Rauschen handhaben (DSLR)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas zwent
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

zwent

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

bisher habe ich nur aufgenommen, mich aber wenig bis gar nicht um die Bildbearbeitung gekümmert. Spassehalber habe ich mir die Trial von PixInsight geladen, damit ein paar Aufnnahmen von M31 gestackt und den Hintergrund geebnet. Soweit, so gut, allerding rauscht es noch ordentlich (verkleinertes jpg unter [1], fits unter [2]).

Die Aufnahmen sind letzen August entstanden, ein paar Details dazu:

* 18x10s Lights
* kamerainterner Dunkelbildabzug
* Nikon D3100 auf Vixen GP
* Kit-Objektiv bei 200mm, f/7,1
* ISO 1600

Die Lights an sich sind schon recht verrauscht, warme Sommerabende sind da nicht förderlich. Die Belichtungszeit ist auch relativ kurz.
Die eigentliche Frage ist, lässt sich das durch Bildverarbeitung noch verbessern bzw. lässt sich aus den Daten noch etwas herausholen?

Für sachdienliche Hinweise dankbar,
Sven

[1] https://www.dropbox.com/s/ixffmcu1li40i1i/130814_m31_200mm_18x10s_stacked_flat_small.jpg
[2] https://www.dropbox.com/s/v5p6v9qdggwyz1s/130814_m31_200mm_18x10s_stacked_flat.fit


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven,

ich habe mir erlaubt, Dein FITS-File in PI nach diesem Tutorial ein wenig (Teile aus dem RGB-Workflow mit den Werten aus dem Tutorial) zu bearbeiten: http://lightvortexastronomy.blogspot.de/2013/12/tutorial-post-processing-pixinsight.html

Dabei ist das herausgekommen:
Link zur Grafik: https://lh4.googleusercontent.com/-md4gs_OdLlQ/U9U_0AsKx3I/AAAAAAAABKk/T2a_3sesPhM/s1161/130814_m31_200mm_18x10s_stacked_flat.jpg

Es geht also schon noch was, wenn Du die Parameter etwas passender für Dein Bild setzt.

Du könntest auf jeden Fall noch Bias- und Flat-Frames erzeugen, um wenigstens diese herausrechnen zu können. Für passende Dark Frames ist es imho auf jeden Fall zu spät - durch den Dunkelbildabzug in der Kamera.

Mit dem Tutorial von oben habe kann ein ahnungsloser Anfänger ohne Flats, Darks und Bias sowas erreichen:
Link zur Grafik: https://lh4.googleusercontent.com/-WXb8OMBkIeM/U9LE6rsP_qI/AAAAAAAABKU/ndlf5U5Q8Vk/s1051/m31_20140723_lrgb_final.jpg

(Pentax K-5II, William Optics ZS71ED mit Reducer/Flattener, ISO800, 15x1min, grüne Vixen GP mit SD1 - also nur Tracking)

Für Deine nächsten Aufnahmen würde ich folgendes empfehlen: kein Dunkelbildabzug in der Kamera, ISO800, Blende möglichst weiter auf.

Vielleicht war es ja wenigstens etwas sachdienlich.

E.
 
Hallo Sven,

für die ersten Versuche schaut das doch schon recht ordentlich aus. Aber wie du auch an dem Beispiel von Ecky sehen kannst, ist deine Belichtungszeit schon arg kurz, du kommst in Summe auf gerade mal 3min! Genau da liegt aber auch der Hase im Pfeffer, denn über Zeit kannst du die ISO runter nehmen, ebenso wie über die Blende deines Teles und damit schlussendlich das Rauschen noch weiter minimieren. Es müssen ja nicht gleich 20min. Subframes werden, aber die Größenordnung um 100 Sekunden pro Bild solltest du mal in Angriff nehmen. Bei 200mm sollte das auch noch gut machbar sein, sofern die Montierung halbwegs gut im Wasser steht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Sodiac:
Es müssen ja nicht gleich 20min. Subframes werden, aber die Größenordnung um 100 Sekunden pro Bild solltest du mal in Angriff nehmen. Bei 200mm sollte das auch noch gut machbar sein, sofern die Montierung halbwegs gut im Wasser steht.
Die GP ist für solche kleinen Brennweiten ziemlich gut. Mit 200mm sollten eigentlich 3min machbar sein.
Reines Tracking mit der GP, 334mm effektive Brennweite, ein einzelner mit PI bearbeiteter 160s-Frame, eher bescheidenes Polar-Alignment (!!):
Link zur Grafik: https://lh5.googleusercontent.com/-bdmQMkriKLM/U6-jP-ker6I/AAAAAAAABIg/EKYrT_Oo7CU/s1196/m8182lrgb.jpg

E.
 
