ThN
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...und weitere Beobachtungen auf dem Mond.
Gestern Abend riss der Himmel nach ein paar schlechten Tagen mit Regen und Wolken wieder auf. Zuletzt konnte ich den jungen knapp 4 Tage alten Mond für ca. 10 Minuten beobachten. Gestern Abend war er schon knapp 9 Tage alt und mehr als halb voll und ich konnte mich ihm etwa 2 Stunden lang widmen.
Beobachtung am 13. 10. von 20 Uhr bis ca. 22 Uhr
Mond: Alter 8,7 - 8,8 Tage
Instrument: 10"-Dobson bei 63x (Übersicht) und 139x (Detail)
Karten: Kosmos Mondführer (Lacroux und Legrand), Rükl Mondkarten aus "Kosmos-Atlas Sterne und Planeten" sowie Virtual Moonatlas (Legrand, Chevalley)
Himmel: Vorwiegend klar, durchziehende Wolken, sehr schlechtes Seeing.
Zu Anfang der Beobachtung befand sich der Mond noch häufiger hinter dünnen Wolken was die Beobachtung merkwürdig bis unmöglich machte. Dennoch ließ ich mir das nicht nehmen und konnte schon die Hauptinteressenpunkte auf der Mondscheibe ausmachen:
A) Ganz oben im Okular, d.h. im hohen Süden, am Terminator, ein mächtiger wulstiger Krater
B) Die Gegend um Bullialdus
C) Copernicus und die Gegend südlich davon im Mare Imbrium
D) Der Norden, westlich von Plato
Auf die Punkte B und C hatte ich mich schon mit Hilfe des Kosmos-Mondführers ein wenig vorbereitet. A war allerdings eine große Überraschung.
A entpuppte sich als der Krater Newton. Im Mondführer ist er am neunten Abend aufgeführt. Im zugehörigen Foto erscheint er schon recht mächtig. Ich hatte ihn aber schon etwas früher im Okular, d.h. anfangs noch nicht ganz aus dem Mondschatten hervorgetreten. So wirkte er noch mächtiger und mysteriöser. Wegen des schlechten Seeings war es nur schwierig Details auszumachen und hoch zu vergrößern. 140x ging noch gerade eben.
Während der Beobachtung konnte man langsam mehr Details in der Terminatorgegend entdecken. Am spannendsten war ein langsam aufleuchtender Punkt am westlichen Rand. Ich erkläre mir das durch eine hervortretende Spitze. Dieser Rand muss sehr hoch sein. Weiter nördlich, in Richtung Krater Gruemberger kam auch ein mir sehr mächtig erscheinendes Massiv zum Vorschein. Die Beleuchtung ließ es wie ein steil aufragendes weißes Dreieck aussehen (Nachtrag: während ich dies schreibe hab ich das "Dreiecksmassiv" auf dem Foto im Mondführer entdeckt. Mal sehen ob ich auch noch einen Namen herausfinde.)
Wegen des schlechten Seeings gab mir Newton aber einige Rätsel auf. Die Fotos die ich mir bisher angesehen habe klären das nicht recht auf. Auch die Rükl-Zeichnungen scheinen mir nicht sehr detailliert. Mir schien es, als ob dieser Krater einen doppelten Wall hat, aber wie gesagt: Das Seeing... Wäre toll, wenn jemand gestern Abend (bei hoffentlich besserem lokalen Seeing) Aufnahmen gemacht hätte Bin schon gespannt! Hat vllt. sonst noch jemand gestern den Mond beobachtet?
Daneben war noch die Gegend um den Krater (oder Wallebene) Clavius interessant. (Die Krater in Clavius eignen sich auch gut zur Navigation.) Im Westen zeichnete sich schon der Nachbarkrater Blancanus als mächtige Eindellung im Schatten ab, aber während der gesamten Beobachtungszeit trat er nicht weiter aus dem Schatten hervor.
B) Der Krater Bullialdus mit seinen beiden südlichen Nachbarkratern A und B lag fast direkt auf dem Terminator. Nördlich davon schien aus einem Krater entspringend recht deutlich eine Einkerbung in nordöstliche Richtung zu verlaufen, ein Vallis, Tal. Tatsächlich zeigt die Karte zwei etwa parallel laufende recht flache (?) Höhenrücken die bei dem interessant aussehenden Krater Kies anfangen und bis zum Krater Wolf T verlaufen. Auf der Karte nur eher unauffällig (und das "Tal" hat auch keinen Namen) - durchs Okular und bei dem sehr günstigen Sonnenstand aber sehr markant. Das macht die Livebeobachtug auch so spannend.
