Refraktor- Tubus teilen?

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klaus_lehmann

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Hallo zusammen,

ich hätte eine Frage an die Bastler:

Ich trage mich mit dem Gedanken, wie man den Tubus eines Refraktors längerer Bauart 90/900 teilbar machen kann, um ein Reiseteleskop mit moderatem Öffnungsverhältnis zu erhalten. Hat jemand von euch so etwas schon gemacht & welche Ergebnisse bzgl. Justierstabilität sind zu erwarten?


Vielen Dank & viele Grüße,
Roman
 
Hallo Roman,

ich habe schon einige Refraktortuben geteilt bzw. gekürzt.

Empfehlen würde ich es nur mittels Drehbank um einen exakten Rechten Winkel einzuhalten.

Dann lassen sich auch die zwei Teilstücke mittels eines kurzen Adapterringes mit Mittelsteg wieder bündig zusammenstecken und der Tubus bleibt gerade.

In beide Tubusenden setzt man eine passende Scheibe (z.B. 4mm-Blechscheibe oder Pertinax) ein um den Tubus beim Einspannen nicht zu deformieren.
Ein Problem beim Kürzen besteht oft darin, daß das Drehbankbett nicht lang genug ist.
Dann muß man den Reitstock entfernen und in entsprechender Entfernung ein Widerlager für das Tubusende herstellen.

Gedreht wird übrigens nur mit der Hand damit der Drehstahl nicht plötzlich "frißt".

Viele Grüße aus Graz

Johann

 
Hallo Johann,

vielen Dank für die Beschreibung! :-)

Ich hatte gehofft, mit einer Metallsäge auszukommen, aber die Planität der Versatzstücke ist damit wohl nicht zu gewährleisten. :-(

Ich hatte mir überlegt, vom unteren Tubusende die Mitte abzumessen, und im gleichen Abstand zum Tubusrand einen umlaufenden Strich als Markierung zu ziehen. Diesen entlang dann mit der Metallsäge auftrennen.

Leider verfüge ich nicht über eine Drehbank. Vielleicht ist es in meinem Falle besser, gleich einen neuen Tubus aus zwei Stücken mit plan gedrehten Flächen zu ordern?

Was könnte man als Mittelsteg/ Übergangsstück verwenden? (Der sollte ja etwas kleineren Durchmesser als der Tubus haben, um ihn innen reinzuschieben)

Viele Grüße,
Roman

PS: Gibt es irgendwo Bilder von Deinen Refraktoren?
 
Hallo Roman,

als Übergangs- oder Zwischenstück braucht man einen Alu-Ring mit einem beiderseitigen Ansatz in der Länge wie beim OTA (also etwa 20 bis 30mm) und einer Wandstärke von etwa 10mm.

Der Ansätze müssen natürlich in die Tubushälften hineingehen (also Tubusinnendurchmesser) und dazwischen ein ca 3-5mm breiter Bund (Tubusaußendurchmesser) an dem die Tubusteile unbedingt bündig aufsitzen müssen.

Auch die Gewinde schneidet man an derselben Stelle wie beim OTA.

Bilder gibts leider keine weil die umgebauten Tuben nicht in meinem Besitz waren und ich damals keine Aufnahmen davon gemacht habe.

gekürzt habe ich bis dato einen Vixen 90/1000?
einen Orion ED 80/600
einen Celestron 100/500
einen SW 70/500

Ich könnte dzt. nur meinen Orion-Tubus vorzeigen an dem man aber nichts bemerken würde, da ich ihn ja nur gekürzt habe.

Einen gleichen Tubus habe ich für einen Astrofreund etwa 1 zu 3 geteilt um einen Lumicon GEG verwenden zu können bzw. das "Drittel" wieder mittels Zwischenstücks anschließen zu können.
Jetzt paßt das Teleskop super in einen damals bereits vorhandenen Alukoffer.

Mein nächstes Projekt wird das Kürzen meines 150/1200 Refraktortubusses sein um auch mit einem Bino in den Fokus zu kommen.

Viele Grüße aus Graz,

Johann



 
Hallo Roman,
MOOMENT mal, Du willst durch teilen des Tubus das Öffnungsverhältnis des Scopes ändern - wie soll das gehen?

Das Öffnungsverhältnis berechnet sich ja aus Brennweite/Öffnung - bei Dir also 900/90 = f/10.
Das kannst Du nur durch Austausch des Objektivs ändern.

Wenn Du jetzt den Tubus kürzt, kommst Du nicht mehr in den Fokus.

Oder habe ich Deine Frage komplett falsch verstanden???

 
Hallo Ralf,

Johann hat mich schon richtig verstanden, ich will einen länger bauenden Refraktor in der Mitte teilen, um den Transport zu erleichtern. Der Tubus wird zum Transport geteilt, und vor Ort wieder zusammengesetzt. Es geht gerade darum, Brennweite, Öffnugszahl usw. beizubehalten und trotzdem ein gutes Transportmaß zu erreichen.

Vielleicht bleibe ich angesichts der Schwierigkeiten aber doch bei meinem B-Plan, einen ED 80/600 zu kaufen. f/7,5 ist schon okay, und 53cm ohne Taukappe gerade noch klein genug. Da ich gern auch mal Doppelsterne hochvergrößert beobachte, hatte ich mir gedacht, 90/900 (als ED) wäre besser & bin dann drauf gekommen, den Tubus zu teilen. Ist aber für meine Möglichkeiten nicht so einfach zu machen. (Drehbank, Material usw.) Ausserdem bringt so ein f/10 Gerät durch den Hebel auch andere Anforderungen an meine Reisemonti mit sich, welche beim 80/600 nicht ganz so tragisch sein sollten.

Viele Grüße,
Roman
 
Lieg ich da falsch?

Wenn die Teilung (der Schnitt) so erfolgt, dass die Breite gleich ist, dann bleiben die beiden geteilten Stücke ähnlich (bis nahezu gleich) wenn man sie wieder zusammensetzt. Natürlich an der selben Stelle, alles klar? Extremes Beispiel: schräger Schnitt ergibt eine elliptische Schnittfläche, die aber wieder zusammen passt, wenn die beiden Teile in der Achse wieder zusammengesetzt werden.
Das Problemm besteht in der Genauigkeit der neuen Verbindung, denn nur Zusammenhalten (der 2 Teile) wird zuwenig sein. Die neue Verbindung (ein Flansch oder ein weiteres Rohr außen darüber?) muss die Achse erhalten und die "Parallelität" der Schnittführung (=das herausgeschnittene Material) gewährleisten.

Andererseits ist es egal, WIE es VORHER war. Sobald der geteilte Tubus neu eingerichtet (kollimiert) ist und diese Einrichtung sich beim Auseinander-nehmen (und wieder Zusammenbauen) NICHT ändert, funktioniert es auch.

Blöd wäre nur, wenn nach jedem Aufbauen neu kollimiert werden muss.

p.s. Habe mich gerade mit dieser Idee (theoretisch) beschäftigt.
 
Hallo b_w

bei einem schrägen Schnitt kannst Du die beiden Tubusteile nicht mehr bündig auf den Verbindungsring schieben und mit 20mm Führung auf beiden Seiten wird die Achse auch nicht gerade sein.
Diesen Umstand verwendet man ja, um einen schiefen OAZ im Tubus etwas zu korrigieren. Man klopft seitlich etwas, bis es passt und schraubt ihn dann fest.

Um die Tuben genau achsial zu halten, bräuchte es schon eine beiderseitige Führung von wenigstens 15 - 20 cm und eine enge Passung.

Dann kannst Du die Tuben wahrscheinlich kaum mehr trennen.

Der Sinn liegt eigentlich in der genau rechtwinkeligen Schnittfläche der Tubenhälften und dem Bund in der Mitte des Verbindungsringes.
Wenn die Schnittflächen am Bund anliegen, sind sie auch parallel und stellen damit die genaue Ausrichtung der Achsen der beiden Tubenhälften sicher.

Grüße aus Graz,

Johann
 
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