Quereinsteiger aus der Fotografie

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charname2

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Hi allerseits =),

ich fotografiere seit ein paar Jahren begeistert die Natur um mich herum, und als ich diesen Sommer meine alte Sternkarte aus der Schule herauskramte und des Nachts auf "Schwanenfotografie" und Skywatching gegangen bin, da hat mich wohl das Astro-Fieber (wieder) gepackt.

Nach einem halben Jahr Überlegen und wenig Zeit fürs Praktische möchte ich nun mein vorhandenes Equipment (Canon Kamera + ein paar Objektive, Stativ) erweitern. Vielleicht könnt ihr mir bei der Auswahl helfen, würde mich sehr freuen =).

1. Nachführung:
ich hatte hier an eine AstroTrac-Montierung gedacht. Von der hab ich bisher nur Gutes gelesen und sie scheint mein Equipment (Kamera+Objektiv = maximal 5kg) ganz gut tragen und wohl auch nachführen zu können.
Dazu brauche ich wohl noch einen Getriebeneiger-Kopf sowie einen Polsucher. Habe ich sonst noch irgendetwas vergessen?

Oder würdet ihr mir zu etwas anderem raten und ich bin nur dem guten Advertising der AstroTrac-Vertreiber auf den Leim gegangen ^^? Ich würde fürs Komplettpaket max. so um die 600€ ausgeben wollen, darf gerne gebraucht sein.


2. Filtersysteme:
Für meine benutzte Kamera (Canon 7D) kann man sog. Astronomik-ClipFilter erwerben. Ich möchte der Kamera nicht ihren AA+IR-Filter ausbauen (sie dient des Tags halt als "richtige" Kamera, und ich hab lange auf sie sparen müssen, also ein Umbau oder eine zweite Kamera sind nicht drin). Abgesehen von den Schmalbandfiltern gibt es Filter, die nur die Lichtverschmutzung in Großstädten rausrechnen. Was haltet ihr von sowas, bringt das was, oder sollte man lieber ohne Filter fotografieren? Und könnte ich mit nicht-modifizierter Kamera überhaupt H-alpha bzw. Schmalbandaufnahmen machen? Ich hoffe, ich werfe da nicht zu viel durcheinander.

3. Nachbearbeitung:
Photoshop ist vorhanden, dazu hab ich für meine wenigen Versuche bisher den DeepSkyStacker benutzt, um die Daten zusammenzurechnen. Hier im Forum habe ich jetzt aber auch von anderen Softwares gelesen. Beim DSS hab ich halt das "Problem", dass ich bis zum Endprodukt alles automatisch machen lasse, weil ich die Einstellungen nicht wirklich verstehe. Weiß also nicht, ob ich da irgendwas verschenke. Kennt einer von euch vielleicht eine Art Tutorial o.ä., wo man sich über diese Methoden, die angewandt werden, genauer informieren kann?

vielen Dank schonmal für eure Hilfe!
Grüße, Julian
 
Hallo Julian,

zu 1.) Wenn du nicht sehr sehr viel Wert auf Mobilität legst, würde ich nicht zu einer Astrotrac greifen, sondern eine ganz normale Montierung wie z.B. die (H)EQ5 nehmen. Zum einen tragen diese Montierungen dein Equipment ohne mit der Wimper zu zucken und zum anderen stehen dir Möglichkeiten offen, einen kleinen Refraktor/Fotonewton drauf zu packen, oder einfach "nur" deine Belichtungszeiten durch Guiding zu erhöhen.

zu 2.) Ich habe selbst die 7D und mein Filter ist noch drin! Die Clipfilter sind zwar ganz praktisch, wenn es darum geht Kunstlicht herauszufiltern, allerdings fängst du dir üble Farbstiche ein, die sich nicht völlig beseitigen lassen. Der IDAS LPS ist da laut einiger Forenteilnehmer eine Ausnahme, allerdings gibt´s den so weit ich weiss nicht als Clipfilter... Ohne einen Eingriff in die Hardware der 7D sehe ich speziell für h-alpha im wahrsten Sinne des Wortes schwarz. Die 7D ist zwar nicht mehr so blind wie die Modelle die ich vorher besessen habe, aber weit davon entfernt, was z.B. meine Alccd5.2 zeigt!

zu 3.) Es gibt ein gutes engl. Buch mit Titel PhotoShop Astronomy, ein ordentliches Nachschlagewerk ist "Digitale Astrofotografie" und was Programme usw. betrifft, so stacke ich fast alles mit Fitsworks. Ein allgemeingültiges Howto wirst du nicht finden, da jedes Objekt seine eigenen Einstellungen erfordert. M42 und M31 sind aufgrund ihres Dynamikumfangs eine ganz andere Liga als z.B. M13 oder die Plejaden...

