joche
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Hier ein Bericht ueber das "Observer's Handbook 2004" von der Royal Astronomical Society of Canada. Man kann es bestellen auf http://www.rasc.ca/publications.htm fuer 29,95 amerikanische Dollar. Die Lieferzeit betrug bei mir etwa drei Wochen.
Erster Eindruck
Ein ganz normaler Taschenbuch-Einband, etwas schmaler als A5. Insgesamt 304 Seiten, schwarz auf weiss und sehr eng bedruckt, keine Werbung. Sehr viel Text, aber natuerlich auch Tabellen und Grafiken.
Inhalt
Ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll. Das Buch ist offensichtlich kein reines Jahrbuch, sondern enthaelt auch eine Menge Informationen, die man, oder ich jedenfalls, in ganz anderer astronomischer Literatur suchen wuerde. So zB. eine Liste mit Planeten-Sonden, die mit den beiden Sputnik's im Jahre 1957 beginnt. Oder einen Artikel ueber Lichtverschmutzung, der unter anderem verschiedene Formen von Strassenlaternen diskutiert. Im Abschnitt ueber den Mond wird seitenlang die Entstehung von Ebbe und Flut beschrieben. Dafuer wird an anderer Stelle ueberraschend spezielle Beobachter-Information geboten, zB. die Positionen der fuenf hellsten Saturnmonde fuer jeden Monat des Jahres in Diagrammform (eben diese senkrechten, schlangenfoermigen Diagramme, die man von den Jupitermonden kennt, und die uebrigens auch enthalten sind). Oder eine Liste mit rund 30 Radioquellen. Eine ganz merkwuerdige Mischung! Einen richtigen Ephemeriden-Teil gibt es nicht. Dafuer den Abschnitt "The Sky Month by Month", der allerdings pro Monat nur zwei Seiten enthaelt. Fuer weitere Details nun wieder der Vergleich mit "Ronald Stoyans Problemmustern":
1. Zum Auffinden der Venus am Taghimmel Rektaszension und Deklination von Sonne und Venus: Fuer die Sonne alle vier Tage, Venus-Daten fuer nur drei Tage im Monat. Die Daten fuer Merkur, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun finden sich in der gleichen Tabelle neben der Venus mit der gleichen Frequenz.
2. Das Deep-Sky-Fenster: Sonnenauf- und untergaenge gibt es in vier-Tage Intervallen, fuer Orte zwischen 20 und 62 Grad noerdlicher Breite (alles in Greenwich mean time). Beginn und Ende der astronomischen Daemmerung gibt es entsprechend fuer jeden zehnten Tag. Mondauf- und Untergaenge werden fuer jeden Tag des Jahres angegeben. Die Mondphasen koennen ueber kleine Symbole schnell abgelesen werden, Es gibt einen extra Abschnitt fuer den Mond, der sogar eine kleine Mondkarte enthaelt. Und insgesamt acht Karten fuer die streifenden Sternbedeckungen durch den Mond, natuerlich alle fuer Nordamerika. Es ist ein Nachteil aller nicht-deutschen Jahrbuecher, das derartige Karten im wesentlichen immer das Erscheinungsland des Jahrbuches darstellen. (naja, fuer die eigentliche Zielgruppe ist das natuerlich eher ein Vorteil...)
3. Fuer Pluto eine Aufsuchkarte: Etwa 7 mal 15 Zentimeter, mit Sternen bis 14,5m. Es gibt auch Aufsuchkarten fuer Uranus und Neptun.
4. Angaben zum Zentralmeridian auf Mars gibt es nicht. Im Text wird fuer die naechste Opposition ein deutlich erweiterter Mars-Abschnitt angekuendigt.
Meine Meinung
Ich verstehe dieses Jahrbuch nicht. Auf der einen Seite Informationen zur Position von zB. Pluto oder Enceladus, auf der anderen Seite eine Mondkarte mit einem Durchmesser von 10 Zentimetern. Die Daten sind einigermassen gut strukturiert, aber die Auswahl der Daten scheint willkuerlich. Viele Artikel sind zwar interessant, aber gehoeren meiner Ansicht nach nicht in ein Jahrbuch. Und der Jahrbuchteil selbst ist eher knapp gehalten. Kann ich nicht empfehlen, schon gar nicht fuer den Preis! Das Himmelsjahr ist definitiv besser.
