Reflexe am Pacman schon im Rohbild entfernen

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Algorab_SI

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Hallo liebe EBV-Spezialisten,

nach einer großartigen Nacht war das (vorläufige) Ergebnis des Pacmannebels (NGC 281) zwar sehr vielversprechend, jedoch stört mich ein schon auf den Rohbildern erkennbarer Reflex, der wie ich vermute, den nahegelegenen Schedir als Ursache hat. Unglücklicherweise verläuft er direkt in den Nebel hinein und durch das Dithering wird im Summenbild ein noch größerer Bereich beeinträchtigt.
Die Kamera mag ich nicht mehr drehen, da auch noch andere Projekte mit dem gleichen Kamerawinkel vervollständigt werden sollen.

Kennt ihr eine Möglichkeit, den Reflex möglichst verlustfrei zu entfernen, optimal noch in PixInsight?

Da ich nun knapp 6h Belichtungszeit zusammen hab, könnt ihr mithelfen, das Ergebnis zu verschönern.

Anbei gibts ein Rohbild, dass hoffentlich trotz der Kompression erkennen lässt, worauf es ankommt.
 

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Hallo Alexander,

betreffs: "Reflexe am Pacman schon im Rohbild entfernen" - naha, dann ists ja kein Rohbild mehr, weil es muss ja in ein bearbeitungsfähiges Format konvertiert werden. Aber da der Reflex eine variable Stärke hat und auch noch aus Farbverläufen zu bestehen scheint, würde ich mal sagen: nicht sinnvoll möglich. Du müsstest, wenn du den Aufwand nicht scheust, alle Einzellights mit (wenn vorhanden) DF, FF und BF kalibrieren und als 16bit TIFF speichern.
Anschließend diese Einzelbilder in einem EBV-Programm, welches div. Retuschiermöglichkeiten bietet, einzel bearbeiten. Letztendlich dann diese neuen Bilder dann endgültig stacken.
Aber ich muss sagen, Deine Bildkomposition ist arg ungünstig... Links wird der Nebel knapp (=unschön) beschnitten - es sei denn, du cropst am Ende auf einen gewollten beschnittenen Ausschnitt... ;)

viele Grüße - Ronald
 
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Hallo Ronald,

danke für die fixe Antwort. Die "Bildkomposition" ist ein Ausschnitt aus dem Rohbild ;-), wird ja so schon genug komprimiert bei 100k.

Die manuelle Bearbeitung jedes einzelnen Bildes ist wohl nicht sinnvoll, da es jetzt schon 70 Bilder sind, eigentlich sollten auch noch welche dazukommen.

Meine Überlegungen gingen daher eher in Richtung einer Art Skript, aber vielleicht ist es auch sinnvoller, dass ganze im gestackten Bild anzugehen. Wie gesagt ist dort aber der Bereich größer und weniger scharf begrenzt.

Wer eine Idee hat, das Übel an der Wurzel zu packen, sprich die Reflexion als solche zu vermeiden, nur raus damit.

Vorgestern habe ich bei ca. 1,5h Belichtungszeit schon ein Ergebnis zu sehen bekommen: Astrobin


 
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Hallo Alexander,

Ich würde den Reflex in PixInsight nach dem Stacken entfernen.

Da der Reflex eine schöne Farbe hat, würde ich mit dem script "ColorMask" eine Maske erstellen.

Wenn die Maske nicht passend ausfällt würde ich eine Maske mit Pixelmath aus zweien der 3 Farbkanäle erstellen.

Den Reflex selbst dann mit Curves entfernen.

An den Einzelbildern würde es ganz schön aufwendig.
Eine Batchverarbeitung per Imagecontainer wird sicherlich nicht zielführend sein, da durch Dithering der Reflex ja immer an einer anderen Stelle ist.

Liebe Grüße
Heiko
 
Hallo Heiko,

vielen Dank, klingt spannend. Leider gelingt es mir noch nicht, eine passende Farbe einzustellen. Wahrscheinlich sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht, das muss man in PI ja irgendwie auslesen können...

 
Hallo Alexander,

Der Reflex hat doch eine gelbliche Farbe.

Du kannst mit dem Script ColorMask 6 verschiedene Masken erstellen.

R, G, B, Cyan, Magenta und Gelb.

In einer dieser Masken wird der Reflex sehr deutlich zu sehen sein.

Ich mache es dann so, daß ich einen Clone der Maske erstelle, den Reflex in dem Clone mit CloneStamp wegstempel, den Clone von der Maske mit Pixelmath abziehe, so daß nur noch der Reflex in den Bild übrig bleibt.

Alternativ das Bild mit ChannelExtraction in R, G, und B aufteilen, in dem Fall mit Pixelmath G-B oder umgedreht abziehen.
Dann bleibt auch der Reflex und ein paar Artefakte übrig.
Nun die selbe Prozedur mit Clone erstellen, wie zuvor beschrieben, so daß nur der Reflex übrig bleibt.

Ziel ist eine Maske zu erzeugen, die nur den Reflex enthält um diesen selektiv zu entfernen.

Liebe Grüße
Heiko
 
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Hallo Heiko,

ok, das Prinzip hab ich jetzt kapiert, die saubere Erstellung der Maske gelingt mir auf Anhieb noch nicht, aber ich übe fleißig ?)

Am Ende muss es ja auch eine Maske sein, die das Bild bei aller Korrektur nicht ruiniert.

Vielen Dank, habe wieder was gelernt.
 
Hallo Alexander,

bei meinem Post kannte ich das astrobin-bild noch nicht. Ich habe mal, quick'n'dirty mit meinem alten Corel eine Korrektur versucht - etwa 15 Minuten. Das geht natürlich noch feiner:
Link zur Grafik: http://www.silentwar.de/temp/pacman.jpg

Einfach in einem normalen EBV-Programm in R-G-B zerlegen und mit einem feinem Nachbelichterpinsel mit angepasster Breite und sehr geringer Stärke den Streifen Stück für Stück abdunkeln...

viel Erfolg - Ronald
 
Hallo Ronald,

das sieht schon sehr gut aus auf den ersten Blick.

Neben PI nutze ich eigentlich nur Lightroom, aber eher zur Archivierung. Pinsel und Nachbelichten sind da kein Problem, aber weiß nicht, ob man die Kanäle da einzeln bearbeiten kann.

Das scheint mir etwas einfacher als die Maske in PI korrekt zu erstellen, mal schauen. Jetzt hoffe ich erstmal auf weitere 6h Belichtungszeit.

Auch dir herzlichen Dank.
 
Hi,

das kein Reflex, sondern ein typischer 'diffraction-spike' eines sehr hellen Sterns ausserhalb des Bildfeldes, wie du bereits vermutet hast. Da es ein Beugungseffekt ist, treten die verschiedenen Maxima wellenlaengenabhaengig an verschiedenen Positionen im Bild auf. Einfaches dithern hilft da nicht, weil das Beugungsmuster bezueglich den Himmelskoordinaten ortsfest ist. Da muss man dann tiefer in die Trickkiste greifen, was du ja erfolgreich gemacht hast.

LG,

mischa

 
Hallo Alexander,

Das Masken Basteln ist das, was am meisten Zeit bei der EBV in Anspruch nimmt.
Es gibt sehr viele Wege eine Maske zu erstellen.
Da hilft nur probieren und üben.
Du wirst sehen, daß Dir das mit der Zeit immer leichter von der Hand geht und letztendlich Routine wird.

Dafür hast Du dann ein sehr mächtiges Werkzeug mit dem Du fast alle Probleme bei der EBV angehen und lösen kannst.

Liebe Grüße
Heiko
 
Hallo Mischa,

das ist wirklich ein schönes Beispiel für eine Beugungsfigur, mit "Reflex" habe ich mich da nicht sonderlich präzise ausgedrückt. Und tatsächlich sieht man ja sogar noch eine Art Minimum innerhalb derselben.

Der Erfolg steht indes noch aus, ich lege noch ewas Belichtungszeit nach.

Vielleicht noch eine Frage in die Runde: wann ist die Entfernung des Spikes am sinvollsten? Ich würde jetzt intuitiv das Bild wie immer bearbeiten und zum Schluß etwas Kosmetik betreiben.
 
Hallo Alexander,

Ich würde sagen, daß die Entfernung am besten nach dem ersten Strecken erfolgen sollte.
Da hat man im Vergleich zum linearen Bild etwas mehr Kontrolle.

Ganz am Schluß birgt auch noch die Gefahr, daß bei Misserfolg die gesamte Arbeit bis dahin für die Katz war.

Liebe Grüße
Heiko
 
Hallo nochmal,

nach drei weiteren Nächten habe ich nun ca. 16h zusammen. Beim Stacken hat PixInsight schon viele Pixel aus dem "Reflex" entfernt und so ist die Farbe auch nicht mehr so schön erhalten geblieben. Letztlich habe ich den Bereich in Lightroom maskiert und ein bischen an den Reglern gedreht. Wenn man nicht weiß das er da ist, fällt es einem vielleicht nicht störend ins Auge. Das Ergebnis könnt ihr Euch hier anschauen: Astrobin

Nochmals vielen Dank für Eure Tipps!
 
Moin Alexander

Das selbe Problem hatte ich auch mal.
Ein Tip für zukünftige Bilder: Streiche die Fangspiegelstreben einfach mit Antireflexfarbe an.
Dann brauchst du dich in der EBV damit nicht abmühen ;)
Lg Flo
 
Hallo Flo, Tommy und Jens,

eine physikalische Lösung ist natürlich immer das Beste. Bevor ich zum Pinsel greife, habe ich noch ein paar andere Baustellen...

In diesem Fall bin ich noch dazu selbst Schuld, weil ich die Kamera nach der ersten Nacht (nach einer Stunde gabs schön Nebel) nicht einfach gedreht hab :mauer:

 
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