Refraktoren im Bereich von 90 mm Öffnung

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Richtig, Eigenimport lohnt sich nicht wirklich. Die Garantierisiken wären für mich eher ein KO Kriterium als der Preis, wenn ich ein bestimmtes Teleskop unbedingt haben wollte.

Stellarvue war mir schon vor Längerem positiv aufgefallen. Ich glaube eine gewisse Zeit hatten sie TMB Linsen, glaube von LZOS, verbaut. Keine Ahnung, wo sie jetzt ihre Linsen beziehen.

Im Biete Forum wurde vor langer Zeit ein gebrauchter Stellarvue APO in blau metallic angeboten, ebenfalls ein sehr schönes Gerät. Hatte noch überlegt, ob ich nicht zuschlagen soll.

Beste Grüße,
Uwe
 
Moin Uwe!

> den Skywatcher Acuter gibt es momentan scheinbar doch noch zu kaufen.
> Produziert wird, glaube ich nichts mehr. Die Verkaufszahlen des 90ers waren offenbar nicht hoch genug.

Wir sollten in dem speziellen Fall doch mal festhalten: der Acuter wurde nur von einem Händler in D angeboten, und das über Jahre hinweg. Das Gerät war die Zeit über unscheinbar und wurde vorwiegend bei eBay vertickt. So weit, so gut, von dem Modell ist vielleicht nur eine Containerladung voll hierzulande produziert und angeboten worden. Oft las man in den Foren auch, wenn in einem der seltenen Fälle das Thema auf den Acuter kam: Was will man mit so einem langbrennweitigen ("langsamen") f/10-ED, der taugt doch sowieso nicht zum Fotografieren und für visuelle Zwecke ist die Möhre angeblich zu klein.

Bis vor ein paar Monaten, da wurde dieses Modell von Userseite in den beiden großen Astro-Foren gepusht und in den höchsten Tönen gelobt. Unmittelbare Folge des Hypes, denn der Händler ist ja nicht dumm und liest mit: Preiserhöhung um 35% knall auf Fall. Jetzt geht der Bestand dem Ende entgegen, genaues weiß man nicht. Aber Jammern hilft nicht, so einen (vormals) preisgünstigen und guten ED mit 90 mm Öffnung wird es wohl nicht mehr geben.

Ich meine, man sollte auch nicht zu schwarz sehen: Refraktoren gibt es mit allen möglichen Öffnungen. Da werden auch 90er Optiken weiterhin angeboten. Eine Tendenz sehe ich nicht: keine Refraktorgröße zwischen 2,5" und 5" ist unbedingt vom Aussterben bedroht, es gibt IMO auch keinen deutlichen Trend zu den größeren Modellen, der das Wefallen der kleinen Optiken verursachen würde. Es gibt genug Kleinröhren, die zwar wie Teleskope aussehen, bei den Astrofotografen aber nur noch als besseres Tele-Objektiv herhalten.
 
Hallo Micha,

das einige Besitzer den Acuter ED 90/900 über den grünen Klee loben ist mir auch aufgefallen. Dafür wird es gute Gründe geben. Die Preisgestaltung für dieses Gerät habe ich nicht verfolgt, dachte aber ebenfalls, dass er früher günstiger zu haben war. Ein "Pushen" des Geräts sehe ich nicht. In Anbetracht der wenigen verbliebenen Exemplare würde das auch keinen kommerziellen Sinn machen. Weiß aber nicht worauf genau Du Dich hier beziehst.

Ob man nun unbedingt so ein Gerät braucht, muss jeder selbst entscheiden. Ich persönlich finde die Tendenz zurück zu längeren Brennweiten für die visuelle Beobachtung sehr gut, bin allerdings selten als Astrofotograf tätig.

Wenn 90 mm für visuelle Beobachtungen zu klein sein sollen, machen 80 mm und weniger erst Recht keinen Sinn. Kann mir aber schon vorstellen, dass so ein Unsinn häufiger von Forenteilnehmern zum Besten gegeben wurde.

Es ist auffällig, dass es gerade im Bereich von Refraktoröffnungen um die 90 mm weniger Auswahl als bei 80 mm und bei 102 mm gibt. Dennoch und da gebe ich Dir Recht, auch bei Refraktoren um die 90 mm ist genug auf dem Markt verfügbar, um etwas Passendes zu finden.

Beste Grüße,
Uwe

 
Hallo Friedel,

jetzt wo Du es sagst - an die Schmirgelpapier-Affäre kann ich mich noch gut erinnern. Das wurde auch in den englischsprachigen Foren heftig diskutiert. :/

Schon lustig, was es alles gibt. Wundern tut es mich nicht wirklich. Die Schmirgelpapier.Affäre von TeleVue fand ich sehr lustig, insbesondere die Aussagen aus Übersee, die TV Teleskope wären allemal besser gegen Streulicht gewappnet als Geräte aus Deutschland oder Russland. Ja, ja. :biggrin:

In solchen Fällen muss man sehr dankbar sein, dass es Importeure gibt, die sich gegebenenfalls darum kümmern können.

Herzliche Grüße,
Uwe
 
Moin Uwe!

> Ein "Pushen" des Geräts sehe ich nicht. In Anbetracht der wenigen verbliebenen Exemplare würde das auch keinen kommerziellen Sinn machen.

Na, "Pushen" war vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Ziemlich zeitgleich kam im schwarzen und blauen Forum das Modell in großen Threads ins Gespräch. Da ist doch anzunehmen, daß wegen der nachfolgenden plötzlichen Nachfrage der Preis so orbitant in die Höhe schoß (eher: geschossen wurde). Da war das eine unmittelbare Folge des anderen. Ohne die Forendebatte vor einigen Monaten hätten wir wahrscheinlich noch denselben Preis wie vor der Erhöhung, und der Acuter wäre irgendwann sang- und klanglos ausgelaufen. Das macht das Gerät im Grunde nicht besser oder schlechter als es vorher war.

Der kommerzielle Sinn liegt natürlich darin, für die hochgelobte Ware einen deutlichen Preisaufschalg zu verlangen. Wenn der dem Händler auch bezahlt wird, ist doch alles gut.
 
Hallo Micha,

kann man sicher so sehen. Ich dachte halt wegen der paar "letzten Mohikaner" lohnt das Pushen kommerziell nicht wirklich. Den Händler freut es natürlich immer.

Egal, wenn es der Kunde bezahlt ist es OK, wie Du sagst, und letztlich bestimmt das Angebot immer auch die Nachfrage. Kürzlich wurden für einen Zeiss Presto 80/840 mm bei eBay 2610,- € plus Versandkosten bezahlt.

Baader/Zeiss 80/840 auf eBay

Visuell wird der Acuter möglicherweise nicht viel schlechter sein. Bin gespant, ob der nach seinem jahrelangen Schattendasein auch mal zum Liebhaberobjekt wird. Hätte ich nicht bereits so viele schöne Teleskope, würde ich mir noch einen zulegen.

Beste Grüße,
Uwe

 
Siehe da - ein paar Exemplare des Stellarvue 90T "Raptor" Triplet APO gibt es doch noch und die sogar im Carbontubus als Sonderangebot:

Stellarvue 90T Raptor

Wer suchet, der findet. :/

Herzliche Grüße,
Uwe

 
Hallo Uwe,

...Cassini division was a snap from 120-270x. Daytime peformance is crisp through 400-500x...

An der Stelle bin ich fertig, mindestens mit dem Bericht, oder auch mit dem Visus des Berichters.

Vielleicht genau das Problem bei 90mm Öffnung: Bei kurzer Brennweite schon zu früh kritisch, bei langer Brennweite einfach zu wenig Öffnung, um zu performen. Physik lässt sich nicht belügen. Auge und Sehzentrum schon...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Uwe,

der Acuter ED90/900 ist optisch durchaus ein gutes Gerät. Ein großes Manko ist jedoch die Objektivfassung. Wenn das Objektiv mal zerlegt werden muss (z.B. zu Zwecke einer vollständigen Reinigung), dürfte es schwierig werden, einen vernünftigen Justierzustand zu erreichen. Die Fassung ist deutlich übermaßig, was eine gute Zentrierung zum "Glücksspiel" macht. Wenn ich mich nicht täusche, scheint zudem der Verschraubring mittels Klebung die Frontlinse in Position zu halten, was nach dem Trennen das erneute Zentrieren ebenfalls erschweren dürfte.

Schöne Grüße

Felix
 
Hallo Sven,

die Physik ist unbestechlich, Auge und Sehzentrum allerdings auch. Nur nicht was das Gehirn letztlich daraus macht und wie es wiedergegeben wird.

Da sind schon so manchem die Gäule durchgegangen. ;)

Lass uns lieber über die Schmirgelpapier-Affäre von TeleVue reden. Dank Friedel habe ich den alten Thread nochmal durchgelesen. Köstlich köstlich. :)

Beste Grüße,
Uwe

 
Hallo Felix,

danke für die Information zur Objektivfassung des Acuter ED 90/900.

Tja, irgendwo muss der günstige Preis herkommen.

Beste Grüße,
Uwe
 
Hallo Uwe,

eigentlich ist diser Umstand sehr schade. Grundsätzlich ist es ein schöner, kleiner Refraktor zu einem extrem günstigen Preis. Aber ich habe oftmals den Eindruck, dass die Hersteller hier an den Bedürfnissen und Erwartungen der Kunden vorbeiplanen. Denn ich bezweifele, dass nicht (fast) jeder Käufer bereit wäre, 50€ mehr auszugeben und dafür eine erheblich bessere Fassung zu bekommen, die das Gerät zu einem langfristigen Begleiter machen könnte. Doch das hat der Hersteller verpasst und eine Sache offenbar nicht berücksichtigt:

Eine gute Optik allein, macht noch kein gutes Fernrohr!


Nebenbei bemerkt: Die "TeleVue-Sandpapier-Affäre" war mir bisher völlig unbekannt, ist aber mal wieder explarisch für die schwachsinnige "Geiz-ist-geil-Mentalität". Ob ein hochwertiges Gerät nun 1500€ oder 1700€ kostet, ist doch eigentlich egal, da man einen solchen Kauf schließlich nicht einmal pro Woche tätigt. Man sollte doch erwarten dürfen, dass ein namenhafter Hersteller, wie TeleVue, seine Geräte zumindest mit einer effektiven und haltbaren Innenschwärzung ausstattet, wenn schon auf kostenintensive Blenden verzichtet wird. Aber geschwärztes Sandpapier!!!???
Ein Imagekiller im doppelten Wortsinn.

Schöne Grüße

Felix
 
Na toll,

jetzt wird diese "Sandpapier-Affäre" auch hier wieder hochgeschaukelt :smiley56:
Da wird aus etwas ein Problem gemacht, wo gar keines ist.
Ich habe mich ja in dem "Sandpapier-Thread" schon etwas ausführlicher dazu geäußert.
Das eigentliche Problem dabei war doch, dass hier ein User ein offensichtliches Montagsgerät (die es übrigens bei jedem Hersteller gibt) durch den Kakao zieht, statt seine berechtigte(!) Reklamation beim Lieferanten anzubringen.
Ansonsten siehe meine Kommentare im entsprechenden "Affären-Thread".
Seit nun über 15 Jahren intensiver Benutzung des TV85 kann ich das dortige "Problem" immer noch nicht nachvollziehen.
Und vom Kontrast und der Streulichtempfindlichkeit her hält ein TV85 locker mit einem FS128 mit, der ja den Ruf einer besonders kontraststarken Optik besitzt. Insofern kann die Verwendung von "Sandpapier" und die fehlenden Blenden nicht so verkehrt sein.
So viel an dieser Stelle dazu. Ansonsten empfehle ich denjenigen, die sich immer noch an dem angeblichen Mangel aufgeilen wollen, den entsprechenden Thread wieder aufzuwärmen.
Und ich sag jetzt mal nichts über den Verarbeitungs- oder Optikzustand den wir damals beim Test kleiner Reiseapos für IS beim Sky90 oder TMB 80er vorgefunden haben. Das wäre wohl der nächste "Skandal" gewesen, der hier breitgetreten worden wäre, obwohl gewiss nicht repräsentativ für die komplette Serie.

CS
Günter
 
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Guten Morgen Günter,

da muss ich mir den Thread doch nochmal genauer durchlesen, insbesondere, was deine damaligen Kommentare betrifft. Außerdem werde ich mich demnächst in meinem TeleVue 85 auf die Suche nach freifliegenden, wildgewordenen Sandkörnern begeben. :) Spaß beiseite, insgesamt finde ich den TV 85 ein stimmiges, vielseitiges Teleskopsystem mit viel verfügbarem Zubehör.

Andererseits, bin ich hier, ohne alle Details zu kennen, ganz der Meinung von Felix, dass offensichtlich am falschen Ende gespart wurde. Auch die Reaktion von TeleVue und Herrn Vehrenberg damals war nicht unbedingt sehr glücklich. Ist ja schon Ewigkeiten her.

Was mich persönlich seinerzeit gestört hatte war, dass es vom damaligen Importeur und auch von Al Nagler beinahe als Majestätsbeleidigung aufgefasst wurde, dass solche Dinge überhaupt thematisiert werden. Da hört der Spaß für mich auf.

Ob man grundsätzlich eine solche Geschichte, wie von Wolf getan, in ein Forum einbringen muss, ist eine gute Frage. Ich denke es ist in Ordnung andere potentielle Käufer und Interessenten zu informieren. Denn vom Hersteller würde man nicht einmal andeutungsweise derartige Dinge hören. Ich gehe davon aus, dass das Problem seit Längerem nicht mehr besteht und man die TeleVue Refraktoren bedenkenlos kaufen kann.

Wer so viel Geld für ein Teleskop ausgibt, erwartet naturgemäß und zurecht viel. In diesen Preisregionen sollten nicht häufig Montagsgeräte vorkommen. Eigentlich gar keine, auch wenn es schwer ist, eine derart gute Qualitätskontrolle hinzubekommen.

Beste Grüße,
Uwe

 
Hallo Uwe,

dass "wolf" damals seine negativen Erfahrungen geschildert hat ist ja nicht das Problem. Aber richtig wäre danach, angesichts der Beschädigung am OAZ und der dejustierten Optik gewesen, zurück zum Lieferanten und mängelfreies Austauschgerät anfordern (nebenbei, ich habe "wolf" im Vorfeld ausdrücklich vor diesem Lieferanten gewarnt, ist aber Jahre her und auch dort hat sich inzwischen wohl einiges zum Besseren gewendet).
Und das größte Problem sehe ich darin, dass sich Leute berufen fühlten gewisse Dinge zu einem Skandal aufzubauschen, ohne jemals praktische Erfahrung mit dem Teil gesammelt zu haben und nur das nachplappern, was sie im Internet gelesen haben.

CS
Günter
 
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Hallo Günter,

so ist das leider, wenn ein Thema einmal Fahrt aufnimmt, ist die Lawine manchmal nicht mehr zu bremsen. Wie genau die Fakten aussehen, ist dann häufig zweitrangig, bzw. nicht mehr relevant.

Bitte entschuldige meinen schrägen Sinn für Humor - ich fand das Schmirgelpapier im High End APO einfach eine skurile und urkomische Geschichte, weshalb ich hier nochmal darauf angesprungen bin.

:biggrin:

Erstaunlich, dass T. Brumm ("wolf") das Gerät überhaupt nicht reklamiert hat. Das wundert mich jetzt doch sehr. Wer behält schon freiwillig so eine Gurke? Den Lieferanten / die Firma von damals gibt es meines Wissens nicht mehr.

Herzliche Grüße,
Uwe

 
Zitat von Hayabusa:
Den Lieferanten / die Firma von damals gibt es meines Wissens nicht mehr.

Herzliche Grüße,
Uwe

Also wenn mich meine Erinnerung von damals nicht sehr täuscht, gibt es die Firma noch von der "wolf" das Gerät bezogen hat und floriert prächtig. Nein, es war nicht Vehrenberg ;)
Aber natürlich hat diese Firma nichts mit dem Pseudoproblem des "Schmirgelpapiers" zu tun und kann auch nichts dafür, wenn "wolf" die mangelhaft justierte Optik und die Delle im OAZ nicht reklamiert hat.
Aber ich hatte im Vorfeld von eben dieser Firma schon zwei mal fehlerhafte Ware erhalten, deswegen hatte ich "wolf" geraten, sich das Teil woanders zu besorgen. Er hat den Rat "missachtet" und prompt hat es halt auch ihn mit einem fehlerhaften Teil erwischt.
Aber, wie schon geschrieben, ich meine, dass sich da in der bewussten Firma inzwischen auch was geändert hat.

CS
Günter
 
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Hallo Günter,

ach so, ich dachte die Vehrenberg KG war damals Importeur und Vertreiber der TeleVue Produkte. Unter anderem hatte sich Herr Vehrenberg in der Diskussion ja sehr stark eingebracht.

