Reisegerät: Spektiv oder Richfield?

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Olli_Kern

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Reisegerät: Spektiv oder Richfield?

Hallo Leute!
Wie die Überschrift schon sagt, suche ich ein mobiles Gerät.


--- Meine Prämissen ---
1. Ich suche einen Kompromiss aus Mobilität/Handlichkeit und Kombinationsfähigkeit für terrestrische und astronomische Beobachtungen. Terrestrisch wird die Leistung durch die Luftunruhe begrenzt. Astronomisch sollen Jupiter und seine 4 großen Monde (auf die Wolkenbänder könnte ich bereits verzichten) und Saturn (saubere Trennung des Ringes vom Planeten) schön zu sehen sein und einfache Sachen wie die Plejaden, also nichts allzu Anspruchsvolles. Aber ein völliger Neuling, der mich evtl. begleitet, soll am Himmel etwas Bestaunenswertes sehen können. ;)

2. Schnell montierbar. Das Gerät soll innerhalb von 2-3 Minuten auf einem Fotostativ mit Kugelkopf stehen. Keine reguläre Montierung, das ist viel zu sperrig, schwer und umständlich. Wackeltechnisch bin ich nicht zimperlich. Ich warte, bis das Gerät ausgeschwungen ist und schaue dann berührungsfrei ins Okular. Ein guter Kugelkopf ermöglicht zudem ein sehr präzises Nachjustieren - entsprechende Feinmotorik und Erfahrung vorausgesetzt.

3. Mobil und überschaubar. Tubus, 2-3 Okulare, Amiciprisma und Visier (mehr nicht) und am besten auch noch das Stativ - alles soll in einen 60cm-Alukoffer passen. Und ja, ich habe ein tragfähiges Alu-Stativ, mit einem Packmaß von <60cm. ;)

4. Ein Apochromat kommt nicht in Frage! Allein wegen der Kosten. Wenn ich wirklich hochauflösend und farbrein gucken will, werde ich das durch einen ebenfalls geplanten Dobson machen.

(Ich hoffe, das klingt bis hierhin nicht utopisch.)


--- Was mir vorschwebt ---
Entweder das 100er TS-Spektiv:
http://www.teleskop-express.de/shop...-66fach---Oeffnung-100mm---Aktionsmodell.html

Oder ein 102/500 Richfield:
http://www.teleskop-express.de/shop...el-102-OTA---Gro-feldrefraktor-102-500mm.html


--- Pro und Contra ---
--------
Spektiv:
+ mobil, handlich und leicht
+ in Sekunden aufgebaut

- Zoomokular (zwar praktisch, aber Sichtfeld miserabel und Schärfe zumindest am oberen Ende miserabel und nicht zu beeinflussen)
- keine Festbrennweitenokluare möglich (oder nur umständlich "zum Schrauben")
- teurer als Richfield mit gleicher Öffnung (dafür Okular gleich beiliegend)
- nur umständlich als Foto-Teleobjektiv verwendbar

---------
Richfield:
+ freie Auswahl von Okularen, Filtern und anderem Zubehör
+ mit Adapter unkompliziert als Fototele verwendbar (für terra, nicht astro!)
+ Lichtstark (davon verspreche ich mir vor allem terrestrisch bei Dämmerlicht deutliche Vorteile ggü. einem Spektiv, dass mit seinem Zoomokular an der oberen Grenze lichttechnisch klar einbricht)
+ preiswerter als Spektiv mit gleicher Öffnung (zzgl. Okulare)
+ größeres Sehfeld als Spektiv, daher leichteres Auffinden astronomischer Objekte und selteneres Nachführen nötig

- etwas größer und schwerer als ein Spektiv
- die OAZs an den Dingern sollen nicht so prickelnd sein


Keinen großen Unterschied sehe ich - theoretisch! - in den optischen Eigenschaften des Objektives. Beide sind offenblendige Achromaten (f/5,4 bzw. f/5) und müssten demnach ausgeprägte Farbfehler bei hohen Vergrößerungen aufweisen.

Für den Richfield dazukaufen würde ich noch ein Amici-Prisma (der Lichtverlust dürfte durch die offene Blende kompensiert werden), Okulare und einen Starpointer bzw. so ein ... äh, Telrad-Dings, oder wie die heißen. So ein "Reflexvisier". Und ggf. Filter.

Grundsätzlich tendiere ich mehr zum Richfield, wegen der freien Okularwahl. Weil das eben ein vollwertiges Fernrohr ist und keine "Konservenoptik". Ein Gerät mit 500er Brennweite müsste auch noch von einem ordentlichen Fotostativ zu tragen sein und in einen 60cm-Koffer passen, oder?



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--- meine Fragen ---
1. Sind meine Überlegungen stimmig und sinnvoll?
2. Habe ich etwas übersehen was FÜR ein Spektiv spricht?
3. Habt ihr sonst noch Tipps und Hinweise?
4. Wie sinnvoll und effektiv ist ein "Fringe Killer"? Könnt ihr den grundsätzlich empfehlen?

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--- Wen folgendes noch interessiert... ---

Meine Vorbildung:
- Ich weiß um die Schwierigkeiten des Farbfehlers bei höhreren Vergrößerungen bei offenblendigen/kurzbrennweitigen Refraktoren (also Richfields).
- Ich habe die Beschreibung von Uwe Pilz von seinem 80er TS-Spektiv auf seiner Webseite gelesen und bin über die bemerkenswerten Qualitäten aber auch die Grenzen dieses Gerätes theoretisch im Bilde. (Vielleicht meldet sich Uwe hier zu Wort, das würde mich freuen.)
- Ich besitze bis jetzt nur ein 70/700-Lidl-Röhrchen, parallaktisch montiert. Bis max. 60fach (mit den beigelegten Billig-Kellnern) ist das Ding recht gut. Ich habe aber mehrfach durch etliche hochwertige Geräte (und hochwertige Objektive - Televue, Nagler) eines Freundes geschaut (130er Vixen SF-Apo, 80er Equinox Apo, 10"-Schmidt-Cassegrain von Meade, 120/600 Skywatcher [ein Richfield, wie er mir vorschwebt, nur ne Nummer zu groß als Reiseinstrument], 40x80 Docter-Bino und unzählige kleinere Ferngläser), der mich recht profund in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Optik eingeführt hat. Die Grenzen des innerhalb der jeweiligen optischen Systeme Machbaren ist mir geläufig.

