Rich-Field Refraktoren große Unterschiede ?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Kelwitt

Aktives Mitglied
Hallo

Sind die Unterschiede zwichen einem 80/480 mm und einem 100/500 mm bzw. einem 100/500 mm und einem 120/600 mm China/Taiwan Refraktor im Deepsky Bereich sehr groß ?
oder eher recht gering ???
Machen die 2 cm Öffnung wirklich einen großen Unterschied ?

Danke für Antworten
Clear Skies
Kelwitt
 
Bei Deep Sky kommt es ja nicht nur auf das Auflösungsvermögen an (durch den Durchmesser bestimmt) sondern auch auf das Lichtsammelvermögen (durch den Durchmesser im Quadrat bestimmt).

Da die Fläche des Objektives jeweils deutlich zunimmt, kann auch jeweils deutlich mehr Licht gesammelt werden.

Ausgehend von 6 mm maximaler sinnvoller Austrittspupille (bei "richtiger" Dunkel-adaption wäre noch mehr drin, doch die Verhältnisse ändern sich nicht durch die Wahl der maximalen AP) hast du mit 80 mm Öffnung 178x Lichtsammelvermögen. Bei 100 mm Öffnung dann 278x, und bei 120 mm Öffnung glatte 400x. Du siehst, Öffnung lohnt sich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Bei sehr guter Dunkeladaption (8 mm Pupille) wären die Werte 100x, 156x und 225x Lichtsammelvermögen. Du kannst es drehen und wenden du willst - 100 mm Öffnung gegenüber 80 mm = 56% mehr Licht, und 120 mm vs. 100 mm = 44% mehr Licht.

Allerdings sollte man auch sehen, dass hier FH mit f/6 und f/5 verglichen werden. Der GSO 80/480 FH z.B. sollte sowohl wegen kleinerem Öffnungsverhältnis als auch wegen der ohnehin kleineren Öffnung weniger Farbfehler zeigen. f/5 ist ein noch relativ großes Öffnungsverhältnis. "Normale" Okulare der unteren Preisklasse dürften am Rande des Gesichtsfeldes Verzeichnungen zeigen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Grüß Dich!
Also zwei Zentimeter machen in dem Bereich von kleinen Refraktoren wirklich Welten aus. Das kannst Du schon daran ablesen, daß ein guter ED-Apo-Refraktor mit einem Zentimeter mehr öffnung im Schnitt auch ca. 1000 Euro mehr kostet (siehe Takahashi, Vixen etc.). Bei mittelgroßen Spiegelteleskopen um die 200mm Objektivöffnung sind die zwei Zentimeter mehr oder weniger Öffnung nicht mehr so gravierend. Vielleicht kennst Du ja jemanden, der sowohl ein 30mm- als auch 50mm-Fernglas besitzt. Schnapp Dir die Teile mal für eine Nacht und vergleiche was Du siehst...ein Wahnsinnsunterschied, kannste wissen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Beste Grüße,
Norman
 
hallo kelwitt,

ich hatte alle drei geräte nacheinander, vom 102er mehrere
und habe letztendlich den 120er behalten.
wie groß die unterschiede sind empfindet jeder anders.

hier mal die visuellen grenzgrößen im vergleich:

- 80mm >>> 11.3
-102mm >>> 11.8
-120mm >>> 12.2

für mich war die steigerung von 80 auf 102mm deutlich und
wirklich wünschenswert. den 80er würde ich mir deshal nicht
mehr kaufen, allerdings ist er wesentlich handlicher als
der 102er. wenn es also um das letzte quäntchen handlichkeit
geht, ist der 80er unschlagbar. dann aber auf jeden fall einen
mit 2"-auszug, also nicht den von synta!

der sprung vom 102er zum 120er war schon etwas wengier
deutlich. natürlich merkt man den unterschied, ist etwa nicht ganz
eine halbe größenklasse (siehe oben). die erlaubt wieder etwas
tiefere blicke ins all, dafür schrumpft aber auch das max.
mögliche gesichtsfeld deutlich.

hier mal ein vergleich der max. möglichen gesichtsfelder:

- 80mm >>> 6°45' (80/400mm)
-102mm >>> 5°24' (102/500mm)
-120mm >>> 4°30' (120/600mm)

du siehst sofort wie das gesichtsfeld immer mehr schrumpft.
der 102er ist für mich der beste kompromiss aus lichtstärke und
gesichtsfeld. der 120er ist zwar heller, du verlierst dafür aber
ein ganzes grad gesichtsfeld.
während du im 102er nordamerikanebel+pelikan in einem gesichtsfeld
hast, geht sich das mit dem 120er nicht mehr ganz aus.
beim 80er und beim 102er brauchst du keinen zusätzlichen sucher,
beim 120er ist ein extrasucher schon teilweise angenehm.

hätte ich zur zeit nicht schon den 120er und soviel arbeit in
dessen optimierung gesteckt, ich würde mir nur mehr den 102er kaufen.

apropos optik! egal welchen, nur kaufen mit qualitätszusicherung des
händlers, bzw. vorheriger prüfung der optik durch diesen und
verlängertem rückgaberecht (ca. 1 monat).
von meinen bisher 5 synta-richfields waren 3 davon abolute gurken,
qualität weit geringer als beugungsbegrenzt. das laß dir eine warnung
sein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)

 
Hallo

Erst mal Danke für die Antworten.
Warscheinlich nehm ich dann (wenn es soweit ist) den 102/500 mm Refraktor.

Zwei Fragen hätte ich jedoch noch.

1. Kann mir vieleicht nochmal jemand sagen wie man das Gesichtfeld berechnet ?

2. Der uns allen bekannte Händler aus M. bietet verschiedene Optiktests an.
Welchen sollte ich machen lassen um direkt eine sehr gute Optik zu bekommen (dafür lege ich gerne mehr Geld auf den Tisch als den Stress mit Telefonaten , E-Mail schicken und zurücksenden wenn eine Optik nicht o.k. ist zu haben)?

Clear Skies
Kelwitt
 
Hallo Bino!

Mich interessiert, wie störend Du bei den f/5 den Farbfehler wahrgenommen hast.
Wäre ein flotter Newton nicht eine Alternative (z.b. 8" f/4)?
 
hallo,

wenn du nicht lange rechnen willst, was mir auch
zu blöd ist, dann nimm einfach diese excel-tabelle.
nur mehr die daten eintragen und fertig. hat auch
sonst noch tolle berechnungen drin.

zur qualitätssicherung sollte ein ronchi-test genügen.
da sieht man die sphärische aberration, die nicht zu hoch
sein darf. trotzdem würde ich das gerät dann noch genauer
am stern nachtesten, vor allem wegen möglichem astigmatismus.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo Harald,

habe gerade einen Testbericht (englisch!) zum Skywatcher 120mm f/5 online genommen:

http://www.licha.de/AstroWeb/reviews_fullsize.php3?iRevId=25

Für niedrige Vergrösserungen ist der Farbfehler völlig OK. Bei mittleren gehts so, aber bei hohen Vergrösserungen ist es dann echt vorbei. Planetenmäßig halt ich ihn - designbedingt - für unbrauchbar.

Rein visuell ist ein Newton da wohl flexibler, aber der Refraktor ist zusätzlich ein beachtenswertes Deep-Sky-Objektiv für Aufnahmen!

 
hallo harald,

der farbfehler ist natürlich auch eine sehr subjektive
geschichte und daher kaum in worten beschreibbar.

für mich war er beim 80er erstaunlich gering.
der 102er wird bei jupiter ab etwa 100fach unschön,
bei saturn ab 150fach.
der 120er hat ganz deutlich mehr als der 102er, wie auch
zu erwarten ist. jupiter ist schon bei 30fach unschön,
saturn geht bis 60fach als einigermaßen ästhetisch durch.
das sind aber alles nur persönliche eindrücke.

aaaaber: den 120er kann man, so mache ich es immer, auf 80mm
abblenden. der daraus resultierende 80/600er zeigt am
planeten einiges! gerade vorgestern an jupiter:
GRF direkt blaßrosa, SEB, NEB, STB (eindeutig auch den besonders
dunklen bereich unter dem GRF) ein BAR im NEB, Polbereiche.
saturn: cassiniteilung umlaufend, SEB, EZ, planetenschatten am ring.
natürlich ist hier dann die qualität der optik mitentscheidend,
die leider meist sehr bescheiden ist.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Wenn du mit 80/600 schon soviel siehst, müsste mit 90/1000 ja noch eine ganze Ecke mehr zu sehen sein - zumindest wenn man deine Beobachtungserfahrung hätte.
 
hallo aths,

da hast du sicher recht. wenn man schon seit jahren, oder
fast jahrzehnten planeten spechtelt, tut man sich natürlich leicht.

mit deinem fast ganz farbreinen 90er kann man noch eine ganze menge
mehr, als mit dem 80/600er erspähen.
zu beginn erkennt man meist nur die gröbsten details, im laufe
der monate lernt man immer mehr zu sehen und es dauert normalerweise
schon ein, eher zwei jahre, bis man auch die feinsten details
ausmachen kann. manche sind dabei schneller, andere wieder
können sich fast gar nicht steigern.
zum einen ist das eine sache der übung, der motivation, zum
anderen aber auch anatomisch-genetisch vorgegeben.
als ausreichenden "trainingsaufwand" würde ich etwa eine stunde
konzentriertes beobachten pro klarer nacht veranschlagen.

am schnellsten und am besten lernt man das beobachten beim
zeichnen. man sollte soviel wie möglich zeichnen, möglichst alles
was man sieht. nicht nur planeten, auch sonnenflecken, mondkrater,
deepsky-objekte,... alles was geht. dadurch steigert man sich
mit abstand am schnellsten.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Refraktor/Newton

Ich habe den 102/500er von SkyWatcher und kann ihn klar empfehlen. Es ist definitiv ein RF-Gerät und der Farbfehler ist in dieses Vergrößerungsbereichen kaum relevant. Wobei ich aber auch schon ordentliche Mondfotos in hoher Vergrößerung hingekriegt habe.

Das mit dem flexibleren Newton sehe ich kritischer. Der 102er ist unschlagbar kompakt und kann zur Not auch mit einem Fotostativ betrieben werden. Justierung uninteressant. Weitwinkelokular rein und fertig.

Ich habe insgesamt 5 Newtons aller Klassen, aber der 102er hat seinen festen Platz und wird immer wieder verwendet.

Vom Preis her kannst Du eh nicht viel falsch machen.

Andreas
 
Um nicht einen extra-Thread aufzumachen: Gibt es eigentlich 150 mm f/4-Newtons? Bislang sah ich Sechszöller erst ab f/5.
 
An Selbstbau dachte ich eigentlich nicht. Ich bin nur beim Vorfühlen (Kaufabsichten sind noch lange nicht da) welche lichtstarken Richfielder es gibt. Planetentauglichkeit spielt da weniger eine Rolle, sondern erst mal Licht und dann Auflösungsvermögen, aber immer unter Beachtung des Gewichtes. 7 kg z.B. wären viel zu viel.
 
Re: tatsächliches Gesichtsfeld?

warum wird durch das tatsächliches GF (das ja durch das Te-
leskop bestimmt wird) eigentlich nicht das scheinbare GF
des Okulars verändert? Es ist ja so, dass das scheinb. GF
des Okulars immer gleich ist, aber die vergrößerung, die
das Oku am jeweiligen Teleskop ergibt, variiert doch.
Bei den Ferngläsern ist das schein. GF aber von
der Vergrößerung und dem tatsächl. GF abhängig, warum ist
das bei dem Komplex Oku u. Teleskop dann aber anders?

Hoffe habe mich klar ausgedrückt
cu Estrella
 
Re: tatsächliches Gesichtsfeld?

Das scheinbare Gesichtsfeld bietet sich quasi direkt Deinem Auge an, d.h. es entspricht dem Winkel, den Dein Auge unbegrenzt überblicken kann, unabhängig von der Vergrößerung. Im Prinzip könntest Du auch einer einfachen Pappröhre ein scheinbares Gesichtsfeld bescheinigen: Nimm das nächste Mal die leere Klopapierrolle und blicke da mal durch. Wie groß ist der Winkel, den Dein Auge beim Blick durch die Rolle überblicken kann? Wenn die nächste, volle Klopapierrolle ausserhalb des GF liegt, solltest Du auf WW-Klopapier umsteigen (Achtung: schmaler!). Das scheinbare GF ist damit eine unveränderliche Eigenschaft der Klopapierrolle bzw. des Okulars. Die Vergrößerung, die das Okular ob seiner Brennweite im Teleskop oder Fernglas erzielt, regelt dann letztendlich dann das in Wirklichkeit überschaubare Stück "Himmel" (tatsächliches Gesichtsfeld). Ungefähr gilt dann ja auch:
TGF = SGF / V
 
Hallo Thomas,
ich frag dich mal, weil mich deine Meinung dazu interessiert.
Die US-Firma Orion hat neben den bekannten 80/400 und 102/500 auch einen 90/500 (f/5,6) und 100/600 (f/6) Shorty RTF FH für 249$ OTA im Programm:
http://www.telescope.com/jump.jsp?itemID=13&itemType=CATEGORY&iMainCat=4&iSubCat=13&page=2&itemList=&oldList=

und http://www.telescope.com/shopping/product/detailmain.jsp?itemID=386&itemType=PRODUCT&iMainCat=4&iSubCat=13&iProductID=386

Interessant, nicht wahr??
Wie würdest du so einen 4" f/6 gegenüber einen f/5 sehen???
Ist ja immer noch recht kurz....
Mich interessiert halt so ein Reiseteil, das man überall mitschleppen kann (wenn nur die Montierung nicht wäre).
Gruß und C.S.
 
hallo randolf,

mit diesen beiden geräten von orion habe ich leider keine
erfahrung.

ich nehme aber an, daß der farbfehler beim 4"f6 doch ein
deutliches stück geringer ist als beim f5. außerdem
sind dann auch die anforderungen an die okulare
weniger hoch. ich würde dieses gerät dem f5 vorziehen.

der 90mm f5.6 käme für mich wegen des fehlenden 2"-auszuges
nicht in frage. wenn man darauf verzichten kann, aber sicher
eine interessante alternative, vor allem wenns um's gewicht geht.

da jedoch beide geräte denselben preis haben, würde ich mich
für den 4"er entscheiden.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben