Radioteleskop: Quelle für Schüsseln

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nachtvogel

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Hi Ihr.

Dank nicht mehr zu ertragender Lichtverschmutzung habe ich die fotographsiche Astronomie nun endgültig für bendet erklärt und bin gerade dabei über den Tellerrand zu hüpfen. Ich möchte mich mal der Radioastronomie widmen. Verstärker, SDR-Receiver, LNB, alles kein großes Thema aber ich finde keine vernünftige aktuelle Quelle für simple Primärfokusantennen > 1m. Diverse Links die ich ergoogelt habe sind alle veraltet und in den typischen Schüsselläden ist das auch mau. Hat da vielelicht jemand eine Idee hier ?

Grüße,
nv
 
Gibt es überhaupt noch Primärfokusantennen? Ich habe lange keine mehr gesehen. Wo ist der Nachteil einer Offsetantenne?

Ich muss zugeben, dass mich die Technik auch sehr interessiert, seitdem ich sehe, was hier auch als Amateur alles geht.

Michael
 
Ist die Offsetantenne nicht auch Primärfokus? Bin da aber auch absoluter Laie. Ich denke mal der Unterschied ist eher klassischer Parabolreflektor und der Parabolausschnitt (=Offset).
Die andere Fokusvariante wäre dann der Cassegrain/Gregoryfokus, ähnlich wie man ihm vom Reflektorteleskop kennt.
Wenn man aktuell mal bei den EbKlAnz reinschaut, da tummeln sich einige klassische "Prime Focus" mit Größen D>1m bis 3.2m.
Offset Antennen gibt es mit wirksamen D=1,2m sogar neu.
Offset hat meines aktuell begrenzten Wissens nach halt den Nachteil, dass das Peilen nicht direkt erfolgt und das der Feed-Ausleger recht ausladend werden kann.
Auf jeden Fall aber ein interessanter (zukünftiger?) Zweig der beobachtenden/registrierenden Hobbyastronomie.

interessierte Grüße - Ronald
 
Soweit ich es verstand, sind Offsetantennen elliptische Formen, d.h. es wird die gesamte Fläche wirksam und man vermeidet die Abschattung und Obstruktion durch die Feedhalterung. Der Preis ist eine komplexere Form. Geraten sage ich mal, wird die Auflösung und auch der Spot etwas asymmetrisch sein, zudem müsste man auch etwas asymmetrische Nebenempfangsbereiche bekommen. Im Grunde ein Schiefspiegler.

Die Peilrichtung kann man angeblich bestimmen, indem man etwas Aluband aufklebt und mit einem Laserpointer schaut, aus welcher Richtung der Reflex zum Feed geht. In Punkto Auflösung ist natürlich alles anders: Ich meine, 2m Durchmesser ergeben bei 10 GHz um die 0,1 Grad. Ein beugungsbegrenzter Spiegel sollte bei einer Wellenlänge von 30 mm kein Problem sein.

Cygnus mit ganz grob 10x10 Grad ist also als grobpixeliges Bild machbar, wenn einen doch mal wieder der Wunsch nach einem Bild überkommen sollte. Pixelweise abgetastet dauert das dann auch schon lange.

In dem Zusammenhang hat mich Interferometer | Astropeiler Stockert e.V. sehr beeindruckt: Interferenz im Amateurbereich durch Synchronisation der LNBs.

Bisher lese ich mich aber nur etwas nur, weil ich seit Monaten keinen klaren Himmel mehr sah.

Michael
 
Hallo Nachtvogel,
ich kann Deinen Frust vollständig nachvollziehen. Auch bei mir ist bedingt durch LED Straßenbeleuchtung, Flutlicht auf einem neuen Supermarkt Parkplatz und immer neue Baugebiete keine sinnvolle Beobachtung und insbesondere Fotografie mehr möglich.
ich hab daher auch inzwischen alles verkauft und widme mich der "lesenden" Astronomie.

Ich habe mir ebenfalls Gedanken in Richtung Radioastronomie gemacht und auch einen günstigen SDR Empfänger und Vorverstärker besorgt. Allerdings hab ich auch noch keine Antenne gebaut sondern nur mit den Stabantennen experimentiert.
Bei meinen Recherchen zu Antennen bin ich auf beigefügten Link eines Studentenprojekts zu einer 21 cm Hornantenne gestoßen. Denke so eine Antenne läßt sich auch noch mit etwas handwerklichem Geschick selbst bauen und auch auf einer Teleskopmontierung betreiben.
Hier der Link: 21 cm Hornantenne

Außerdem gibt es interessante Internetseiten, insbesondere von Amateurfunkern zur Berechnung von Antennen. Hier z.B. eine interessante Seite: Antennendesigns und Berechnung

Ich selbst habe noch keine praktische Erfahrung mit der Radioastronomie gemacht. Aber mich interessiert das Thema sehr und ich hoffe, dass sich hier vielleicht noch andere finden, die schon ihre praktischen Erfahrungen teilen können.

Viele Grüße
Ralf
 
Noch ein Nachtrag,

hier ein Link ins blaue Forum (ich hoffe das ist ok) zu einer Diskussion aus 2017 über ein Radioteleskop Selbstbauprojekt. Vielleicht hilfts ja weiter. Hier wird auch auf ein Jugend Forscht Projekt verlinkt, in dem die Möglichkeiten mit einer Sat-Antenne untersucht werden.

Grüße
Ralf
 
Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt das Radioteleskop Astropeiler Stockert besuchen: Astropeiler Stockert e.V. | Radioastronomie, Amateurfunk, Natur und mehr

Ich war heute dort und bin schlicht begeistert von der Technik, der geleisteten Arbeit der Betreiber und deren Einsatz. Neben den eindrucksvollen großen Teleskopen gibt es auch einige kleinere Geräte und man kann sich genau ansehen, was damit möglich ist. Ein für Amateure besonderer technischer Leckerbissen ist ein Interferenzteleskop mit zwei umgebauten LNBs an normalen Satelliten-TV-Antennen. Interferenz bei 10 GHz als Amateur? Ja, durch synchron arbeitende Mischer: Interferometer-Komponenten | Astropeiler Stockert e.V.

Davon abgesehen ist auch die historische Technik sehr interessant und man kann sich ein Radioteleskop in allen Details von innen anschauen, was sonst nirgends geht.

Es bleibt die Erkenntnis, dass im Rahmen eines Hobbys hier wesentlich mehr möglich ist, als man vielleicht meint.

Michael
 
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