Refraktion an Luft, sichtbar im Bild?

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happy_mac

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Moin Moin

Ich habe gerade einen AP 130 EDT zum ausprobieren da.
Nun bei Vollmond sollte man ansich keine Bilder machen, aber ich kann es nicht lassen. Also gestern raus beim Schmodderwetter.

Mir ging es eigentlich darum wie Farbrein den der EDF ist. Sollte er Probleme machen vermutete ich blaue Säume.

Nun habe ich ein Paar Testaufnahmen gemacht und bekomme das Gegenteil. Ich habe Rote Säume (der Rotkanal ist am weitesten, der Blaue ist der schmälsten) und zudem eine Verschiebung in eine Richtung. Jedoch nicht immer in die selbe, sondern abhängig von der Himmelsrichtung.


Da ich mir noch immer keinen Reim darauf machen kann mal folgende Frage. Kann durch hohe Luftunruhe (und die war da) es zur refraktion des Lichtes von hellen Sternen kommen. So das ´man quasie selbst mit einem farbreinen Telkeskop eine Aufweitung des Lichtes bekommt?


Gruß
Ralph
 
Hi Ralph,

das ist die atmosphaerische Dispersion, die immer vertikal erfolgt. Die Atmosphaere ist halt ein chromatischer Einlinser, und die Refraktion ist wellenlaengenabhaengig.

Achte mal drauf, wenn Du den Refraktor hoch- und runterbewegst (also wirklich azimutal, Bewegung senkrecht zum Horizont), das ist genau die Richtung der atmosphaerischen Dispersion. Auch eine perfekte Optik hat das, solange Du keinen ADC (Atmospheric Dispersion Corrector) einsetzt. Das ist ein Teil, das mit zwei gegeneinander verschiebbaren Prismen arbeitet, um eine Gegendispersion zu erzeugen. Gibts bei Grossteleskopen, auf dem Amateurmarkt ist mir das noch nicht begegnet.
 
Hi Ralph,

interessante Frage ! Die Brechzahl steigt vermutlich mit dem Dichte, aber ich weiss nicht welchen Einfluss z.B. die Feuchte hat - ausser Absorption vor allem blauen Lichtes. Vielleicht weiss jemand mehr ?
 
Ich frage mich nähmlich immer noch woher die Verschiebung des Rotkanals nach einer Seite kommt.
Wenn ich das Teleskop gedreht hab e war die Verschiebung auch wo anders. Also denke ich das es nicht von einer dejustierten Linsengruppe kommt, bzw schräg sitzenden Kamera.
Ich kann das aber noch einmal bewust nachvollziehen.
Die Verschiebung trifft alleinig den Rotkanal.

Ralph
 
Hi Ralph,

wie meinst Du das - "Teleskop gedreht" ?

Hast Du eine rollende Bewegung ausgefuehrt nach Lockerung der Rohrschellen ? Dann dreht sich die Kamera ja auch mit, und die Orientierung des durch die atmosphaerische Dispersion erzeugten Spektrums variiert. Sie zeigt halt immer nach "unten", man bezeichnet die Orientierung auch als "parallaktischen Winkel" (zumindest im Englischen, "parallactic angle").

Wenn sich aber die Orientierung aendert, ohne dass Du die Kamera mitdrehst, dann ist der Fehler im Teleskop.

Anderer Test: Wie siehts bei hellen Sternen in Zenitnaehe aus ? Die atmosphaerische Dispersion nimmt ja mit sinkender Zenitdistanz ab ...
 
Servus Jürgen

Ich habe die Orientierung des Teleskops geändert. (Schwenk von NE nach NW). In Zenitnähe habe ich leider nicht fotografiert. Wobei SSonntags Nacht auch fast in Zenithöhe das Seeing schlecht war, sprich Sterne blinkten.

Ich war Montas Nacht noch ienmal drausen.
Seeing besser als am Sonntag, aber immer noch recht schlecht. Bei 100facher Vergrößerung hat man nur wabbernde sich ständig verdrehende Sterne. Mit Vorsicht konnte man mal ein Einblick ins inta und extrafokale Bild erhaschen.

Die Rotsäume waren deutlich geringer! (ich habe noch mal den T2 Anschluss an die Kamera überarbeitet das er besser sitzt).

Zudem hab ich mal mein 10D angeklemmt. Da sehe ich so gut wie keine Rotsäume. Die kommen also von der extremen Empfindlichkeit der umgebauten 300D. Durch das Mondlicht und siff in der Luft schein ein hoher IR Anteil Licht in der Lichtglocke zu liegen. Die umgebaute 300D ist da halt sehr empfindlich. (Verschmutzte beladene Luft bringt ja das bekannte Abendrot)

Das das Halo aber verschoben ist kann eigentlich nur 2 Gründe haben.
Es könnte iene dejustage der Hauptoptik sein.
Oder mein Baader ersatzfilter in der Kamera hat sich leicht gelößt und sitz nicht mehr Plan vor dem CMOS:

Das kann ich herausbekommen in dem in die Kamera in 90° Schritten im OAZ drehe und einen sehr hellen Stern aufnehme.
Bleibht die Rotverschiebung uimmer gleich ist es der eingebaute Filter.
Dreht diese mit ist es die Optik.

Den Versuch habe ich sogar genmacht, leider ging dabei was schief und ich kann die Bilder nicht auswerten.

Jetzt warte ich aber erst mal bessere Bedingungen ab, und zwar das ganze ohne Mond. Der bringt mir dann doch zu viele Fehler ins System.


Gruß
Ralph
 
Hi Ralph,

haette nicht gedacht dass wir jetzt schon die Rotverschiebung messen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> .

Dass die modifizierte 300D den Rotsaum besser zeigt, liegt natuerlich an der erhoehten Rotempfindlichkeit: Das Spektrum wird laenger in dieser Richtung.

Allerdings: Der Prozess, der zum Abendrot fuehrt, ist komplett entkoppelt von der atmoshphaerischen Dispersion !

- Abendrot entsteht durch Rayleighstreuung des blauen Lichtes - so entsteht das Taghimmelblau. Das Licht, das dann noch durchkommt, ist geroetet.

- Atmosphaerische Dispersion ist ein Brechungseffekt. Die Atmosphaere wirkt wie ein ziemlich schwaches Prisma oder eine Keilplatte.

Ich wuerde an Deiner Stelle wirklich mal die Abhaengigkeit des Rotfehlers von der Zenitdistanz ueberpruefen. Oder Du bastelst einen kuenstlichen Stern (Fahrradbirne mit Pinhole) und ueberpruefst das ganze tagsueber - durch die kuenstliche Lichtquelle faellt die atmosphaerische Dispersion fort.

PS: Der Mond sollte da nicht stoeren. Wenn der Teststern hell genug ist, z.B. Deneb oder Capella in Zenitnaehe, ist der Hintergrundfluss durch den Mond vernachlaessigbar. Vollmondnaechte sind ideale "technische Naechte" fuer solcherlei Versuche, spar Dir die Neumondnaechte fuer die "Science" auf ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Moin Jürgen,
bei den Halbapochromaten von Wolfgang Busch war (ist) die mittlere Linse mit ein paar Plastikschrauben zentriert, d.h. man kann sie damit auch dezentrieren und das atmosphärische Spektrum beseitigen, wie mir Busch höchstselbst versicherte. Die Objektive gab es als 5"er und 6"er.
Grüße von Michael.
 
Hi Michael,

das mag ja sehr praktisch sein, nur aendert sich bei parallakischer Aufstellung der parallaktische Winkel staendig (das Fernrohr "rollt" im Azimutsystem). Dadurch muss die Richtung der Verstellung staendig nachgestellt werden, hinzu die Intensitaet je nach Zenitdistanz variiert werden. Und dann noch das staendige Umjustieren bei Objektwechsel ... in meinen Augen viel zu umstaendlich.

Zwei Keilplatten unterschiedlicher Brechkraft und Dispersion in Okularnaehe sollten die spektrale Verzerrung ebenfalls auffangen koennen. Du kannst das Ding drehbar lagern und mit einer Raendelschraube einfach die Platten gegeneinander verschieben, anstatt auf eine Leiter klettern zu muessen um das Objektiv zu verstellen.

Bei Grossteleskopen sind solche ADCs ueblich, ich weiss nicht ob es Anbieter fuer Amateure gibt. Waere doch noch eine Geschaeftsidee fuer unsere Haendler ...
 
Servus Jürgen
Ich hab noch mal meinen Hirnschmalz in Bewegung versetzt und habe mir noch einmal meine Bilderserien vorgenommen.
Anhand dieser kann ich sagen das die Verschiebung von Rot nach einer Seite von der Kamera kommen muss.
Nach etwas bewegen von Hirnschmalz und Rücksprache mit einem Vereinskollegen konnte ich herausbekommen was es wohl war.

Der T2 Adapter! Wenn alles Plan eingesetzt ist trifft wohl der Lichtstrahl aus dem Teleskop nicht Eben auf den CMSO auf. Er ist verkippt. Daher sind helle Sterne (Ich hatte immer Capella verwendet) nicht zentrisch bzw. es gibt eine einseitige Rotverschiebung.

Also den T2 Ring ein wenig matretiert und heute noch einmal das ganze Gerödel aufgebaut. Und siehe da, durch verändern der Einsetzringhöhe kann das Bild justieren.
Leider ist das ein böses gefummel. Ich hatte es schon fast perfekt und dann wieder versemmelt. Aber immerhin weis sich jetzt wo ich drehen muss.

Anbei nun mal ein Abschlussbild, 30 Sekunden ISO1600 auf Capella gerichtet. Mit AP Fokalreducer bei ca. 0.82%. Extreme Überbelichtung per EBV beseitigt. Seeing wieder mal sehr schlecht. (Flugzeuge zogen extreme Kondensstreifen)

Die Reflexe kommen von einer dünnen Kordel die ich vor die Optik gespannt habe. Bild in voller Größe:

Vollbild ca. 800kb

Oh man, mit so etwas kann man Tage verbringen und verzweifeln. Mit dem letzten Ergebnis bin ich erst einmal zufrieden. Der letzte Feinschliff kommt dann noch.
Jetzt brauch ich Neumond und klaren Himmel um den ernsthaften Test auf dem Vogelsberg durchführen zu können.
Ich bin aber nach den letzten Ergebnissen sehr optimistisch.
Jürgen, danke für deinen Beistand.

Gruß
Ralph
 
Hi Jürgen,

ja es gibt tatsächlich einen Anbieter(Werbung in SkyandTelescope) für eine "Dispersion Wedge" für Amateure.
CS Mike
 
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