Refraktor

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hug0

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Hallo zusammen!
Ich habe nune seit einiger Zeit ein 8" f6 Dobson, mit dem ich auch zufrieden bin. Was mich noch reizen würde, wäre eine Möglichkeit auch "mal ebenso" aus dem Zimmer ein Blick auf einen Planeten zu werfen, was beim Reflektor bzgl Auskühlzeit ziemlich unmöglich ist.
Intuitiv dachte ich an so ein viel genanntes Lidlscope, habe aber eben gelesen, dass das ja eine Brennweite von 700mm hat und damit mit dem 4mm Okular auf "nur" 175fache Vergrößerung kommt.
Ein Refraktor ist doch gerade für Planeten geeignet, oder? Sollte er dann nicht wenigstens mehr vergrößern können, als mein Dobson? (Gestern mit 240x Saturn geschaut und Lust auf mehr bekommen) Oder anders gefragt, was wäre ein Refraktor, der mir in Sachen Vergrößerung und Auskühlzeit dienlich wäre?
Gibt es sowas in den unteren Preisklassen?
Viele Grüße, Florian
 
Moin Floran!

Denk' dran, daß Du beim Spechteln aus dem Fenster heraus sehr mit dem Seeing zu kämpfen haben wirst. Die warme Luft aus dem Zimmer wird Dir bei offenen Fenster so das Bild kaputtmachen, daß Du auch 175fach vergessen kannst.

Ein größerer Refraktor mit mehr öffnung / Brennweite als der Lidl will auch anständig montiert sein. Zu Deiner Preisgrenze hast Du nichts geschrieben. Schau Dich mal beim Teleskop-Service um, was am Markt zu kriegen ist und was in Dein Beuteschema paßt.

Ein Refraktor ist auch keine Wunderwaffe und ist wie jedes Teleskop mit der Maximalvergrößerung begrenzt. Eine Faustregel sagt: Max. Vergrößerung etwa das Doppelte der Öffnung in mm. Diese Angabe kann man zwar bei besten Bedingungen auch mal überschreiten, aber beim Blick aus dem Fenster wird das nix werden. Da wirst Du keine sehr hohen Vergrößerungen einsetzen können.
 
Moin!
Danke erstmal, das mit dem Seeing ist wohl war, hatte es irgendwie vorallem auf die Auskühlung des Spiegels geschoben, aber du hast natürlich Recht, die warme Luft macht bei beiden Bauweisen Probleme.
Ok, streichen wir das "von der Wohnung aus schauen".
Was mich trotzdem wundert ist, dass auch teure Refraktoren ja nach dieser Faustformel nur ganz selten an die 300fach ranreichen. Ich dachte einfach mit einem Refraktor wäre deutklich mehr Vergrößerung drin als mit einem Spiegelteleskop. Was wäre denn ein gutes Planeten Teleskop (rein theoretisch, Preis also erstmal egal), dass ein 8" Dobson aussticht?
Danke, Florian
 
Moin Florian!

Die Vergrößerung ist immer durch die lokalen Bedingungen beschränkt. Eine Vergrößerung kannst Du in jedem Teleskop so hoch treiben, wie Du willst, nur mehr erkennen wirst Du nicht. Ein qualitativ hochwertiges Gerät kann bei besten Bedingungen auch mehr als die o.g. Faustformel ab. Aber das geht auch mit den größten Optiken nicht in jeder Nacht. Zum anderen: Mehr Öffnung bedeutet mehr Auflösungsvermögen, d.h. feinere Details am Planeten werden sichtbar.

Wenn Du nach guten Planeten-Teleskopen fragst, wirst Du hier von 4 Leuten 5 Meinungen hören: Die einen bevorzugen Newtons mit wenig Abschattung durch den Fangspiegel, andere apochromatische Refraktoren, langbrennweitige Fraunhofer oder sonstige Spezialteleskope, sogar Mak's und SCT werden genannt. Da kocht schnell die Volksseele hoch... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Wir an unserer Vereinssternwarte besitzen z.B. einen FH-Refri 6" f/15 und einen Kutter-Schiefspiegler 8" f/20. Das sind Geräte, mit denen man so einiges am Planeten anfangen kann.
 
Hallo Florian,

sagen wir mal so: Mit einem Refraktor kann man im Originalzustand an den meisten Abenden höher vergrößern, weil der geschlossene Tubus das Gerät vor "inneren Turbulenzen" (Fachwort Tubusseeing) schützt. Es gibt zwar auch im Refraktor Tubusseeing, aber viel schwächer. Der Newton kämpft an den meisten Abenden um Sein Temperaturgleichgewicht und "blubbert vor sich hin", wenn man nichts dagegen tut.
Daher ist also für Deinen Gedanken "Jetzt, schnell, sofort gucken, Spaß-Knopf an!" der Refraktor schonmal eine richtige Überlegung.
Das Problem ist jetzt blos, daß ich selber für die Planetenbeobachtung ein Teleskop mit zumindest geringem Farbfehler dringend empfehle. Und das treibt einen dann dem Hochpreisgerät APO in die Arme, oder wenigstens einem sehr laaangen und unhandlichen Fraunhofer-Achromat, der dann wohl mit 100mm Öffnung und 1500mm Brennweite seine Obergrenze des "normal käuflichen" erreicht hat.
Wer das Geld für den APO nicht hat, aber trotzdem das sehen will, was 150mm Öffnung bei der Planetenbeobachtung können, der sollte dann meiner Meinung nach auf ein Spiegelteleskop zurückgreifen, welches dann mit einer Zwangsbelüftung besser ausgekühlt wird (aber auch damit sind 20 Minuten Vorlauf zum runterkühlen einzuplanen). Das kann ein günstiger 150/1200 Newton sein, den man dann selber mit Lüfter und schwarzer Velourfolie aufbessern muß, oder es könnte auch ein Mak sein von der Qualität, wie man sie aus Russland bekommt, da gibt es dann auch Modelle mit Lüfter.
Ein anderer Weg ist für viele dann doch der Farbfehler-Behaftete Achromat, bei dem dann versucht wird, mit allerlei Gelbfiltern dem Farbfehler beizukommen. Ich halte das für den falschen Weg, aber von Besitzern solcher Geräte wird deren Leistung dennoch vehement verteidigt. Auskühlen muß ein 6-Zoll-Refraktor allerdings auch, da ist die Linse schon so groß, daß es nicht knall auf fall mit optimaler Leistung losgehen kann.
Ein Planetengerät, was mir immer mal wieder im Kopf rumgeht, ist ein 150/1600 Newton, mit ausgesucht gutem Spiegel, Belüftung und mit Veloursfolie ausgekleidetem Tubus. Aber auch der Kompakte Mak "Ylenna 150" hat mir viel Spaß gemacht, als ich ihn zum Test hatte.

Clear Skies
Sven
 
Ok, danke euch allen.
Dann werd ich doch mal bei meinem 8" Zöller bleiben :-)
Hatte irgendwie fälschlicher Weise im Kopf, dass schon das Lidlscope planetentechnisch mehr zu bieten hätte, aber das war wohl einfach falsch.
Viele Grüße, Florian
 
Moin Florian!

Zu guter Letzt: Was nicht heißen soll, daß man mit dem Lid aus dem Fenster heraus nicht auch Spaß haben kann. Ich schnappe mir meinen Lidl auch öfters mal zum Planeten-Luschern. Außerdem steht hier noch ein FH-90/900, der ein bischen mehr bringt. Mein Planetenspezialist privat ist ein selbstgebauter optimierter Newton 6" f/8 (der ist aber nichts mehr für's Wohnzimmer).
 
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