Schreibe mir doch bitte eine persönliche Nachricht wer das war. Ich kaufe ja häufiger etwas ein und es ist gut über seine "Geschäftspartner" Bescheid zu wissen.

Herzliche Grüße,
Uwe

 
Hallo Günter,

habe gerade den Bericht aus dem Jahr 2003 in Interstellarum 31 (S. 56-60) nochmal gelesen. Nach wie vor eine sehr interessante Arbeit, was kleine, reisetaugliche APOs betrifft.

Beim diesem Test der kleinen APOs, der in Interstellarum veröffentlicht wurde, hattet ihr auf ein paar mechanische Schwächen der anderen Testgeräte, insbesondere des TMB 80/600 hingewiesen. Ist sicher nicht falsch und irgendwo auch Sinn und Zweck eines solchen Praxistests.

Ein weiteren Skandal hat das glücklicherweise nicht ausgelöst, obwohl der betreffende Händler bestimmt nicht begeistert war. Aktuell gibt es diese von Thomas M. Back gerechnete Lomo Optik ohnehin leider nicht mehr.

Herzliche Grüße,
Uwe

 
Hallo Uwe, Hallo Günter,

mir ging es keinesfalls um das Ausbauschen eines Problems, aber es gibt aus meiner Sicht Dinge, die nicht zusammenpassen. Sandpapier und Objektivlinsen sind für mich solche Dinge. Und Kritik an so einem Umstand zu üben, dürfte nicht vermessen sein, solange man dabei die nötige Sachlichkeit walten lässt. Nicht umsonst habe ich das Wort "Affäre" bewusst in Anführungszeichen gesetzt.

Mich hat es gewundert, dass bei dem von Günter angesprochenen IS-Test an kleinen Apos so galant über die Probleme der angelieferten Geräte hinweggesehen wurde. Natürlich wäre der Test mit einem schadhaften oder dejustierten Gerät nicht repräsentativ, aber wenn die betroffenen Geräte an einen Kunden ausgeliefert worden wären, hätte dieser das Gerät auch in genau diesem Zustand erhalten.
Ich stimme Günter zwar zu, dass man den Ruf eines Gerätes und mittelbar auch des ausliefernden Händlers nicht durch das negative Ergebnis eines einzigen Tests beschädigen sollte, aber einen Aspekt sollte man auch nicht vergessen:
Wenn ein Händler ein Gerät wissentlich für einen Vergleichstest zur Verfügung stellt, dann verstehe ich es nicht, warum er das Gerät noch doppelt und dreifach überprüft, um diese Probleme zu unterbinden.

Wie repräsentativ ist ein Test denn noch, wenn nach einer "Vorabüberprüfung" nachgesbessert werden darf? Da kommt der Gedanke auf, dass der Test nicht unter der gebotenen Objektivität abgelaufen sein könnte, was ich jedoch absolut nicht unterstellen möchte.

Um das Thema "Montagsgerät" noch einmal aufzugreifen: In diesem Preissegment sehe ich keinen Platz für Montagsgeräte. Und die Feststellung grundlegender Mängel sollte die Qualitätskontrolle im Bereich der Endkontrolle nicht vor größere Probleme stellen. Insbesondere eine Dejustierung der Optik lässt sich schnell und ohne großen Aufwand erkennen und beheben. Sofern die Dejustierung während des Transports erfolgt sein sollte und nicht auf eine unzureichende Endkontrolle zurückzuführen war, stellt sich die Frage, ob die Verpackung und die Transportart den sensiblen Geräten gerecht werden konnte.

Schöne Grüße

Felix


 
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Zitat von SpacePatrol:
Mich hat es gewundert, dass bei dem von Günter angesprochenen IS-Test an kleinen Apos so galant über die Probleme der angelieferten Geräte hinweggesehen wurde.

