Hallo Waldi !
Ich habe den Celestron Cheshire, selbiger hat eine kleine Lochblende, ein Fadenkreuz sowie die übliche um 45° versetzte Spiegelplatte zur Erzeugung einer Reflexion mit Schlitz.
Meinen selbst umgebauten 4" habe ich wie folgt justiert und damit ein sehr gutes Ergebnis erzielt (das Ganze ohne Zenitspiegel):
1. Ausrichten des Okularauszuges, damit die optische Achse stimmt:
Über das Objektiv habe ich eine exakt an den Objektivdurchmesser angepasste Kreisscheibe aus einem einfachen Papier mit markiertem Mittelpunkt gelegt (Filzstift) und so einmal über die Lochblende und das Fadenkeuz genau auf das Zentrum gepeilt, bzw. ausgerichtet.
Somit war einmal grob sichergestellt, dass die optische Achse stimmt.
2.) Wenn Du über die Lochblende eine Reflexion der Spiegelscheibe auf das Objektiv erzeugst, siehst du ganz genau, ob die Linse exakt Senkrecht auf die von Dir eingerichtete optische Achse steht. Normalerweise sieht man beim FH mindestens 2 bzw. 3 Kreisscheibchen. Stehen diese sehr weit voneinander weg, beginnst Du einmal an den Justierschrauben am Objektiv zu drehen, um festzustellen wohin Du das Objektiv versetzen musst, damit die Reflexionen deckungsgleich sind. Am Besten macht man das zu Zweit. Du siehst in den Cheshire, ein Anderer dreht an den Justierschrauben solange, bis alle Reflexionen deckungsgleich sind.
3.) Wenn das passt kommt Schritt 3, Justieren am Stern:
Ich verwende Polaris, am Besten das feinste Okular, das Du hast und das Dir mindestens eine Vergrösserung von > 150x liefert. Für dieses Okular habe ich mir aus einer Overheadfolie Eine "Kreisscheibe" gebastelt, die wiederum exakt in die Augenlinse passt, und wo ich die Eckpunkte eines Kreises bei ca. 1/3 der Linse markiert habe.
Wenn Du nun Polaris hernimmst, und etwas defokussierst, wirst Du konzentrische Kreise sehen. Falls der Kreismittelpunkt von schönen konzentrischen Ringen umgeben ist, ist alles o.k., keine weiteren Actions.
Falls es sich um Ellipsen handelt, hast Du noch etwas Astigmatismus. Dann geht das Spielchen (allerdings mit grosser Vorsicht und Feingefühl) des Verdrehens der Justierschrauben zur noch exakteren Ausrichtung der Linse senkrecht zu Deiner optischen Achse weiter.
Falls sich der Astigmatismus nicht oder kaum verbessern lässt, sondern eher schlechter wird, dann hast Du ohnehin das Optimum herausgeholt und die Linse hat in sich einen Astigmatismus. Solange das nicht allzu schlimm ist (sprich so im Verhältnis von 10-20%), dann ist das nicht wirklich ein Problem. Ich habe versucht, meinen Refraktor nach einem allerersten Run noch feinzutunen, ausser dem Zeitaufwand und dem Gefühl, jetzt habe ich wirklich das Optimum, habe ich allerdings keine Weltverbesserung gesehen.
Abschliessend ist meine Erfahrung - der Cheshire ist ein gutes Grobhilfsmittel, wirklich feine Ergebnisse erzielst Du aber erst bei der Justierung am Stern.
Clear skies
Hans