C) Copernicus befand sich direkt am Terminator und das Innere lang noch fast völllig im Schatten. Nur der westliche Rand war oben etwas erleuchtet so dass man schon die Terrassierung wie in einem Amphitheater erahnen konnte.
Unterhalb (d.h. nördlich) von Copernicus war ein ziemlich deformierter, "wild" aussehender Krater zu erkennen: Gay-Lussac. Schade dass das Seeing so mies war. Geduldiges Beobachten ließen zwar schon Details erahnen, aber bei besserem Seeing und höherem Himmelsstand (der Mond befand sich etwa auf Höhe der Wintersonne) wäre schon noch eine Steigerung.
Nördlich von Copernicus, im Mare Imbrium beobachtete ich eine Kraterkette ausgehend von Archimedes: Bancrofft, Feuillée / Beer, Timocharis, Lambert (am Terminator). Besonders interessant das Paar Feuillée / Beer: Sehr klein, aber ungeheuer kontrastreich "ausgestanzt". Auch interessant: die sehr unwegsam aussehenden Montes Archimedes.
Noch interessanter aber: Ein kleiner weißer Punkt zwischen Timocharis und Lambert, eher in der Nähe von Lambert. Dies ist ein Berg, dessen Namen ich leider nicht herausfinden konnte. Er ist auf der Rüklkarte eingezeichnet aber ohne Namen.
D) Schließlich fiel mir noch westlich von Plato am Terminator ein "ziemlich ausgefressener Krater" (Protokollnotiz) auf. Das könnten noch am ehesten die Montes Recti gewesen sein. Habe die Formation leider nicht detailliert beobachten können.
Die Mondbeobachtung hatten wieder mal trotz des schlechten Seeings Spaß gemacht. Mond beobachten ist ja auch recht bequem. Man muss z.B. mit Licht nicht geizen (ich beleuchtete die Karten mit meiner Handytaschenlampe). Vielleicht geht heute Abend wieder etwas.
Thomas
P.S. Der Berg in der Nähe von Lambert hat die inoffizielle Bezeichnung Mons Undest. Siehe: http://the-moon.wikispaces.com/Undest
Gestern Abend riss der Himmel nach ein paar schlechten Tagen mit Regen und Wolken wieder auf. Zuletzt konnte ich den jungen knapp 4 Tage alten Mond für ca. 10 Minuten beobachten. Gestern Abend war er schon knapp 9 Tage alt und mehr als halb voll und ich konnte mich ihm etwa 2 Stunden lang widmen.
Beobachtung am 13. 10. von 20 Uhr bis ca. 22 Uhr
Mond: Alter 8,7 - 8,8 Tage
Instrument: 10"-Dobson bei 63x (Übersicht) und 139x (Detail)
Karten: Kosmos Mondführer (Lacroux und Legrand), Rükl Mondkarten aus "Kosmos-Atlas Sterne und Planeten" sowie Virtual Moonatlas (Legrand, Chevalley)
Himmel: Vorwiegend klar, durchziehende Wolken, sehr schlechtes Seeing.
Zu Anfang der Beobachtung befand sich der Mond noch häufiger hinter dünnen Wolken was die Beobachtung merkwürdig bis unmöglich machte. Dennoch ließ ich mir das nicht nehmen und konnte schon die Hauptinteressenpunkte auf der Mondscheibe ausmachen:
A) Ganz oben im Okular, d.h. im hohen Süden, am Terminator, ein mächtiger wulstiger Krater
B) Die Gegend um Bullialdus
C) Copernicus und die Gegend südlich davon im Mare Imbrium
D) Der Norden, westlich von Plato
Auf die Punkte B und C hatte ich mich schon mit Hilfe des Kosmos-Mondführers ein wenig vorbereitet. A war allerdings eine große Überraschung.
A entpuppte sich als der Krater Newton. Im Mondführer ist er am neunten Abend aufgeführt. Im zugehörigen Foto erscheint er schon recht mächtig. Ich hatte ihn aber schon etwas früher im Okular, d.h. anfangs noch nicht ganz aus dem Mondschatten hervorgetreten. So wirkte er noch mächtiger und mysteriöser. Wegen des schlechten Seeings war es nur schwierig Details auszumachen und hoch zu vergrößern. 140x ging noch gerade eben.
Während der Beobachtung konnte man langsam mehr Details in der Terminatorgegend entdecken. Am spannendsten war ein langsam aufleuchtender Punkt am westlichen Rand. Ich erkläre mir das durch eine hervortretende Spitze. Dieser Rand muss sehr hoch sein. Weiter nördlich, in Richtung Krater Gruemberger kam auch ein mir sehr mächtig erscheinendes Massiv zum Vorschein. Die Beleuchtung ließ es wie ein steil aufragendes weißes Dreieck aussehen (Nachtrag: während ich dies schreibe hab ich das "Dreiecksmassiv" auf dem Foto im Mondführer entdeckt. Mal sehen ob ich auch noch einen Namen herausfinde.)
Wegen des schlechten Seeings gab mir Newton aber einige Rätsel auf. Die Fotos die ich mir bisher angesehen habe klären das nicht recht auf. Auch die Rükl-Zeichnungen scheinen mir nicht sehr detailliert. Mir schien es, als ob dieser Krater einen doppelten Wall hat, aber wie gesagt: Das Seeing... Wäre toll, wenn jemand gestern Abend (bei hoffentlich besserem lokalen Seeing) Aufnahmen gemacht hätte Bin schon gespannt! Hat vllt. sonst noch jemand gestern den Mond beobachtet?
Daneben war noch die Gegend um den Krater (oder Wallebene) Clavius interessant. (Die Krater in Clavius eignen sich auch gut zur Navigation.) Im Westen zeichnete sich schon der Nachbarkrater Blancanus als mächtige Eindellung im Schatten ab, aber während der gesamten Beobachtungszeit trat er nicht weiter aus dem Schatten hervor.
B) Der Krater Bullialdus mit seinen beiden südlichen Nachbarkratern A und B lag fast direkt auf dem Terminator. Nördlich davon schien aus einem Krater entspringend recht deutlich eine Einkerbung in nordöstliche Richtung zu verlaufen, ein Vallis, Tal. Tatsächlich zeigt die Karte zwei etwa parallel laufende recht flache (?) Höhenrücken die bei dem interessant aussehenden Krater Kies anfangen und bis zum Krater Wolf T verlaufen. Auf der Karte nur eher unauffällig (und das "Tal" hat auch keinen Namen) - durchs Okular und bei dem sehr günstigen Sonnenstand aber sehr markant. Das macht die Livebeobachtug auch so spannend.
C) Copernicus befand sich direkt am Terminator und das Innere lang noch fast völllig im Schatten. Nur der westliche Rand war oben etwas erleuchtet so dass man schon die Terrassierung wie in einem Amphitheater erahnen konnte.
Unterhalb (d.h. nördlich) von Copernicus war ein ziemlich deformierter, "wild" aussehender Krater zu erkennen: Gay-Lussac. Schade dass das Seeing so mies war. Geduldiges Beobachten ließen zwar schon Details erahnen, aber bei besserem Seeing und höherem Himmelsstand (der Mond befand sich etwa auf Höhe der Wintersonne) wäre schon noch eine Steigerung.
Nördlich von Copernicus, im Mare Imbrium beobachtete ich eine Kraterkette ausgehend von Archimedes: Bancrofft, Feuillée / Beer, Timocharis, Lambert (am Terminator). Besonders interessant das Paar Feuillée / Beer: Sehr klein, aber ungeheuer kontrastreich "ausgestanzt". Auch interessant: die sehr unwegsam aussehenden Montes Archimedes.
Noch interessanter aber: Ein kleiner weißer Punkt zwischen Timocharis und Lambert, eher in der Nähe von Lambert. Dies ist ein Berg, dessen Namen ich leider nicht herausfinden konnte. Er ist auf der Rüklkarte eingezeichnet aber ohne Namen.
D) Schließlich fiel mir noch westlich von Plato am Terminator ein "ziemlich ausgefressener Krater" (Protokollnotiz) auf. Das könnten noch am ehesten die Montes Recti gewesen sein. Habe die Formation leider nicht detailliert beobachten können.
Die Mondbeobachtung hatten wieder mal trotz des schlechten Seeings Spaß gemacht. Mond beobachten ist ja auch recht bequem. Man muss z.B. mit Licht nicht geizen (ich beleuchtete die Karten mit meiner Handytaschenlampe). Vielleicht geht heute Abend wieder etwas.
Thomas
P.S. Der Berg in der Nähe von Lambert hat die inoffizielle Bezeichnung Mons Undest. Siehe: http://the-moon.wikispaces.com/Undest
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