Martin_Raabe
Aktives Mitglied
Hallo,
da in letzter Zeit mehrfach die Frage an mich herangetragen wurde wie ich bei meinem Montiprojekt die Klemmung der Schneckenräder bewerkstellige, hier ein paar Details zu meiner Lösung.
Die Kupplung sollte folgende Eigenschaften haben:
- einstellbares Reibmoment
- feinfühlige Verstellbarkeit von min. bis max. Klemmwirkung
- leichte Bedienbarkeit, d.h. insbesondere keine kleinen Hebel die dauern ihre Position verändern und die man im Dunkeln immer wieder suchen muss (GP!)
Ich bin dann schließlich bei einer Hebelplatten-Kupplung gelandet, die axial gegen das Schneckenrad drückt. Die kupplungs-ferne Seite des Schneckenrades bildet zusammen mit einem Messingring die eigentliche Reibfläche.
Aufgabe der Kupplungsmechanik ist es eine dosierbare Axialkraft auf das Schneckenrad auszuüben.
Hier die Einzelteile:
Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/kuppl1.jpg
Und hier im eingebauten Zustand, zuerst in geöffneter Stellung:
Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/kuppl2.jpg
Und in geschlossener Stellung:
Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/kuppl3.jpg
Wie funktioniert das jetzt?
Die Basisplatte sitzt fest auf der Achse. Zwischen Basisplatte und Schneckenrad befindet sich die Druckplatte. Diese hat auf der Schneckenrad-Seite 2 Polyamid-Gleitstücke, die Druck auf das Rad ausüben, ohne selbst allzu viel Reibung beizutragen. Die Reibung soll ja auf der anderen Seite des Rades entstehen.
Die Druckplatte hat zunächst allseitig Spiel, d.h. sie liegt lose dazwischen. Die Funktion der Kupplung entsteht, indem von der Basisplatte von 2 Schrauben aus Druck auf die Druckplatte ausgeübt wird: in Position 12h befindet sich eine Druckschraube, in Position 6h eine kleine Justierschraube, und eben auf der _anderen_ Seite der Druckplatte in den Positionen 3h und 9h je ein PA-Gleitstück.
Die Druckplatte bekommt also an 4 Punkten Druck, dem sie sich durch eine entsprechende Pendelbewegung anpasst. Auf diese Weise ist es möglich, eine zentrisch wirkende Anpresskraft auf das Schneckenrad aufzubauen, wobei sich das verstellende Element (Druckschraube) aber außerhalb der Mitte befindet.
Mit dieser Druckschraube hat es eine besondere Bewandtnis: Gegenüber einer "großen Mutter" zur Achsklemmung ergeben sich 2 Vorteile:
- die Sache verstellt sich nicht von selbst wenn man die Achsen bewegt
- die erforderliche Verstellkraft für eine bestimmte Andruckkraft am Schneckenrad ist *sehr* viel kleiner
Letzteres hat folgenden Grund: Wenn man eine bestimmte Axialkraft mit einer Schraube aufbauen will, hängt das dafür erforderliche Drehmoment (Anzugsmoment) linear vom Gewindedurchmesser der Schraube bzw. Mutter ab. Je größer der Durchmesser des Gewindes, um so mehr Drehmoment muss man mit den Fingern aufbringen um eine bestimmte Klemmwirkung zu erreichen.
Bei meiner Lösung fungiert eine M6 Schraube als Verstellelement. Gegenüber z.B. einem 50er Gewinde mit gleicher Steigung ist nur ca. 11% des Drehmoments erforderlich, um eine bestimmte Axialkraft zu erreichen.
Die Forderung nach bequemen und ortsfesten Bedienelementen habe ich über Handräder erfüllt, die koaxial zu den Hauptachsen liegen. Also rund um den Polsucher, und rund um die Gegengewicht-Stange. Es handelt sich hier um dicke Knöpfe (52mm), die zur besseren Griffigkeit je 2 Gummiringe haben. Sie sind zunächst einmal frei auf der Achse drehbar.
Jetzt muss man natürlich irgendwie die Drehbewegung des Handrades in eine Drehbewegung der Druckschraube umsetzen. Das erfolgt über einen Bügel und einen Kipphebel. Eine Drehung des Handrades um 90° führt zu einer Drehung der Druckschraube um ca. 105°. Das ist ausreichend um das Reibmoment der Kupplung von Min. - Max. einzustellen.
Die Funktion ist recht erfreulich:
- Die Verstellkraft am Handrad ist so klein dass man mit 2 spitzen Fingern den Einstellbereich komplett durchfahren kann
- Die Verstellkraft ist durch die Hebelverhältnisse fast konstant über den Einstellbereich
- die Kupplung bleibt auf jeder Zwischenstellung stehen, auch wenn man die Montierung von Hand bewegt
Viele Grüße
Martin
da in letzter Zeit mehrfach die Frage an mich herangetragen wurde wie ich bei meinem Montiprojekt die Klemmung der Schneckenräder bewerkstellige, hier ein paar Details zu meiner Lösung.
Die Kupplung sollte folgende Eigenschaften haben:
- einstellbares Reibmoment
- feinfühlige Verstellbarkeit von min. bis max. Klemmwirkung
- leichte Bedienbarkeit, d.h. insbesondere keine kleinen Hebel die dauern ihre Position verändern und die man im Dunkeln immer wieder suchen muss (GP!)
Ich bin dann schließlich bei einer Hebelplatten-Kupplung gelandet, die axial gegen das Schneckenrad drückt. Die kupplungs-ferne Seite des Schneckenrades bildet zusammen mit einem Messingring die eigentliche Reibfläche.
Aufgabe der Kupplungsmechanik ist es eine dosierbare Axialkraft auf das Schneckenrad auszuüben.
Hier die Einzelteile:
Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/kuppl1.jpg
Und hier im eingebauten Zustand, zuerst in geöffneter Stellung:
Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/kuppl2.jpg
Und in geschlossener Stellung:
Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/kuppl3.jpg
Wie funktioniert das jetzt?
Die Basisplatte sitzt fest auf der Achse. Zwischen Basisplatte und Schneckenrad befindet sich die Druckplatte. Diese hat auf der Schneckenrad-Seite 2 Polyamid-Gleitstücke, die Druck auf das Rad ausüben, ohne selbst allzu viel Reibung beizutragen. Die Reibung soll ja auf der anderen Seite des Rades entstehen.
Die Druckplatte hat zunächst allseitig Spiel, d.h. sie liegt lose dazwischen. Die Funktion der Kupplung entsteht, indem von der Basisplatte von 2 Schrauben aus Druck auf die Druckplatte ausgeübt wird: in Position 12h befindet sich eine Druckschraube, in Position 6h eine kleine Justierschraube, und eben auf der _anderen_ Seite der Druckplatte in den Positionen 3h und 9h je ein PA-Gleitstück.
Die Druckplatte bekommt also an 4 Punkten Druck, dem sie sich durch eine entsprechende Pendelbewegung anpasst. Auf diese Weise ist es möglich, eine zentrisch wirkende Anpresskraft auf das Schneckenrad aufzubauen, wobei sich das verstellende Element (Druckschraube) aber außerhalb der Mitte befindet.
Mit dieser Druckschraube hat es eine besondere Bewandtnis: Gegenüber einer "großen Mutter" zur Achsklemmung ergeben sich 2 Vorteile:
- die Sache verstellt sich nicht von selbst wenn man die Achsen bewegt
- die erforderliche Verstellkraft für eine bestimmte Andruckkraft am Schneckenrad ist *sehr* viel kleiner
Letzteres hat folgenden Grund: Wenn man eine bestimmte Axialkraft mit einer Schraube aufbauen will, hängt das dafür erforderliche Drehmoment (Anzugsmoment) linear vom Gewindedurchmesser der Schraube bzw. Mutter ab. Je größer der Durchmesser des Gewindes, um so mehr Drehmoment muss man mit den Fingern aufbringen um eine bestimmte Klemmwirkung zu erreichen.
Bei meiner Lösung fungiert eine M6 Schraube als Verstellelement. Gegenüber z.B. einem 50er Gewinde mit gleicher Steigung ist nur ca. 11% des Drehmoments erforderlich, um eine bestimmte Axialkraft zu erreichen.
Die Forderung nach bequemen und ortsfesten Bedienelementen habe ich über Handräder erfüllt, die koaxial zu den Hauptachsen liegen. Also rund um den Polsucher, und rund um die Gegengewicht-Stange. Es handelt sich hier um dicke Knöpfe (52mm), die zur besseren Griffigkeit je 2 Gummiringe haben. Sie sind zunächst einmal frei auf der Achse drehbar.
Jetzt muss man natürlich irgendwie die Drehbewegung des Handrades in eine Drehbewegung der Druckschraube umsetzen. Das erfolgt über einen Bügel und einen Kipphebel. Eine Drehung des Handrades um 90° führt zu einer Drehung der Druckschraube um ca. 105°. Das ist ausreichend um das Reibmoment der Kupplung von Min. - Max. einzustellen.
Die Funktion ist recht erfreulich:
- Die Verstellkraft am Handrad ist so klein dass man mit 2 spitzen Fingern den Einstellbereich komplett durchfahren kann
- Die Verstellkraft ist durch die Hebelverhältnisse fast konstant über den Einstellbereich
- die Kupplung bleibt auf jeder Zwischenstellung stehen, auch wenn man die Montierung von Hand bewegt
Viele Grüße
Martin