Revue 20 x 80 Großfernglas, Fragen...

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Hobbykucker

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Hallo alle,

bin neu hier, pflege aber schon seit etlichen Jahren das Hobby Sternekucken.

Habe auch einiges an Equipment, u.A. ein justiertes Tento 20x60, das eine unglaubliche Abbildungsschärfe aufweist.

Hin und wieder stößt man auf das (günstige)Revue (ehemals Fotoquelle) 20 x 80 Großfernglas.

Ich habe über die Suchfunktion kaum nennenswerte oder brauchbare Infos für meine Fragen hier gefunden:

- Welchen scheinbaren Öffnungswinkel hat das Glas (wg. Tunnelblick; ein Dekarem hat ja bekanntlich über 70 Grad und das Tento ist auch sehr angenehm)
- Wie ist die Abbildung, die Randschärfe?
- Gibt es Farbsäume, ist das Glas streulichtempfindlich?
- Gibt es irgendwo einen ausführlichen Erfahrungsbericht?

Ich weiß, daß das Glas deutlich größer und schwerer als mein Tento ist, aber der Lichtgewinn interessiert mich.
Bevor ich mich nun doch näher mit einem eventuellen Kauf beschäftige, wollte ich eben mehr darüber wissen.

Kann mir jemand von Euch helfen?

Danke im Voraus und clear skies
Hobbykucker
 
Ich habe ein solches Glas seit über 10 Jahren. Es kostete damals über 500 Mark bei Quelle.

Die mechanische Ausführung ist solide, stabile Knickbrücke, keine Doppelbilder. Der mitgelieferte Stativadapter ist gut brauchbar. Die mitgelieferte Hülle ist sehr stabil, eher eine Art Kasten.

Ansonsten eine gute Durchschnittsqualität. Die Okulare sind wahrscheinlich vom Plössl-Typ, denn das Instrument erreicht lt. Aufdruck 2,7 Grad am Himmel. Das sind 54 Grad scheinbares Gesichtsfeld.

Ich habe keine pingeligen Schärfeuntersuchungen gemacht, aber Unschärfen sind mir nicht aufgefallen. Das heißt nicht, dass man nicht am, Rande des Gesichtsfeldes welche wahrnehmen könnte.

Ausgeprägte Farbsäume sind mir auch nicht aufgefallen, auch hier steht ein penibler Test an einem hellen Stern aus.

Ich benutze das Glas bevorzugt für Deep-Sky-Objekte und Kometen. Dafür ist es gut geeignet, wenngleich das Gesichtsfeld größer sein könnte. Den Saturnring kann man damit auch erkennen.

Das Glas wiegt deutlich über 2 Kilo und ist nicht für die Freihandbenutzung geeignet. Wenn man ein Stativ benutzt, benötigt man ein sehr hohes von etwa 2m20. Das generelle Problem der Genickstarre bleibt. Ich habe viel mit einem Schulterstativ gearbeitet. Damit kann ich recht ruhig halten, aber das Starhopping wird schwieriger - weil man das Glas nicht in seiner Position lassen kann, um auf die Karte zu schauen.

Wenn du weitere Fragen hast, bin ich gern bereit, speziell danach zu sehen.
 
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Hallo Uwe,

vielen Dank für die Praxisinfos.
Das Problem mit dem Stativ könnte ich lösen, hab mir da so einen "Storchenschnabel" gebaut, ein Parallelogramm, das an den Ecken drehbar durch Reibung ist und das Glas so höhenverstellbar bei gleichem Winkel ist.
Jedoch gerade das Thema Genickstarre ist meins, da ich hier etwas eingeschränkt bin, wird es schnell unangenehm. Ohne Spezialsitz hab ich da ein Problem.
Ist nun natürlich kein spezifisches Problem des Revue 20x80 aber ich hab da auch an einen Schrägeinblick mit 45 oder 90 Grad gedacht. Aber in dieser Preiskategorie finde ich nichts, das geht wohl erst bei 700 Euro los.

Okay, hört sich gut an, der einzige Wermutstropfen ist das mit nur 54 Grad kleine Gesichtsfeld.

Hier bin ich ehrlich gesagt verwöhnt.

Nochmals Danke für die Infos!

Viele Grüße
Hobbykucker
 
Hallo Uwe,

eine kleine Bitte, immer und immer wieder - die Beschriftungen besprochener oder nachgefragter Gläser sollten bitte immer komplett mitgenannt werden, gerade auch die unter den Gläsern dieser "Marken" oft vorhandenen "J"-Marken, die den eigentlichen japanischen Hersteller bezeichnen: Sonst weiß man nie, welches Modell man nun eigentlich vor sich hatte, denn allzuoft sind die so gelabelten Serien geändert worden.
Mein ziemlich brauchbares Gradsicht-20x80 z.B. ist beschriftet "20x80 61m/1000m Nr.5986 JB111" (die "Nr." ist natürlich keine Seriennummer, sondern die Bezeichnung einer Charge dieses mit deutschsprachiger Beschriftung in Japan bestellten Glases).

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Uwe,

danke! Wirklich keine J-Nummer? Die finden sich auf sehr vielen "Revue"-Ferngläsern.

Gruß+cs,
Dietmar


P.S.: Bei den "Revue 20x80", die ich kenne, findet sich z.B. eine JB-Nummer in einem Objektivtubus, durch's Objektiv lesbar - gugg mal hinein.
 
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Hallo Uwe,

danke für's nachguggen! Ich habe auch neuere Versionen mit Herstellercode J-B261 gesehen.
Zusätzlich zu Micha's Info: Als Faustformel habe ich anhand vieler hundert betrachteter Gläser den Eindruck gewonnen, daß eine niedrigere Nummer tendenziell frühere Herstellung bzw. einen älteren Hersteller mit mechanisch/optisch höherer Qualität bedeuten kann (Vergütungen ausgenommen). Die J-Nummern wurden vom JTII chronologisch vergeben, auch nach Umfirmierungen neu.

Gruß+cs,
Dietmar
 
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