Reise in den Süden

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

prokyon

Aktives Mitglied
Hallo Leute,

heute herrschten bei uns Bedingungen, wie sie sich ein Hobbyastronom nur wünschen kann. Es bildete sich im ganzen Bundesland eine Hochnebelschicht mit einer Obergrenze von ca. 1400m Seehöhe.
Somit begab ich mich mit einem befreundeten Mitstreiter auf 1550m Seehöhe und kamen in den Genuss eines Alpenhimmels, der von jeglicher Lichtverschmutzung durch die Nebelschicht verschont wurde.
Hier ein Schnappschuss mit meiner alten Digicam, der zeigt, welch Anblick sich bot, als wir aus den Autos ausstiegen:

Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Hochrindl4.jpg

Jupiter war das dominierende Gestirn am Abendhimmel:

Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Hochrindl5.jpg

Welch tolle Beobachtungen mit einem 12,5"er bei so einem Himmel möglich sind, kann sich ja jeder vorstellen.
Wir haben natürlich zahlreiche Messier und NGC Objekte aufgesucht.
Ich möchte aber die Beobachtungen im südlichen Walfisch und im Bildhauer hervorheben. Denn der Himmel war bis zum Horizont absolut dunkel. Perfekte Bedingungen also für eine Reise in die südlichen Gefilden des Himmels:

NGC 253: Die Sculptor-Galaxie, hell und riesig. Im 13,4mm SWA von Speer Walers war die Galaxie formatfüllend und zeigte viele feine Strukturen. Feine Vordergrundsterne gaben dem tollen Anblick noch einen besonderen Reiz.

NGC 288: -26,5° Deklination! Ein 9,5mag heller Kugelsternhaufen mit einem Durchmesser von immerhin 13'.
Er wirkt wenig konzentriert, hat kein helles Zentrum, konnte aber ohne Probleme im 13,4er aufgelöst werden.

Nun verlassen wir den Bildhauer und besuchen den benachbarten Cetus.
NGC 247: eine relativ große Spiralgalaxie (21'x7'). Sie ist leicht zu erkennen, Details sind aber nicht auszumachen.

NGC 246: Ein sehr schöner Planetarischer Nebel.
Im 32mm erkennt man eine Anhäufung von Sternen, die ein einem zarten Nebel eingebettet zu sein scheinen. Im 13,4er mit OIII Filter bietet sich ein toller Anblick. Ein zarter kreisförmiger Nebel hüllt eine kleine Gruppe von Sternen ein.

Insgesamt beobachteten wir 5 Stunden. 5 unvergessliche Stunden, das war eine der Nächte, auf die man lange wartet und die man dann auch nie mehr vergisst und lange davon zehrt.

Etwas möchte ich noch schnell erwähnen, um zu zeigen, wie toll die Bedingungen waren. Wir beobachteten den Untergang des Lagunennebels zwischen den Baumwipfeln bei horizontal stehendem Tubus!

cs

werner
 
Hallo Werner.

Sicherlich traumhafte Bedingungen, da kann man Dich nur beneiden.
Wozu dann noch Namibia ;) ?!
Toller Bericht.

Grüße
m.m.
 
Hallo Werner,

beneidenswerte Bedingungen...
Da kann man nur träumen davon, vor allem wenn man zu denen gehört die die Nebelsuppe von unten sehen, bzw. denen Wolken im wahrsten Sinn des Wortes die Sicht vernebeln :mauer:

Ansonsten kann ich mich nur Maciej anschliessen: ein toller Bericht :super:

 
Hallo m.m. und Ekkehard,

danke für eure Antworten. Leider sind solche Nächte viel zu selten, denn so eine Wetterlage muss ja auch noch mit dem Mond zusammenpassen.
Aber es ist sicher ein Vorteil, wenn man auf die Berge flüchten kann.
(Namibia würde ich trotzdem sehr gern mal erleben ;) )

cs

werner
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben