Olli_Kern
Mitglied
Reisegerät: Spektiv oder Richfield?
Hallo Leute!
Wie die Überschrift schon sagt, suche ich ein mobiles Gerät.
--- Meine Prämissen ---
1. Ich suche einen Kompromiss aus Mobilität/Handlichkeit und Kombinationsfähigkeit für terrestrische und astronomische Beobachtungen. Terrestrisch wird die Leistung durch die Luftunruhe begrenzt. Astronomisch sollen Jupiter und seine 4 großen Monde (auf die Wolkenbänder könnte ich bereits verzichten) und Saturn (saubere Trennung des Ringes vom Planeten) schön zu sehen sein und einfache Sachen wie die Plejaden, also nichts allzu Anspruchsvolles. Aber ein völliger Neuling, der mich evtl. begleitet, soll am Himmel etwas Bestaunenswertes sehen können.
2. Schnell montierbar. Das Gerät soll innerhalb von 2-3 Minuten auf einem Fotostativ mit Kugelkopf stehen. Keine reguläre Montierung, das ist viel zu sperrig, schwer und umständlich. Wackeltechnisch bin ich nicht zimperlich. Ich warte, bis das Gerät ausgeschwungen ist und schaue dann berührungsfrei ins Okular. Ein guter Kugelkopf ermöglicht zudem ein sehr präzises Nachjustieren - entsprechende Feinmotorik und Erfahrung vorausgesetzt.
3. Mobil und überschaubar. Tubus, 2-3 Okulare, Amiciprisma und Visier (mehr nicht) und am besten auch noch das Stativ - alles soll in einen 60cm-Alukoffer passen. Und ja, ich habe ein tragfähiges Alu-Stativ, mit einem Packmaß von <60cm.
4. Ein Apochromat kommt nicht in Frage! Allein wegen der Kosten. Wenn ich wirklich hochauflösend und farbrein gucken will, werde ich das durch einen ebenfalls geplanten Dobson machen.
(Ich hoffe, das klingt bis hierhin nicht utopisch.)
--- Was mir vorschwebt ---
Entweder das 100er TS-Spektiv:
http://www.teleskop-express.de/shop...-66fach---Oeffnung-100mm---Aktionsmodell.html
Oder ein 102/500 Richfield:
http://www.teleskop-express.de/shop...el-102-OTA---Gro-feldrefraktor-102-500mm.html
--- Pro und Contra ---
--------
Spektiv:
+ mobil, handlich und leicht
+ in Sekunden aufgebaut
- Zoomokular (zwar praktisch, aber Sichtfeld miserabel und Schärfe zumindest am oberen Ende miserabel und nicht zu beeinflussen)
- keine Festbrennweitenokluare möglich (oder nur umständlich "zum Schrauben")
- teurer als Richfield mit gleicher Öffnung (dafür Okular gleich beiliegend)
- nur umständlich als Foto-Teleobjektiv verwendbar
---------
Richfield:
+ freie Auswahl von Okularen, Filtern und anderem Zubehör
+ mit Adapter unkompliziert als Fototele verwendbar (für terra, nicht astro!)
+ Lichtstark (davon verspreche ich mir vor allem terrestrisch bei Dämmerlicht deutliche Vorteile ggü. einem Spektiv, dass mit seinem Zoomokular an der oberen Grenze lichttechnisch klar einbricht)
+ preiswerter als Spektiv mit gleicher Öffnung (zzgl. Okulare)
+ größeres Sehfeld als Spektiv, daher leichteres Auffinden astronomischer Objekte und selteneres Nachführen nötig
- etwas größer und schwerer als ein Spektiv
- die OAZs an den Dingern sollen nicht so prickelnd sein
Keinen großen Unterschied sehe ich - theoretisch! - in den optischen Eigenschaften des Objektives. Beide sind offenblendige Achromaten (f/5,4 bzw. f/5) und müssten demnach ausgeprägte Farbfehler bei hohen Vergrößerungen aufweisen.
Für den Richfield dazukaufen würde ich noch ein Amici-Prisma (der Lichtverlust dürfte durch die offene Blende kompensiert werden), Okulare und einen Starpointer bzw. so ein ... äh, Telrad-Dings, oder wie die heißen. So ein "Reflexvisier". Und ggf. Filter.
Grundsätzlich tendiere ich mehr zum Richfield, wegen der freien Okularwahl. Weil das eben ein vollwertiges Fernrohr ist und keine "Konservenoptik". Ein Gerät mit 500er Brennweite müsste auch noch von einem ordentlichen Fotostativ zu tragen sein und in einen 60cm-Koffer passen, oder?
==========================================================
--- meine Fragen ---
1. Sind meine Überlegungen stimmig und sinnvoll?
2. Habe ich etwas übersehen was FÜR ein Spektiv spricht?
3. Habt ihr sonst noch Tipps und Hinweise?
4. Wie sinnvoll und effektiv ist ein "Fringe Killer"? Könnt ihr den grundsätzlich empfehlen?
==========================================================
--- Wen folgendes noch interessiert... ---
Meine Vorbildung:
- Ich weiß um die Schwierigkeiten des Farbfehlers bei höhreren Vergrößerungen bei offenblendigen/kurzbrennweitigen Refraktoren (also Richfields).
- Ich habe die Beschreibung von Uwe Pilz von seinem 80er TS-Spektiv auf seiner Webseite gelesen und bin über die bemerkenswerten Qualitäten aber auch die Grenzen dieses Gerätes theoretisch im Bilde. (Vielleicht meldet sich Uwe hier zu Wort, das würde mich freuen.)
- Ich besitze bis jetzt nur ein 70/700-Lidl-Röhrchen, parallaktisch montiert. Bis max. 60fach (mit den beigelegten Billig-Kellnern) ist das Ding recht gut. Ich habe aber mehrfach durch etliche hochwertige Geräte (und hochwertige Objektive - Televue, Nagler) eines Freundes geschaut (130er Vixen SF-Apo, 80er Equinox Apo, 10"-Schmidt-Cassegrain von Meade, 120/600 Skywatcher [ein Richfield, wie er mir vorschwebt, nur ne Nummer zu groß als Reiseinstrument], 40x80 Docter-Bino und unzählige kleinere Ferngläser), der mich recht profund in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Optik eingeführt hat. Die Grenzen des innerhalb der jeweiligen optischen Systeme Machbaren ist mir geläufig.
Mein Fahrplan:
Ich plane die Anschaffung eines 200er Dobsons nach dem diesjährigen HTT (will dort noch Erfahrungen machen und Fragen klären). Von der Idee eines 250er Dobson habe ich mich wegen Lichtverschmutzung und nicht zuletzt auch der geringeren Transportabilität verabschiedet. Einen Badeofen und eine Europalette will ich nicht jedesmal ins Auto schleppen müssen.
Daneben will ich mir eben ein "Reisegerät" kaufen.
Danke schon mal und viele Grüße,
Olli.
Hallo Leute!
Wie die Überschrift schon sagt, suche ich ein mobiles Gerät.
--- Meine Prämissen ---
1. Ich suche einen Kompromiss aus Mobilität/Handlichkeit und Kombinationsfähigkeit für terrestrische und astronomische Beobachtungen. Terrestrisch wird die Leistung durch die Luftunruhe begrenzt. Astronomisch sollen Jupiter und seine 4 großen Monde (auf die Wolkenbänder könnte ich bereits verzichten) und Saturn (saubere Trennung des Ringes vom Planeten) schön zu sehen sein und einfache Sachen wie die Plejaden, also nichts allzu Anspruchsvolles. Aber ein völliger Neuling, der mich evtl. begleitet, soll am Himmel etwas Bestaunenswertes sehen können.
2. Schnell montierbar. Das Gerät soll innerhalb von 2-3 Minuten auf einem Fotostativ mit Kugelkopf stehen. Keine reguläre Montierung, das ist viel zu sperrig, schwer und umständlich. Wackeltechnisch bin ich nicht zimperlich. Ich warte, bis das Gerät ausgeschwungen ist und schaue dann berührungsfrei ins Okular. Ein guter Kugelkopf ermöglicht zudem ein sehr präzises Nachjustieren - entsprechende Feinmotorik und Erfahrung vorausgesetzt.
3. Mobil und überschaubar. Tubus, 2-3 Okulare, Amiciprisma und Visier (mehr nicht) und am besten auch noch das Stativ - alles soll in einen 60cm-Alukoffer passen. Und ja, ich habe ein tragfähiges Alu-Stativ, mit einem Packmaß von <60cm.
4. Ein Apochromat kommt nicht in Frage! Allein wegen der Kosten. Wenn ich wirklich hochauflösend und farbrein gucken will, werde ich das durch einen ebenfalls geplanten Dobson machen.
(Ich hoffe, das klingt bis hierhin nicht utopisch.)
--- Was mir vorschwebt ---
Entweder das 100er TS-Spektiv:
http://www.teleskop-express.de/shop...-66fach---Oeffnung-100mm---Aktionsmodell.html
Oder ein 102/500 Richfield:
http://www.teleskop-express.de/shop...el-102-OTA---Gro-feldrefraktor-102-500mm.html
--- Pro und Contra ---
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Spektiv:
+ mobil, handlich und leicht
+ in Sekunden aufgebaut
- Zoomokular (zwar praktisch, aber Sichtfeld miserabel und Schärfe zumindest am oberen Ende miserabel und nicht zu beeinflussen)
- keine Festbrennweitenokluare möglich (oder nur umständlich "zum Schrauben")
- teurer als Richfield mit gleicher Öffnung (dafür Okular gleich beiliegend)
- nur umständlich als Foto-Teleobjektiv verwendbar
---------
Richfield:
+ freie Auswahl von Okularen, Filtern und anderem Zubehör
+ mit Adapter unkompliziert als Fototele verwendbar (für terra, nicht astro!)
+ Lichtstark (davon verspreche ich mir vor allem terrestrisch bei Dämmerlicht deutliche Vorteile ggü. einem Spektiv, dass mit seinem Zoomokular an der oberen Grenze lichttechnisch klar einbricht)
+ preiswerter als Spektiv mit gleicher Öffnung (zzgl. Okulare)
+ größeres Sehfeld als Spektiv, daher leichteres Auffinden astronomischer Objekte und selteneres Nachführen nötig
- etwas größer und schwerer als ein Spektiv
- die OAZs an den Dingern sollen nicht so prickelnd sein
Keinen großen Unterschied sehe ich - theoretisch! - in den optischen Eigenschaften des Objektives. Beide sind offenblendige Achromaten (f/5,4 bzw. f/5) und müssten demnach ausgeprägte Farbfehler bei hohen Vergrößerungen aufweisen.
Für den Richfield dazukaufen würde ich noch ein Amici-Prisma (der Lichtverlust dürfte durch die offene Blende kompensiert werden), Okulare und einen Starpointer bzw. so ein ... äh, Telrad-Dings, oder wie die heißen. So ein "Reflexvisier". Und ggf. Filter.
Grundsätzlich tendiere ich mehr zum Richfield, wegen der freien Okularwahl. Weil das eben ein vollwertiges Fernrohr ist und keine "Konservenoptik". Ein Gerät mit 500er Brennweite müsste auch noch von einem ordentlichen Fotostativ zu tragen sein und in einen 60cm-Koffer passen, oder?
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--- meine Fragen ---
1. Sind meine Überlegungen stimmig und sinnvoll?
2. Habe ich etwas übersehen was FÜR ein Spektiv spricht?
3. Habt ihr sonst noch Tipps und Hinweise?
4. Wie sinnvoll und effektiv ist ein "Fringe Killer"? Könnt ihr den grundsätzlich empfehlen?
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--- Wen folgendes noch interessiert... ---
Meine Vorbildung:
- Ich weiß um die Schwierigkeiten des Farbfehlers bei höhreren Vergrößerungen bei offenblendigen/kurzbrennweitigen Refraktoren (also Richfields).
- Ich habe die Beschreibung von Uwe Pilz von seinem 80er TS-Spektiv auf seiner Webseite gelesen und bin über die bemerkenswerten Qualitäten aber auch die Grenzen dieses Gerätes theoretisch im Bilde. (Vielleicht meldet sich Uwe hier zu Wort, das würde mich freuen.)
- Ich besitze bis jetzt nur ein 70/700-Lidl-Röhrchen, parallaktisch montiert. Bis max. 60fach (mit den beigelegten Billig-Kellnern) ist das Ding recht gut. Ich habe aber mehrfach durch etliche hochwertige Geräte (und hochwertige Objektive - Televue, Nagler) eines Freundes geschaut (130er Vixen SF-Apo, 80er Equinox Apo, 10"-Schmidt-Cassegrain von Meade, 120/600 Skywatcher [ein Richfield, wie er mir vorschwebt, nur ne Nummer zu groß als Reiseinstrument], 40x80 Docter-Bino und unzählige kleinere Ferngläser), der mich recht profund in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Optik eingeführt hat. Die Grenzen des innerhalb der jeweiligen optischen Systeme Machbaren ist mir geläufig.
Mein Fahrplan:
Ich plane die Anschaffung eines 200er Dobsons nach dem diesjährigen HTT (will dort noch Erfahrungen machen und Fragen klären). Von der Idee eines 250er Dobson habe ich mich wegen Lichtverschmutzung und nicht zuletzt auch der geringeren Transportabilität verabschiedet. Einen Badeofen und eine Europalette will ich nicht jedesmal ins Auto schleppen müssen.
Daneben will ich mir eben ein "Reisegerät" kaufen.
Danke schon mal und viele Grüße,
Olli.
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