Reparatur und Justage von CZJ Jenoptem 8X30

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altero

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Hallo,
wie ihr seht bin ich sehr wissbegierig wenn es um Bino's geht. Ich hoffe es findet sich wieder jemand der mir helfen kann. Ich habe Heute ein CZJ 8x30 bekommen (ebay). Der Zustand nach einer ersten flüchtigen Überprüfung war sehr gut. Nach dem ich mir dann am Nachmittag ein wenig Zeit für das Glas genommen habe konnte ich jedoch einen vermeintlichen Fehler feststellen. Die linke Seite lässt sich nicht ganz scharf stellen, man hat immer den Eindruck einer Unschärfe in der unteren Bildhälfte. Das rechte Okular lasst sich allerdings über den Dioptrienausgleich sauber einregeln. Jetzt zu meiner Frage: Kennt jemand dieses Phenomen und gibt es irgendwo detailierte Reparatur und Justageanleitungen für die CZJ Gläser? Bei Billiggläsern habe ich mich schon erfolgreich mit Reinigung und Justage versucht, aber bei den "Guten" ist es mir schon lieber wenn ich weiss wo die versteckten Schrauben sitzen, bei STEINER war es jedenfalls purer Zufall sie zu finden.

MfG
altero
 
Hallo altero,

nur für den Fall, dass Du den zuständigen Reparaturservice brauchst:

Docter Optic (gehostet von Analytik Jena GmbH) repariert alle CZJ-Ferngläser.
Siehe www.docter-germany.com, klicke auf "Kontakt". Harald Ros ist der Servicemensch.

Grüße,
Infinity
 
Hallo Infinity,
danke für den Hinweis, aber das war mir schon bekannt. ich will es tatsächlich mal selber versuchen, aber wie gesagt ohne Anleitung oder Zeichnungen usw. ist es mir zu riskannt.

MfG
altero
 
Hallo,

wenn ich es richtig verstanden habe, mit der "halben Schärfe",
schaut es mir nach einem Bruch bei den Prismen oder eher im Okular aus.
Ich gehe davon aus, daß äußerlich keine Beschädigung an der Optik
sichtbar ist.
Ich würde an Deiner Stelle mal versuchen das Okular auszubauen.
Leider kenne ich das Jenoptem 8x30 nicht, sondern nur das Deltrintem
und 10x50 Jenoptem. Da läßt sich mit sanfter GEwalt die Augenmuschel
abschrauben.
Wenn eine Linse kaputt ist, wäre zum Überlegen, ob diese Scherben mit
Kanadabalsam wieder "zusammengeklebt" werden sollten.

Viele Grüsse
Thomas
 
Hallo,

Eventuelle Beschädigungen der Prismen kannst Du gut erkennen, wenn Du das Glas mit den Okularen gegen eine Lichtquelle richtest und längs der optischen Achsen in die Objektive schaust. Da siehst Du jeden Sprung und jeden Dreck im Lichtweg.

Da die Prismen meist über angeschraubte Haltebügel im Gehäuse fixiert sind, kann ein Sturz des Fernglases das Glas der Prismen zum Abplatzen bringen. Die Prismen sind ja recht schwer und haben daher einige Masseträgheit. Da sie nur punktuell sehr fest gehalten werden, kann das bei einem Stoß das Material überlasten. Man sieht dann einen Muschelbruch, und wenn man das Fernglas schüttelt, hört man die Scherben klickern.
Neue Prismen sind nicht leicht zu kriegen, weil nicht nur die Glassorte, sondern auch die Form des Prismas für das betreffende Fernglas exakt stimmen muss. Da hilft nur der entschlossene Kauf von Dutzenden kaputten Ferngläsern bei Ebay zwecks Vorratsbeschaffung von Ersatzteilen. Oder das Einschicken beim Hersteller oder seiner Vertragswerkstatt.

Die Prismen sind nach ihrer Justage vom Hersteller meist mit etwas Kleber im Gehäuse fixiert worden. Dieser Kleber scheint eine Art Pattex zu sein und wird mit den Jahren sehr fest. Das macht es dann schwierig, die Prismen auszubauen. Die Prismen sind in der Regel paarweise selektiert und in ihrer Lage im Gehäuse zueinander mittels Stanniolplättchen definierter Dicke angepasst. Was man da auseinander nimmt, kriegt man unter Umständen nicht mehr so leicht korrekt zusammengesetzt und justiert.

Wenn die Prismen allerdings nur verdreckt sind, brauchst Du sie nicht auszubauen, sondern kannst sie mit der Prismenkammer komplett reinigen. Das erspart Dir eine Prismenjustierung.

Bei Okularen habe ich noch nie einen Glasbruch gesehen. Die Fassungen der Okularlinsen sind sehr steif und formschlüssig zu den eingebauten Linsen, die Massen der Linsen sind zu gering, als dass es beim Sturz zu einer Impulsänderung kommen kann, die zum Brechen der Linsen führt, und die Okulare stecken dicht in ihren Führungshülsen. Eher bricht da beim Sturz beim Sturz auf die Okulare die Führungshülse des Okulars weg, oder die Okularbrücke.

Die Prismenkammer ist in der Regel nicht völlig dicht, dadurch kann mit den Jahren immer wieder mal Feuchtigkeit eindringen und Schmutz auf den optischen Flächen zurück lassen. Den sieht man dann. Manchmal fängt der Schmutz auch mal an zu schimmeln. Dieser Schimmel schädigt das Glas aber nicht. Glas enthält keine Nährstoffe für Pilze, was jede Hausfrau weiß.

Wenn Du das Fernglas zerlegst, kannst Du alle optischen Komponenten gut mit warmem Seifenwasser reinigen und anschließend mit destilliertem Wasser abspülen. Das gilt für Objektive und Prismen. Heißes Wasser ist hier nicht zu empfehlen, weil das die Verkittung der Achromate davon weich wird und die Linsen sich gegeneinder verschieben und auseinander gehen können.

Fernglasokulare muss man erfahrungsgemäß nie auseinander nehmen. Da liegt der Dreck meist nur auf der Augenlinse. Die Okulare werden in Okularhülsen geführt, die innen gefettet und mit O-Ringen gedichtet sind, dadurch kann kein Dreck von außen durch den Spalt zwischen Okular und Hülse auf die Feldlinse des Okulars gelangen.

Wenn nach erfolgter Reinigung Prismen justiert werden müssen, ist das nicht ganz einfach und braucht einige Geduld.
Am besten geht es mit einem Overheadprojektor, auf dessen Fläche Du eine karierte Transparentfolie legst. Diese Karomuster projizierst Du groß auf eine Leinwand. Auf die Folie stellst Du dann die Prismenkammer mit den eingebauten Prismen und prüfst, ob die Abbildung der Karos auf der Leinwand durch die Prismensätze verkippt wird. Ist das der Fall, musst Du beim betreffenden Prismensatz die Schrauben der Haltebügel der Prismen soweit lockern, dass Du die Prismen mit einem Hartholzstäbchen unter dem Bügel etwas verschieben kannst. Dann musst Du mittels behutsamem Verschieben der Prismen im Gehäuse und Prüfen des Resultats am Projektor solange probieren, bis die Kanten der Karos im Prismensatz mit den Kanten der Karos von außerhalb des Prismensatzes ekakt parallel liegen.
Dann die Schrauben der Haltebügel wieder anziehen. Mit Gefühl.

Hoffe, ich konnte Dir helfen.

Grüße,

günther
 
Hallo Günther,

Bei Okularen habe ich noch nie einen Glasbruch gesehen. Die Fassungen der Okularlinsen sind sehr steif und formschlüssig zu den eingebauten Linsen, die Massen der Linsen sind zu gering, als dass es beim Sturz zu einer Impulsänderung kommen kann, die zum Brechen der Linsen führt, und die Okulare stecken dicht in ihren Führungshülsen. Eher bricht da beim Sturz beim Sturz auf die Okulare die Führungshülse des Okulars weg, oder die Okularbrücke.

Solch einen Glasbruch beim Okular habe ich bis jetzt zweimal vor mir gehabt,
beidesmal infolge eines Sturzes.

Du hast recht, es könnte auch ein Pilz oder eine Verschmutzung sein.

Viele Grüsse
Thomas
 
Hallo,
vielen Dank für die ausführlichen Beschreibungen, aber es ist weder ein Bruch im Okular noch in den Prismen feststellbar. Eine Verschmutzung des Glases ist kaum sichtbar und nicht nennenswert. Das Glas macht eigentlich einen absolut neuwertigen Eindruck. Was ich feststellen kann, ist, wenn man die linke Seite fokussieren will, kann man die Schärfe von oben nach unten und umgekehrt durchfahren. Das heisst man kann es in allen Bereichen fokussieren jedoch nicht gleichzeitig. Könnte es vieleicht sein, dass die Frontlinse nicht ganz planparallel zum Okular steht will sagen, auf der optischen Achse gekippt, aber nicht aus der optischen Achse verschoben ist und sich desshalb dieser Effekt ergibt?

MfG
altero
 
Hallo altero,

Ich denke, die einzige plausible Erklärung für Dein Problem wäre das Vorliegen einer Verkippung des Objektivs oder des Okulars gegen die optische Achse. Vermutlich ist es das Objektiv.

Schraub mal die Überwurfhülsen an beiden Objektiven ab. Dadurch werden die Schraubringe freigelegt, die die Objektive in ihren Exzenterringen in den Objektivhülsen fixieren. Nun schau mal genau hin, ob eine der Linsen unter dem Ring verkippt ist.
Du kannst das auch mit einem Laser prüfen. Wenn der Laserstrahl unter einem für beide Objektive gleichen Winkel zur optischen Achse auf die Mitte des jeiligen Objektivs trifft, wird der Strahl bei beiden Objektiven nur dann unter einem gleichen Winkel auf einen Schirm reflektiert, wenn die Senkrechten auf der Mitte der Objetive bei beiden Objektive mit der optischen Achse zusammen fallen. Wenn Du jewels die Positionen der reflektierten Strahlen auf einem Schirm markierst, kannst Du damit selbst sehr kleine Abweichungen nachweisen.
Du musst nur eine geeignete Vorrichtung bauen, mit der Du das Fernglas vor dem Laserstrahl so verschieben kannst, Dass es beim Verschieben nicht gedreht wird und der Stahl die Mitte des Objektivs immer unter dem selben Winkel trifft.
Beste Grüße

Günther
 
Hallo altero,

Ich denke, die einzige plausible Erklärung für Dein Problem wäre das Vorliegen einer Verkippung des Objektivs oder des Okulars gegen die optische Achse. Vermutlich ist es das Objektiv.

Schraub mal die Überwurfhülsen an beiden Objektiven ab. Dadurch werden die Schraubringe freigelegt, die die Objektive in ihren Exzenterringen in den Objektivhülsen fixieren. Nun schau mal genau hin, ob eine der Linsen unter dem Ring verkippt ist.
Du kannst das auch mit einem Laser prüfen. Wenn der Laserstrahl unter einem für beide Objektive gleichen Winkel zur optischen Achse auf die Mitte des jeiligen Objektivs trifft, wird der Strahl bei beiden Objektiven nur dann unter einem gleichen Winkel auf einen Schirm reflektiert, wenn die Senkrechten auf der Mitte der Objetive bei beiden Objektive mit der optischen Achse zusammen fallen. Wenn Du jeweils die Positionen des reflektierten Strahls auf einem Schirm markierst, kannst Du damit selbst sehr kleine Abweichungen nachweisen.
Du musst nur eine geeignete Vorrichtung bauen, mit der Du das Fernglas vor dem Laserstrahl so verschieben kannst, dass es beim Verschieben nicht gedreht wird und der Strahl die Mitte des Objektivs immer unter dem gleichen Winkel trifft.

Beste Grüße

Günther
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo altero,

Deine Schilderung lässt eine Verkippung des Objektivs als Ursache ausschließen. Der Effekt einer solchen Verkippung wäre ein Astigmatismus, der sich durch welche Fokussierung des Okulars auch immer NICHT kompensieren ließe. Wenn Du das aber kannst, ist die Ursache klar: die Bildebene des Objektivs ist gegen das Okular verkippt. Das kann im Prinzip an einer Fehljustierung der Prismen liegen, dann müssten aber auch Doppelbilder bei binokularer Benutzung zu sehen sein. Oder an einer Verkippung des Okulares gegen die optische Achse. So vermute ich stark letztere Ursache.
Guck es Dir mal genau an, auch im Vergleich zur anderen Seite.

Beste Grüße, Herbert
 
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