Reparatur möglich oder doch zum Elektroschrott

uhrturm

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Hallo, Freunde der Astronomie,
hiermit möchte ich alle im Forum zunächst einmal begrüßen. Mein Name ist Wilhelm und ich wohne inzwischen in Österreich.
Nach wochenlangem nur „Lesen und Suchen“ hier in diesem und anderen Foren, habe ich mich doch zu einer Anmeldung entschlossen.

Mein Sohn hatte in der Oberstufe des Gymnasiums einen zusätzlich angebotenen Astronomiekurs ausgewählt und bekam dann von uns 2004 das Teleskop Meade ETX 90 EC mit dazu gehörendem Autostar geschenkt. Damit haben wir sehr schöne Abende im Garten und im benachbarten Park zugebracht. Während Studium und der anschließenden Ausbildung verblieb das Teleskop im Originalkarton ein paar Jahre liegen.

Jetzt wollte er es wieder mal aufbauen, aber das verlief nicht wie gewünscht. Der Autostar funktionierte nicht mehr in Ost-West-Richtung, nur rauf und runter. Das Display zeigte nur einen schmalen rot beleuchteten Streifen und auch die Zahlen war rot leuchtend hinterlegt. Ein Klappern im unteren Gehäuse wurde von mir als evtl. gelöste Schraube identifiziert und nach Öffnung bestätigt.

Im Forum waren dann Hinweise auf die Weasner Seite und Fotos mit dem Inneren des Motorgehäuses zu sehen, wobei es da nur um eine Schraube ging.
Auf den Fotos, die ich von meinem Gehäuse gemacht habe, sieht man, dass 3 Schrauben ausgebrochen sind und Schnecke und Zahnrad nicht mehr zusammenkommen. Meine Klebeversuche blieben erfolglos. Jemand von der Sternwarte hier sagte mir, dass das Innere bei Meade so ziemlich alles aus Plastik ist und nach Jahren viele Teile porös werden und einfach brechen.
Meine Frage ist jetzt, gibt es da noch eine Möglichkeit zur Reparatur oder ist alles nur noch für den Elektroschrott?
Grüße Willi
 

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Spontan würden mir 2 Varianten einfallen:

1. den Block mit der Schnecke inkl. passenden Schrauben mit Epoxi "einkleben"

2. die komplette Rückplatte abnehmen und da wo die Kunststoffaufnahmen der Originalschrauben sind Löcher bohren und das ganze mit Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben sichern.

Beides sicherlich nicht die schönsten Lösungen, aber alles andere übersteigt wahrscheinlich vom Aufwand den Restwert der Montierung.

LG und CS
Dave
 
Hallo Dave,
herzlichen Dank für Deine schnelle Reaktion. Die erste Variante mit dem Einkleben hatte ich schon versucht, bricht aber weiter. Und das mit der Rückwand abnehmen ist doch auch zu viel Aufwand. Mein Sohn hat sich jetzt damit abgefunden, dass das Teleskop nur noch was für den Elektroschrott ist. Momentan ist er im Urlaub, aber anschließend werden wir gemeinsam überlegen, wie es weitergeht. Er ist Arzt und doch sehr eingespannt. Der neuerliche Aufbau des Teleskops war eine fixe Idee von ihm, aber ich denke, dass er sowieso nicht viel Zeit hat für so ein Hobby. Aber wir sind in Pension und meine Frau möchte unbedingt ein neues Teleskop. Mal sehen, was draus wird.
Auf alle Fälle hat mich Deine schnelle Antwort doch überrascht
Liebe Grüße und CS
Willi
 
Hallo Willi,

das mit dem Schrott bezieht sich ja nur auf die Montierung. Natürlich kannst du das Teleskop abmontieren und auf einer anderen Montierung weiter betreiben. Dann hast du zwar kein go to mehr, aber auf einer kleinen parallaktischen oder azimutalen Montierung kann der 90er dir noch viele schöne Beobachtungen bescheren.

CS Gerhard
 
Hallo Brian, Deine Idee mit den Messing Gewindebuchsen wäre bestimmt nochmal einen Versuch wert. Allerdings denke ich, dass der Plastikboden zu dünn ist und alles nur noch weiter reißen würde und wo bekommt man diese Gewinde einzeln?

Hallo Gerhard, Dein Vorschlag hat meine Frau sehr begeistert, die sich eigentlich um die ganzen Astronomiesachen kümmert. Sie hat heimlich den Tubus wieder in die Gabeln gesteckt (war nicht so einfach) und mir gezeigt, wie toll man damit auch ohne GoTo arbeiten kann.
Auch ich freue mich jetzt schon wieder auf weitere gute Sternsichtungen.
Auf alle Fälle habe ich gesehen, dass der Kontakt hier im Forum wertvoll ist, bevor man "aufgibt". Die Beiträge im Forum, die meine Frau wochenlang durchforstet hat, haben mir aber auch gezeigt, dass man sich intensiver mit den ganzen Themen auseinandersetzen sollte. Das werden wir bestimmt jetzt mal angehen.
Auf alle Fälle bedanke ich mich ganz herzlich für die tolle Einbindung im Forum.
Liebe Grüße und CS (im Süden von Österreich vielleicht schon heute abend)
Willi
 
Hallo

Vielleicht mit sowas ?
Hohlschraube
gibt es bestimmt in jedem Baumarkt

Unter das Teleskop eine Staradventure GTI und wenn man meint mit dem kleinem Teleskop geht visuell nichts mehr mit Kamera spielen? Ob nun am Teleskop für kleines Helles oder Mond oder einfach nur mit Teleobektiv , da geht ein Tür zu ganz anderem Spielzimmer auf.

Das nur um der Optik einen Sinn zu geben,
Es gibt ja auch Ayodigi oder sowas, ein Dobson wäre aber auch kaum teurer.

Gruß Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Frank,
die Hohlschraube wäre eine gute Idee, aber dazu müsste ich von unten in die ausgebrochenen Bohrlöcher gehen und dafür die Bodenplatte ausbauen, was wohl nicht dafür steht. Eine Anleitung dazu müsste ich mir erst mal raussuchen.
Aber Deine sehr netten anderweitigen Hinweise muntern auch wieder sehr auf. Auf alle Fälle steht das Teleskop wieder auf dem Stativ und ich hoffe doch, dass ich heute abend mal hinaus kann.
Habe mir aber auch das Dobson 200 angeschaut, das immer wieder für Anfänger empfohlen wird. Ich muss mich einfach mal etwas mehr mit der Materie Astronomie beschäftigen, vieles ist noch im Graubereich bei mir.
Herzlichen Dank
Willi
 
Hallo Willi

Distanzhülsen, Metall, 6-Kant, M3, 20mm​

gibt es in verschiedene Längen und auch Durchmesser mit innen und aussengewinde oder nur innengewinde und Schraube ohne Kopf eindrehen und beidseitig kleben.
Gruß Rolf
 
Hallo an alle hier in diesem Beitrag: Hurra, es funktioniert... UHU hart in die kaputten Bohrlöcher, Schraube rein und das ganze fixiert mit UHU Powerknete. Die Fixierung mit der Knete schaut nicht sehr professionell aus, hält aber und funktioniert. Bin ganz happy.
Vielen Dank an alle:D:D:D
 
Den Kitt kannte ich noch gar nicht, aber das sieht nach einem angedickten 2K-Kleber aus. Diese Kleber sind normalerweise sehr stark belastbar und das sollte halten. Falls Du etwas mehr davon brauchst: Es gibt angedickten Epoxy-Kleber in Doppelkartuschen. Man kann ihn auch ohne Statikmischer ausdrücken und muss ihn dann manuell mischen. Wenn man eine festere Konsistenz haben will, mischt man noch Talkum unter. Wenn es noch belastbarer werden soll, mischt man Glasfaserschnipsel unter. Der Vorteil der Doppelkartuschen ist ein günstigerer Preis, wenn man größere Klebungen hat, ein perfektes Mischungsverhältnis und man kann die Konsistenz selbst einstellen.

Michael
 
Hallo Michael,
die Knete ist auch eine 2K-Komponente, besteht aus einer ca 2 cm dicken weißen Rolle mit einem dunkleren Kern. Beides muss dann ca. 1 Minute zusammen verknetet werden. Ich hatte diesen Vorschlag auch in einem Posting gelesen und fand, dass das besser so Stück für Stück verarbeitet werden konnte. Dort hatte allerdings einer mit einfacher Kinderknete gearbeitet, war aber scheinbar auch nur eine Schraube ausgebrochen und die seitlichen, so genannten Stützen. Man lernt nie aus... Aber erst die ganzen Vorschläge, die ich zu dem Thema bekommen hatte, haben mich auf verschiedene Ideen gebracht.
Liebe Grüße
Willi
 
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