Randunschärfe und "Schatten" bei ETX-70at

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trilly

Neues Mitglied
Hallo!

Dies ist mein erster Post, also erstmal "Hallooo!" an alle Mitglieder und alten Hasen hier. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Vor kurzem ist mein (neues) ETX-70 gekommen und ich habe es natürlich direkt am Abend mit rausgenommen um schonmal ein paar erste Beobachtungen zu machen. Da ich nur recht kurz Zeit hatte fuhr ich schnell zum Test ein paar Objekte an, z.B. Andromeda Galaxie die ich schon gut erkennen konnte, und ein paar Sternhaufen die ich noch im Sinn hatte (Anfänger). Die Sicht wurde allerdings immer schlechter und ich hatte am Ende echt Angst das ich das Teleskop wegschicken muss. Diese Angst hat sich aber schnell als unbegründet herrausgestellt: MEEEGA TAU am Teleskop und an sämtlichen Okularen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />. Ich hatte wohl das Temperieren vergessen, hehe. Das aber nur nebenbei..

Gestern ergab sich wieder eine Möglichkeit zu kieken, da hier in Wilhelmshaven einige Wolken zurzeit die Sicht sehr einschränken. Ich wollte also diesen "klaren" Himmel ausnutzen um einmal ausschliesslich Mars zu gucken, habe diesmal das Teleskop ca. eine Stunde draussen stehen lassen und dann erst Beobachtet.

Als ich dann Mars anfuhr war ich seehr Enttäuscht: Sehr Starke Konvergensfehler, eine gelbliche Farbe, und im Allgemeinen nur eine seeehr helle gelbe (?) Scheibe.

Nachdem ich dann zur Kontrolle weitere Objekte wie Pleiaden und andere Sternhaufen angefahren habe konnte folgende Probleme feststellen: Extreme Randunschärfe, und alle Sterne (und auch Mars bei niedriger Brennweite) haben einen "Schatten" nach links-oben.

Jetzt meine Frage: Das "Seeing", sofern ich das beurteilen kann, war relativ schlecht und Mars war nah am Horizont, können diese Effekte ausschliesslich durch diese Dinge hervorgerufen sein, oder meint ihr das Teleskop hat einen Defekt? Würde natürlich ausgiebig Testen, aber im Moment lassen das leider Wolken nicht zu. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Danke für alle Antworten!

--Ralf
 
Hi Ralf,
willkommen an Board.
Das Mars eine helle, gelbliche/ ockerfarbene Scheibe im Teleskop ist paßt.
Das keine Details zu sehen waren könnte an verschiedenen Dingen hängen. Evtl war die Vergrößerung zu gering, das Seeing mies oder es ist einfach die Optik,
die nicht grade für Planetenbeobachtung optimiert ist, dank des systembedingten Farbfehlers.
Das mit den Schatten verstehe ich nicht wirklich um da einen Ansatzpunkt zu finden. Vielleicht kannst Du das beschreiben oder gar bildlich darstellen.
Hast Du Sternfreunde, die das Teil mal live begutachten können?
Vielleicht ist mit dem Gerät ja was nicht i.O.
CS
 
Moin,

habe mal etwas gegoogelt:

Das ETX 70 ist demnach ein völlig überteuertes 70mm Refraktörchen mit 350mm Brennweite (oder gibt es unterschiedl. Versionen?), imho ist das ein Großfeldgerät und die Eignung für Planetenbeobachtung ist mehr als besch... (meine nicht ...eiden), insbesondere mit den mitgelieferten Plössl-Okus ist das Gerät mit f/5 vermutlich aber auch in dem Bereich schon keine wirkliche Freude mehr, oder was sagen die Deepsky-Spezis dazu?

Tipp: Auf den Lidl-Refraktor zu Weihnachten warten und ETX nach einem direkten Vergleich evtl. bei Ebay verkloppen ;-).


Gruesslies

Carsten
 
Hallo Carsten,

hm, da wäre wieder die Sache, ob man sich wirklich ein 2. Einsteigerteleskop anschaffen sollte. Vielleicht kommt man ja mit dem ETX doch so weit, daß man beurteilen kann, ob man dabei bleibt und was man hauptsächlich schauen will.
Aber für Planetenbeobachtung ist das Ding wirklich nicht gedacht. Damit man überhaupt mal 100-fache Vergrößerung hat, um also wenigstens ein wenig Planetendetail zu erkennen, braucht man ja schon ein 3,5mm Okular.
Die Meade 4000er Plössl hören ja bei 6,4mm auf, so daß also maximal 54x am Start gewesen sein dürften. Dabei ist Mars ein kleiner, grelloranger Fleck und das war's dann auch schon.
Ich finde also das Gerät auch unsinnig, aber es ist nunmal da. Also müsste man über Abhilfe nachdenken, und das könnte ein ED Okular sein, ich würde sagen mit 3,8mm Brennweite. Diese ED-Okulare sind bei Ebay ab 20 Euro zu erwischen, kommen alle vom selben Hersteller aber mit unterschiedlichen Markennamen. Die bekanntesten Markennamen sind Seben, Bresser, Soligor, AOM,... (mal nach geschätzter Häufigkeit bei Ebay geordnet). Damit ginge dann fast 100x und damit werden schon die größeren Marsdetails erkennbar. Und das gilt so auch für Jupiter und Saturn.

Zur Randunschärfe: Das ist leider bei einem solchen Gerät normal. Durch das "schnelle" Öffnungsverhältnis von f/5 bekommen einfach aufgebaute Okulare (das heisst nicht billig!) Probleme bei der Randabbildung. Es gibt Okulare, die damit klarkommen, aber für ein ETX 70 lohnt deren Anschaffung meiner Meinung nach nicht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ralf,

da ich selbst ebenfalls ein ETX-70 besitze und auch nutze, muss ich mich den Vorrednern anschließen. Viel mehr als das was du gesehen hast ist leider bei diesen Spielzeugrefraktor nicht drinn. Es grenzt schon an eine Frechheit von seiten des Herstellers solch einen horrenden Preis für fast nichts zu verlangen.

Die Fokusierierung beim 70er ETX erfolgt bekanntlich durch das Verschieben des Objektives. Anders ist es infolge des Aufbaus überhaupt nicht möglich. Wie du vielleicht schon festgestellt hast, ist ab einer Objekthöhe(über Horizont) von etwa 70° der Fokusierknopf kaum noch erreichbar, da dieser in der Aufhängung verschwindet. Dieser Knopf bewegt eine etwa 20cm lange "Welle" mit einem Durchmesser von 3,5mm, die im Tubus ein Gewinde besitzt, über das das Objektiv verschoben wird. Leider ist die Passgenauigkeit zwischen Tubus und Objektivfassung so mies gefertigt, dass es beim Fokusieren zu einem leichten verkippen des Objektives kommt. Das ist wahrscheinlich die Erklährung deiner "Schatten". Da ich auch einen 6" f/5 Newton besitze und damit auch mit höherwertigen Okularen arbeite(z.B.SpeersWaler) erkennt man die Verkippung sehr gut an großflächigen Objekten wie z.B. Hatschie im Perseus - einseitig nadelfeine Sterne andere Seite des Bildes Matsch.

Es tut mir wirklich leid, dir den Spaß an diesen Gerät zu vermiesen, aber eine Optimierung bzw. eine Beseitigung diverser Mängel an den optischen Teil des ETX ist nur durch einen direkten Eingriff möglich, dass dir letztlich jeden Garantieanspruch kostet. Ich selbst habe mir irgendwann gesagt: "Gibts die Katz drauf!" und habe den Tubus aus der Gabel geschraubt. Der Tubus ist heute der Richfield-Sucher an meinem Newton und dient gelegentlich zum Quicklook auf einem Fotostativ.

Ein Vorschlag:
Gehe mal mit anderen Sternfreunden aus deiner Umgebung raus und lasse sie das ETX beurteilen. Vielleicht hast du auch mal die Gelegenheit, ein Nagler-Okular am ETX zu testen. Sollte es sich hierbei herausstellen, dass wirklich das Objektiv übermäßig verkippt, ist das ein Reklamationsgrund, mit dem du dich besser direkt an Meade-Deutschland wenden solltest, da dein Händler sicherlich nicht die Möglichkeiten besitzt, die Mängel zu beseitigen. Zuvor aber bitte erstmal per Mail anfragen.

Eine andere Möglichkeit wäre vom Rückgaberecht gebrauch zu machen, insofern das noch möglich ist und für das Geld kurzfristig auf einen kleinen Dobson umzusatteln, der dir sicherlich mehr freude bereiten wird. Ein ETX-70AT macht nur Frust, sorry.

Grüsse
Matthias
 
Hmm, das ist ziemlich Mistig... Hatte eigentlich Gedacht das ETx-70 sei vorallem für den Preis den ich gezahlt hab (150€) ein wirklich guter Fang - habe auf Seiten wie Weasner's ETX Sites gelesen das dies ein durchaus gutes, sogar preiswertes Einstiegsteleskop sei... Naja wie Sven schon geschrieben hat, es ist nunmal da. Kann mir auch garnix neues Leisten, bin nämlich Schüler und habe jetzt schon Schulden bei meinem Bruder.. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Was würdet ihr mir denn für ein Okular empfehlen für reine Planetenbeobachtung? Dabei sind jeweils 25mm, 14mm, und ein 4mm Kellner. Dazu eine 3x Barlow Linse.

Ich muss übrigens nochmal meine Überraschung ausdrücken, habe nämlich mehrfach im Vorfeld positive Testberichte gelesen (http://www.cloudynights.com/item.php?item_id=874&pr=2x6x13), und dachte wirklich das ETX-70 sei ganz gut...

Vielleicht kann ich mit passendem und billigem Zubehör doch noch Freude aus dem ETX schöpfen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Immer positiv denken... *heul*

--Ralf
 
Hi!

Habe mal grob die "Schatten" bei den Sternen aufgemalt:

http://trilly.dyndns.org/schatten.jpg

Hoffe das reicht als Beschreibung, also die Sterne scheinen praktisch so ein bisschen zu Überstrahlen - keine Ahnung wie ich das sonst beschreiben soll ??

Naja ansonsten glaube ich das ich einfach noch ein bisschen mehr Beobachten sollte - vll. mit einem flexiblen Fokus Knopf (Siehe Mighty Weasner's ETX Page) und einem geeigneten Planeten Okular. Umsteigen auf ein anderes Teleskop wollte ich erst in einem Jahr oder so, dann aber so richtig! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Wie war das noch mit dem Verlangen nach mehr Öffnung? Die hab ich ja mit meinem ETX-70 umsomehr!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

--Ralf
 
Hallo Ralf!

Kopf hoch, es ist vielleicht garnicht so schlimm wie es klingt. Also machen wir uns mal Gedanken, was man verbessern kann.

Okulare: Die Kellner kannst du vielleicht bei Ebay verticken und statt dessen ein paar Plössl bzw. SuperPlössl-Okulare besorgen. Schau dazu mal hier ins Biete-Board, vielleicht findest du da was preiswertes. Aus Erfahrung bringen dir die Plössls mehr als die Kellner und sind gebraucht recht preiswert. Auch die von Sven angesprochenen ED's von Seben und Co. sind brauchbar. Die Unschärfe am Rand wirst du aber nicht raus kriegen, dafür bräuchtest du Okulare, die mit diesen Öffnungsverhältnis umgehen können und leider kostet eines von ihnen neu fast genau so viel wie dein ETX.

Barlow: Vergiss die Barlow, die verstärkt den Farbfehler. Ist wahrscheinlich keine Qualität. Ich hatte die mal im Newton, ähm, ein einziges mal, nie wieder ... brachte eine schöne Farbe rein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" /> Eine 2x-TS-Barlow tut da etwas besser sein, alledings haut mit zunehmender Vergrößerung der Farbfehler rein. Mehr als 120fach würde ich am ETX nicht vergrößern, das Bild wird flau und läßt sich kaum mehr richtig fokussieren.

Fokussierung: Wie du festgestellt hast ist das ein Graus. Abhilfe bring hier ein Flexibler Fokussierer. Kuck mal bei Ibäh nach 7557617464, sowas kannst du einfach auch selbst bauen und bringt viel.

Tauproblem: Die Taukappe den ETX ist deffinitiv zu kurz. Kuck mal was du verwenden kannst was länger ist. Tau an der Gabel kannst du vermindern, indem du etwas wasserfestes drüber legst. Ich weiss nicht, ob der Elektronik Feuchtigkeit etwas anhaben kann, darauf anlegen würde ich es aber nicht.

Erkläre mal ausführlich, was du mit den Schatten meinst. Ich kann mir nämlich nicht wirklich einen Schatten bei dunklem Himmelshintergrund vorstellen.

CS
Matthias
 
Hallo Trilli,

die "Schatten" die du da gemalt hast sehen ganz klassich nach Koma aus.

Das wird von einer Verkippung des Okjektives herrühren. Diese Verkippung
wiederum ist kaum zu vermeiden wenn zum fokusieren das Ojektiv verschoben
wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Mein Kumpel Bert hatte einmal das ETX-70. Die Positionierung funktionierte
nach absolviertem "Antriebstrimm" sehr zuverlässig. Aber die Qualität der
Optik erlaubte nicht mehr als Richfieldbeobachtungen.

Nutze das Teleskop trotzdem genau dafür. Das Objektiv must du justieren.
Wenn du das selbst nicht kannst frage bei Sternfreunden in deiner Nähe nach
ob dir jemand dabei helfen kann/will.

MfG,Karsten
 
Hallo!

Kann ich soeine Justage auch innerhalb der Garantie durchführen lassen??

Ich denke ich werde Morgen mal bei Meade anrufen deswegen... Aber vorher sollte ich sicherlich noch ein bisschen Beobachten. 5 Jahre Garantie habe ich ja noch Zeit! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

--Ralf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven und die Anderen,


ich hatte noch niemals ein ETX, nur einmal eines in der Hand,
lange her, also verzeiht, wenn ich einen unbrauchbaren Vorschlag
mache:

Wäre es möglich, ein längerbrennweitiges 70 (oder 60mm)
Objektiv in einer selbstgebauten Tubusverlängerung am
Originaltubus des ETX anzubringen? Fokussierung könnte
zB. über einen an der Spiegelbox angebauten Schneckenfokussierer
Marke Russentonne realisiert werden. Das Übergewicht des langen
Tubus mit einem Ringgewicht aus Blei am unteren Tubusteil kompensiert
werden.

Schafft der Antrieb dann das Mehrgewicht? Wäre evtl. sogar eine
Optik vom 80ED verwendbar, die hat nicht eine so lange Brennweite
wie ein Fraunhofer?

Wäre doch schade, die kleine GOTO-Basis nicht mit einer besseren
Optik weiterverwenden zu können!


MfG Coyote
 
Hallo zusammen,
wurde denn schon mal über Rückgabe (z.B. i.R. des Fernabsatzgesetzes, wenns hier passt) oder Tausch bzw. Nachbesserung nachgedacht. So einen Mist würde ich nicht behalten.

Gruß
Knut
 
Hi Coyote,

hm, ich hätte davor Angst.
Ich meine auch eh, daß schon alles zu Spät ist, wenn man jeden Euro ins Goto gesteckt hat und keinen in die Optik. Da wäre es dann irgendwie uncool, jetzt noch Basteltalent in diese Goto-Geschichte zu investieren. Die Zeit die man da reinsteckt kann man besser zum Tunen einer Skyview oder EQ-3 aufbringen, und dann hat man auch eine Montierung, die ein Teleskop trägt und keinen Winkelsucher mit Wechselokular!

Das bekloppte an dem 70er ETX ist doch, daß die Öffnung für Deepsky nicht langt, dafür aber die kurze Brennweite die Planetenbeobachtung mittschiffs torpediert. Dann macht man diesem Ding also Beobachtungen, die man für weniger Geld mit einem Feldstecher sogar zweiäugig machen könnte.

Laß uns aufhören, je länger ich über dieses Gerät nachdenke, desto blöder kommen mir die amerikanischen Marketing-Freaks vor, die den Unsinn in Auftrag gegeben haben! Ist schade um jeden Euro, der in diesem Ding landet!

Clear Skies
Sven
 
Hi!

Danke erstmal für die ganzen Tipps!!

OK, zugegeben für 300-400€ (UVP) ist das ETX maaßlos überteuert und man steckt wirklich sämtliches Geld ins Goto, und vorallem in den "ETX" Schriftzug, aber ich habe vorallem zugeschlagen weil ich für 150€ ein kleines, transportables Einstiegsteleskop haben wollte - was ich ja nun auch hab. Das Goto war _wirklich_ kein großer Kaufgrund.

So schlecht wie hier dargestellt scheint das ETX70 übrigens garnicht zu sein: Wie gesagt ist es in manchen Kreisen sehr beliebt und mit kleineren Modifikationen (Flexibler Fokus Knopf) scheint man doch recht viel Spass damit zu haben.

Aufjedenfall werde ich nun wahrscheinlich zwei Plössls kaufen und soviel aus dem ETX schöpfen wie möglich: Ich will mir nun wirklich keine grossen Gedanken mehr über das Equipment machen, und somanchen Nebel und Sternhaufen kann ich ja sehn. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Also Wünscht mir Glück und Danke für die vielen Antworten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

--Ralf
 
Hallo ihr alle hier!

Ich habe mich in den vorhergehenden Post's noch zurückgehalten was das ETX-70AT betrifft, um zu vermeiden, einen Einsteiger die Lust an seinem neuen Hobby zu verderben. Da jetzt aber einige recht deutlich geworden sind und meine Erfahrungen mit den Teil bestädigen will ich mal ganz offen sein.

Das GoTo ist zugegebenermaßen recht zuverlässig, aber das Ding ist wirklich nichts weiter als ein, wie Sven so schön schrieb, Winkelsucher mit Wechselokular. Und als genau das benutze ich es heute auch! Ich habe das Teil geschlachtet weil ich mit meinem Basteltalent am Ende war. Das ETX-70AT besteht zu 90%(!) aus PLASTIK. Die restlichen 10% ist das Glas der Objektivlinsen, ein kleiner Spiegel mit zweifelhaften Reflexiosverhalten, ein paar kleine Schräubchen aus Metall und ein etwa 25mm durchmessendes Rollenlager in der Basis. Sonst ALLES KUNSTOFF! Da ist nichts mit Verlängern, die Achsen und Zahnräder würden extrem schnell verschleissen(da ebenfalls aus Plastik) und das ganze Teil lahm legen. Auch verstehe ich nicht, wie diese Miniaturkleinstmotörchen solch einen Krach verursachen können und wie die es schaffen das Gerät überhaupt zu bewegen.

Ich hatte mal aus Spaß meine Spiegelreflexkamera mit Tele pickyback auf den Tubus drauf gehabt und ordentlich ausbalancieren können. Während ich die Fotos machte(kein Kommentar über das Ergebnis!) kam ich zu einen Zeitpunkt wo ich mir nicht mehr sicher war, ob der Fokus des Tele noch stimmte. Ich steuerte über die Tasten den nächstgelegenen Stern an ohne darüber nachzudenken welcher das war. Ich stellte den Stern mittig in das ETX und schaute durch den Sucher der Kamera. Im ETX bei 40fach war der Stern gut zu erkennen, im Tele bei 200mm(!) erkannte ich aber, dass das gar kein Stern war worauf ich mich da eingeschossen hatte, sondern SATURN! AUTSCH! Soviel zum Thema Optikqualität...

Hi Trilly, hallo Ralf!
Tu dir selbst einen Gefallen und versuche das Teil wieder los zu werden, verticke es bei Ibäh oder bequatsch deinen Händler.
Wolfi(TeleskopService) bietet bei Ibäh den TS-Megastar an, der gerademal 35.- mehr kostet(incl. Versand), als du für das ETX bezahlt hast. Das ist zwar ein kat-Newton mit Korrektorlinse(man berichtige mich wenn ich da falsch liegen sollte) und die Montierung ist u.U. etwas unterdimensioniert und daher etwas wacklicher, aber 6Zoll Öffnung und 1400mm Brennweite sind schon in DeepSky und in Planeten gut brauchbar und in allen viel besser als was du bei den ETX erwarten kannst! Zudem stimmt bei TS der Service. Laß aber die Finger von Seben und Co.

CS
Matthias
 
Hi,

Tu dir selbst einen Gefallen und versuche das Teil wieder los zu werden, verticke es bei Ibäh oder bequatsch deinen Händler.
Wolfi(TeleskopService) bietet bei Ibäh den TS-Megastar an, der gerademal 35.- mehr kostet(incl. Versand), als du für das ETX bezahlt hast.

oh nein, bitte nicht den Megastar aka Seben Big Boss. Einen Katnewton aus
China sollte sich ein Einsteiger keinesfalls antun!

Statt dessen lieber einen 114/900er Newton. Am besten einen gebrauchten Vixen,
gibt es auf der NP Montierung manchmal erstaunlich günstig. Oder einen
gebrauchten TAL1 oder meinetwegen auch einen 114/900er Chinanewton.

MfG,Karsten
 
Hallo Karsten!

Ein Kollege von mir, mit dem ich in den letzten Monaten oft draussen war, hat den BigBoss von Seben, und der ist eigentlich garnicht so schlecht wie man immer meint.

Abgesehen davon ist das lediglich ein Vorschlag der aufzeigen sollte das es Optiken gibt, die für vergleichbares Geld ein weitaus bessere Leistung vorzeigen können. Mehr nicht.

Soweit im Gedanken...
Matthias
 
Hallo!

Habe das anscheinend irgendwie schlechte ( <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ) ETX70 jetzt auf Ebay, und wenn alles nach Plan klappt ein Teleskop Budget von ca. 200-300€ auszugeben. Was würdet ihr mir in dieser Preisklasse empfehlen?

Ich würde eher zu einem Newton tendieren, entweder Dobson oder mit parallaktischer Montierung.

Was haltet ihr von diesem 130/1000 Newton auf der Astro3?

http://www.teleskop-service.de/Astro/Reflektor/reflektor.htm#130900

Was kann ich damit alles sehen? Vielleicht eine dumme Frage, aber wie wird z.B. die Andromeda Galaxie aussehen? Anhand dessen kann ich schon gut vergleichen, denke ich...

Neben Planeten sind Galaxien und Nebel mein größtes Interressengebiet.

Danke für die Tatkräftige unterstützung und Goodbye ETX! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

--Ralf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ralf,

schau hier mal rein, wird Dir genau jetzt nützen: http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteigerteleskope_konkret.html

Megastar und Big Boss, also allgemein 150/1400 Cat-Newtons sind nicht schlecht, aber schlecht gut zu justieren. Und ohne Justage klappt es auch nicht recht damit. Daher würde ich auch davon abraten.
Schau mal, ob ein 114/900 dabei rauskommt, oder vielleicht langt es sogar für einen 150/1200 Dobson.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ralf!

Kuck mal hier:
GSO - Dobson mit 6" Öffnung und 1200mm Brennweite bei TS

Der kostet zwar 60.- Euro mehr, dafür hast du aber ein Gerät, das dir den Wunsch nach mehr Öffnung vorerst erspart.
Mal eine kleine Geschichte: Vor ein paar Monaten meldete sich hier im Einsteigerboard ein junger Mann, deren interesse an der Astronomie eben erst entflammt war. Man machte ihm einige Vorschläge in Sachen Teleskop und er schien nicht genau zu wissen was er wollte. Unter anderen sagte man ihn auch sich einer regionalen Interessengruppe anzuschließen und mit ihnen rauszugehen und sich selbst ein Bild von den Geräten zu machen. Ein Spechtelkollege von mir brachte ihn mehr durch Zufall auf unsere Newsgroup und ein paar Tage später standen wir zusammen auf den Acker(Wiese! Acker ist zu pappisch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ). Das wiederholte sich ein paar mal in den darauffolgenden Tagen und er wußte was wollte. Er kaufte sich diesen oben von mir genannten Dobson und ist seitdem Happy! Man braucht ihn nicht zu sehen nachts oder zu wissen dass er da ist, man hört ihn nur: "Boah, geil!", "Super!", "Klasse!", "Wahnsinn!".
Ist Lustig! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />

Dieser Dobson liegt in deinem Preissegment, bietet Öffnung für DeepSky, Brennweite für Planeten und du kannst bei diesen Öffnungsverhältnis recht billige und einfache Okulare verwenden. Er besitzt zwar keine Motoren(die Motoren sind deine Arme) und auch kein GoTo, ist aber viel schneller und einfacher aufgebaut als parallaktisch montierte Teleskope und damit schneller einsatzbereit.

Grüße
Matthias
 
Hallo!

Ja diese Dobson's sind mir mittlerweile auch aufgefallen, und ich werde wahrsch. noch 50€ für das 200e mit 200mm und 2" OAZ drauflegen und ein oder zwei Plössl Okulare dazukaufen. Hoffentlich schaffe ich es auch zur HATT und kann dort ebenfalls Erfahrungen sammeln.

Danke nochmals, damit ist das ETX-Thema für mich abgeschlossen!

Bis dann,

--Ralf (Der jetzt schon ein bisschen Happier ist! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />)
 
Hallo Ralf,

bitte plane zu so einem Gerät in "näherer Zeit" passende Okulare ein. Man kann für den Anfang schön mit 3 Okularen beobachten, aber 2 Okulare ist schon sehr knapp. Es wird ja ein Übersichtsokular beigelegt, und wenn man knapp bei Kasse ist, dann würde ich dem beigelegten RK auch zustimmen. Man braucht so ein Okular im Bereich 30mm bis 40mm zum Suchen und für besonders große Objekte.
Dann braucht man aber noch ein Okular aus dem Bereich 5mm bis 9mm, mit dem man dann Planeten beobachtet. Wobei 5mm eine Vergrößerung für gute Bedingungen ergibt (240x) und die 133x eines 9mm eher für "schlechtes Planetenwetter" taugen. Das heisst als Planetenfan würdest Du Dir auf lange Sicht Okulare wünschen, die den Bereich 4mm bis 9mm gut abdecken. (Das 4mm würde ich erst empfehlen, wenn Du mit 5mm oder 6mm schon positive Erfahrungen gemacht hast.)

Für die Deepsky-Beobachtung müsste noch ein Okular "in der Mitte" her, also im Bereich 15-20mm. Natürlich kann und wird man auch als Deepsky-Freund gerne noch andere Okulare "dazwischen" haben wollen. Und vor allem sind bei Deepsky-Freunden Weitwinkel-Okulare sehr beliebt.

Das schreibe ich nur mal so auf, damit Du erkennst, daß Du das Gerät mit 2 Okularen nicht so gut ausnutzen kannst. Allgemein sagt man als Minimum 3 Okulare oder 2 Okulare und eine Barlow-Linse für den Start.
Eine weitere Möglichkeit, um über die Runden zu kommen, wäre ein Zoom Okular. Das Seben Zoom z.B. deckt den Bereich von 8mm bis 24mm ab und zusammen mit dem beigelegten 2" Okular kann man damit auch auskommen - vielleicht ergibt sich auf der HATT eine Gelegenheit. Das Seben Zoom ist nicht schlecht, aber eher ein Okular das man für die Zeit nutzt, in der man das Sparschweinchen wieder anfüllt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo!

Danke nochmals für die nette Beratung, werde das alles in Betracht ziehen und demnächst "in die Tat" umsetzen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Eins kann ich jetz schon sagen: Das Board ist echt klasse! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Ralf
 
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