Hallo Ecky, Markus,
danke für eure Hinweise und Anregungen, eure Aufnahmen machen Hoffnung.

Aufgenommen wird meist hier auf der Dachterasse (sic!) in Oldenburg, ich denke, da sind mehr als 30s recht schwierig (daher auch die relativ hohe ISO).
Unhabhängig davon, sollte ein interner Dunkelbildabzug nicht von Vorteil sein? Zumindest entspricht das Dunkelbild dann doch eher den Bedingungen des Lights.. Oder bringt ein Master-Dark zusätzlich Vorteile? Ich glaube, von der gleichen Nacht gibt es auch noch Darks un Aufnahmen ohne internen Abzug.. mal basteln.

Ich werde mal schauen, was sich mit offener Blende und niedrigerem ISO machen lässt, bzw. wie weit ich es mit relativ gut ausgerichteter GP treiben lässt.

Danke und Grüße
Sven
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven,

interessant finde ich, dass Du mit f7.1 Astrofotos aufnimmst. Selbstverständlich solltest man immer die grösstmögliche Blendenöffnung wählen, Offenblende, weil man dann innerhalb der gleichen Belichtungszeit erbeblich mehr Licht detektieren kann. Im Vergleich mit f7.1 kann man mit

f5,6 1,61x
f4 3,15x
f2,8 6,43x
f1,8 15,6x

soviel Licht einfangen. Das heisst mit f1.8 fange ich 15 mal soviel Licht ein wie mit f7.1! Schon ein extremer Unterschied.

Grüsse Torsten
 
Hallo Sven!
Warum ist auf einer Dachterasse keine Belichtungszeit von >30s möglich?

Allein schon eines ist Grund genug, den internen Darkframeabzug abzustellen: Es bleibt mehr Zeit für die Lights :)

VG,
Johannes
 
Hallo Thorsten.

Theoretisch o.k, aber Dein Beitrag geht wohl etwas an den Voraussetzungen vorbei, die bei Sven vorhanden sind !

Ich weiß zwar nicht, welches Kit-Objektiv Sven bei der Nikon D3100 verwendet (es gibt 2 ), aber beide haben bei 200 mm Brennweite eine Mindestlichtstärke von f/5,6, und da muß man schon um (mindestens !) 1 Blende abblenden, damit die Ecken auch noch einigermaßen "runde" Sterne produzieren !

Also nix mit 1,8 - das müsste der Sven dann wohl erst kaufen und auch dieses Objektiv sollte aus den o.g. Gründen auf f/4 abgeblendet werden.

-->@ Johannes:
Was die Darks betrifft: da streiten sich die Geister !
Unbenommen ist, daß das nachträgliche Fertigen von Darks mehr Zeit für die Lights bringt.
Aber:
Je nach Kamerasystem ist der interne Dunkelbildabzug m.E. exakter als ein hinterher aus vielen Einzeldarks gemitteltes Masterdark, das dann erst abgezogen wird - schon allein wegen der unterschiedlichen Temperaturen, die am Sensor während Serienbelichtungen auftreten.

Ich persönlich ziehe zwar aus Zeitgründen -ebenso wie viele andere- die Masterdark-Methode vor, aber bei kleinen Serien ist die interne Version möglicherweise überlegen.
Das ist meine persönliche Erfahrung, die ich nicht verabsolutieren will, aber fundierte Untersuchungen/Berichte über eine Vergleich beider Methoden habe ich bisher in den Foren vergeblich gesucht.

Bei 200 mm Brennweite und einem APS-Chip ist bei einer einigermaßen ausgerichteten GP auf einer Dachterasse (Wind ??) ohne aktives Guiding wohl nicht arg viel mehr an Belichtungszeit als 30 sec möglich, es sei denn, man wirft hinterher 50% der Belichtungen weg (=Zeit).

