge.

Hallo Alois,

meinst Du vielleicht eine "hochreflektierende" Schicht? Evtl. die Verspiegelung einzelner Prismenflächen bei Schmidt- und Uppendahl-Prismen? Porroprismensysteme und verschiedene Dachkantprismensysteme sollte man schon auseinander halten, sonst ist die Verwirrung total. Bei Dachkantgläsern kann man doch auch BK-7 ohne Probleme einsetzen, in sehr guten Ferngläsern mit Porrosystem ist meist BaK-4 zu finden. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Frank.
 
Re: Frage

Hallo Frank !
Du hast recht, es mus nicht bei allen Flächen sein, sondern nur bei denen wo der Grenzwinkel der Totalreflexion nicht ausreicht. Mehr als Totalreflexion gibt es nicht. Eine hochbrechende Schicht kommt einer hochbrechenden Glassorte gleich und hat daher auch einen größeren Winkel der Totalreflexion. BaK 4 wird aber schon wegen seiner hohen Durchlässigkeit und Farbreinheit verwendet.
Leider verschwinden die Wolken nicht und die Leoniden werden ungesehen vorbeifliegen.
Herzliche Grüße
Alois
 
BaK-4

4eckige Pupillen mit grauen Ecken: wurde früher immer als Qualitätskriterium (BaK4 Prismen) gehandelt-
konnte ich bisher nicht nachvollziehen.
Hallo hanz,

das war nicht nur früher so, das gilt auch noch heute. Ein qualitativ hochwertiges Porroglas zeichnet sich durch die Summe aller Eigenschaften aus. Dazu gehören bei der Optik u.a. eine effektive Vergütung aller Glas-Luft-Flächen, eine wirksame Streulichtunterdrückung und eben auch BaK-4 Glas bei den Prismen. Es sind die Feinheiten im optischen Design, welche ein wirklich gutes Fernglas vom guten oder vom Durchschnitt unterscheiden. Bei BK-7 Prismen wird wegen des schnellen Öffnungsverhältnisses der Objektive nicht alles Licht totalreflektiert. Ein Teil der randnahen Strahlen würde aus den Prismen austreten und als Streulicht im Fernglas herumgeistern. Das geht zu lasten von Bildhelligkeit und Kontrast. Daher gehören in ein hochwertiges Porroglas nunmal BaK-4 Prismen. Wenn man den Unterschied als Nutzer nicht sieht, dann braucht man auch nicht soviel Geld auszugeben. Bei Dachkantprismen (Schmidt, Uppendahl) begegnet man dem Problem durch teilverspiegelte Prismenflächen. Auch das ist eine der Eigenschaften, welche ein gutes Dachkantglas auszeichnen.

Frank.
 
Re: Verspiegelung der Prismen bei Porrogläsern

nachdem man das bei Schmidt Pechan Dachkantprismen sowieso muß, da zumindest bei einer Fläche keine
Totalreflektion stattfindet, hat sich das Verspiegeln inzwischen auch bei Porro-Gläsern breit durchgesetzt.
Sowohl mein Olympus 7x35 als auch mein Danubia 11x80 haben dunkel beschichtete Prismen und unter der
dunklen Beschichtung verbirgt sich wie von den Dachkant-Gläsern gewohnt eine Verspiegelung. Ich nehme
an, daß durch diese Technik auch die Streulichtunterdrückung verbessert wird gegenüber "frei" ins Gehäuse
gestellten Prismen.
Die Grauen Vierecke in den Austrittspupillen der Okulare sind (wie auch in der Literatur erwähnt) meiner
Meinung nach heute meist durch die Prismen selbst bedingt (in Weitwinkelgläsern begrenzt die eine Kante
des vorderen Prismas oft das Sehfeld des hinteren Prismas in Richtung Objektiv, ich weiß nicht ob man diese
Vignettierung immer vermeiden kann - und beliebig große Prismen wären ja auch beliebig schwer).
Man kann das sehen, wenn man vom mittleren Rand des Objektivs in Richtung Eintrittsloch des ersten Prismas
schaut.
Ich möchte allerdings klar sagen, daß ich mich mit Ferngläsern der Toppreislagen und Marken nicht auskenne-
das ist Dein Metier, Frank. Was ich hier geschrieben habe gilt für "bezahlbare" - und da habe ich bisher mit
BaK4 Prismen praktisch immer "im Verbund" geringes bis geringstes Gesichtsfeld gefunden - außer wenigen
Minolta und Nikon, die Du ja kennst (z.B. bei Pentax, Olympus usw. werden wohl die teuren BaK4 Prismen
kleiner und billiger durch ein 40° Gesichtsfeld?).

