Reinigung Fernglas

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Thomas_Be

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Hallo liebe Bino-Gemeinde,

das Thema "Reinigung" wird ja hier meist stets im Zusammenhang mit Teleskopen angesprochen, jedoch dürfte es bei der Fernglasreinigung doch eigentlich noch etwas spezieller zugehen. Leider findet man hierzu bislang relativ wenig.

Die spezielle Problematik hierbei dürfte wohl in der Häufigkeit der notwendigen Putzaktionen liegen, da Ferngläser durchschnittlich viel öfter benutzt werden und dementsprechend häufiger einer Reinigung bedürfen als Teleskope.

Nun ja - bei billigen Modellen haucht man halt einfach die Linsen an und wischt dann mit einem Baumwolllappen drüber. Das hat jedoch den Nachteil, dass sich wohl mit der Zeit die gefürchteten Mikrokratzer ansammeln, einem teuren Glas würde ich diese Prozedur daher nicht gerade antun.

Für mein wasserdichtes 8x20 habe ich für mich folgendes Verfahren "entwickelt":

Gehäuseverschmutzungen werden zunächst mit einem feuchten Lappen (nur mit Wasser oder notfalls Pril-Wasser befeuchtet) abgewischt. Zur Reinigung der Linsen habe ich mir in der Apotheke eine Injektionsspritze mit Stahlkanüle besorgt. Diese ziehe ich mit warmem Pril-Wasser auf und richte den feinen aber kräftigen Strahl auf die Linsen der Okulare und Objektive. Durch den Strahl werden ohne Kratzgefahr Stäube und sogar Fette (etwa Schlieren von den Wimpern) weggewaschen. Anschliessend mit doppelt destiliertem Wasser nachspülen und die Reste mit der Spitze eines Baumwolllappens absaugen - fertig. Nebenbei kann man so (zumindest in der Garantiezeit) die Dichtigkeit des Glases testen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />.

Aber wie geht man mit nicht wasserdichten Gläsern um, oder wie entfernt man dicke Fingerabdrücke und Schlimmeres möglichst schonend?

Ein Fernglas ist ja speziell durch die Verwendung, etwa im Gelände, ganz anderen Gefahren ausgesetzt als ein Teleskop, dass man eher selten durch den Wald schleppt.


Viele Grüsse:
Thomas
 
Hallo Thomas,

also einfach zum Vergleich: ich habe eine Lesebrille (genauer eigentlich 3 mit verschiedenen Brennweiten für
Fernsehen, Bildschirmarbeit und Bücher) und wenn ich die mal 1 Tag nicht putze, ist sie unbrauchbar (kein
Kontrast mehr durch Fettschmierer - hebt die positive Wirkung der "Zeiss Punktal" Entspiegelung mehr als auf).

Also muß man eben putzen, wenn man nicht die Qualität auf die eines Chinaglases reduziert sehen will (zumindest
die Okulare, bei den Objektiven ist es nicht so nötig). Und bei einem Fernglas vom Tophersteller kann ich ja
wohl verlangen, daß die Vergütung der Okulare mindestens der Qualität seiner Brillenvergütungen entspricht?
Dafür gibt es ja dann auch die Langzeitgarantie!

Also mehr die Frage was man zum Putzen nimmt: ich nehme seit ca. 4 Jahren Lidl weißes Allzweck-Mikrofasertuch und
habe mir noch keinen einzigen Kratzer damit geholt! Wenn Du natürlich oft in sandigen, staubigen Umgebungen
beobachtest, wo harte, schmirgelnde Bestandteile auf das Okular kommen, sieht es sicher anders aus. Und wenn
Du schlecht vergütete Okulare hast (Bresser Astrookular Kellner 25mm z.B.) reibt sich evtl. was von der Vergütung ab.
Aber ohne Putzen wird die optische Qualität schnell noch schlimmer.

Das Fett jedenfalls muß man unbedingt regelmäßig abwischen (typisches Anzeichen; die Farbe der Okularvergütung
wird uneinheitlich, zeigt evtl. Flecken und Spritzer), sonst kann man gleich mit einem Billigglas beobachten!

Auf keinen Fall dagegen putzen: oberflächenmetallisierte Spiegel (Newtons, Kamera-Klappspiegel von Spiegelreflex..)

Gruß
 
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