Richtiger Einstieg in die Astronomie (mit 10" Dob)

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MartinO

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Hallo liebe Sternenfreunde,

Nach einem ersten euphorischen Einstieg in die Amateurastronomie erfuhr mein damaliges Interesse einen leichten Dämpfer und der 250mm F/5 Dobson von Orion wurde nur mehr alle paar Monate auf den Balkon verfrachtet. Dort habe ich dann eine Handvoll von "Standardobjekten" wie M13, Andromedagalaxie, Ringnebel, Mars+Jupiter+Saturn, Plejaden+Hyaden, Orionnebel etc. immer wieder betrachtet, ohne den Himmel wirklich besser kennenzulernen.

Die damaligen Hauptprobleme waren sicherlich mangelnde Orientierung am Nachthimmel, schlechtes Kartenmaterial, knappe Zeit und vermutlich zu hohe Erwartungen.

Mein Interesse ist kürzlich allerdings neuerdings entbrannt; unter anderem das aufmerksame Studieren dieses Forums hat mir die Begeisterung zurückgebracht und mich motiviert, einen neuen ernsthaften Einstieg zu wagen. Vielen Dank deswegen für die tolle Community hier!

Ich habe nun folgende Artikel bestellt bzw. gekauft, um mehr aus meinem Gerät herauszuholen:

-ein Seben 8-24mm Zoomokular sowie ein 2" 30mm ICS Galaxy Super View Übersichtsokular nach der Empfehlung von

http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html

(zum Ersatz/Upgrade der mitgelieferten 25mm und 9mm Plössl-Okulare, die eher minderqualitativ wirken)

Dazu kommt noch eine Noname 2x Barlowlinse um ~20€.

-Karkoschka Himmelsatlas
-Skywatcher LED Rotlichtlampe von teleskop-express.de

Außerdem habe ich den Hauptspiegel ausgebaut, die fehlende Mittelmarkierung exakt platziert und das Gerät mit einem Laserkollimator neu kollimiert (obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Kollimation auch wirklich passt - sie ist nur korrekt, falls es OK ist, den Kollimator leicht festzuklemmen.)
Auch den 8x50mm Sucher konnte ich endlich exakt justieren.


Fürs erste hätte ich nun noch ein weiteres Budget von maximal 500€ reserviert, um zusätzliches Equipment zu kaufen.

Dabei können durchaus auch ein oder zwei teurere Okulare dabei sein, die zukunftstauglich sind.

Ich habe mir also folgendes gedacht und wäre sehr für Ratschläge dankbar:

-ein Telrad-Sucher (welche wären hier denn empfehlenswert?)
-möglicherweise das 5-8mm Speers Waler Zoom oder ein anderes 4-8mm Okular zur hohen Vergrößerung.

ODER

ich spare auf digitale Teilkreise zur einfacheren Beobachtung. Eventuell weiß jemand, wo ich einigermaßen günstige herbekomme.


Zusätzlich wäre sicher noch ein OIII Filter interessant, oder ist das vorerst nicht so wichtig? Welche könnte man hier empfehlen?

Falls ich noch etwas wichtiges/nützliches vergessen habe, sagt es mir bitte! ;)

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Mit besten Grüßen,
Martin
 
Hallo Martin,

die 20 € Barlow taugt eventuell, wenn Du Dich mit der "Barlowed-Laser-Justierung" anfreunden willst, ansonsten lass sie weg.

Wie sieht es auf Deinem Balkon aus? I.d.R. findet man abseits der Bebauung wesentlich dunklere Plätze, auch besseres Seeing und ein dunkler Himmel ist, egal mit welchem Teleskop, ein unschätzbarer Vorteil.

Das 5-8mm Speers-Zoom ist m.E. die preisWERTESTE Option, sich am Dobson weitwinklig an höheren Deepskyvergrößerungen und oft nutzbaren Planetenvergrößerungen für 10" F/5 zu versuchen. In der Originalversion reicht es nicht ganz für die V.-Max unter besten Bedingungen, aber das kann man umbauen auf 3,5 - 7 mm, wenn es so weit ist dass man das auch wirklich will.

Telrad oder Rigel-Quuickfinder, das ist Geschmackssache, auch ein einfacher Red-Dot-Peiler kann in Zusammenarbeit mit einem optischen 8x50 Sucher (sinnvoll für entspannte Nutzung ist Winkeleinblick) und gutem Kartenmaterial (Karkoschka ist okay) schon locker ausreichen um vom Suchenden um Findenden zu werden.
Wichtig ist wirklich, dass Du Dich mit der Orientierung am Himmel befasst, digitale Teilkreise können da merklich helfen, eventuell sogar sicher zu Ziel führen, ersetzen können sie das gute Gefühl sich auszukenen und SELBST zu FINDEN, aber m.E. nicht.

Ein guter Filter (O III) erschließt schließlich eine ganze Objektklasse neu, wenn man von einigen wenigen hellen GN und PN absieht, die auch ohne solche Filter sehr gut sichtbar sind. Wenn das gefällt werden ein UHC und eventuell sogar ein Hß folgen.

Das Seben Zoom besetzt günstig die Spanne zwischen dem 30 mm Aufsuch- und Großfeldokular und dem Speers für die Hochvergrößerung.

Das vorhandene 25 mm Plössl kann durchaus bessere Abbildungseigenschaften haben, auch größeres Feld bieten als das Zoom bei 24 mm. Teste das einfach Mal aus.
Das 9 mm Plössel könnte da gegenüber dem Zoom schon wieder Nachteile haben (testen) und hält dem Vergleich mit dem Speers auf 8 mm wahrscheinlich in keiner Disziplin stand.
Gut für Dich, solche Vergleiche zu haben, denn daran kannst Du sehen, ob Dir im mittleren Bereich nicht doch das eine oder andere weitwinklige Festbrennweitenokular langfristig fehlt. Da könnte dann z.B. ein 13,4 mm Speers oder ein 22er LVW oder ein Nagler irgendwo dazwischen ordentlich was reißen, aber das kannst Du dann schon ganz gut selbst einschätzen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hi Martin

In Verbindung mit einem Telrad oder dem Rigel-Quickfinder kann ich zur Orientierung den Deep Sky Reiseatlas empfehlen.
Die Leuchtkreise sind in den Karten eingetragen und das erleichtert das auffinden der Objekte ungemein.
Hat mir beim Einstieg letzten Winter sehr geholfen.

Ein Filter kann dich schon weiter bringen. Nachdem ich beispielsweise relativ erfolglos nach dem Cirrusnebel "gestochert" habe (Landhimmel, aber Stadtnähe) war er mit dem Baader OIII wie eingeschaltet.Ich hätte nie gedacht daß ein Filter ein Objekt dermaßen hervorheben kann. Nach ein wenig rumprobieren,auch mit einem UHC,konnte ich z.B. auch am Hantelnebel oder bei M57 deutliche Kontrastgewinne erreichen.
Ein OIII und ein UHC würden sicherlich helfen Objekte neu,oder besser zu sehen.

Ein vernünftiges Okular kann natürlich auch den Spaß steigern. Mein Plan war mir ein "gutes" Okukar pro Jahr anzuschaffen und so war Nr.1 vor kurzem das LVW 22mm und das Teil macht mir total Spaß. Zwar kein Speers oder Nagler-Feld aber ein sehr klares und randscharfes Bild. Ich hab zwar f/6 sollte aber auch an f/5 gut funktionieren.

Gruß Frank
 
Hallo Martin,

Zitat von MartinO:
Die damaligen Hauptprobleme waren sicherlich mangelnde Orientierung am Nachthimmel, schlechtes Kartenmaterial, knappe Zeit und vermutlich zu hohe Erwartungen.

Genau da liegt für viele Newcomer bzw., Leute die nicht jede freie Minute Gelegenheit haben zu Spechteln das Problem (war bei mir nicht anders)!
Die wenige Zeit welche mir zur Verfügung stand, wollte ich nicht mit ergebnislosen Suchen von Objekten verbringen, wobei ich nie genau wußte, liegts an einer nicht gut genug kollimierten Optik, an der Optik selbst, am schlechten Seeing oder einfach nur an meiner einenen Blödheit, wenn ich die gewünschten DeepSky-Objekte nicht and und halb erfroren und frustriert wieder nach Hause fuhr.