-->@ Sven
Die D3100 macht zwar die 30 sec noch vollautomatisch, für längere Belichtungszeiten benötigt man zusätzliches Equipment (Timer-Auslöser), wenn man das allerdings so in Folge macht, dann heizt sich die Kamera fühlbar auf und das bringt noch mehr Rauschen. Man sollte zwischen den Aufnahmen auch immer eine Abkühlphase einplanen -die Sterne laufen nicht weg :super:

 
Zitat von Astro_Ebsdorf:
Hallo Thorsten.

-->@ Johannes:
Was die Darks betrifft: da streiten sich die Geister !
Unbenommen ist, daß das nachträgliche Fertigen von Darks mehr Zeit für die Lights bringt.
Aber:
Je nach Kamerasystem ist der interne Dunkelbildabzug m.E. exakter als ein hinterher aus vielen Einzeldarks gemitteltes Masterdark, das dann erst abgezogen wird - schon allein wegen der unterschiedlichen Temperaturen, die am Sensor während Serienbelichtungen auftreten.

Ich persönlich ziehe zwar aus Zeitgründen -ebenso wie viele andere- die Masterdark-Methode vor, aber bei kleinen Serien ist die interne Version möglicherweise überlegen.
Das ist meine persönliche Erfahrung, die ich nicht verabsolutieren will, aber fundierte Untersuchungen/Berichte über eine Vergleich beider Methoden habe ich bisher in den Foren vergeblich gesucht.

Hallo Peter,

du musst nur etwas suchen, im anderen Forum wurde das bereits ausfürlich diskutiert:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=140063&whichpage=1
Der kamerainterne Darkabzug kann m.E. nicht exakter als ein gemittelter manueller Darkabzug sein, da hier nur ein einzelnes Darks von dem entsprechenden Lightframe abgezogen wird, was zwar die Hotpixel bekämpft, aber auch zusätzliches statistisches Rauschen einfügt. Im Gegensatz zum gemitteltem Dark. Ich habe jedenfalls mit den gemittelten manuellen Darks immer bessere Ergebnisse als mit den kamerainternen DArks erzielt. Es hängt vielleicht auch damit zusammen wie sorgfältig die Darks angefertigt werden.

Gruß,
Daniel
 
Hallo Sven,

mit entsprechender Bildbearbeitung lässt sich aus jedem Bild in irgendeiner Form etwas heraus holen. Dein Thread ist also insofern berechtigt. Einige Hilfestellungen wurden schon gegeben, und sicher ist die Bildbearbeitung ein wichtiges Thema, bzw. eine Kunst die man beherrschen lernen will und sollte.

ABER: Wichtig ist zu verstehen was in der Astrofotografie überhaupt an Prinzipien gilt. Rauschen wird allgemein als etwas störendes, negatives betrachtet. Das stimmt ja auch, aber man darf das Rauschen nie alleine für sich betrachten. Rauschen ist immer nur eine Begleiterscheinung. Rauschen begleitet das Signal. Was man also betrachten muss ist das Verhältnis von Signal zu dem dazugehörigen Rauschen (immer im Kopf behalten, zu jedem Signal gehört Rauschen).
Das wichtigste ist also das Signal möglichst hoch zu bekommen und das Rauschen im Verhältnis dazu immer kleiner. In aller erste Linie betrifft das mal nur das Licht welches du aufnimmst. Das oberste Prinzip in der Astrofotografie ist also ein gutes Objekt Signal zu bekommen und ein geringes Objekt Rauschen. Objekte rauschen? Ja! das Licht rauscht, man nennt das Photonenrauschen. Ich will nicht näher darauf eingehen, denn es ist unter anderem hier erklärt: http://en.wikipedia.org/wiki/Shot_noise
Das Bild, Shot Noise Simulation, ganz am Anfang des Artikels zeigt anschaulich das Photonen Rauschen.

Mal angenommen es gäbe den perfekten Sensor. Kein Ausleserauschen, kein Dunkelstrom, bzw Dunkelrauschen. Keine Temperaturabhängigkeit, einfach nur ein Sensor der zu hundert Prozent nur das Licht und das damit verbundene (Photonen) Rauschen empfängt. Selbst dann würde dein Bild mit gerade mal 3 Minuten Belichtungszeit ein sehr schlechtes Signal zu Rausch Verhältnis aufweisen. Oder anders gesagt, es würde immer noch stark rauschen. die Möglichkeiten das dann mit entsprechender Bildbearbeitung zu kaschieren sind begrenzt, bzw. sogar falsch. Denn wenn ein Pixel einfach ein sehr verrauschtes Signal aufweist wäre eine Bildbearbeitung 8die üblichen entrausch Methoden) nichts anderes als einen Weichzeichner über die entsprechende Stelle zu legen, und damit ein Signal an der Stelle vor zu täuschen (kannst dir jetzt denken wie das Bild dann aussieht?).

Das beste was du also tun kannst ist erstmal deine Belichtungszeit dramatisch zu erhöhen. Und zwar in der Summe! Wenn deine Nachführung oder was auch immer für Umstände, es nicht zulassen länger als 10s zu belichten, dann musst du davon sehr viel mehr Bilder machen. Besser wäre es noch die Einzelbelichtungszeit stark zu erhöhen (sagen wir mal auf mindestens 5 Minuten, besser 10, besser 15 etc etc ). 5 Minuten würde ich mal mindestens anstreben. Und dann davon so viele wie möglich.

Dann erst bist du auf dem richtigen Weg. Über alles andere kann man sich dann mal unterhalten.

Kurz gesagt: Um weiter zu kommen musst du doch noch weiter an der Praxis arbeiten, erst dann kommt die Bildbearbeitung.
Um M31 ab zu lichten würde ich mal eine Belichtungszeit von 30min - 1h anstreben. Schaust du dir die Bilder hier im Forum an wirst du in den meisten Fällen Belichtungszeiten von 1h bis 20h bemerken. Gut 20 sind extrem (10 sind schon extrem), und das hängt natürlich enorm vom Objekt ab!

CS Frank
 
Hallo Daniel.

Genau diese "objektiven Vergleiche" habe ich gemeint !
Da wird viel rumgeschwafelt und auch die eine oder andere Meinung/Erfahrung (ich weiß es nicht) eingebracht, aber eine einigermaßen seriöse Untersuchung darüber gibt es wohl nicht !
Typisch dazu ist die im baluen Forum gemachte Aussage,
Es reichen zwar wenige Dark rein mathematisch aus, meine Erfahrung sagt aber, dass man mit 10 - 15 Darks recht gut fährt.
oder noch besser
aber ich lese von immer mehr Fotografen, die auf die Darks verzichten, weil sie dithern.

Das sind wieder die Äpfel, die dann aus "Erfahrung" Birnen werden !

Ich habe im Laufe der Zeit verschiedene Kamerasysteme (Canon, Nikon, Pentax und Sony) ausprobiert und habe bezüglich des internen Dunkelbildabzugs bei Astroaufnahmen sehr unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Deshalb bin ich da durchaus etwas zurückhaltend. Aber eines ist überall gleich:
die Bedingungen für eine temperaturabhängige Korrektur/Minderung des Rauschverhaltens bei einer einzelnen Aufnahme sind nirgends besser als bei einem SOFORTIGEN Dark-Abzug (auch wenn man nicht genau weiß, nach welchen Kriterien die Ingenieure bei Canon Nikon usw. da gearbeitet haben). Das Mitteln vieler Darks verwischt nur und kann deshalb keine optimalen Ergebnisse (bezogen auf das Einzelbild ) bringen und außerdem hat man ja durch das Stacken eh die erforderlich Rauschverminderung in der Gesamtheit der Aufnahmen erreicht. Was also kann (theoretisch) besser sein, als Fehler -und das ist nun mal das Rauschen- von vorneherein zu reduzieren und dann durch eine Nachbearbeitung (=stacken) noch weiter zu dämpfen.

Geht halt auf Kosten der Zeit !

 
Hallo zusammen,
danke für die rege Beteiligung, mit soviel Resonanz hatte ich nicht gerechnet.

Vorneweg, vieles was hier geschrieben wird, also länger integrieren, SNR & Co. ist mir generell klar. Im moment geht es mir auch nicht um 'pretty pictures' sondern eher darum, mich an die ganze Thematik heranzutasten, überhaupt visuell schlecht oder nicht sichtbares abzubilden. Daher auch die Eingangsfrage; ist mehr aus den subotimalen Daten herauszukitzeln. Nur um ein Gefühl zu bekommen.

