Restlichtverstärker visuell

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portaball

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Aktuell interessiere ich mich für den Einsatz von image intensifiern (Restlichtverstärkern) zum visuellen Einsatz an meinen Doppelteleskopen und wollte mal nachfragen, ob das hier schon jemand praktiziert, in Amerika verbreitet sich die Sache ja so langsam.
Inzwischen bekommt man auch in Deutschland recht gute Röhren (Photonis) und dank weissem Phosphor gehrt auch das grüne Bild der Vergangenheit an.

Die Verstärker sind auch recht kompakt geworden:

Link zur Grafik: http://i453.photobucket.com/albums/qq254/cnoct/Public/Micro%202quot%20Adapter%202_zps4hoo8nrq.jpg

Und das Ergebnis finde ich wirklich vielversprechend.




Das Flimmern soll beim visuellen Einsatz deutlich reduziert bzw. nicht vorhanden sein, es wird durch den Aufnahmechip der Kamera extrem verstärkt.

Bevor ich viel Geld für so ein Set (ich brauche ja gleich 2 davon) in die Hand nehme würde ich mir das gerne mal live am Himmel ansehen, daher meine Frage das schon jemand im Einsatz hat.

Grüsse Jochen
 
Das Bild wird immer etwas unruhig wirken. Evtl. kann es auch in der Abbildung leicht unscharf sein. Das liegt an den mit der MCP vervielfachten Elektronen, die in Gaußverteilung einen Bildpunkt erzeugen. Also leicht verwaschen.
Im Teleskop habe ich das noch nicht gesehen. Aber man sieht mit Restlichtverstärker wesentlich mehr Sterne am Himmel als ohne, was gerad für einen Stadtbewohner durchaus beeindruckend ist.
 
Hallo Jochen,

im Einsatz nicht, aber ich hatte in den späten 80iger Jahren Gelegenheit einen damals noch nicht so weit entwickelten Restlichtverstärker an einem 50cm Newton am Pferdekopfnebel auszuprobieren. Das Bild zeigte den Nebel deutlich, aber das Bild wirkte sehr unruhig und extrem grün. Ich hatte nicht wirklich den Eindruck durch ein Teleskop zu schauen, es war eher wie Fernsehen mit extrem großen Pixeln und viel Rauschen.

Vor zwei Jahren hatte ich die Idee, die zunehmende Lichtverschmutzung nicht durch noch größere Öffnung und auch nicht durch weiter entfernte, dunklere Beobachtungsorte zu bekämpfen, sondern eben mit einem Restlichtverstärker. Ich fragte daher bei einem Jagdwaffengeschäft an, die Preise waren aber jenseits von gut und böse (viele tausende Euros) und habe daher vom Kauf Abstand genommen.
Aber Preise können sich ändern.

CS Mike
 
Moin Jochen!

Wo bekommt man das oben abgebildete Gerät und was kostet der Spaß?
 
Hallo Mike,

ja, die Preise sind wirklich schmerzhaft, unter 3k pro Auge geht da nichts.

Meine Beweggründe sind Deinen aber ähnlich, ich möchte gerne von meinem Garten aus beobachten und 2x5" sind für mich auch der "sweet spot" in Sachen Teleskop.
Deshalb meine Suche nach elektronischen Alternativen um die Reichweite zu erhöhen und die Videoastronomie gefällt mir gar nicht, ich möchte weiterhin hinten ins Teleskop schauen :-)

Jochen
 
Hallo Jochen,

ich hatte vor mehreren Jahrzenten mal einen dreistufigen Image Intensifier an meinem C14 eingesetzt.

War damals noch aus der ersten Generation mit elektrostatischer Fokussierung, bei dem man das Bild auf dem Phospor der letzten Stufe aus einigem Abstand, also auch ohne Okular simultan mit kleineren Gruppen, betrachten konnte. Also durchaus mit Unterhaltungswert auf einer Sternparty und ohne die sonst üblichen Probleme bei Gruppenführungen am Okular.

War aber recht klobig und ziemlich unhandlich, und natürlich auch sauteuer. Die neueren Geräte sind zwar erheblich kompakter, von der Leistung und vom Preis her aber auch nicht besser.

Die Bildauflösung war und ist immer noch mau. Ich fürchte, Du wirst nach einem schnell verflogenen Aha-Effekt doch sehr bald enttäuscht sein, und dann verstaubt das teure Ding. Ich würde heutzutage sowas sicher nicht noch mal kaufen wollen, jedenfalls nicht für eigene Beobachtungen am Doppelrefraktor.

Gruß, Peter


 
hallo Jochen,

als ich am Mauna Kea bei der Starparty am Visitor Center war, hatte einer der Jungs so ein Ding an einem 16" Meade dran, und wir guckten uns den Eskimo an. Man sah die Kapuze viel deutlicher als ohne, das schon, aber die Bildästhetik erinnerte an das TV der 60er Jahre. Nicht zu vergleichen mit dem Blick durch ein halbwegs brauchbares Okular, wo die Photonen die wirklich von den Objekten stammen ins Auge rieseln und die Netzhaut kitzeln.

Da du ja alles sehr hochwertig baust, mit Apo Optiken und Matsumoto Dingens, da wirst du mit so einer kleinen flimmernden Röhre am Ende deines Image Trains wahrscheinlich keine rechte Freude haben. Kann ich mir vorstellen. Es ist von der Ästhetik her Steinzeit. Du schaust hier auf einen flimmernden Bildschirm, der halt hinten am Teleskop hängt. Egal ob das jetzt weiss oder grün ist, es ist monochrom, es raubt dir die Dunkeladaption und das Teleskopgefühl.

lg Tommy
 
Hallo Jochen,

Mit deinen hochwertigen Doppelteleskopen ist dir doch die visuelle Qualität dessen was du selber siehst wohl sehr wichtig. Hast du wirklich die Hoffnung, das du durch einen/zwei Restlichtverstäker auch nur annähernd eine vergleichbare visuelle Ästhetik erreichst? Da wäre ich sehr skeptisch. Du siehst auch keine Farben mehr und die realen Kontraste die dein Auge so toll kann sind auch dahin.

Aber es geht dir eher um die schwachen Objekte die du visuell kaum mehr erkennst.

Hast du schonmal mit einem halbwegs aktuellen Videoastronomie-system gearbeitet? Da siehst du sicher mehr als mit einem RV und ich vermute auch das der Bildeindruck besser ist. Und wenn dir das hinten reinschaun sooo wichtig ist, dann kannst du dir auch einen kleinen Monitor in ein "Okular" einbaun, oder besser in einen coolen Visor.

Eine Lösung auf Basis der Atik Infinity kommte dann auf weniger als 2000Euro (inklusive Notebook).

Grüße, Martin
 
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Danke für euer feedback.

ich fürchte auch, dass es anfangs zwar nett sein würde schwache Objekte live im "Okular" zu sehen, dass mich die Bildqualität und Auflösung aber auf Dauer nicht zufriedenstellen würde.

Andererseits gibt es im Amiforum einige Leute die auch mit sehr hochwertigen Gerätschaften beobachten und nun sagen, nie mehr ohne intensifier (Sonnensystem ausgeschlossen)

Ja, die Videoastronomie habe ich mir auch angeschaut, aber das ist nichts für mich.
Ich mag so wenig wie möglich Geraffels mitschleppen, und die Objekte auf dem Notebook anzusehen wäre für mich kein "visuelles Beobachten" mehr.

Vielleicht ist es auch einfach noch zu früh, mal sehen was die Zeit da noch alles bringt...

Grüsse Jochen
 
Hi,

ein Kollege von mir hat vor ein paar Jahren damit experimentiert und sich aus Amiland eine für damalige Verhältnisse sehr rauscharmen Verstärker kommen lassen. Kostenpunkt so um die 800€. Er hat es relativ pragmatisch gemacht und sich so ein Teil das die Army für ihre Scouts verwendet bestellt, die Optik vorne abmontiert und mit Hilfe eines Adapters an den Okularauszug gebracht. Ich war bei einem Test am 60er RC dabei, das Bild war eigentlich recht beeindruckend. Klar es war alles grün, aber Pferdekopf und diverse Nebel glühten richtig raus. Das Rauschen das du da auf den YouTube Videos siehst ist visuell zwar sichtbar aber bei weitem nicht so dramatisch.

Versuch mal auf ebay ein günstiges Teil zu erwischen und probiere es aus. Die Beobachtung damit ist sicher Geschmacksache, ich hab es ganz nett gefunden das mal live zu sehen, würde es aber nicht für die ständige Beobachtung nutzen wollen. Mein Kollege wollte damals auch den Verstärker nutzen um die Belichtungszeiten stark zu reduzieren. Soweit ich das mitbekommen habe hat er das Projekt aber aus Zeitgründen auf Eis gelegt.

Wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg.

CS,
Michi

 
Für 800€ kann das nix besonderes sein, schon garnicht aus den USA, wenn man die Exportkontrollen bedenkt, die auf dem wirklichen guten Zeug liegen.

Wenn du ein ruhiges Bild willst, dann schau mal, ob du eine Röhre 1. Generation nutzen kannst. Das Bild ist wesentlich ruhiger als bei 2. Generation oder 3. Dafür ist die Lichtverstärkung nicht so gut, wie mit MCP.
 
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