CS Markus
 
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Hallo Julian,

wenn Du einen Filterumbau der Kamera nicht vornehmen willst, bist Du auf Objekte eingeschränkt, die kein H-Alpha ("alles was rot ist") zeigen. Wenn Du dann mit einer kleinen Montierung und vorhandenen Objektiven arbeiten willst, bedeutet das, Du fotografierst Sternbilder, die großen Sternhaufen Plejaden, Praesepe, M35 und H & Chi sowie die Andromedagalaxie und recht klein M33. Das heißt Du findest nur sehr wenige Objekte, die groß genug sind, um interessant zu sein.

Es wäre also besser, wenn Du eine Lösung wählst, bei der Du auch H-Alpha aufnehmen kannst. Eine 7D mag ein "fettes Teil" sein, aber ohne Filterumbau bringt Dir das nichts und Du würdest besser mit einer 1000D loslegen oder eine umgebaute "irgendwas D" gebraucht kaufen. Mit entsprechend Brennweite, also einem Teleskop davor, würde sich alles etwas entspannen, weil dann auch kleinere Sternhaufen und Galaxien schöne Objekte hergeben.

Was hast Du unternommen, um mal einen Astrofotografen einen Abend lang zu begleiten?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Julian,

zu Deinem Post kurz und knackig:

1.) EOS 7D - gute Kamera tagsüber, aber wie Sven anmerkt, praktisch nachtblind für die Objekte, die in der Astrofotografie interessieren. Mein Vorschlag - Filterumbau + Clipfilter mit Tageslichtkorrektur = Beseitigung der Nachtblindheit ohne Einbussen am Tag.

2.) Der Einsatz von Filtern, die gerade die schwachen Emissionen von Nebeln etc. aus dem "Lichtmüll" der Umgebung rausholen ist für die Katz, wenn Deine Cam das sowieso nicht sieht. Also bringt das ohne 1.) nix und ist reine Geldvernichtung.

3.) Astrotrac ist ein echtes Diskussionsthema. Das System funktioniert - wie die Bilder einer Reihe von Anwendern im Web beweisen. WENN - quasi dann und nur dann - wenn sie auf einem bombenfest stehenden Stativ steht. Ansonsten wird das wackelig, denn die meisten Amateurstative halten zwar eine Kamera mit kleinem Objektiv, wenn Du dann noch die Astrotrac draupackst mit ihrer ausladenden Struktur, dazu möglicherweise noch ein lichtstarkes Tele - dann ist Schicht im Schacht. -> Anschaffung eines wirklich stabilen Stativs, à la Manfrotto 161 oder sowas. Das steht sicher und trägt die Last ohne zu wackeln. Der entsprechende Getriebeneiger ist dann selbstredend auch Pflicht. Aber achtung, wir reden hier, wenn nicht EBay hilft, allein schon von gut 1.000,-- € - das ganze wird also alles andere als billig!

4.) Was die elektronische Bildverarbeitung angeht - Du wirst es verstehen lernen müssen. Sonst kannst Du es gleich lassen. Die Autoknipsdings-Lösung gibt es nicht, dafür sind die Ausgangsvoraussetzungen, abhängig von Technik, Standort, Motiv, Belichtungsbedingungen etc. einfach zu vielgestaltig. Es gibt nur die Möglichkeit, sich hier mit Büchern - einiges wurde bereits angesprochen - einzuarbeiten, ansonsten der Königsweg des lernens -> Such Dir jemanden, von dem Du lernen kannst! Sonst wird nur Frust das Ergebnis Deiner Bemühungen sein.

5.) Dem Rat von Sven, die irgendwas "D" mit Filterumbau zu schiessen kann ich mich nur anschließen, wenn Du Dich an Deine 7D nicht rantraust bzw. nicht rangetraut werden läßt. Und wenn's ne alte 300Da ist - vollkommen egal - zum lernen reicht das locker. Mit kurzen Brennweiten anfangen, dann langsam 'länger' werden, alles was in den langen Telebereich geht geht ohne Teleskop und Guiding nur schwer, da ist die Trac dann keine Waffe mehr - die heisst dann parallaktisch aufgestellte Montierung und Autoguiding.

LG Jörg
 
Hallo zusammen

Zitat von Optikus:
... Mein Vorschlag - Filterumbau + Clipfilter mit Tageslichtkorrektur = Beseitigung der Nachtblindheit ohne Einbussen am Tag.

da muss ich dir leider ein wenig widersprechen Jörg, rein von er optischen Leistung mag es stimmen (wobei ich Autofokusjustage u.ä. außen vor lasse), die Sache hat jedoch einen Pferdefuß. Mit einem Clipfilter lassen sich die EF-S Objektive von Canon nicht mehr benutzen! Wenn man also zur 7D die passenden Linsen hat, z.B. 17-55 IS USM oder 10-22 USM, dann kann man die 7D für den Tageslichtgebrauch gepflegt in die Ecke stellen oder man muss sich nach Vollformat-Objektiven umschauen...

CS Markus
 
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Hallo Julian,

Zitat von charname2:
2. Filtersysteme:
...
Abgesehen von den Schmalbandfiltern gibt es Filter, die nur die Lichtverschmutzung in Großstädten rausrechnen. Was haltet ihr von sowas, bringt das was, oder sollte man lieber ohne Filter fotografieren?
ich habe einen IDAS LPS P2 mit Schraubfassung im Spiegelkasten meiner EOS 1000D.
Siehe http://www.sciencecenter.net/hutech/filters/ffilter.htm
Zu erwerben z.B. bei http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p1923_Hutech-CLIP-IDAS-Nebelfilter-LPS-P2---fuer-Canon-EOS-DSLR.html

Ich fotografiere mitten aus München heraus und mit diesem Filter gute Erfahrungen gemacht. An f/6 und ISO 800 kann ich 6min belichten, in guten Nächten oder an zenitnahen Objekten ginge noch mehr. Dieser Filter produziert keinen für mich wahrnehmbaren Farbstich.

EDIT: EF-S Objektive kann man mit diesem Filter nicht benutzen.
Man kann sich aber z.B. gebrauchte Nikon-F-Objektive auf eBay besorgen, vorwiegend manuelle wegen Preis und Blendenring, die wegen der Ausleuchtung des KB-Formats z.T. eine bessere Abbildung bieten als Canon EF-S Objektive. Ein Nikon-F -> Canon-EF Adapter kostet auch nicht die Welt.

Viele Grüße,
Markus
 
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Na das mag ja speziell auf die Astrofotografie bezogen alles richtig sein...

Ich habe mir (und unterstelle es auch mal Julian, der lange für die 7D gespart hat) die 7D gekauft, eben weil sie ein verdammt gutes AF-Modul hat und am Tage somit alles was schnell ist perfekt einfängt! Da helfen all die Basteleien im Astrobereich nicht weiter und auch keine Nikore, für den Zweck ist die 7D nicht mehr zu gebrauchen! Das ein Umbau auf Dauer her muss, auf der Linie bin ich auch, allerdings würde ich auch nicht (habe es auch nicht) eine 7D umbauen. Da würde ich zu einer 1000D, 1100D oder auch 550D bzw. 600D greifen... oder halt direkt zu einer CCD, sofern ich ROT fotografieren will. Mond, Planeten, Sternhaufen und Galaxien lassen sich auch ohne Umbau gut ablichten.

CS Markus
 
WOW! tausend Dank für die vielen und differenzierten Antworten! Dass einem hier so geholfen wird, hätte ich wirklich nicht erwartet =). super Forum!

Markus (Sodiac, es gibt ja sogar zwei hier im THread ^^) hat es schon ganz gut getroffen: Die 7D wurde hauptsächlich für Natur&Wildlife angeschafft, der AF ist ein Segen, trifft schnell und genau wie und wo er soll, und ich hab großen Respekt davor, weil ich lange drauf gespart habe =). Klarglas+Clipfilter soll wohl funktionieren (habe keine EF-S Objektive), aber rein theoretisch könnte der AF zicken (bei minimaler Veränderung der Distanz hinten zum Klarglas) und die Sensorreinigung wäre dahin. Also nein.

Ich habe mich auf Basis eurer Antworten dazu entschlossen, das Aufrüsten/den Einkauf etwas aufzuspalten. Ich bin Student und verfüge jetzt nicht über das Monster-Budget um mir alles auf einmal zu kaufen ^^. Davon abgesehen ist Vorfreude schließlich auch die schönste Freude.

Die Geschichte mit den Filtern möchte ich also erst mal aufschieben - wenn das Geld da ist, werde ich mir eine IR-umgebaute Kamera und Filter kaufen - ich denk mal schon, dass das auf etwa 500€ rauslaufen wird (300 min. die Kamera, 100+ pro Filter?). Noch eine kurze Frage dazu: die ganzen Canon XXa Kameras, die sich im Internet finden, sind relativ alte Modelle. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass man LiveView benötigt, um eine adäquate Scharfstellung auf die Sterne zu erreichen?

Markus, Danke für den Buchtipp! So ein Buch kostet ja nix mehr, wenn man mal mit Digitalfotografie angefangen hat :D... Wenn darin wirklich die Funktion der Filter und der Verarbeitung am PC erklärt wird (wovon ich ausgehe), dann werd ich mir das auf jeden Fall leisten. Hohe Dynamikumfänge will ich eigentlich immer manuell bewältigen (bin kein Fan von Automatiken in dem Bereich). Gibt es eine Möglichkeit (wie bei "normalen" HDR-Fotos), die verschiedenen Helligkeiten in Photoshop zu laden und mit Ebenen manuell zu bewerten? So wär mir das am liebsten.

Also bleibt für jetzt: die Montierung. Ja, ich würde das ganze gern "mobil" halten, da scheint Astrotrac ja wirklich recht allein zu stehen, habe ich das richtig verstanden? Danke für den Hinweis mit dem wackeligen Stativ. Mein Stativ ist jetzt schon kein ganz billiges, aber eben auch keins, was für die Astrofotografie gemacht wurde (wie zb. diese großen Holzstative). Ich denke, wenn ich die Beine nicht ganz ausfahre und unten noch ein paar Kilo Gewicht dranhänge (hat extra einen Haken) müsste das schon sicher stehen.
Konkret: Das maximum der Gefühle wäre, ein 400mm(bei etwa F5.0) an der 7D ca. 5min nachzuführen. Geübt wird natürlich mit weniger Brennweite =).

Budgettechnisch bedingt bleibt mir also nichts anderes, als mich vorerst hiermit:
Sternbilder , die großen Sternhaufen Plejaden, Praesepe, M35 und H & Chi sowie die Andromedagalaxie und recht klein M33. Das heißt Du findest nur sehr wenige Objekte, die groß genug sind, um interessant zu sein.
zufrieden zu geben =). Ich muss wohl einsehen, dass für mehr momentan nicht reicht.
Später stehen dann so Dinge wie "ein richtiges Teleskop/anständige Brennweite", "ein festerer Stand/Montierung mit Guiding" und "eine umgebaute Kamera" an. Besonders auf die Nebelfotografie freue ich mich schon ^^, die habens mir angetan.
Und für jetzt bleibts wohl erstmal bei "Astrotrac, Polsucher, Getriebeneiger, Gewicht ans Stativ und in unbewohnte Gebiete fahren" =)

Vielen Dank nochmal! "Clear Skies" (bei uns ists grauenvoll ^^)!
Julian
 
Hallo Julian,

Mobil hab ich möglicherweise falsch rübergebracht. Die Astrotrac ist meiner Meinung nach perfekt auf Reisen. Selbst eine HEQ5 lässt sich ohne Probleme transportieren, sowohl in den Garten, als auch im Auto raus aus der Stadt...

Gruß Markus
 
Hallo Julian,

liveview ist schön, aber nicht zwingend nötig. Spart Dir ungefähr 10 Minuten von etwa 1 Stunde Einstellerei (Objektpositionierung, autoguiderkalibrierung, Leidsternsuch usw....). Ohne liveview fokussierst Du erst mal durch den optischen Sucher, evtl an etwas hellem, Mond, Jupiter, Wega oder so. Dann positionierst Du Dein Objekt, und dann machst Du mit hoher ISO-Einstellung Aufnahmen mit 20-30 Sekunden, konntrollierst den Fokus am Display veränderst den Fokus ein wenig und vergleichst, dann weisst Du die richtige Richtung, in der Du den Fokus noch mal nachstellen musst. nach 5-10 Testbildern passt der Fokus meistens. Das hat den Vorteil, dass Du direkt am Objekt fokussierst, mit liveview sieht die Kamera nämlich nur hellere Sterne, nach dem fokussieren musst Du positionieren, und damit besteht die Möglichkeit, dass sich der Fokus erneut verändert.

