Refraktor 80mm Öffnung - 400mm Brennweite

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Dan61

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Hallo Leute,

ich möchte euch gerne mal fragen, ob man mit einem Refraktor Teleskope nach Fraunhofer 80mm Öffnung - 400mm Brennweite, Planeten, den Mond usw. gut beobachten kann.
Was haltet ihr davon, bin Anfänger und wäre für euere Hilfe sehr dankbar.

Viele Grüße
Dan
 
Hallo, Dan61,

diesen Refraktor habe ich selbst, kann also seine Eigenschaften ungefähr einschätzen.

Es ist grundsätzlich KEIN Instrument für Mond und Planeten. Ein zweilinsiger Refraktor mit einem Öffnungsverhältnis von f/5 (Brennweite ist 5 mal so groß wie die Öffnung) und ohne extrem teure Linsen (z.B. Calzium-Fluorid) zeigt schon bei mittleren Vergrößerungen starke Farbsäume, die nicht nur ästhetisch störend sind, sondern auch effektiv die Erkennbarkeit feiner Details herabsetzen, weil sie in diesen Farbsäumen "ersaufen". Diese Farbsäume rühren daher, dass bei den verhältnismäßig einfachen Linsenmaterialien die Fokuslage von Licht unterschiedlicher Wellenlänge nicht genau am gleichen Ort auf der Brennebene der Linsen liegt (Farbquerfehler) oder überhaupt eine unterschiedliche Brennweite hat (Farblängsfehler). Außerdem sind mit nur 400mm Brennweite einfach nicht die Vergrößerungen erreichbar, die man für Mond und Planeten benötigt, damit es sich auch lohnt.

Auf der anderen Seite hat dieses Instrument unbestreitbare Verdienste: es hat ein sehr großes Gesichtsfeld und eignet sich deshalb prima für großräumige Durchmusterungen, etwa in der Sommermilchstraße. Mit einem Okular von 25 mm ergibt das eine Vergrößerung von nur 16 x, also wenig mehr als ein Feldstecher (was das Suchen und Finden auch erleichtert!), aber immerhin mit 80 mm Öffnung. Da ist schon eine ganze Menge sichtbar. Und im Gegensatz zum Feldstecher kann man dann durch ein anderes Okular die Vergrößerung stark erhöhen und dann doch einige Objekte sehr hübsch auflösen. Zudem ist es leicht und handlich. Ich nehme es gerne mit auf Reisen, etwa in den Mittelmeerraum. Dort wird es auf ein stabiles Fotostativ gepackt. Die Nebel der Sommermilchstraße vom Schützen herauf bis zu M 16 in Scutum waren bei 50 x, auch wegen des noch sichtbaren Umfeldes, wirklich klasse.

Es stimmt eben doch: jedes Instrument hat "seinen" Himmel.

Grüße,

astroklaus
 
Hallo Dan,

ein kurzbrennweitiger Refraktor wie ein 80/400 ist für die Mond- und Planetenbeobachtung nicht besonders gut geeignet. Da arbeitet man nämlich typischerweise mit hohen Vergrößerungen, bei einem Refraktor mit diesem Öffnungsverhältnis macht sich da der Farbfehler schon recht stark bemerkbar. Ich besitze selbst einen solchen Refraktor als Reisegerät und kann aus meiner Erfahrung sagen, daß ab etwa 60x der Farbfehler am Mond und Planeten deutlich bemerkbar wird.
Dies soll aber nicht heißen, daß man am Mond und Planeten damit garnichts sehen kann. Ich habe mit meinem Gerät z.B. schon Schattenwürfe der Jupitermonde auf den Planeten beobachtet (das war aber an der Grenze). Die beiden Äquatorbänder auf Jupiter, dessen 4 große Monde, Saturnringe und die hellsten Saturnmonde sind z.B. kein Problem. Bei Vergrößerungen um 50 - 100x lassen sich auf dem Mond schon eine Menge Details erkennen, darüber wird dann wie gesagt der Farbfehler allmählich zu stark.
Dieser kurze Refraktor wird von einer leichten Montierung wie der EQ1 noch akzeptabel getragen, damit hat man dann ein kompaktes und leicht transportierbares Reisegerät. Beobachten der Milchstraße oder von Sternfeldern und Nebeln bei niedriger Vergrößerung und entsprechend großem Gesichtsfeld macht damit richtig Spaß. Das heißt, wenn man mit so einem Gerät einsteigt, hat man für spätere Zeiten immer noch ein hübsches Reise- und Richfield-Gerät, falls man sich irgendwann mal etwas größeres kauft.
Wenn Du Dich allerdings auf Mond und Planeten spezialisieren möchtest, rate ich Dir von einem Refraktor mit so großem Öffnungsverhältnis ab.
Bei Nebeln und Galaxien darf man aufgrund der relativ kleinen Öffnung natürlich nicht zu viel erwarten, dennoch liegen schon etliche Deep-Sky Objekte in der Reichweite dieses Refraktors.
Noch ein Tipp: die einzelnen Exemplare bei den preiswerten China-Refraktoren fallen recht unterschiedlich aus. Man kann eine wirklich gute Optik erwischen, aber auch eine Gurke. Am besten mit dem Händler Umtauschrecht vereinbaren und gleich nach dem Kauf testen bzw. von einem erfahrenen Sternfreund testen lassen (z.B. an einer Volkssternwarte).
 
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