So weit ich mich erinnere (ich habe den Test nicht mehr vorliegen) wurden die Mängel im Test benannt.
Es war halt auch eine Zwickmühle:
Einerseits kann ich durchaus deine Auffassung nachvollziehen, dass solche Auslieferungsmängel benannt werden müssen, weil es ja auch einen unbedarften Kunden treffen könnte, aber andererseits war z. B. der TMB-Apo ein laut M. L. eilig für den Test "zusammengeschustertes" Gerät (das zudem mit nicht passenden Rohrschellen geliefert wurde). Soll man die daraus resultierenden Verarbeitungsmängel nun auf die ganze Serie beziehen?
Tja, und dann der Tak mit der verspannten Optik.
Soll man einen Test mit einer Optik durchführen, bei der man sofort sieht, dass die nicht in Ordnung ist? Weil es ja genau so auch einen unbedarften Kunden hätte treffen können?
Ist der Test dann noch wirklich objektiv? Es ist ja nicht die Regel, dass bei einem Tak die Optik verspannt ist.
Und der Testsieger, der TV85. Hier könnte man ja durchaus auch argumentieren, dass da vom Lieferanten eine extra selektierte Spitzenoptik rausgesucht wurde. Ist das nun objektiv?
Oder entspricht vlt. die bei "wolfs" Gerät dejustierte Optik eher dem Serienstand?
Wie objektiv und repräsentativ können solche Tests von Einzelgeräten dann überhaupt sein?
Nach meinen heutigen Maßstäben betrachte ich den damaligen "Test" als "Jugendsünde". Da hätte man wohl einiges anders aufziehen können/müssen. So ein Test hat ja auch u. U. nicht unerhebliche wirtschaftliche Folgen für den Anbieter dieser Geräte.


Aber nichtsdestotrotz habe ich mir den damaligen Testsieger, nämlich den TV85, gesichert und bin immer noch der Meinung, dass das die beste Optik und die solideste Verarbeitung ist, die mir in mittlerweile 45 Jahren astronomischer Beobachtung untergekommen ist.

CS
Günter
 
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Editierzeit abgelaufen, deswegen halt so noch ein Nachtrag zu meinem obigen Beitrag:

Und jetzt mal auf meinen tägliches "Geschäft" bezogen:
Darf ich einen Schüler als Versager abstempeln, weil er mal einen schlechten Tag hatte und bei einem Leistungsnachweis daneben gelangt hat? Ist ein verhauter Leistungsnachweis repräsentativ für diesen Schüler?
Soll der keine zweite Chance bekommen?
Ist der Endkontrolleur meines Teleskops ein Mensch, der auch mal einen schlechten Tag haben kann/darf?
Darf dieser Mensch und sein Produkt keine zweite Chance bekommen?

CS
Günter
 
Ich zahle auch mit guten (echten) Scheinen und nicht schlechten Scheinen, da kann ich auch ein gutes und kein schlechtes Produkt erwarten.

Vergleiche bringen einen in der Sache nie weiter, weil sie einen von der Sache abbringen.
 
Zitat von Friedel:
Ich zahle auch mit guten (echten) Scheinen und nicht schlechten Scheinen, da kann ich auch ein gutes und kein schlechtes Produkt erwarten.

Vergleiche bringen einen in der Sache nie weiter, weil sie einen von der Sache abbringen.

Natürlich, das erwarte ich auch. Aber genau deswegen gibt es doch die Sachmängelhaftung. Wenn mal was schief gegangen ist wird nachgebessert oder umgetauscht. Wiese sprichst du dieses Recht ausgerechnet den Teleskopherstellern ab?
Ein unter allen Umständen und mit 100%-Quote perfektes Produkt könntest du auch mit noch so viel "gutem Geld" nicht bezahlen.
Ausreißer in die eine oder andere Richtung wird es immer geben.

CS
Günter
 
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Also, langer Rede kurzer Sinn:
Aus meiner heutigen Sicht halte ich Tests, bei denen nur jeweils ein Exemplar einer Serie getestet wurde für nicht oder nur sehr bedingt aussagekräftig. Das kann ein positiver oder negativer Ausreißer gewesen sein.
Erst wenn mindestens zwei Geräte einer Serie getestet wurden gebe ich überhaupt noch ansatzweise was auf Tests.
Grundsätzliche Konstruktionsmängel kann man vlt. auch an einem Exemplar erkennen, mehr aber meiner Meinung nach nicht.


CS
Günter
 
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Ach ja, noch was:
Und wenn ich als Kunde dann mal eine Gurke geliefert bekommen habe, dann ist es doch am aller wichtigsten, dass mir dann vom Lieferanten schnell, kompetent und unbürokratisch weiter geholfen wird.
Da trennt sich doch dann die Spreu vom Weizen.
Und da kann ich bei einem 3000€-Instrument auch ein bissl mehr Engagement erwarten als bei einem 300€-Instrument, bei dem der Händler mal gerade "Zweifuffzich" an Marge hat.

CS
Günter
 
Hallo Günther,

ich empfinde eine empirische Studie über zwei Geräte als etwas dünn...
Und was teures Zeug angeht: Das hat ja eine Eigendynamik. Wenn das teure Zeug eigentlich besser sein sollte, als das billige, es dann aber dann im Einzelfall tatsächlich nicht ist, wird es spannend, mit welchen Mitteln denn das Nachbessern erfolgen soll. Bei Massenware wird einfach eine andere Kiste vom Stapel geschubst, aber beim teuren Teleskop, da muss es erstmal zum justieren eingeschickt werden, dann kommt es "justiert" zurück (mit Zweifeln, was der Transport davon übrig ließ), mit demselben Problem, was erst bei Wetter wieder festgestellt werden will. Dann geht es wieder zurück, muss zum Optiktester oder Hersteller, wird bedauert, befundet, gefrickelt.
Es vergeht einfach Zeit und es entsteht vom ersten Abend an Nutzungsausfall bei einem teuer bezahlten Gerät.

Es tut halt weh, wenn so ein Ding nicht in Ordnung ist. Allen beteiligten. Dem Hersteller fällt es schwer, ein vielleicht nicht wirtschaftlich nachzubesserndes Mängelexemplar aus der Serie zu ziehen (dezentrierte Flächen einer Linse, abgesunkene Kante, Keilfehler, Asti,...), dem Händler fällt es schwer, ein vom Kunden bemängeltes Exemplar ohne Lagerbestand als solches anzuerkennen und (zügig) Ersatz zu beschaffen, der Kunde schmollt vor sich hin, unsicher, ob nicht doch Wetter oder Justage dran schuld waren...

Das ist bei dem ganzen Massenzeug so viel einfacher: War halt ne Gurke, kriegt einer, der's nicht merkt, sind genug von da.

Insofern sehe ich da auch eine gewisse Schere. Es fällt leichter, ein 300 Euro Gerät "gönnerhaft umzutauschen".

Klingt jetzt alles hergeholt, würde ein wirklicher Qualitätshersteller, Qualitätshändler niemals tun? Na gut... etwas einseitig zwar, aber es kann logische Gründe dafür geben, dass man immer nur vom Kunden erfährt, wenn's mit dem Kauf nicht ganz so geklappt hat. :biggrin:

Clear Skies
Sven
 
Zitat von Sven_Wienstein:
aber es kann logische Gründe dafür geben, dass man immer nur vom Kunden erfährt, wenn's mit dem Kauf nicht ganz so geklappt hat. :biggrin:

Clear Skies
Sven

Ist doch klar, wenn alles so gelaufen ist, wie es laufen soll, dann habe ich ja auch keine Veranlassung, das im Forum kund zu tun.
Es ist halt so, dass man sich meist an die "Öffentlichkeit" wendet, wenn mal was daneben gegangen ist und seinen Frust darüber loswerden will.
Das gibt dann u. U. ein verzerrtes Bild wieder.
Was für eine Veranlassung habe ich denn, einfach so im Forum kund zu tun, dass ich z. B. mit meinem ES127 Carbon top zufrieden bin, wenn keiner danach fragt?

CS
Günter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Entschuldigt, wenn ich Euch unterbreche, denn das Thema Reklamation ist eine spannende Sache, insbesondere, wenn es sich um Produkte aus dem oberen Preissegment handelt.

Kurz zurück zu den 90 mm Refraktoren:

Die Verfügbarkeit von Geräten um die 90 mm Öffnung ist besser als ich dachte. Es gibt aktuell von William Optics einen Megrez 88 Doublet FD APO (88/498).

Megrez 88 Doublet FD APO

Es ist also alles nicht so dramatisch, wie ich ursprünglich dachte, was das "Artensterben" der 90 mm Refraktoren betrifft.

Das habe ich allerdings erst durch die Beiträge hier (danke!) und ein paar Zufallsfunde im Internet gelernt.

Sobald ich etwas mehr Zeit habe, werde ich eine Liste der verfügbaren und verblichenen Refraktoren mit Öffnungen um die 90 mm erstellen.

Beste Grüße,
Uwe
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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