Mein Fahrplan:
Ich plane die Anschaffung eines 200er Dobsons nach dem diesjährigen HTT (will dort noch Erfahrungen machen und Fragen klären). Von der Idee eines 250er Dobson habe ich mich wegen Lichtverschmutzung und nicht zuletzt auch der geringeren Transportabilität verabschiedet. Einen Badeofen und eine Europalette will ich nicht jedesmal ins Auto schleppen müssen. ;)
Daneben will ich mir eben ein "Reisegerät" kaufen.


Danke schon mal und viele Grüße,
Olli.

 
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Hallo Olli,

Die Eierlegende Wollmilchsau hätte ich auch manchmal gern, gibts aber nicht.
Kugelkopf....da fängts an, bei mir MUSS es ein Kinoneiger sein.

Das Rohr, Skywatcher ED80/600, Nachteil, keine einschiebbare Taukappe, sehr lang, Vorteil billig, extrem gute Optik.
Geheimtip, STELLARVUE ED80SV, einschiebbare Taukappe, teilbarer Tubus für Binoansatz, aber viel teurer und schwer zu bekommen.

Tagseeing, die Tagbeobachtung profitiert enorm von einem Binoansatz, auf kurz oder lang führt kein Weg daran vorbei.

um mich nicht komplett zu widerholen:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...90/Geeignetes_Teleskop_Erdbeobach#Post1104390

ganz unten mein Posting.

Viele Grüße
Achim
VStW-Köln
 
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Hallo,

Alternativ zum Kugelkopf empfehle ich eine Giro Mini auf einem guten Fotostativ. Die wiegt auch fast nix. Habe diese Kombination seit knapp zwei Jahren in Verbindung mit einem kleinen 80er Apo im Einsatz (für Richfield, Reiseteleskop, schnelles Mond- und Planetenspechteln sowie Erdbeobachtung).

VG
Hermann
 
Tja, die eierlegende Wollmilchsau, die hat mich in letzter Zeit auch gewaltig umgetrieben.

Neben meinem 12.5er Dobs wollte ich etwas für Widefield, für den Urlaub, um mal schnell ohne grosse Vorbereitung ein paar Wolkenlücken zu nutzen etc.

Gedanklich geprüft habe ich Grossfernglas, Spektiv, Richfield Achro Refraktor, ED, und auch APO.

Wenn ich in Urlaub bin habe ich in aller Regel auch einen guten dunklen Himmel und dort will ich dann auch das maximal mögliche sehen.
Gute Transportabilität und einfache Nutzung enden für mich bei 6" aber weniger Öffnung soll es dann auch nicht sein.
6" Apo ist zu gross, schwer und teuer.
6" Achro sind kaum kleiner und leichter, dafür günstiger, zeigen aber Farbe und haben wenig Kontrast (kein gemeinsamer Brennpunkt der Spektralfarben)
Grossfernglas und Spektiv sowie kleinere ED scheiden auch aus, weil mir die hierbei realisierbaren 100mm einfach zu wenig sind.

Was nun?
Ich habe mich wieder auf die guten, alten Spiegel besonnen und meine Wahl fiel auf einen 6" Maksutov Newton mit 740mm Brennweite.
Richfield mit brauchbarer Öffnung, bei Bedarf verträgt das Teil im Gegensatz zu einem entsprechenden Refraktor aber auch mal hohe Vergrösserungen an Mond und Planeten.
Dazu minimalste Koma und von Grösse und Gewicht noch sehr gut zu handeln.

Der seitliche Einblick eines Newton mag für die Tagbeobachtung nicht ideal sein
aber einen Tod muss man eben sterben :-)

Willst Du den geradesichtigen Einblick wäre ein alt/az montiertes 5" oder 6" SCT noch eine Option, dann aber ohne Richfield :-)

Grüsse Jochen
 
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Hallo Jochen,

Ich kenne jemanden, der war mit einen 105er TMB-APO in Namibia, glaub mir es putzt die Augen durch.
Allein mein 115er TMB-APO hat mir auch hier in Deutschland unter dunklem Himmel Dinge gezeigt, die ich in dieser Qualität/Kontrast niemals für möglich gehalten hätte und er zeigt dir auch Saturn/Juppi noch mit über 300fach, bei bestem Seeing.
Und es waren noch nicht mal die Alpenregionen, sondern Vogelsberg und Schwarzwald.

Viele Grüße
Achim
VStW-Köln
 
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Hallo Achim,

ja, das ist ganz sicher keine Frage, aber wenn mir 105mm dermassen die Augen durchputzen würde ich mir tierisch in den A... beissen, dass ich bei dieser Gelegenheit keinen grösseren Augenputzer benutzt habe, der auch nicht unhandlicher/aufwändiger gewesen wäre.

Ganz davon abgesehen in welchen Preisregionen sich echte (!) APOs ab 100mm bewegen...

Grüsse Jochen
 
Hallo Leute!

Danke bis hierhin für eure Antworten! Ne Menge Input!
Ein MAK erschreckt mich. Ist so komplex, da weiß ich nicht, wegen Justage oder ob sich da leicht was verstellen kann. Dazu kommt die höchste Auskühlzeit von allen Systemen.