Deshalb habe ich mir damals Digitale Teilkreisegekauft (das Set war damals mit 600,-€ natürlich teuer) aber ich erinnere mich noch gut als ich die Dinger das erste Mal ausprobierte! Das war wirklich eine Offenbarung :super:

Das Equipment ist innerhalb von 2 Minuten montiert und ausgerichtet.
Dann kannst dir in den eingebauten Katalogen (beim NGC-max und GAT-M3 ca. 12000 Objekte) ein Objekt aussuchen und per Hand anfahren (absolut lautlos), ist alles innerhalb von 15 Sek. gemacht.
Du kannst auch zwischendurch dein Teleskop ohne diese Hilfe auf ein dir bekanntes Objekt richten, der kleine Computer rechnet die Strecken zum Katalogobjekt automatisch mit und muß nicht neu justiert werden!

Ich habe beide Geräte, also NGC-max (von JMI ) als auch den in etwa baugleichen GAT-M3 (von Firma Grab Astrotech www.teleskope.de)
in Gebrauch und bin sehr zufrieden damit :)


Zitat von MartinO:
-ein Telrad-Sucher (welche wären hier denn empfehlenswert?)

Kenne eigentlich nur einen TELRAD ;)

Aber in Verbindung mit Digitalen Teilkreisen würde ich einen kleinen leichten (billigen) Leuchtpunktsucher nehmen. Der reicht völlig aus, da du ihn dann ja nur noch am Beginn einer Beobachtungsnacht zum Eichen an 2 hellen Referenzsternen brauchst..

Zitat von MartinO:
ODER

ich spare auf digitale Teilkreise zur einfacheren Beobachtung. Eventuell weiß jemand, wo ich einigermaßen günstige herbekomme.


Ein weiser Entschluss...siehe mein obiges Geschreibsel!

Wenn Du noch Fragen dazu hast, einfache PM genügt.
 
Vielen lieben Dank für Eure sinnvollen und sehr hilfreichen Ratschläge!

Ich muss mich für meine ziemlich verspätete Antwort entschuldigen - einerseits wollte ich zunächst abwarten, bis sämtliches Equipment eingetroffen ist (und ich es ausprobieren konnte), andererseits hatte ich bis zum letzten Wochenende leider generell recht wenig Zeit.

Jedenfalls habe ich nun endlich meine erste Beobachtungsnacht mit neuem Kartenmaterial + Infrarotlampe, neuen Okularen, justiertem Spiegel und wieder entfachter Begeisterung hinter mir :)

Der Beobachtungsstandort lag in unserem Ferienhaus im nördlichen Burgendland, ca. 50 km südlich von Wien. Das Haus steht relativ zentral im Dorf (3000 Einwohner) bei gerade noch erträglicher Lichtverschmutzung. Vom Balkon aus lässt sich der Himmel von Nordosten bis Südwesten gut betrachten.

Bei ziemlich schlechten Bedingungen (immer wieder durchziehende Wolkenfelder, unruhige Luft, vom bald aufgehenden Halbmond aufgehellter Himmel) und einer Grenzhelligkeit von vielleicht knapp über 4.5 mag ist es mir zumindest gelungen, zum ersten Mal den Hantelnebel und die Dreiecksgalaxie zu betrachten. Der Hantelnebel war dabei trotz aller Hindernisse und ohne OIII-Filter recht reizvoll (die Hantelform ließ sich annähernd erahnen), die Dreiecksgalaxie hingegen war maximal als etwas hellerer Fleck ohne jegliche Details gegenüber dem Hintergrund auszumachen.


Ein Problem ist allerdings aufgetreten: das 30mm 2" Okular scheint etwas zu groß für den 2" Okularauszug! Es ließ sich am Anfang gar nicht, dann nur mit erheblicher Mühe in den Auszug schieben und noch viel schwerer entfernen. Von Aufsuchokular konnte dann allerdings nicht mehr die Rede sein, da durch den "Kampf" mit dem Auszug der Dobson jedes Mal um mehrere Grad verschoben wurde.