Herzliche Grüße

Gottfried
 
Mhm. Liveview ist für mich die absolute Offenbarung beim Scharfstellen. Bei Canon-Kameras hat man eine 5x- und 10x-Lupe auf dem Display. Damit von Hand scharfstellen ist wesentlich genauer als der Autofokus am hellen Stern und gefühlte 100x mal schneller als die Methode mit den Probefotos.
Die Fotos im Link sind mit einer Canon 50D gemacht und der Astrotrac*. Dank Liveview musste ich die Schärfe nur einmal einstellen - hat ca. 10 Sekunden gedauert.

Bilder: https://www.dropbox.com/gallery/4407006/2/Astro/2012-01-15?h=7795b8

* Objektiv 85/1,8 bei 2,8, IDAS-Filter, Fernauslöser. ISO 1600, Light-, BIAS- und Flatframes, Autodark. Ort Schuttberg im Olympiapark, München
 
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Hi,

vielen Dank nochmals für den Input. Ich glaube auch, dass Liveview sehr hilfreich ist und würde ungern darauf verzichten.

Markus - kennst du denn ein paar Alternativen zur Astrotrac, die preislich in ähnlichem Rahmen liegen und trotzdem noch transportabel sind? Wo lägen die Vorteile? Was bräuchte ich noch als Zubehör? Sind vielleicht viele Fragen, uU hast ja auch nen Link o.Ä. für mich =).

Peter - danke für dein Beispiel! Sehe ich das richtig, dass deine Kamera auch nicht astromodifiziert ist? Kommen die Schleier an der Unterseite der Bilder von der Lichtverschmutzung einer Stadt, oder woher?
Und noch eine Frage: Du scheinst ja auch ein Fotostativ zu benutzen, hast du da keine Probleme mit Wackeln/Wind? Und mich würde noch interessieren, mit welchem Kopf/Getriebeneiger(?) du die Astrotrac mit deinem Stativ verbindest, vielleicht kannst du mir das auch noch verraten =).

Vielen lieben Dank euch allen,
Julian
 
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Gottfried - leider funktionieren die Links bei mir nicht. Ich bin mir im übrigen schon im Klaren, dass man auch ohne Liveview schöne Aufnahmen machen kann, ist hier sicher nur eine Bequemlichkeitssache. Aber wenn ich (demnächst mal) vor der Wahl eines Bodies stehe würde ich eher die bequemere (LV)-Lösung wählen, da man da nicht soo extrem draufzahlt, meiner Meinung nach ist eine 350Da jetzt nicht viel teurer als eine 1000Da, oder? Aber, wenn du die "Links reparieren" könntest... deine Bilder würd ich schon gerne sehen =).

Hi Tobiasz, danke für den Vorschlag. Leider hab ich gelesen dass der Star Tracker nur 3.5lbs ~ 1.6kg tragen kann. Wäre für mich ein KO-Kriterium, ich möchte schon 4kg mindestens draufpacken können...

vielen Dank euch beiden!
Julian
 
Hallo Julian,

Alternativen zur Astrotrac sind meiner Meiunung nach, sofern du sie nicht als Reisemontierung benutzen willst, die HEQ5 oder auch die LXD-75. Beide Montierungen sind transportabel, tragen beide deine vorhandene Ausrüstung ganz locker und haben den Vorteil, dass sie in beiden Achsen korrigierbar sind und auch länger als 2 Stunden nachführen können, ohne das man eingreifen muss.

Bei der Fotografie mit normalen Objektiven langt es mit Sicherheit nur 1 Achse wie die Astrotrac nachzuführen, wenn du allerdings Blut lecken solltest, und irgendwann mit dem Gedanken spielst, dir z.B. einen 6" Fotonewton zu kaufen, bist du denke ich mit einer HEQ5 oder LXD-75 besser bedient, da bei >600mm Brennweite zwangsläufig auch das Autoguiding interessant/notwendig wird, wenn du länger als 30 Sekunden belichten willst. Ich denke mit einer der beiden Montierungen bist du für die Zukunft besser aufgestellt.

Ganz außer Acht lassen solltest du aber auch eine EQ6 nicht. Die liegt zwar bei ca. 1000 Euro, trägt aber noch mal deutlich mehr an Instrumentengewicht und ist auch noch transportabel. Diese Montierung sollte allerdings für alle möglichen zukünftigen Astroabenteuer ausreichen, es sei denn du willst deine eigene Sternwarte bauen mit >12" Optiken...

Zu den Montierungen brauchst du für die ersten Versuche kein weiteres Zubehör, außer einer Schiene, auf der du Kamera oder Objektiv befestigen kannst. Guidingequipement lass ich erst mal außen vor.

Gruß Markus
 
Hallo Gottfried - deine Bilder sehen wirklich super aus! Hattest du noch Filter drin oder sind die quasi einfach so aus der modifizierten Cam gekommen? In dem Thread steht, du hast ein 8"F4-Teleskop verwendet, ich kenn mich mit den Bezeichnungen noch nicht so aus - wieviel Brennweite entspricht das denn in etwa?

Markus - vielen Dank für die Auflistung, klingt wirklich ganz gut! Nur über die LXD-75 hab ich jetzt ein paar negative Sachen gelesen "macht nur Ärger", "Motor tut nicht, wie er soll", "schwierig zu justieren"...
Bei der Astrotrac kann man bei guter Justierung wohl etwa 5 min bei 400mm nachführen, ohne Probleme zu kriegen. Würde bei einer HEQ5 da mehr gehen? Das wäre echt super. Blut lecken ist quasi schon vorprogrammiert, aber bis das Geld da ist, wirds wohl noch eine Weile dauern =). Und ja, dann sollte natürlich auch "was gescheites", also ein anständiges Teleskop, her, spricht also eigentlich viel für die HEQ5.
Was das Autoguiding betrifft, ist wohl noch ferne Zukunftsmusik ^^... aber ich hab gehört, dass die neue Astrotrac-Version auch einen Autoguiding-Anschluss besitzen soll. Wie funktioniert das überhaupt, muss ich da einen Laptop anschließen oder so?

Viele Grüße, Julian
 
Hi Julian,

> wieviel Brennweite entspricht das denn in etwa

8" sind die Öffnung: 8 Zoll = 203mm. F/4 ist das Öffnungsverhältnis bzw. die fotografische Blende. 203mm * 4 = 812mm Brennweite.

> Bei der Astrotrac kann man bei guter Justierung wohl etwa 5 min bei 400mm nachführen, ohne Probleme zu kriegen. Würde bei einer HEQ5 da mehr gehen?

Mit der HEQ5 habe ich schon mal 10min an 820mm Brennweite geguidet. Kein Problem. Länger geht wegen Lichtverschmutzung und meiner dafür unzureichenden Einnordung nicht.

Für's Autoguiden: entweder mit PC/Laptop, entsprechender Software und separater Guidingcam oder standalone mit dem MGEN von Lacerta.

Gruß,
Markus
 
Hi Julian,

die Kamera ist modifiziert, sprich, die hat statt des normalen Filter einen Baader-Filter vor dem Chip, deshalb 310da, das "a" steht für astrooptimiert. Einfach so aus der Kamera kommen die nicht. Bildbearbeitung ist eine Kunst, bei der ich erst am Anfang stehe und die durchaus nicht trivial ist.

Guiding mache ich mittels webcam und Laptop, damals mit der EQ6, mittlerweile steht die im Keller, da ich eine schwerere Montierung an Land ziehen konnte, die mittlerweile in meinem Garten auf einer Betonsäule ruht. Das Achsenkreuz hat etwa 60kg, die trage ich nicht mehr durch die Gegend.

Der Nachteil ist, wenn der Nachbar das Licht anschaltet, hab ich einen Gradienten im frame....

Für Dich wird die Entscheidung wie folgt aussehen:

mobil und nur Fotos mit kurzer Brennweite (max. 200-400mm), rel. kurze Belichtungszeiten, Astrotrac. Visuelles Beobachten kann dann gleichzeitig durch Fernglas vom Liegestuhl aus erfolgen oder mittels eines daneben stehenden Dobons...

mobil mit Option bis max 1000mm EQ6 (HEQ5 etwas leichter, etwas ungenauer). Allerdings wesentlich größerer Aufwand (Autoguiding, Stromversorgung für Monti und Autoguider). Hierbei hast Du die Option auf visuelles Beobachten. Der 8"f4 ist zB visuell nicht das Optimum, bietet aber trotzdem hübsch Anblicke von Sternhaufen und Nebeln, selbst an Mond und Planeten lässt sich einiges erkennen, trotz 80mm Fangspiegel (großer Fangspiegel reduziert den Kontrast der visuellen Abbildung, Stichwort Obstruktion, fotografisch ist das wurscht, da soll die Ausleuchtung möglichst gleichmäßig sein, der Kontrast wird bei der ebv gesteuert).

Herzliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Julian,

bei der Astrotrac kannst du nur die Rektazensions-Achse mittels des Autoguider-Eingangs korrigieren. Bei super genauer Polausrichtung mag es dann auch für Bilder um 5 min reichen. Die anderen Montierungen lassen sich auch in Deklination korrigieren, so dass eine kleine "Schlamperei" bei der Einnordung kompensierbar ist. Das ist meiner Meinung nach auch der größte Haken der Astrotrac bzw. Vorteil der vorgeschlagenen parallaktischen Montierungen.

Zum Thema LXD-75, ja man liest schon mal negatives, aber da ich sie selber nutze und die negativen Aspekte nicht teilen kann, habe ich sie einfach mal mit in den Raum geworfen. Die Montierung bekommst du mit ein wenig Glück erheblich günstiger als die HEQ5 oder EQ6, trägt aber auch dementsprechend weniger. Wenn es also direkt eine Montierung sein soll, die auf jeden Fall zukunftssicher ist, dann nimm eine EQ6. Wenn du allerdings bei geringeren Brennweiten bleiben solltest, weil dich großflächige Nebel/Sternfelder usw. interessieren, dann kann auch eine HEQ5 bzw. LXD-75 über Jahre hinweg die richtige Montierung sein. Beiden Montierungen würde ich nicht mehr als 9kg fotografisch zumuten, die sind mit einem 6" Newton + Leitrohr und DSLR schnell erreicht. Da hat die EQ6 aber noch Reserven...

MfG Markus
 
Hi,

nochmal vielen Dank für eure umfangreichen Antworten. Ich möchte noch kurz darauf eingehen.. ^^

helly (Markus) - 10 minuten bei 800mm Brennweite klingt ja wahnsinnig gut! Wenn du "geguidet" schreibst, heißt das mit Autoguiding? Oder schafft man das auch, wenn man die Montierung besonders genau einnordet?

Ich habe momentan zwar nur (fotografische) Linsen bis ca. 600mm (mit Konverter), aber ich denke trotzdem, dass ich wohl mit einer Montierung besser bedient bin als mit der Astrotrac. Grund ist auch der Preis - wenn ich zur Astrotrac noch extra einen Polsucher dazukaufen muss und diese Polhöhenwiege brauche, um ein einigermaßen gute Deklinationsachsen-Annäherung zu kriegen, bin ich schnell bei 800€, und das schreckt mich etwas ab. Dann lieber eine Montierung, ist zwar weniger transportabel, aber dafür stabiler. Am liebsten natürlich die EQ6, aber so viel Geld hab ich noch nicht in der Tasche ^^.

was haltet ihr von diesem Angebot? Ist das preislich im Rahmen, oder sollte ich die günstiger bekommen, wenn ich mit dem Kauf noch etwas warte?
http://forum.astronomie.de/phpapps/...45/gonew/1/Skywatcher_HEQ_5_Montierung#UNREAD

und ich sehe das richtig, dass diese Montierungen quasi schon eine eigenen (relativ genaue?) Nachführung besitzen? Autoguiding wäre für mich nämlich preislich auch erstmal außer Reichweite, ich hoffe, z.B. die EQ5 führt genau genug nach um das zu kompensieren? Ich würde mir auch extra-viel Mühe beim Einnorden geben ;-) .

vielen Dank!
Julian
 
Hallo Julian,

auch wenn du meinen Namensvetter angesprochen hast... 10 min bei 800mm Brennweite geht nur mit Autoguiding UND guter Einnordung! Bei den Montierungen, über die wir uns unterhalten, sind Schneckenfehler, Getriebespiel usw. so groß, dass es maximal und das auch nur unter besten Voraussetzungen zu ner guten Minute eventuell auch zwei Minuten Belichtung ohne Autoguiding reichen wird (800mm Brennweite), stell dich aber je nach Montierung eher so auf 30 Sekunden bei 800mm ein... ohne Guiding!

Ob sich das Angebot lohnt, kann ich dir nicht sagen, worauf ich aber auf jeden Fall achten würde: Die Montierung sollte einen Autoguider-Anschluss haben!

Gruß Markus

 
Hallo Julian,

so übel ist die HEQ5 nicht. Allerdings fehlt Dir bei der einfachen 2-Achssteuerung die Möglichkeit der Autoguider-Schnittstelle, und um autoguiding wirst Du nicht drumrumkommen.