Gruß

 
Re: Verspiegelung der Prismen bei Porrogläsern

nachdem man das bei Schmidt Pechan Dachkantprismen sowieso muß, da zumindest bei einer Fläche keine
Totalreflektion stattfindet, hat sich das Verspiegeln inzwischen auch bei Porro-Gläsern breit durchgesetzt.
Sowohl mein Olympus 7x35 als auch mein Danubia 11x80 haben dunkel beschichtete Prismen und unter der
dunklen Beschichtung verbirgt sich wie von den Dachkant-Gläsern gewohnt eine Verspiegelung.
Hallo hanz,

ich hatte noch kein Porroglas mit teilverspiegelten Prismen in den Fingern. Vielleicht ist es ja möglich, daß man damit die Transmission der preiswerteren Gläser verbessern kann. Wenn Du die Verspiegelung bei Deinen Ferngläsern festgestellt hast, dann ist dem wohl so. Bisher habe ich noch kein Fernglas mit BK-7 Prismen zerlegt, so daß ich dazu nichts konkretes sagen kann.
Die Grauen Vierecke in den Austrittspupillen der Okulare sind (wie auch in der Literatur erwähnt) meiner
Meinung nach heute meist durch die Prismen selbst bedingt (in Weitwinkelgläsern begrenzt die eine Kante
des vorderen Prismas oft das Sehfeld des hinteren Prismas ...
Abschattungen durch zu kleine Prismen oder andere mechanische Teile im Strahlengang zeichnen sich in der Austrittspupille relativ scharf und sehr dunkel ab. Das helle Viereck mit den abgedunkelten Rändern ist nicht so scharf begrenzt und ist eigentlich das typische Zeichen für Prismen aus BK-7. Bei billigen Ferngläsern kann man meist beide Effekte beobachten - zu kleine Prismen aus BK-7. Das heißt ja nicht, daß die Ferngläser nichts taugen. Es gibt wirklich ordentliche Porrogläser mit BK-7 Prismen für wenig Geld. Ein Beispiel ist die Classic Reihe von Minolta. Die Sternabbildung und die Schärfe sind recht gut und für den Preis der Gläser kann man absolut nicht meckern. Der eine kauft sich halt ein Zeiss Glas und schaut mit 'ner 80 mm Röhre in den Himmel, der nächste investiert lieber in einen großen Dobson und hängt sich ein 49 Euro Fernglas um den Hals. Glücklich, wer Geld für beides hat - Zeiss Glas und Dobson ...
Was ich hier geschrieben habe gilt für "bezahlbare" - und da habe ich bisher mit
BaK4 Prismen praktisch immer "im Verbund" geringes bis geringstes Gesichtsfeld gefunden - außer wenigen
Minolta und Nikon, die Du ja kennst (z.B. bei Pentax, Olympus usw. werden wohl die teuren BaK4 Prismen
kleiner und billiger durch ein 40° Gesichtsfeld?).
Da hast Du sicher recht. Bei Pentax dürften die Prismen mitsamt dem Sehfeld einem "Optimierungsprozess nach unten" zum Opfer gefallen sein ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Na ja, 45 oder 50 Grad scheinbares Sehfeld sind für ein Fernglas wirklich nicht berauschend. Größere Sehfelder benötigen nunmal größere Prismen und dann wird's wieder teurer. Auf der anderen Seite wird man kaum ein 16x60 oder 20x60 für unter 500 Euro finden, was in optischer Leistung und Einblickverhalten an die Pentax'e rankommt. Hätte das Pentax 20x60 WW Okulare mit 20 mm AP Abstand, wäre es bestimmt doppelt so teuer. So ein schlechter Kompromiss ist das gar nicht. Vielleicht liegt ja dieses Jahr eins unter'm Weihnachtsbaum? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Frank.
 
Anbei ein kurzer Artikel aus Magellan:

Tipps für Feldstecher

von Dirk Mohlitz

Jedes Mal, wenn ich auf dem Trödelmarkt ein gebrauchtes Fernglas entdeckte, ärgerte ich mich über unzureichende Angaben. Sicher, man kann durchschauen, aber bei Tageslicht lassen sich so nur schwer Aussagen über die Tauglichkeit zum Sternegucken machen. Bestimmte Qualitätsmerkmale lassen sich jedoch schon so feststellen. Es darf nichts klappern und alle beweglichen Teile sollten leichtgängig sein. Blickt man hinein, darf sich kein Doppelbild zeigen. Beim beidäugigen Schauen gleicht das Gehirn leichte Fehler meist aus. Deshalb prüft man das Glas, indem man abwechselnd ein Auge zumacht. Springt das Bild auch nur leicht hin und her, sind die optischen Achsen nicht parallel und man sollte die Finger davon lassen, denn so etwas kann schnell zu Kopfschmerzen führen. Hält man das Fernglas in Richtung einer hellen Fläche (nicht in die Sonne!) kann man aus kurzer Entfernung die Austrittspupille (Durchmesser des Lichtstrahls, der in das Auge fällt) erkennen. Hier gilt, je größer, um so lichtstärker. Ist sie nicht kreisrund und scharf abgegrenzt, sind die Linsen von schlechter Qualität oder stark verdreckt. Schaut man von vorne durch, kann man erkennen, ob sich im Inneren Staub abgelagert hat. Wenn irgendwelche Werte auf dem Fernglas stehen, ist es meist die Vergrößerung zusammen mit der Öffnung (z.B. 9x60) oder das Sehfeld, das man in 1000 m Entfernung sieht, z.B. 95 m / 1000 m. Und was ist zu tun, wenn nichts auf den Fernglas angegeben ist ? Mit einem Zollstock und einem Taschenrechner ist dies kein Problem! Gehen wir einfach mal von einem unbeschrifteten Fernglas aus, das die ersten Tests bestanden hat. Wir messen den Durchmesser des Objektivs (O) und den Durchmesser der Austrittspupille (A). Die Vergrößerung (V) berechnet sich so:
V = D : A Beispiel: 60 mm : 6,5 mm = 9,23
Es wird auf ganze Zahlen gerundet, da beim Messen der Austrittspupille gewisse Ungenauigkeiten auftreten. Also ist hier die Vergrößerung 9fach. Das Sehfeld in Grad ist für uns natürlich interessanter als die Angabe in Metern. Teilen wir das angegebene Feld durch 17,5, so erhalten wir die Gradzahl (17,5 m auf 1000 m = 1°).
Beispiel: 95 m / 1000 m 95 : 17,5 = 5,4°
Ohne die Angaben des Gesichtsfelds können wir nur nach dem Kauf Sterne mit bekannten Abständen anpeilen. Die beiden, die gerade noch ins Gesichtsfeld passen, ergeben unsere Gradzahl. (Obwohl ich schon von Trödelmärkten gehört habe, die erst um 22:00 Uhr beginnen. Kein Witz!) Natürlich kann man auch mit um den Faktor 100 verkleinerten Werten selber nachmessen. Auf 10 m peilt man einfach einen Zollstock an!
Haben wir nun die Gradzahl, können wir das scheinbare Gesichtsfeld berechnen, indem wir das Sehfeld in Grad mit der Vergrößerung multiplizieren.
Beispiel: 5,4° x 9 = 48,6°
Je größer (und auch teurer) umso besser, da der Einblick einfach angenehmer ist.
Nun noch ein paar Tipps: Dachkantgläser (die langen geraden) finde ich nicht so handlich wie Porro-Prismen-Gläser (die mit den “Knubbeln”). Diese haben auch einen größeren Objektivabstand, der das räumliche Sehen verbessert. Bei Vergrößerungen über 10fach benötigt man ein Stativ, weil das Bild sonst zittrig wird. Vorne am Mitteltrieb ist meist ein (Zoll)-Gewinde zur Befestigung. Wichtig ist auch, dass sich ein Okular separat scharf stellen lässt (nicht nur für Brillenträger). Die mögliche Pupillenöffnung kann beim Menschen mit zunehmendem Alter kleiner werden. So macht es also wenig Sinn, ein Fernglas mit 7,5 mm Austrittspupille zu kaufen, wenn sich die Pupille nur noch 5 mm öffnet. Das wäre reine Lichtverschwendung. Eine Vergütung der Gläser (erkennbar am rötlichen oder bläulichen Schimmer) erhöht die Lichtdurchlässigkeit durch Verminderung der Reflektion. Doch Vorsicht! Bei billiger Neuware sind die Gläser meist nur eingefärbt, um eine Vergütung vorzutäuschen. Die Linsen strahlen hellrot (“tolle Vergütung”), aber das Bild scheint merkwürdig dunkel und leicht grünlich. Diese Massenware ist natürlich totaler Schrott.
Hier nun noch eine Tabelle mit der Austrittspupille einiger Ferngläser (Die Gradangaben
beziehen sich auf meine Schätzchen):

4x30 7,5 mm 12,4°
8x30 3,75 mm
8x40 5 mm
7x50 7,1 mm 7,1°
10x50 5 mm
9x60 6,5 mm 5,4°



Dirk Mohlitz

Tel. 02182/825548
mohlitz@t-online.de


 
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