Ist das ein bekanntes Problem? Bzw. gibt es dafür eine einfache Lösung? Ich bin mechanisch eher unbewandert und möchte nicht ohne Anleitung mit irgendwelchen Schmierfetten am Auszug herumhantieren ;)

Ansonsten war ich von der Leistung des Seben Zoom und auch von der Abbildung des Übersichtsokulars recht positiv überrascht.

Mein Plan ist nun erstmal, den Himmel ohne die doch recht teuren digitalen Teilkreise besser kennenzulernen (trotzdem vielen Dank an oldman für den ausführlichen Bericht!). Bei Bedarf rüste ich einen Telrad nach, zur Zeit versuche ich aber, mit Karkoschka + Sucher und Starhopping auszukommen.

Ich habe jetzt noch einen Baader OIII-Filter und ein 4mm Planetary HR für die Hochvergrößerung bestellt.

Mein Plan ist nun, bis Weihnachten mit diesem Equipment auszukommen und dann wahrscheinlich ein 13.4mm Speers und/oder ein 22 mm LVW nachzurüsten. Das 5-8mm Speers werde ich mir aus preislichen Gründen wohl erst danach zulegen.


Falls jemand noch etwas ergänzen möchte oder einen Fehler in meinen Plänen sieht, sind natürlich weitere Replies sehr erwünscht! ;)

Danke nochmal und CS,
Martin















 
Hallo Martin,

die Einsteckprobleme sind eher selten, kommen aber vor, wenn man gerade zwei Teile an der Obergrenze der Fertgungstolleranzen erwischt. Z.B. OAZ eng und 2" Steckhülse des Okulars groß.
Ich hatte Mal Probleme mit einem 38er WA dessen Steckhülse sehr groß war. Das ist eigentlich ein Reklamationsgrund, aber ich habe nur den Händler informiert und ein befreundeter Dreher hat die Hülse etwas "abgedreht". Das war die schnellere Variante.
Ich stehe eigentlich auf sehr passgenaue Teile, Gewackel oder Klemmprobleme im OAZ mag ich gar nicht, kommt aber bei günstigen Produkten schon Mal vor.

Dein Plan sieht recht gut aus, allein beim 4er Planetary bist Du m.E. etwas mutig. Ein 6er ist wesentlich häufiger einsetzbar (seeing und objektbedingt) und bringt dementsprechend deutlich mehr Beobachtungsspass. Vergrößerung und AP reichen locker aus für detailreiche Beobachtungen und das Bild ist knackiger als die sehr oft wesentlich deutlicher vom Seeing verwischten Anblicke bei noch höheren Vergrößerungen. Das gilt um somehr, wenn man bedenkt, dass Du vom Balkon aus beobachtest, denn dort kommt lokales Seeing hinzu.
Wenn es noch geht, bestell um.

Gruß und CS
*entfernt*

 
Zitat von *entfernt*GMS:
Hallo Martin,

die Einsteckprobleme sind eher selten, kommen aber vor, wenn man gerade zwei Teile an der Obergrenze der Fertgungstolleranzen erwischt. Z.B. OAZ eng und 2" Steckhülse des Okulars groß.
Ich hatte Mal Probleme mit einem 38er WA dessen Steckhülse sehr groß war. Das ist eigentlich ein Reklamationsgrund, aber ich habe nur den Händler informiert und ein befreundeter Dreher hat die Hülse etwas "abgedreht". Das war die schnellere Variante.
Ich stehe eigentlich auf sehr passgenaue Teile, Gewackel oder Klemmprobleme im OAZ mag ich gar nicht, kommt aber bei günstigen Produkten schon Mal vor.

Dein Plan sieht recht gut aus, allein beim 4er Planetary bist Du m.E. etwas mutig. Ein 6er ist wesentlich häufiger einsetzbar (seeing und objektbedingt) und bringt dementsprechend deutlich mehr Beobachtungsspass. Vergrößerung und AP reichen locker aus für detailreiche Beobachtungen und das Bild ist knackiger als die sehr oft wesentlich deutlicher vom Seeing verwischten Anblicke bei noch höheren Vergrößerungen. Das gilt um somehr, wenn man bedenkt, dass Du vom Balkon aus beobachtest, denn dort kommt lokales Seeing hinzu.
Wenn es noch geht, bestell um.

Gruß und CS
Günther

Vielen Dank Günther für die schnelle Antwort!

Hmm, das mit dem 4mm HR ist natürlich eine wichtige Info. Ich habe es hauptsächlich deswegen bestellt, weil ich mir später sowieso das 5-8mm Speers zulegen wollte und das HR dadurch nicht redundant würde.

Andererseits könnte ich durch eine Umbestellung auf das 6mm die Zeit bis ich mir das Speers leiste (was eventuell erst ab April nächsten Jahres sein wird) besser überbrücken.

Hmm... 5mm wären andererseits ja die "förderliche" Vergrößerung für mein Gerät; auch der Unterschied zur 8mm Brennweite vom Seben Zoom wäre größer.

Also meinst Du, dass das 6mm HR klar besser wäre, kommmt auch das 5mm in Frage oder sollte ich eventuell doch überlegen, bis ca. Apri mit dem 4mm zurechtzukommen (bei guten Bedingungen)?
Theoretisch könnte ich das HR auch weglassen und gleich das 22mm LVW nehmen (insbesondere da ich wegen dem Problem mit dem 2" Okular den OIII-Filter "nur" in 1.25" bestellt habe...)

Ansonsten würde der Händler heute gleich ne Mail kriegen... das 4mm ist sowieso (noch) nicht da und versandfertig...

Lg und CS, Martin
 
Hallo Martin,

wegen der Hülse informier einfach deinen Händler, der soll dir eine andere zuschicken. Die kannst du dann ohne probleme austauschen. Hatte das problem auch mal und bekam anstandslos gratis eine Hülse die passte zugeschickt.

Wenn du das HR4 weglässt und dafür das LVW22 nimmst wärs wohl besser. Hochvergrößerungen braucht man eh so selten, genussspechteln mit Weitwinkel tutman dagegen viel öfter ;)

Viele Grüße

Daniel
 
Hallo Martin,

im Interesse der häufigeren Nutzbarkeit ist das 6 mm die beste Variante. Das sehe ich sehr häufig an meinem 3,5-7 mm Speers-Zoom (das kann man so umbauen!).
Es ist schön, auch mal richtig hoch vergrößern zu können, auch wenn man eventuell am Planeten nur "aufbläst", ohne noch weiteren Detailgewinn zu haben. Auch für winzige PN oder Doppelsterntrennung sind solche "Übervergrößerungen" durchaus mal gut anwendbar.
Das ist aber eben sehr stark seeingabhängig und so bei 6 mm Okularbrennweite ist am 8" F/6 oder 10" F/5 einfach sehr häufig die Grenze erreicht. Dann ist es frustrierend, wenn bei 8 mm, in Deinem Fall etwa 156fach, ein gutes Bild mehr verspricht und das 5 mm für 250fach am Seeing gnadenlos scheitert. 210fach mit 6 mm wären eventuell gut machbar gewesen, aber Du wirst es nie erfahren.
Derzeit ist Jupiter dran und der "verträgt" wegen der pastelligen Farbverläufe in der Regel ohnehin etwas weniger Vergrößerung als z.B. Saturn oder der Mond unter ähnlichen Bedingungen.

Der Hang zu möglichst hohen Vergrößerungen ist sehr verständlich, aber meistens nicht zielführend. Dafür kann man m.E. sorgen, wenn man ansonsten gut ausgestattet ist.
Einen Reflektor mit ordentlich Öffung und Brennweite muss man nicht gnadenlos überziehen, um eine ansehnliche Planetengröße zu erzielen. In Deinem Fall reicht da zunächst ein häufig nutzbares 6 mm Okular völlig aus.

Gruß und CS
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Martin,

dass Du mit dem üblichen Sucher die Hantel und M33 gefunden hast zeigt doch recht gut, dass das für Dich ein gangbarer Weg ist.

Ich hätte 3 Vorschläge:
- lass das 22LVW erstmal weg. Erstens hast Du eh ein 25mm, zweitens ist 4mm AP so ne Zwischengröße, die man meiner Erfahrung nach nicht so oft nutzt, ist doch recht nahe an 30mm.
- lass den Telrad weg wenns mit dem Sucher funktioniert
- nimm mit dem gesparten Geld stattdessen was um 13mm - seies Speers oder LVW - und versuche das Speers Zoom gebraucht zu kriegen.

Damit hast Du fast alles was man braucht.

CS

Klaus
 
Hall Martin,

ich noch Mal und zwar dringend!

Mir ist durch die Lappen gegangen, dass Du den O III nur in 1 1/4" bestellt hast. Das ist am falschen Ende gespart.
Wenn das 2" Okular eine pasende Steckhülse hat und die sollte es kriegen, dann ist diese Kombination nicht nur wegen der Weitwinkligkeit an einigen großen Objekten unverzichtbar, sondern auch wegen der großen AP an Objekten die in kleinere Geischtsfelder passen.

Der Filter in 2" lässt sich an 1 1/4" Okularen dann in der OAZ-Reduzierung einschrauben. Aufpassen, manche Steckhülsen sind recht lang, manche Reduzierungen recht kurz. Trifft Beides zusammen kann es bei unvorsichtigem Umgang hässlich und teuer klirren.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Abermals Danke für Eure Anregungen! :)

Habe das Okular jetzt auf 6mm umbestellt (ging sehr unproblematisch beim Händler) und werde dies wohl auch für den 2"-Filter machen. Als nächstes kommt dann zu Weihnachten wohl ein 13.4mm Speers dazu, eventuell auch gleich das Speers Zoom, wenn ich es z.B. günstig gebraucht finde.

Günther, kannst du mir vielleicht kurz erklären, wie das mit dem 2" Filter auf 1.25" Okulare funktioniert? Ich nehme an, ich brauche dafür extra einen Adapter, richtig?
Vielen Dank für die Hilfe ;)

Lg und CS,
Martin
 
Hallo Martin,

ich habe mir vor ein paar Wochen auch ein 10" Dobson gekauft.
Ich hatte vorher ein kleines Goto-Teleskop, habe aber damit
den Himmel auch nicht richtig kennengelernt. Ich hatte mir sogar den Skyscout geholt, weil ich den Aufstieg auf den
Dobson schon geplant hatte und Angst hatte nichts zu finden.

Ich habe mir zu dem 10-Zöller ein Telrad Sucher mit
entsprechendem Atlas bestellt und was soll ich sagen, ich bin
restlos begeistert!


Ich finde damit extrem schnell (mittlerweile deutlich
schneller als mein altes Goto-Teleskop) die Standard-Objekte
wie M13, M57, usw. Es ist einfach toll. Ich kann den Telrad
nur empfehlen. So langsam kommt auch die Orientierung am
Himmel und jeden Abend an dem ich draussen bin, erkenne ich
mehr.

Ergebniss: Goto-Teleskop und Skyscout sind in der Buch
gelandet.

Ich habe dann noch für mein iPhone Astrokarten gefunden, in
denen man sich die Telradkreise anzeigen lassen kann. Damit
bin ich nochmals ein großes Stück weiter gekommen.


Viel Spaß und CS,
Thorsten
 
hi martin,

hab auch einen 10'' dobson. und freue mich jedentag über mein speers waler zoom 5-8mm. gibts auf dem gebrauchtmarkt für ca 200euro. lohnt sich echt, weil man damit ca. 3 sinnvolle festbrennweiten ersetzt und selbst bei f:5 damit ein ranscharfes bild bei 80 grad sGf hat.

das 22m würde ich auch nicht nehmen. man nur braucht in den kurzen brennweiten ein paar okulare (5-10mm oder halt das sw zoom) dann noch eins für mittlere vergösserungen (ca 14-17mm) für galaxiengruppen und ein okular so um die 30-32mm. höhere brennweiten bringen zuviel auestrittspupille und bei deinem 4.5mag himmel saufen dir die lichschwachen objekte ab. ich benutze das bw us 30mm mit 80grad sGF, das verzeichnet am rand aber stark. besser was die randverzeichnung angeht aber kleiner im sGF ist das tswa 32mm. vom echten gesichtfeld sind beide in etwa gleich.
egal welche brennweite am dobson finde ich ein grosses gesichtsfeld wichtig, ganz besonders aber in den kurzen brennweiten, sonst bist du nur am nachschubsen und kannst nicht entspannt beobachten weil das objekt (planet) schon wieder aus dem okular draussen ist. deshalb hab ich mir nach meiner letzten beobachtungsnacht mit plössls, goldkanten und einem planetary okulare genervt gedacht: kein bock mehr, ich hol mir jetzt das speers waler zoom 5-8, dann hab ich meine ruhe.
okulare <4mm bringens bei unseren nächten auch nicht. ich hab ein 4mm planetary, das kaum wegen dem ständig miesen seeing zum einsatz. 6-8mm gehen fast immer. ausserdem sind die 60 grad gesichtsfeld bei den planetaries mit hohen brennweiten für dobsons eigentlich zu klein.

ich finde das seben zoom(gibts ja auch von anderen herstellern) 8-24 ganz okay was schärfe und einblick und vor allem den günstigen preis (40euro oder so) angeht ganz gut, aber mich nervt das kleine gesichtsfeld bei hohen brennweiten (tunnelblick), deshalb würde ichs lassen.

also mein tipp:
- sw zoom 5-8
- irgendwas um die 15mm mit möglichst grossen sGF (auch hier gibts was von antares mit 80grad)
--> EDIT: ich lese gerade dass du das 13,4mm speers im auge hast. genau das meine ich. hat ein spechtelkumpel vom mir. kaufen !!!

- und ein übersichtsokular im bereich 30-35mm: tswa32, bedingt bw uw30, ist doch eher was für langsamere öffnungsverhältnisse

mehr braucht man eigentlich nicht. man brauhct nicht mehr als 4-5 okulare !ausser man hat im lotto gewonnen, dann würde ich die okulare mit der grünen schrift mal ausprobieren.

christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Vielen Dank nochmal für Eure Tips bezüglich der Okularwahl, dem Filter, der Steckhülse und diversen Aufsuchhilfen - ich werde sie berücksichtigen ;)

Letztes Wochenende konnte ich bei ziemlich guten Wetterverhältnissen, aber nur einer Grenzhelligkeit von mag 5 (im Zenit) eine tolle Beobachtungssession hinlegen.

Am Programm waren etwa (neben alten Standardobjekten) die kleine Hantel, der planetarische Nebel "blauer Schneeball", einige neue offene Sternhaufen, der Kugelsternhaufen M15, der Krabbennebel M1, noch ein schöner Kugelsternhaufen usw.

Zu meinem Leidwesen ist der 2" OIII-Filter erst diese Woche angekommen; mit etwas Glück ergibt sich aber bald die Möglichkeit, ihn auszutesten.



Nun gibt es aber scheinbar ein Problem mit meinem Okularauszug. Zunächst ist mir aufgefallen, dass meine OAZ-Reduzierung kein Filtergewinde besitzt, weshalb ich gleich eine neue von Teleskop-Service bestellt habe. Soweit so gut.

Der Händler vom 2" 30mm Okular war nun so freundlich, mir eine neue Steckhülse zu schicken. Leider lag das Problem aber nicht daran - es scheint so, als wäre mein 2" Okularauszug einfach eine Spur zu eng (vielleicht 0.5mm oder sogar weniger). Während das 30mm Okular nur unter erheblicher Mühe in den OAZ zu bekommen bzw. daraus zu entfernen ist, scheint es bei der neuen Reduzierung etwas besser zu klappen - dennoch scheint die Öffnung meines Auszugs auch hier zu eng.

Da ich mir keinen komplett neuen Auszug anschaffen will, dachte ich, ich poste 3 Pics vom (ich nenne es mal so) "Eingangsstück zum Tubus" (vom OAZ). Mittels Gewinde (Pic 1), wird das Teil am Tubuseingang festgemacht, die zu enge 2"-Öffnung ist auf der anderen Seite (Pic 2 und 3).

Da ich nichts passendes in diversen Online-Shops gefunden habe, wollte ich Euch einfach mal fragen, ob man auch so etwas nachbestellen kann? Wie nennt man so ein Verbindungsstück?

Würde mich sehr freuen wenn mir jemand helfen könnte - vielen Dank im Voraus!

Lg und CS,
Martin
 

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