Viele Grüße,

Gottfried
 
Danke für eure Hilfe!
Es ist mit diesen Typbezeichnungen wohl nicht ganz einfach. Ich glaube, wenn nicht "Syntrek" dabeisteht ist es tatsächlich die Version ohne Autoguide-Anschluss. Dass ich ums Autoguiden, auch wenn ich noch nicht weiß wie, wohl früher oder später nicht herumkommen werde, habe ich schon eigesehen ^^.

Was etwas schade ist: Nach gebrauchten HEQ5-Montierungen _mit_ Autoguideanschluss habe ich bisher vergeblich gesucht. Und die 750€ für eine neue werd ich mir nicht leisten können. Grr! Immer dieses blöde Geldproblem als Student =).

Markus, du nutzt doch die LXD75. Vielleicht sollte ich mich darauf einlassen, und probieren, ob ich vielleicht wie du auch ohne Probleme damit klarkomme. Kann diese Montierung von der Nachführgenauigkeit mit einer HEQ5 mithalten? Und könnte ich sie auch (später, wenn Geld vorhanden) autoguiden?

vielen Dank! Julian

 
Hallo Julian,

Du kannst ja mit dem Angebot anfangen und später die einfache 2-Achs Steuerung durch eine Syntrek oder eine andere Steuerung ersetzen.

Wenn Du mit Fotoobjektiven anfängst, kannst durchaus ein paar Objekte ablichten. Mit den Bildern übst dann die Bildbearbeitung.

Der Technikeinsatz (Montierung, Steuerung, Autoguiding) ist blos die "halbe Miete" bei Astrofotografie. Ohne intensive Bildbearbeitung sehen die Bilder sehr bescheiden aus...
 
Zitat von Sternenfee123:
Der Technikeinsatz (Montierung, Steuerung, Autoguiding) ist blos die "halbe Miete" bei Astrofotografie. Ohne intensive Bildbearbeitung sehen die Bilder sehr bescheiden aus...


ohhh jaaaa...

Also ob die LXD75 genau so gut wie die HEQ5 nachführt kann ich dir nicht mit Sicherheit sagen... Ich kann dir nur folgendes aus eigener Erfahrung berichten:
Ich habe bei einigermaßen guter Einnordung per justiertem Polsucher keine Probleme damit, meinen 6" Newton mit 750mm Brennweite 30 Sekunden ohne Autoguider nachzuführen. Mit kompletten Guidinggeraffel also Leitrohr und Webcam zusätzlich, waren auch 3min und mehr kein Problem, da kommt bei mir schon die Lichtverschnmutzung zum tragen.
Da die LXD75 auch KEINEN Autoguider-Eingang hat, musst du auch hier den Umweg über Laptop und Autostar-Handbox gehen, aber es lässt sich sehr gut machen.

Für mich war die LXD75 die einzig erschwingliche Montierung, die sich guiden lies und mein Gerafell tragen konnte... Also aus der Not eine Tugend gemacht und siehe da, es funzt. Planeten filmen oder kurzbelichtete Mondaufnahmen gehen auch auf der LXD75 mit 2000mm Brennweite und f/10. Es ist also nicht so, dass du Gefahr läufst, die Montierung in 2 Wochen wieder verkaufen zu wollen.

Gruß Markus
 
Hallo Julian,

Zitat von charname2:
helly (Markus) - 10 minuten bei 800mm Brennweite klingt ja wahnsinnig gut! Wenn du "geguidet" schreibst, heißt das mit Autoguiding? Oder schafft man das auch, wenn man die Montierung besonders genau einnordet?

was haltet ihr von diesem Angebot? Ist das preislich im Rahmen, oder sollte ich die günstiger bekommen, wenn ich mit dem Kauf noch etwas warte?
http://forum.astronomie.de/phpapps/...45/gonew/1/Skywatcher_HEQ_5_Montierung#UNREAD
ich kann nur bestätigen, was bereits geantwortet wurde:
- 10min bei 800mm ist mit der HEQ5 Pro nur per (Auto)guiding (Schneckenfehler etc. zu groß) und guter Einnordung möglich
- HEQ5 ohne Synscan/Syntrek hat einfache, langsame Motoren verbaut und keinen Guiding-Port, ein Upgrade auf Syntrek (ohne Goto) gibt es nicht, also bleibt nur der teurere Upgrade auf SynScan (Goto)

Gruß,
Marfkus
 
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