Ein Refraktor scheint mir als Reisegerät schon passend. Und da er handlich sein soll und deshalb "kurzbrennweitig" sein muss, denke ich nun doch über einen Apochromaten nach.

Was ist eigentlich der Unterschied zw. "ED" und "Apo"?
ED ist wohl eine Glassorte mit sehr geringer optischer Störung und "Apo" bezeichnet die Linsenanordnung?

Und spricht vielleicht doch irgendwas FÜR ein Spektiv?

 
Hallo Olli,

ja, es stimmt schon ein Refraktor ist relativ unkompliziert und somit prädestiniert zum Schnellspechteln im Urlaub.

Ein "echter" APO ist ein absolut farbreines Gerät, hierfür benötigt man 3 verschiedene Glassorten im Objektiv, um alle Spektralfarben in einen Brennpunkt zu "biegen".
Das ist sehr aufwändig und somit teuer.

Ein Fraunhofer Objektiv benutzt nur 2 Glassorten und kann deshalb nicht alle Spektralfarben in einem Brennpunkt vereinen.
Früher hat man das durch lange Brennweiten kompensiert (f/15 und mehr), weil der Farbfehler mit zunehmender Brennweite abnimmt.
Aber heute will niemand mehr so lange, dünne Röhren haben...

Ein ED ist auch ein Zweilinser, der aber eine Linse aus ganz besonderem Glas, eben dem ED Glas (steht für extra-low dispersion) hat.
Dadurch erreicht man weniger Farbe als beim Fraunhofer, aber immer noch (meiner Meinung nach deutlich) mehr als beim Apo.
Bei diesen Instrumenten von ED APOs zu sprechen ist meiner Meinung nach reines Marketing :-)

Immer wenn ich mal wieder mit einem FH, ED oder gar APO geliebäugelt habe, habe ich mir dieses Bild hier angesehen (unbedingt vergrössert ansehen), das hat mich dann immer wieder auf den Boden der Tatsachen geholt und mich von Linsen Abstand nehmen lassen ;-)

VEGA APO Testfotos

Du musst bedenken, dass Du nicht nur etwas Farbe siehst sondern das Bild auch nie 100% scharf sein kann, weil einfach nicht alle Lichtbündel im selben Brennpunkt landen.

Bei geringen Vergrösserungen (Fernglas) kann ich mit so etwas leben, darüber hinaus bin ich von Spiegeln einfach zu sehr verwöhnt.
Aber das ist immer eine Sache des persönlichen Anspruchs und Kompromissbereitschaft :-)

Ein Spektiv ist sicherlich keine schlechte Lösung.
Es kann höher vergrössern als ein Fernglas, aber nicht so hoch, als dass der Farbfehler zu gravierend werden würde.
Aber auch hier gibt es deutliche Unterschiede von Zeiss über Leitz, Kowa etc. bis ans andere Ende der Fahnenstange...
Mir persönlich ist dann der Gewinn durch beidäugiges Sehen mit einem Fernglas lieber, auch wenn die Vergrösserung nicht ganz so hoch ist.

Grüsse Jochen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jochen,

"Ein ED ist auch ein Zweilinser, der aber eine Linse aus ganz besonderem Glas, eben dem ED Glas (steht für extra-low dispersion) hat.
Dadurch erreicht man weniger Farbe als beim Fraunhofer, aber immer noch (meiner Meinung nach deutlich) mehr als beim Apo."

Da habe ich aber auch schon andere Erfahrungen gemacht :)

Hatte mal bei einem 80/600 ED das Vergnügen - ganz ehrlich: absolut visuell farbrein bei höchsten Vergrößerungen ! Meinem 4.5" TMB Apo ebenbürtig ! will man ja nicht wahrhaben - aber es gibt sie - die zweilinsigen ED's ! Hat mich schon beeindruckt.
Habe natürlich auch schon durch einige zweilinser ED geschaut die einen - sagen wir mal - reduzierten "Farblängsfehler" hatten. Aber eben nicht wirklich farbrein waren/ sind.
Dann gibt es aber auch noch zweilinser die farbrein sind - so z.B. der Vixen FL102 und die FS Serie bei Takahashi !

Ansonsten gebe ich Dir mit deinen Ausführungen recht - sehe ich auch so...

CS

sunspot
 
Hallo Olli,

ich würde definitiv zum Richfield greifen - alleine wegen dessen Varibilität !
Der Auszug ist gut genug für visuelle Anwendungen - und das etwas höhere Gewicht sehe ich unkritisch.

Hier mit der GiroMini und alles ist perfekt ! Alternativ geht auch ein Kugelkopf oder eine ähnliche Schwenkmontierung - alles machbar !

CS

sunspot
 
Hallo Achim!

Schöne Bestätigung, danke! :)


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Hallo Jochen!

Testcharts sind immer so eine Sache, eigene praktischen Erfahrungen können sie nicht ersetzen. Ich denke, für Spiegelgeräte kann man ähnliches zusammenstellen. Zwar nicht mit blauem Farbsaum um den fokussierten Stern, aber dafür wohl mit mangelndem Kontrast an Planeten. Stichwort (unausweichliche) "Obstruktion".

Und dieser Satz von dir: "Immer wenn ich mal wieder mit einem FH, ED oder gar APO geliebäugelt habe, habe ich mir dieses Bild hier angesehen..." klingt nicht nach "eingehender persönlicher Erfahrung" mit Refraktoren. ;)

"Du musst bedenken, dass Du nicht nur etwas Farbe siehst sondern das Bild auch nie 100% scharf sein kann, weil einfach nicht alle Lichtbündel im selben Brennpunkt landen."
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Doch, genau das machts eben! PRAKTISCH betrachtet! Die verbleibenden Fehler stören das Bild weniger als die Luftstörungen. Unter Laborbedingungen kann man sicher einen kleinen Farb- oder Fokusfehler nachweisen. Aber da schneidet ein bezahlbarer Spiegel in Sachen Strehl oder Koma oder was weiß ich sicher auch nicht besser ab.

Ich habe durch den Equinox eines Freundes mit 80er Öffnung geschaut (die Adlerbeobachtung), unter dämmrigem Licht, hochvergrößert, es war gestochen scharf. Die Vögel, ihre Gesichter, die Federn, alles war glasklar zu sehen. Sehr beeindruckend! Dunkles Bild zwar, aber völlig scharf und sauber! EDs und Apos sind für ihren bestechenden Kontrast bekannt. Es wäre interessant, ein ED/Apo und ein MAK ähnlicher Preislage (nicht Öffnung) mal am selben Objekt direkt miteinander zu vergleichen. Der erwähnte Freund hat wie gesdagt auch ein 10"-Schmidt-Cassegrain. Aber er freut sich immer wieder über seinen kleinen ED. Handlich und in der Qualität konkurrenzlos.

Schau mal hier! Da schildert Achim hier im Forum seine persönliche - offenbar langjährige - Erfahrung mit einem einfachen ED in kurzen klaren Worten. Und CS bestätigt das ja in diesem Thread.

Allerdings will ich einen MAK auch nicht miesreden. Damit habe ICH wiederum keinerlei Erfahrungen.


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Hallo Dominique!

"für mich stellt sich die Frage, was du unter terrestrisch verstehst, besser, was du beobachten möchtest."
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Die Frage verstehe ICH wiederum nicht. "Terrestrisch" heißt für mich, "alles auf der Erde, bis zur Grenze des Seeings". Also Landschaft betrachten, den Horizont absuchen, Tiere, etc. Wo soll es gerätetechnisch da (ausgenommen vielleicht im Sehfeld und in der Öffnung) Unterschiede geben?


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Hallo CS!

Klare Ansagen und Bestätigung meiner Recherchen, danke!

Empfiehlst du mir zudem einen ED? Dein vorletztes Posting klang sehr bejahend. Ich tendiere gerade in diese Richtung, weil was nützt mir viel Öffnung und ein helles Bild, wenns bunt verschäumt ist... Einfache FH-Richfields scheinen nur für weitwinklige lichtstarke Himmelsspaziergänge mit Vergrößerungen bis zur einfachen Öffnung sinnvoll zu sein.

Und du vergleichst die Bildqualität eines zweilinsigen 80er ED tatsächlich mit einem 114mm-Voll-Apo? Das klingt ermutigend! Weißt du noch, was für ein Gerät der ED war? Und als wie gravierend du die Unterschiede in der Helligkeit zw. beiden Geräten empfunden hast?
 
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Hallo Olli.
Meine Ausführung ist rein subjektiver Natur und erhebt nicht den Anspruch auf das Absolute, insofern - rein meine relativ kompromisslose Sicht auf deine Wünsche.

Bedienungsfreundliche Handhabung in der Naturbeobachtung mit einem Richfield ist m.E. vollkommen ausgeschlossen. Vor allem dann, wenn wie du aufführst, Tiere in der Objektpalette eingeschlossen sind.

- 80-100er Refraktoren mit zufriedenstellendem Tubus und halbwegs Okularauszug liegen bei ca. 2-2,5kg.
- hinzu kommt die Bildaufrichtugseinheit. Mindest ein ansprechendes Amicis. Nicht nur € und kg, sondern auch primär für's Nachtsehen zu gebrauchen.
- die Einheit ist eh nicht auf die Tagwellenlänge abgestimmt.
- der RF bei dieser Öffnung ein Farbwerfer
- die große Öffnung begrenzt deine max. V wegen der größeren Seeinanfälligkeit. Zumeist bei mir bei ist am Tag bei max. 60x Schluss und das ist schon großzügig. Das aber bei 60mm-80mm Öffnung, heißt bei 100 wird es vermutlich eine weitere Reduzierung der max.V geben.
- für Tagsehen reichen die ~2-3,5mm AP
- ein befriedigendes Zoomokular sollte dann Standard sein, wenn es flexibel und schnell sein soll. Tiere bewegen sich.
- die Kombi RF und Zubehör ist nicht mobil genug, Standortwechsel ist m.E. müßig.
- dann Wetterumschwünge am Tag. RF und Zubehör ist nicht wasserfest
- und recht stoßempfindlich
- wenn du alles beisammen hast, kommt die gescheite Rohrschelle oder die Stativschiene
- Gewicht in summe geschätzt >= 4kg
- nun ist die Einheit auch noch schön lang, der Hebel greift am extern liegenden Fokus
- und das alles soll auf einen Kugelkopf?, für Tagbeobachtung?
- vergiss es einfach … Fokussieren und Objektverfolgung werden hier zum Frust.
- etc. etc......

Wenn du aber das Atrogerät nur für Tagbeobachtungen so zum Spaß zweckentfremden möchtest, gut, kannst du. Must aber dann mit vielen Komfort,- und Spaßeinschränkungen leben.

Wenn ein Kleinteleskop für die Natur,-Tagbeobachtung prädestiniert wäre, hätten alle Ornis oder/und Naturbeobachter abseits des Himmels eine solch hier von vielen vorgeschlagene Kombo - haben sie aber nicht, aus guten Gründen.

Dies als kurzer Ansatz.


 
Ok, das ist kurz und präzise dargelegt und leuchtet alles ein.
Danke für diese Exploration!

Also schließt ein Refraktor einen schnellen Standortwechsel aus. Für einen Aufenthalt an einem stationären Ort wäre er aber das Richtige. Und für einen Schwenk in den abendlichen/nächtlichen Himmel ohnehin.

 
Ja, sicher ist ein kleiner Williams oder ähnlich gelagerter 80er - der m.E. die bessere Wahl wäre, für die "stationäre" Erdbeobachtung geeignet. Ich wollte auch die negative Abwärtskompatibilität eines Astrofernrohres auf Erdbeobachtung aufführen. Ein Spektiv ist - wenn auch mit kleineren Einschränkungen - für deine Reiseastroambitionen voll geeignet. 70er oder 80er Spektive mit guter Optik lassen Vergrößerungen von 100-150fach zu, je nach Güte. Sind Stativgeeignet, Tagsehenoptimiert, kurze kompakte Bauweise, innen verbaute/s Fokuseinheit/Umkehrsystem etc. Vorteile, die für DIE besprochene Anwendung vollkommen ausreichen. Kosten aber auch mehr.

Den schlechten Kontrast/Farbfehler eines RF mittels Zusatzoptiken wie Filter zu kompensieren ist m.E. quatsch.

Ich kenne deinen Urlaubsort nicht. Eine Überlegung ist auch, spielt das Wetter über die Aufenthaltsdauer nachts nicht mit, kann gleichgültig bei jedem Wetter am Tage über die Urlaubsperiode ein Spektiv seine Anwendung finden, ein Teleskop nicht. In vielerlei Hinsicht ist ein Spektiv für ein breite Palette der Betrachtung universeller.

Ich hatte viele Teleskoptypen und Größen, Spektive haben mir im Urlaub die spontanere und mobilere Möglichkeit der Beobachtung aufgezeigt.

Z.Zt. bin ich mit einem aus den 80er Jahren Fieldscope 60mm ED auf Einbein unterwegs. (80er Durchmesser auf Einbein = nein) Die Optiken sind SPITZE, und sie sind als gleichwertig den aktuellen hochpreisigen Spektiven anzusehen. Ab und an kann man auch mit einem Smartphone ein paar Erinnerungsbilder machen :)
 

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Hallo Dominique,

dröseln wir mal auf.
Zitat von leicam62003:
- 80-100er Refraktoren mit zufriedenstellendem Tubus und halbwegs Okularauszug liegen bei ca. 2-2,5kg.
ja
Zitat von leicam62003:
- hinzu kommt die Bildaufrichtugseinheit. Mindest ein ansprechendes Amicis.
ja,ca.200€
Zitat von leicam62003:
ja, gilt beim Spektiv ebenso wie beim Teleskop
Zitat von leicam62003:
- ein befriedigendes Zoomokular sollte dann Standard sein
ja,gilt beim Spektiv ebenso wie beim Teleskop
Zitat von leicam62003:
- die Kombi RF und Zubehör ist nicht mobil genug, Standortwechsel ist m.E. müßig.
Ansichtssache, kommt drauf an wie oft und wie weit
Zitat von leicam62003:
- dann Wetterumschwünge am Tag. RF und Zubehör ist nicht wasserfest
- und recht stoßempfindlich
ja
Zitat von leicam62003:
- wenn du alles beisammen hast, kommt die gescheite Rohrschelle oder die Stativschiene
- Gewicht in summe geschätzt >= 4kg
ja
Zitat von leicam62003:
- nun ist die Einheit auch noch schön lang, der Hebel greift am extern liegenden Fokus
nicht beim 80/480
Zitat von leicam62003:
- und das alles soll auf einen Kugelkopf?
Kugelkopf ist in jedem Fall Mist. Kleine Ayo oder Giro ist Pflicht.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe.

- 60fach bei 100mm Öffnung ergibt auf Grund des Bodenseeing ein anderes Bild als bei selber V und 60-80mm Öffnung. Darum der Hinweis, dieser sollte auf eine kleinere Offnung weisen.

- Zoomokular, sicher gilt das auch für das Spektiv. Nur hier sind auch für´s Spektiv gute bis sehr gute zu bekommen.

Und alle meine Anmerkungen und Hinweise vereinen BEIDE von Olli angedachten Einsatzzwecke. Separiert sieht die Sache anders aus.
 
Hallo Olli,

"Empfiehlst du mir zudem einen ED? Dein vorletztes Posting klang sehr bejahend. Ich tendiere gerade in diese Richtung, weil was nützt mir viel Öffnung und ein helles Bild, wenns bunt verschäumt ist... Einfache FH-Richfields scheinen nur für weitwinklige lichtstarke Himmelsspaziergänge mit Vergrößerungen bis zur einfachen Öffnung sinnvoll zu sein."

Ja - auf jeden Fall. Ein FH (wobei der Name Fraunhofer bei einem Richfild-Gerät ja nun wirklich nicht zutrifft :)
Bei einem Richfield "FH" musst Du bei schwacher Vergrößerung bleiben oder aber bereits bei mittlerer Vergrößerung das sek. Spektrum hinnehmen. Wäre für mich ein no-go !



"Und du vergleichst die Bildqualität eines zweilinsigen 80er ED tatsächlich mit einem 114mm-Voll-Apo? Das klingt ermutigend! Weißt du noch, was für ein Gerät der ED war?"

Na klar - das war ein ausgesuchter Skywatcher (goldener Tubus / Auszug in mattweiß)
Definitiv eine extrem gute Optik - die 100er und 120er Serie ist wohl nicht so gelungen...
Ich wollte es ja auch nicht glauben - aber hier hat der Sternfreund ein geniales Teil gekauft. Lag aber auch daran, dass er einen MA eines Teleskophändlers persönlich kannte der ihm dann ein entsprechendes Exemplar aussuchte :)
Dem Durchschnittskunden wird das sicherlich Hin- und Wieder auch versprochen aber dass glaube ich nicht wirklich. Wer soll das bezahlen - ist ja ein zusätzlicher Aufwand !


Wie gesagt - Bildästhetik, Kontrastübertragung und farbreinheit auf gleich hohem Niveau - natürlich nicht so viele Strukturen mangels der 3" Öffnung - aber das ist ja auch nachvollziehbar :)

VG

sunspot
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Man, Leute, hier gehts ja hoch her! :smiley60:

Was soll ich sagen ... der Thread liefert genau das, was ich mir erhofft hatte: Erfahrungswissen von hoher Bandbreite, sachlich ordentlich begründet.

Zuerst nochmal: Vielen Dank an alle, die sich zu Wort gemeldet haben! Ich habe alles aufmerksam verfolgt und für meine Zwecke durchdacht. Unterm Strich kristallisiert sich jetzt heraus, dass es so ein "Gold-Apo" :D werden wird. Das deckt sich auch mit der Empfehlung meines persönlichen Astrofreundes.

Die Vielseitigkeit und technische Erweiterungsfähigkeit dieses Gerätes, bzw. dieser Geräteklasse, ist mir wichtiger als Jump'n'Run-Mobilität. Ich will keine Schnepfen im Schilf aufscheuchen und verfolgen. Ich will nur, die gesamte Reiseausrüstung in einem Rucksack verstauen und binnen 3-4 Minuten auf- und abbauen können.

Ich werde das Gerät zwar weiterhin auf ein Fotostativ stellen, aber muss wohl einsehen, die nicht unerhebliche Investition so eines "Mini Giro", oder wie das hieß, zu tätigen. Beim Fotografieren bin ich ein großer Freund von Kugelköpfen. Aber eine DSLR hat natürlich - selbst mit einem 300er Tele dran - ein viel kompakteres Handling als selbst ein kleines Teleskop. Beim Teleskop ist die Gefahr des unkontrollierten seitlichen Wegsackens beim Lösen eines KK wahrscheinlich recht hoch. Man fasst ja am Okularende an, um es zu richten, da braucht es eine saubere Führung in der Horizontalebene.

Aber tut es nicht auch ein ordentlicher Dreiwegeneiger? Welchen Vorteil hat so eine Mini-Giro-Montierung gegenüber einem Dreiwegeneiger? (Einem geschmeidig gleitenden aus Metall, versteht sich! Kein Quietsche-Plasteteil mit dem Losbrechmoment einer festgerosteten Mutter!)


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Ein Wort abseits...
In ein paar Stunden fahre ich für eine Woche an die Ostsee. Das Wetter soll die kommende Woche dort bombastisch werden! Di-Do kein Wölkchen am Himmel, laut Vorhersage. Am Strand, und mit ca. 20km Distanz zur nächsten großen Stadt, ist die Lichtverschmutzung sicher bereits ein ganzes Stück geringer als anderswo. Ich würde ja zu gern den Apo schon mitnehmen! Aber leider habe ich ihn noch nicht. Und mein 70/700er Röhrchen auf EQ1-Heavy-Metal schleppe ich nicht mit.

Zwei Stative kommen mit, eins für die Kamera, eins fürs Fernglas. Dummerweise ist mein 15x70 nach einem Purzelchen von einem Stuhl restlos dejustiert und das erstaunlich gute 25x70 habe ich zur Zeit nicht im Haus. Also kommt das 10x60-Lidl-Fernglas mit, ordentliches Sehfeld, ordentliche Vergütung (blau), gute Randschärfe, keine praktisch auffallenden Farbfehler, selbst an Schornsteinen vor blauem Himmel nichts Auffallendes, satte 6mm-Pupille und ein Bild, das man nicht für möglich halten will, wenn man es nicht selber gesehen hat! Klar, kontrastreich und sauber. Das von mir, für einen direkten Vergleich bestellte, knapp 200-Euro teure Nikon Action EX 12x50 CF sah in Sachen optische Leistung ordentlich alt aus, dagegen! (Die Verarbeitung und Stabilität des Nikon ist allerdings top.) Wirklich, man glaubt es kaum. Zudem sind meine Lidl-Geräte perfekt kollimiert. Ich habe gleich zwei Stück mitgenommen und habe mir diese zwei besten in Ruhe in der Filliale aus 6 Ferngläsern rausgesucht. Und das für 32,-! Für einen Milchstraßenspazirgang am Strand sollte das genau das richtige Gerät sein. Und natürlich BINO! :super:
Hier ist das Teil übrigens! Ausgeschrieben als 8fach, aber es vergrößert 10fach. Die Pupille ist exakte 6mm groß, die Objektive 60mm.
BRESSER Fernglas 8x60

Also vielen Dank nochmal an Alle und bis Ende der Woche! :)

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi!

Zitat von Olli_Kern:
Aber tut es nicht auch ein ordentlicher Dreiwegeneiger? Welchen Vorteil hat so eine Mini-Giro-Montierung gegenüber einem Dreiwegeneiger?
Der Dreiwegeneiger ist nicht immer im Gleichgewicht, wenn man das Teleskop aus der Horizontalen bewegt. Zumindest ein gewisses Nachfedern läßt sich dann kaum vermeiden.

In der Hochformateinstellung geht es zwar ohne vom Fotografen abzufangendes Kippmoment, aber dafür zieht es den Kopf seitwärts, wofür er nicht wirklich ausgelegt ist.

Grüße

fquadrat
 
Lieber Olli,

ich lese das erst jetzt Ich habe einige Jahre das 8-cm-Spektiv gehabt und bin jetzt auf einen 8-cm-Apo gewechselt. Ich habe also deine Entscheidung durchlebt, eine Größenklasse kleiner. Beide Instrumente waren übrigen zu ihrer Zeit jeweils das am meisten benutzte Gerät, einfach rausstellen und beobachten-

Meine Meinung: Wenn du wirklich mit einem Fotostativ arbeiten willst, ist das Spektiv besser. Mein kleineres Spektiv hat damit gut funktioniert, das 100er wird wohl auch noch gehen. Ein Refraktor ist nicht nur schwerer, sondern hat auch größere Hebel.

Zur optischen Güte: Die Objektive sind in ihrer Leistung vergleichbar. Zusätzliche Fehler werden vom Amici-Prisma eingeführt, das begrenzt die sinnvolle Vergrößerung selbst bei ordentlicher Optik auf ca. 50 fach (erprobt). Es gibt freilich auch gute Prismen, die kosten aber mehr als Instrument plus Stativ. Mit der Richfielder gewinnst du also das größerer Bildfeld bei geringeren Vergrößerungen, weil du preisgünstige Okulare mit 60-70° sGF einsetzen kannst.

Zum Okularauszug: Die Dinger sind wirklich schlecht. Ein 1,25-Zoll Prisma oder Spiegel plus ein leichtes Okular vom Plössl- oder Erfle-Typ wird getragen. 2-Zoll-Ausrüstung trägt er kaum. Wenn dier im Dunkeln das Auszugsrohr rausrutscht, ist das eine blöde Fummelei, es wieder einzusetzen. ich habe einen 12-cm-RF als Kometensucher, da habe ich den Auszug ersetzt. Sind aber wieder wenigstens 50€ weg.

Zum Fotografieren: Die Optiken sind hierfür schlecht geeignet, beide. Das Bildfeld ist nicht geebnet, es gibt Längs- und Querfehler. Du wirst damit keine Freude haben. Ein billiges 200er Tele plus ein einfacher 2-fach-Konverter wird bessere Aufnahmen machen. Gibt es als M42-Ausrüstung hinterhergeworfen, ein Adapter für Canon funktioniert problemlos.

Mein Rat geht eher zum Spektiv. Außer, es stehen ausgesprochene Weitfeldbeobachtungen, ggf. mit Nebelfilter im zentrum. Dann den RF. Aber nicht mit Amiciprisma, sondern mit Zenitspiegel. Gibt wieder ein Erschernis: Seitenverkehrte Bilder, gedruckte Sternkarten sind nicht ohne weiteres verwendbar.

Wenn Sonnen- Mond- und Planetenbeobachtung im Zentrum stehen, lieber einen kleinen (ED)-Apo nehmen, auch wenn es teurer ist. Fotostativ wird dir dann schnell zu Last fallen, bei über 100x braucht man wenigstens Feinbewegungen. Es gibt bei Wolfi einen Aufsatz für das Fotostativ, recht teuer, aber leicht. Ob der einen 100er RF sicher trägt? Bin eher am Zweifeln.

Ich hatte mir für das Spektiv Zusatzokulare gekauft, und auch einen Falschfarben-Entfern-Filter. All das lohnt sich nicht. Ei gelb- oder Grünfilter, einfach in die Augenmuschel gedrückt, sit aber bei Sonnen- und Mondbeobachtungen hilfreich.
 
Hallo Olli,

hatte mir ähnliche Gedanken gemacht wie du und mich für einen gebrauchten 80er f6 ED entschieden. Der Einsatzbereich ist einfach Top, da fehlt nur mehr Öffnung. 8cm sind nun mal nicht viel... Aber besser als nix.
War bisher frustriert, wenn ich im Urlaub unter einen Himmel stand, wo man sich nicht mehr orientieren konnte, weil einfach zu viele Sterne zu sehen sind.

Meine wiegt 3Kg + Zenitspiegel der das Bild auch aufrichtet sind nochmal 500g + 500g mein mini Stativ mit Kugelkopf (hab es spaßeshalber montiert und festgestellt, dass es brauchbar ist)
+ 800g DSLR. Passt alles in den Rucksack (Handgepäck).
Ein Fieldflattener habe ich bisher nicht montiert, da mich die Randunschärfe nicht so stört.

Komme damit jetzt auch zufrieden aus einen Kurzurlaub. Die Ausrüstung bei leichten Wanderungen dabei gehabt und sogar eine Robbe aufgelauert. Ist schon irgendwie cool, wenn der Jäger in einem wach wird ;). Bei Schauern, musste eine Plastiktüte drüber.
Der Himmel war leider dauerdicht.

Dass Kugelkopf nix taugt, kann ich nicht bestätigen. Den Kopf einfach bis zum Anschlag umlegen und schon lässt es sich wie eine Giro benutzen. Läuft wahrscheinlich nicht so sauber. Hier geht es aber um Vergrößerungen unter 100x und das geht gut.
Planeten schaue ich mir ungern ohne Nachtführung an. Mal kurz einen Planeten ins Visiert nehmen bis er aus dem Gesichtsfeld weg ist OK, mehr aber nicht. Planeten kannst du dir sogar aus der Stadt heraus anschauen, wozu dafür ein Mobiles Gerät?

Gruß,
Martin.


 
Hi!

Zitat von UwePilz:
Zusätzliche Fehler werden vom Amici-Prisma eingeführt, das begrenzt die sinnvolle Vergrößerung selbst bei ordentlicher Optik auf ca. 50 fach (erprobt). Es gibt freilich auch gute Prismen, die kosten aber mehr als Instrument plus Stativ.
...
Aber nicht mit Amiciprisma, sondern mit Zenitspiegel. Gibt wieder ein Erschernis: Seitenverkehrte Bilder, gedruckte Sternkarten sind nicht ohne weiteres verwendbar.
Einfache Lösung: Billigamici zum Aufsuchen, Spiegel zum Beobachten. Mache ich bei meinem 80/400 (und manchmal auch dem 90/1250) so. Für reine Erdbeobachtungen gibt es dann noch ein 45°-Amiciprisma - die maximale Vergrößerung ist tagsüber meistens durch Luftunruhe begrenzt, weniger durch die Optiken.

Ich hatte mir für das Spektiv Zusatzokulare gekauft, und auch einen Falschfarben-Entfern-Filter. All das lohnt sich nicht. Ei gelb- oder Grünfilter, einfach in die Augenmuschel gedrückt, sit aber bei Sonnen- und Mondbeobachtungen hilfreich.
Am 80/400 hilft so ein "Falschfarben-Entfern-Filter" schon etwas und ist gebraucht nicht teuer. Brachte bei Erdbeobachtungen eine deutlich höhere maximale Vergrößerung.

Hilfreich: Verwendet man eine digitale Kamera, beispielsweise eine Webcam, so gleicht der automatische Weißabgleich die Einfärbung durch den Filter wieder aus. Praktisch ist, daß einige dieser Filter (z. B. Baader Fringe Killer) auch UV und IR abblocken, was einen Filter dafür dann obsolet werden läßt.

Grüße

fquadrat
 
Hallo liebe Freunde!

Abschließend will ich mich nochmal zu Wort melden.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die hier ihre Erfahrungen kundgetan haben. Ich habe jedes Posting aufmerksam gelesen und für meine Zwecke durchdacht. Ich habe sogar kurzzeitig mal über einen MAK nachgedacht. Ein persönliches Danke an Uwe, der tatsächlich hier reinguckte und rückblickend sein Spektiv-Projekt reflektierte. :) (Ich hoffe, dass ich dich auf dem HTT live erleben darf, ich habe nur Bestes über deine Vorträge gehört!)

Die Entscheidung ist gefallen! Und zwar aufgrund von:
1. der Vielseitigkeit,
2. der Unkompliziertheit und
3. der kompromisslosen Bildqualität
auf einen 80er ED. Der taugt (wegen der 80er Öffnung bedingt) auch als Richfield. Der geniale Ostseehimmel hat auch diesen Wunsch in mir geweckt. Und da ich einen 80er ED farbfrei und scharf auf 160x aufziehen kann taugt er auch für einen mittleren Blick auf unsere Planeten. Und das alles mit maximalem Kontrast. Terrestrisch ist die Vergrößerungsleistung völlig ausreichend und da die reine Optik sehr gut ist, dürfte die Fehlermultiplikation beim atmosphärengedämpften Blick gering sein. Ich zahle ruhigen Gewissens lieber 200,- mehr (im Vergleich zu einem normalen FH) um perspektivisch sicher sein zu können, dass ich den Kauf in Sachen optischer Leistung nicht bereue. Zudem hat ein ED von Haus aus einen ordentlichen OAZ. Auch ein signifikanter Punkt. Denn einen billigen OAZ gegen einen besseren zu tauschen kostet.

Die etwas geringere Mobilität eines ED-Refraktors im Vergleich zu einem Spektiv nehme ich ebenso in Kauf, wie das seitenverkehrte Bild. Auf ein Amici werde ich wohl besser verzichten, um mir nicht mit billigem Glas zu verderben, was ich mir linsentechnisch als saubere Basis teuer erkaufe. Ein guter Umlenkspiegel soll reichen.

Montieren will ich ihn erstmal auf diesem Video-Fluid-Kopf. (Der müsste heute ankommen, ich warte schon...) Wenn sich das nicht bewährt, baue ich eine azimutale Montierung drunter. Kugelkopf sollte wohl prinzipiell gehen, scheint mir aber doch kritisch in Sachen präzise Führung (systematisches Absuchen eines Areals oder des Horizontes).


Eine letzte Frage bleibt noch:
Unschlüssig bin ich in der Brennweite.
480mm bedeutet kürzer Tubus und führigeres Gerät.
600mm bedeuten meines Wissens höhere Okulartoleranz und höhere Grundvergrößerung und besseres Scharfstellverhalten.
Ist das so richtig? Wenn ja, tendiere ich mehr zu 600mm. Spricht was dagegen?

Fürs selbe Geld würde ich auch einen 90/900 ED kriegen. Mehr Öffnung und sogar inklusive Alukoffer, aber das wäre dann weiß Gott kein Reisegerät mehr.

 
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Hallo Olli,

setzt mal bitte links ein um welche konkreten Teleskope es sich handelt.

Bezüglich der Okularanforderungen liegen zwischen f/6 und f/7,5 keine Welten.
Wenn der 480er ein Triplett ist, nimm den. Was Du beim 600er als " höhere Grundvergrößerung " bezeichnest bedeutet in Wirklichkeit ein kleineres maximales Feld am Himmel.

68 : (600/40) = 4,5° sGF
68 : (480/40) = 5,7° sGF

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe!

Eigentlich bin ich auf ein gebrauchtes Gerät aus, aber in der Buch habe ich diesen
"Sky-Watcher - ED 80 PRO OTA"
gefunden. Der sieht mir ganz passend aus.

Kannst du mir die Rechnung in deinem letzten Posting bitte genauer erläutern? Das Einzige, was ich in den Termen erkenne, sind die Brennweiten. Und "sGF" wird wohl das "scheinbare Gesichtsfeld" sein. (Die Unterschiede der verschiedenen "Gesichtsfeldklassen" sind mir auch noch nicht klar. Bei Okularen strebt man ja 60°-70° an. Dagegen sehen die von dir berechneten Werte sehr mager aus.)

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Olli_Kern:
Kannst du mir die Rechnung in deinem letzten Posting bitte genauer erläutern? Das Einzige, was ich in den Termen erkenne, sind die Brennweiten. Und "sGF" wird wohl das "scheinbare Gesichtsfeld" sein.
Gemeint sein wird allerdings das wahre Gesichtsfeld. Die 68 sollten dann 68° sein und dem sGf typischer Superweitwinkelokulare entsprechen, mit 40 sind vermutlich 40 mm Okularbrennweite gemeint.

Grüße

fquadrat
 
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