Erster Eindruck
Ein ganz normaler Taschenbuch-Einband, etwas schmaler als A5. Insgesamt 304 Seiten, schwarz auf weiss und sehr eng bedruckt, keine Werbung. Sehr viel Text, aber natuerlich auch Tabellen und Grafiken.
Inhalt
Ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll. Das Buch ist offensichtlich kein reines Jahrbuch, sondern enthaelt auch eine Menge Informationen, die man, oder ich jedenfalls, in ganz anderer astronomischer Literatur suchen wuerde. So zB. eine Liste mit Planeten-Sonden, die mit den beiden Sputnik's im Jahre 1957 beginnt. Oder einen Artikel ueber Lichtverschmutzung, der unter anderem verschiedene Formen von Strassenlaternen diskutiert. Im Abschnitt ueber den Mond wird seitenlang die Entstehung von Ebbe und Flut beschrieben. Dafuer wird an anderer Stelle ueberraschend spezielle Beobachter-Information geboten, zB. die Positionen der fuenf hellsten Saturnmonde fuer jeden Monat des Jahres in Diagrammform (eben diese senkrechten, schlangenfoermigen Diagramme, die man von den Jupitermonden kennt, und die uebrigens auch enthalten sind). Oder eine Liste mit rund 30 Radioquellen. Eine ganz merkwuerdige Mischung! Einen richtigen Ephemeriden-Teil gibt es nicht. Dafuer den Abschnitt "The Sky Month by Month", der allerdings pro Monat nur zwei Seiten enthaelt. Fuer weitere Details nun wieder der Vergleich mit "Ronald Stoyans Problemmustern":
1. Zum Auffinden der Venus am Taghimmel Rektaszension und Deklination von Sonne und Venus: Fuer die Sonne alle vier Tage, Venus-Daten fuer nur drei Tage im Monat. Die Daten fuer Merkur, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun finden sich in der gleichen Tabelle neben der Venus mit der gleichen Frequenz.
2. Das Deep-Sky-Fenster: Sonnenauf- und untergaenge gibt es in vier-Tage Intervallen, fuer Orte zwischen 20 und 62 Grad noerdlicher Breite (alles in Greenwich mean time). Beginn und Ende der astronomischen Daemmerung gibt es entsprechend fuer jeden zehnten Tag. Mondauf- und Untergaenge werden fuer jeden Tag des Jahres angegeben. Die Mondphasen koennen ueber kleine Symbole schnell abgelesen werden, Es gibt einen extra Abschnitt fuer den Mond, der sogar eine kleine Mondkarte enthaelt. Und insgesamt acht Karten fuer die streifenden Sternbedeckungen durch den Mond, natuerlich alle fuer Nordamerika. Es ist ein Nachteil aller nicht-deutschen Jahrbuecher, das derartige Karten im wesentlichen immer das Erscheinungsland des Jahrbuches darstellen. (naja, fuer die eigentliche Zielgruppe ist das natuerlich eher ein Vorteil...)
3. Fuer Pluto eine Aufsuchkarte: Etwa 7 mal 15 Zentimeter, mit Sternen bis 14,5m. Es gibt auch Aufsuchkarten fuer Uranus und Neptun.
4. Angaben zum Zentralmeridian auf Mars gibt es nicht. Im Text wird fuer die naechste Opposition ein deutlich erweiterter Mars-Abschnitt angekuendigt.
Meine Meinung
Ich verstehe dieses Jahrbuch nicht. Auf der einen Seite Informationen zur Position von zB. Pluto oder Enceladus, auf der anderen Seite eine Mondkarte mit einem Durchmesser von 10 Zentimetern. Die Daten sind einigermassen gut strukturiert, aber die Auswahl der Daten scheint willkuerlich. Viele Artikel sind zwar interessant, aber gehoeren meiner Ansicht nach nicht in ein Jahrbuch. Und der Jahrbuchteil selbst ist eher knapp gehalten. Kann ich nicht empfehlen, schon gar nicht fuer den Preis! Das Himmelsjahr ist definitiv besser.