Abgeblendet wurde, um eben eine bestmögliche Darstellung über den Chip zu ermöglichen, da bin ich den Infos gefolgt, die Peter oben schon benannt hat. Es ist auch das 55-200mm Objektiv das erst bei f/5,6 losgeht. Zugegeben im Moment ist mir die Randschärfe oder evtl. Vignettierung relativ egal. Da wäre mehr Licht eher von Vorteil.

Was die 30s angeht, ich habe den Eindruck, dass hier in der Stadt das Bild dann zu hell wird, also Störlicht zunehmend 'in die Aufnahme kriecht'. Ich habe einen Fernauslöser zum Anschluss an Seriell gebastelt, damit lässt lässt sich der Bulb-Modus mit eigenem Skript oder DigiCamControl (verwende ich generell zu Aufnahme) auch komfortabel nutzen. Ich werde das bei Gelegenheit nocheinmal mit längeren Belichtungszeiten versuchen.

Was die internen vs. externe Darks angeht, da habe ich schon relativ viel in beide Richtungen gelesen, u.a. auch dass der interne Abzug der aktuellen Nikons (auch der kleinen) recht brauchbar sein soll, reduzierter Effekt von nachträglichen Darks bei Temperaturänderung über die Belichtungsserie, etc. Versuch macht wohl kluch.. ich werde mich da einfach herantasten müssen.

Aber es scheint ja einen klaren Handlungshinweis zu geben: mehr Signal. Das werde ich ersteinmal befolgen und schauen, wieviel ich aus Montierung und Himmel tatsächlich rausholen kann.

Viele Grüße
Sven

 
Hi Sven!

Aufgenommen wird meist hier auf der Dachterasse (sic!) in Oldenburg, ich denke, da sind mehr als 30s recht schwierig (daher auch die relativ hohe ISO).

Was die 30s angeht, ich habe den Eindruck, dass hier in der Stadt das Bild dann zu hell wird, also Störlicht zunehmend 'in die Aufnahme kriecht'.

Ich fotographiere aus Berlin heraus mit f5 und kann (je nach Objekthöhe) recht problemlos mehrere Minuten belichten (natürlich nur mit Nachführung). Vorrausgesetzt, bei dir strahlt von gegenüber keine megahelle fußballfeldgroße Reklametafel, würde ich auch bei dir ähnliche Möglichkeiten erwarten. Zumal du eine sehr hohe ISO Einstellung eingesetzt hast. Wenn du 30s bei ISO1600 als Maximum einschätzt, dann wären bei z.B. ISO200 bereits 2 Minuten Belichtungszeit drin. Aber da hilft natürlich nur eines, ausprobieren ;)

VG,
Johannes


 
Hallo Sven,

wie Johannes auch schreibt, ich habe bei meinen letzten Bildern mit 200mm Brennweite (oder auch nur 85mm) 100 Sekunden bei ISO 800 und f/4 belichtet, da sollte auch bei dir also noch ne Menge Luft sein. Aber mal ne andere Frage, was meinst du mit zu hell?

Du musst bei der Astrofotografie bedenken, dass du hintergrundlimitierte Bilder erzeugen musst. Im Klartext heisst das, dass du auf keinen Fall einen schwarzen Hintergrund haben darfst... Mehr Infos hier: http://www.astro.uni-bonn.de/~mischa/obstips/exptime_de.html

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von zwent:
Daher auch die Eingangsfrage; ist mehr aus den subotimalen Daten herauszukitzeln. Nur um ein Gefühl zu bekommen.
Ja, das geht.
Zwei Beispiele (mit denselben Daten: 12x30s, 55/1.4, ISO400, Himmel: 7-8 nach Bortle, nur in PI gestackte Light Frames).
Trial und vor allem Error: https://picasaweb.google.com/113457959217968172563/Astro#5977770375250568562
Workflow nach dem bereits erwähnten Tutorial: https://picasaweb.google.com/113457959217968172563/Astro#6029267130697393842

Was die 30s angeht, ich habe den Eindruck, dass hier in der Stadt das Bild dann zu hell wird, also Störlicht zunehmend 'in die Aufnahme kriecht'.
Nein, keine Angst, das ist nicht das Problem.

E.
 
Hallo Peter und andere,

Das sind wieder die Äpfel, die dann aus "Erfahrung" Birnen werden

Erfahrung ist ja erstmal nichts schlimmes. Je mehr man sich mit den Unwägbarkeiten einer DSLR auseinandersetzt, desto augenscheinlicher wird wie komplex dieses Thema ist. In vielen Diskussionen ging es seitenweise um diese Themen, und am Ende kommt immer raus das man am besten die Zeit mit belichten verbringt. Einen wirklich objektiven Vergleich gibt es vielleicht nicht, er würde aber auch aus meiner Sicht recht wenig Sinn ergeben.

Wie ich oben aufgeführt habe ist eines der Grundprinzipien der Astrofotografie die Belichtung an sich. Ich will das mal etwas pathetisch das oberste Prinzip nennen. Aus Zen Buddhistischer Sicht kann man nun sagen: Die Sterne laufen nicht davon. Fakt ist aber die Zeit läuft einem davon. Anders gesagt: Die Zeit die man mit dem internen Darkabzug vergeudet, nutzen andere um dem obersten Prinzip treu zu bleiben.

Nunja es gibt sicher Argumente im Zweifelsfall eben genau damit zu brechen. Aber warum, wenn es doch Alternativen gibt.

Hier meine Rangliste der Methoden:

1. Die komplette Datenreduktion mit Darks, Flats und Bias. Inklusive dithern. Das dithern dient hier dazu dem Kalibrationsrauschen entgegen zu wirken. Um die Darks auf den Punkt zu bringen (in Bezug auf Temperatur) muss man eben kreativ sein. Kühlschrank, Kühlboxen, Dark Libaries was weiss ich alles. Das schaffen andere auch. Ab zu wägen bleibt wie gross man den Aufwand betreibt, und wie effektiv sich das auf die Bilder auswirkt.

2. Darks weg lassen. Eine durchaus praktikable Lösung die dann an zu wenden ist wenn die Ergebnisse nach der Methode 1 schlechter sind als zu erwarten. Sprich die darks weder praktisch noch durch Anpassung (Bias korrigierte Darks die durch Faktoren rauf oder runter skaliert werden) passend gemacht werden können. Diese Methode hat sich in der Praxis mehr als bewährt, sie ist fast Standart könnte man sagen. Dithern ist hierbei Grundvorraussetzung, sonst kann das ganze nicht funktionieren.

3. Der interne Darkabzug. Mit dem enormen Nachteil kostbare Belichtungszeit zu vergeuden.

Das ist meine Top 3, letztendlich muss das jeder für sich entscheiden. Es hängt einfach auch von den Ansprüchen ab die man selber an seine Aufnahmen hat.

Ich möchte aber nochmal betonen, das man sich diese Gedanken erst dann machen sollte, wenn man überhaupt in der Lage ist langbelichtete Astroaufnahmen zu erstellen.

CS Frank
 
Hallo zusammen,

längere Aufnahmen scheinen gut zu funtionieren, allerdings ist nun die Einnordung der beschränkende Faktor. Bei einem kurzen Test konnte ich zumindest an die 45s bei 300 mm belichten.

Also ran an den Polsucher.. der wurde am Wochenende justiert (hoffentlich). Ganz schön pfriemelig, insbesondere weil beim Einstellen der optischen Achse das Skalenscheibchen zwei, drei mal herausgekippt ist.
Beim Umschwenken von -90 auf +90° lande ich nun an der gleichen Stelle, dazwischen gibt es allerdings doch sichtbare Abweichung, die auf Spiel in den Achsen und ggf. auch des Stativs zurückzuführen ist. Allerdings kann ich noch nicht Bewerten wie sich das später am Himmel äußert.

Da es offensichtlich genug andere Baustellen gibt, bleibt auch der interne Dunkelbildabzug ersteinmal aus.

Es bleibt spannend, das Fass ohne Boden.

Viele Grüße
Sven
 
Hallo zusammen,

gestern Abend kam das Bild unten heraus.

Bisher nur gestackt und den automatisch den Hintergrund subtrahiert.

35x60s, 20 Darks, 10 Bias
300 mm, f/5.6, ISO800

Das Einnorden ist allerdings verbesserungswürdig.

Viele Grüße
Sven

 

Anhänge

  • 140806_m31_temp_small.jpg
    140806_m31_temp_small.jpg
    88,4 KB · Aufrufe: 301
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben