Rich Field

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Hallo,

Warnung: Ich bin heute mal ganz fies drauf.

Es gibt bei echten Richfield Refraktoren eigentlich 2 Kategorien.

1. Achromat Design: Technisch vergewaltigtes Design nach Fraunhofer mit irrem Farbfehler,
welches so nur bis ca. 50x Vergrößerung ein ansehnliches Bild liefert, aber so ein kurzes
Öffnungsverhältnis hat, daß mit entsprechenden Okularen 3° - 4° reales Gesichtsfeld überblickt
werden können. Dies Design hat aber einen relativ günstigen Preis. ( Newtons, die gleiches
oder mehr leisten sind aber billiger, siehe Warnung oben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> )

2. APO Design: Leistet alles obige, ermöglicht dabei aber auch sehr hohe Vergrößerungen bei
farbreinem Bild. Oft auch gut fotographisch korregiert. Über den Preis braucht man dabei
aber nicht reden, man hats ja schließlich, und über Geld redet man eh nicht.

Also echtes Richfield heißt eigentlich in meinen Augen, daß das reale Gesichtsfeld größer
als 2-3° ist.
 
Mahlzeit!

1. Achromat Design: Technisch vergewaltigtes Design nach Fraunhofer mit irrem Farbfehler,
welches so nur bis ca. 50x Vergrößerung ein ansehnliches Bild liefert,

Whoa, was gibt das hier? Alte Klischees aus der Astro-Mottenkiste?


Newtons, die gleiches oder mehr leisten sind aber billiger

Auch wenn ich persönlich auch mehr auf Newtons stehe, gibt es durchaus einige berechtigte Einsatzbereiche für Refraktoren. Eine so undifferenzierte Betrachtungsweise hilft keinem weiter.

CS Gernot
 
Hallo,

ich hab doch geschrieben, daß ich mies drauf bin. Daher auch die etwas zu einseitige
Betrachtung. Die Tendenz ist meiner Meinung nach aber durchaus richtig.
 
Die Tendenz ist meiner Meinung nach aber durchaus richtig.

also bescheidenheit soll ja eine zier sein, aber in diesem fall
ist sie meiner meinung nach nicht notwendig.
was du über diese f5-richfield-fh's gesagt hast ist völlig
korrekt, egal ob du gut oder mies drauf bist.

die sache ist die:

ich kann einen teller suppe natürlich auch mit einer gabel auslöffeln,
ist nur etwas umständlicher und mag den meisten als doof erscheinen,
möglich ist es aber durchaus. ich persönlich bevorzuge dazu jedenfalls
einen löffel, umsomehr, wenn dieser auch noch deutlich kostengünstiger
als die gabel zu bekommen ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo Lasse,

Was genau bedeutet es wenn es heisst ein richtiger "Rich Field Refraktor"?
hmmm,schwierige Frage...

Vielleicht so:
Ein lichtbrechendes Objektiv,welches eine kurze Brennweite besitzt
so daß große Gesichtsfelder möglich sind und welches genügend Öffnung
besitzt um einiges Licht zu sammeln damit man auch mal was sieht.

Über das Wörtchen "richtig" grüble ich noch:
Vielleicht soll das bedeuten,daß da auch ein 2" Auszug dran ist,
so daß man mit entsprechenden 2" Okularen mit großem Feldblendendurchmesser
auch tatsächlich ein großes Feld nutzen kann?!

Oder vielleicht heist "richtig" auch,daß man sich richtig über den
systembedingten Farbfehler ärgert wenn man mal nicht nur bei
niedrigsten Vergrößerungen beobachten will?!

Oder das soll heißen,daß es richtig teuer wird (APO) falls man
auf Farbfehler verzichten will?

MfG,Karsten
 
Moin zusammen!

> Oder vielleicht heist "richtig" auch,daß man sich richtig über den
> systembedingten Farbfehler ärgert wenn man mal nicht nur bei
> niedrigsten Vergrößerungen beobachten will?!

Wie immer kommt es drauf an, wozu man so einen FH f/5 oder f/6 "Farb-
fernseher" einsetzen will. Klar kann man jetzt anfangen, Löffel mit
Gabeln oder Äpfel mit Birnen zu vergleichen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Aber das bringt
nichts. Die kurzen FH haben auch ihre Daseinsberechtigung, ansonsten
wären sie nicht so beliebt. Jedes Teleskop kann man madig machen, wenn
man's nur drauf anlegt. Jedem das Seine.
Ich habe mich nach einem 80/400er FH für einen 120/600er FH entschieden -
einfach weil es für meine Zwecke und vom Preis-Leistungsverhältnis am
besten paßt. Ende und aus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Wer solche Refraktoren allerdings am Planeten
quält, hat selber schuld, wenn er sich ärgert.
 
hmmmm....

Wer solche Refraktoren allerdings am Planeten
quält, hat selber schuld, wenn er sich ärgert.

so ist es! und wer die suppe mit der gabel ist, ist
ebenfalls selbst schuld.

deine aussage...
Klar kann man jetzt anfangen, Löffel mit
Gabeln oder Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Aber das bringt
nichts.
...hast du also gleich selbst berichtigt. danke sehr! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hi Lasse.

Wenn ich diesen Ausdruck ("richtiger RichField Refraktor") verwenden würde, dann würde ich damit einen kurz bauenden (F/5...F/6, Brennweite sowieso allerhöchstens 750mm) "Fraunhofer Achromaten" meinen, mit welchem ohne besondere WW-Okulare über 3° effektives Gesichtsfeld möglich sind.

Ich hatte mal so einen "richtigen RichField-Refraktor", einen 80/400mm TS-FH. Bis etwa 50x war es ein richtig tolles Teleskop. Plejaden und Andromeda satt!
Aber für mehr war es m.E. nicht zu gebrauchen - und an Planeten war schon garnicht zu denken. Ich habe das Teil weiter verkauft. Mein nächstes, gutes RichField-Gerät soll ein kurzer Newton (6" F/5, mit 2" OAZ) sein, den suche ich aber noch. Derjenige, der meinen F/5 FH übrigens gekauft hat, nutzt ihn jetzt zufrieden mit einem 40mm Okular als Sucher (10x80 würde das heissen, bringt 5° effektives Gesichtsfeld!!) für seinen 10" Dob, oder bis etwa 100x als Spektiv. Mit einem Umkehrprisma ist das Bild aufrecht & seitenrichtig... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Und wenn ich von einem richtigen Fraunhofer sprechen würde, dann würde ich damit Linsenteleskope ab F/12 bezeichnen.
(bei 60mm gehen auch F/10, bei 80mm ist F/15 toll!)
 
Moin Tom!

> und wer die suppe mit der gabel ist, ist ebenfalls selbst schuld.

...wenn's bei Dir nur Suppe gibt, tut's mir echt leid... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Ich glaub', wie brauchen das nicht weiter zu vertiefen.
 
Hallo Richfield-Freunde,
wie schon oft verfolgt dreht man sich sich bei einem solchem Thema schnell im Kreis, da eigentlich nur bekannte statements und Vorlieben gegenübergestellt werden. Es ist also wirklich Geschmackssache, wenn man sich einen kurzbrennweitigen Achromaten zulegt. Ich bin recht bald auf den Geschmack gekommen und hab mir gleich zwei davon angeschafft als 6" f5 Bino (ausgesuchte und getestete Syntas), also sozusagen einen Doppelfarbfernseher. Nach eineinhalb Jahren Beobachtungen damit stelle ich immer wieder fest, das ist nicht nur Suppe löffeln, sondern ein üppiges Menü genießen.
Natürlich mag Vieles richtig sein, was über die Optik dieser Nicht-Fraunhofer immer wieder geschrieben wird, aber die Beobachtungspraxis ist eben nochmal eine andere Sache.
Die große Stärke dieser Dinger sind selbstverständlich deepsky-Objekte bei relativ niedriger Vergrößerung und in der Bino-Variante eröffnet sich wirklich eine neue Dimension des Sehens. Trotzdem möchte ich der oft aufgestellten Behauptung widersprechen, dass die Kurz-Achromaten zu nichts anderem zu gebrauchen seien als für Richfield.
Eine vernünftige optische Qualität vorausgesetzt sind auch bei mittleren Vergrößerungen (um 100x) im deepsky-Bereich gewinnbringend d.h. ohne auffälligen Kontrastverlust einzusetzen. Und, hört und staunt, ich habe im letzten Jahr mein Doppelfarbrohr immer wieder auf Mond und Planeten gerichtet und dabei mit entsprechenden Vorkehrungen (Abblenden, Fringe-Killer und/oder Graufilter) sehr befriedigende Ergebnisse erzielt. Nun weiß ich durchaus wovon ich spreche, da ich wiederholt mit meinem 10" GSO-Dobson (gut justiert, ausgekühlt) verglichen habe, vor allem am Jupiter, dem anspruchsvollsten Planeten für Detailbeobachtungen:
Dabei musste ich zu meiner Überraschung immer wieder feststellen, dass der Newton nur bei wirklich gutem seeing die detailreicheren Bilder (z.B. Wirbel in den Jupiterbändern, im Bino dann nur als Ausbuchtungen sichtbar)
lieferte. Das war etwa in 1-2 von 10 Beobachtungsnächten der Fall. In der Praxis entscheidet also in den meisten Fällen das seeing über ein Wahrnehmungslimit und selten die optische Leistung eines Geräts.
Die manchmal fast ideologisch geführten Diskussionen gegen die Kurz-Achromaten erwecken besonders beim Einsteiger den Eindruck, als hätten diese Geräte fast keine Daseinsberechtigung.
Meine Beobachtungspraxis hat mich eines Besseren belehrt. Ich möchte mein Richfield-Bino nicht mehr missen und würde es sogar bei Kenntnis um seine optischen Grenzen für denjenigen als Allround-Gerät bezeichnen, der bei deep sky auf hohe Vergrößerungen verzichten kann und an Mond und Planeten viele Details sehen möchte (z.B. Mondkrater- und -rillen ab 2 km Größe, umlaufende Cassini-Teilung), aber nicht höchste Ansprüche hat.

Endlich wieder klare Nächte wünscht
Klaus
 
der bei deep sky auf hohe Vergrößerungen verzichten kann und an Mond und Planeten viele Details sehen möchte (z.B. Mondkrater- und -rillen ab 2 km Größe, umlaufende Cassini-Teilung)

???

bei deepsky verzichtest du also auf hohe vergrößerungen, bei den
planeten aber nicht? wenn das gerät bei den planeten die hohen
vergrößerungen erlaubt, dann bei deepsky doch allemal!

Die manchmal fast ideologisch geführten Diskussionen

wenn ein einsteiger um die hälfte des preises einen guten newton bekommt,
der in allen bereichen mehr leistet, hat das mit ideologie wenig
zu tun, eher schon mit hausverstand und klarem urteilsvermögen.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo Tom,

natürlich wäre es angenehm nirgends auf hohe Vergrößerungen verzichten zu müssen. Ich behaupte auch nicht, dass ein Kurz-Achro eine eierlegende Wolfsmilchsau wäre.
Nach meinen Erfahrungen ist es so, dass ich an hochkontrastigen Objekten, wie es besonders Mond und Saturn sind, durchaus bis 200/250-fach binokular mit Detailgewinn vergrößern kann. Das entspricht subjektiv einer monokularen Vergrößerung von etwa 300-fach. Hier ist in 95% aller Situation ohnehin das Ende der Fahnenstange erreicht.
Bei schwachkontrastigen Objekten wie den Strukturen in den Jupiterbändern, vor allem aber den meisten Nebel und Galaxien ist dagegen durch den erheblichen Farbfehler bei etwa 120-fach Schluss. In der Praxis reichen mir für die Galaxienbeobachtungen (meinem Steckenpferd) in der Regel Vergrößerungen um 100-fach, weil im Bereich von 1-2mm Austrittspupille bereits 80-90% der Wahrnehmung stattfinden. Mit dem fehlenden Rest kann ich gut leben, weil ich damit Beobachtungsziele und -spass sicher noch für Jahre haben werde, wie z.B. erst vor kurzem die klare indirekte Wahrnehmung der Superthin-Lichtnadel 5023 (12,3/14,0) in CVn oder des südlichen Spiralarms in M 66.

Wenn ich dann noch den Faktor Komfort einrechne (z.B. bequemste Sitzhaltung, einfachstes Goto durch aufrechtes, seitenrichtiges Bild in Sucher und Bino), dann stellen sich für mich nicht so eng gefasste Kosten-Nutzen-Überlegungen. Das führt im Alltag dazu, dass mein optisch hochwertigerer 10" Newton öfter im Keller steht als mein Bino, das zudem noch brilliante Weitfeldbeobachtungen erlaubt.
Langer Rede kurzer Sinn: Man muss ein Gesamtsystem in der Praxis länger erproben, um für sich selbst herauszufinden, was einem am meisten Spass macht.

Vielleicht heute abend zum ersten Mal
der neat-liche Komet
Klaus
 
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