AstroM
Aktives Mitglied
Hallo,
die letzten Tage beschäftigte mich ein Ring-Artefakt - nach langer Suche habe ich nun eine Lösung gefunden, die ich gerne kurz teilen möchte, falls jemand in der selben Sackgasse hängt.
Vorab:
Teleskop: SW 130PDS
KK: Baader MPCC Mark III
Kamera: sc571cc
Montierung: Wave100i (guided)
Am ersten Tag habe ich den NGC6960 in RGB aufgenommen - nur mit UV/IR Cut. Ich habe alles mit DSS gestackt und es hat wie gewohnt gut funktioniert. Flats waren Skyflats. Es kam ein (relativ
) fehlerfreies Bild herraus.
Am nächsten Tag schraubte ich statt dem UV/IR Cut einen Schmalbandfilter auf und belichtete 120s. Als ich die Lights (also mit Schmalbanddaten), Flats (neu gemacht mit Filter), Darks und Biases in den DeepSkyStacker geworfen habe, war dies das Ergebnis (hier als Histogram Stretch):
Ich war wirklich erstaunt. In der Mitte war ein großer Ring im Bild zu sehen. Im ersten Moment dachte ich aufgrund der Rundheit und des Regenborgenartigen Farbverlaufs sofort an eine Reflexion.
Also habe ich erstmal die Lights, Darks, Bias und Flats einzeln geprüft aber nirgends war ein Ring zu sehen. Dann habe ich viele Kombinationen einzeln gestackt (nur Lights mit Darks etc). Wenn ich nur Lights, Darks und Bias zusammen gestackt habe, war der Ring einfach nicht zu sehen.
Aber sobald ich die Flats mit reingenommen habe tauchte der Ring auf. Meine Vermutung war nun, dass ich an diesem zweiten Tag etwas an den Flats falsch gemacht hatte - also habe ich mir die Flats vom Vortag (RGB Aufnahmen mit IR Cut) genommen und diese mit den Daten von Tag 2 kombiniert und wieder war der Ring da. Also sobald ich irgendwelche Flats (wirklich egal welche) mit den Schmalbanddaten von Tag 2 kombinierte tauchte der Ring auf. Danach folgte eine lange Testreihe mit verschiedenen Flats - unter dem Himmel, mit LED Panel, mit Filter, ohne Filter, ohne Korrektor, verschiedene Fokusstufen, unterschiedliche Belichtungszeiten, andere M48 Spacer usw. Es blieb dabei - mit Flats war immer ein Ring im Bild.
Zwischendurch habe ich immer wieder frustriert gegoogelt und bin irgendwann auf diesen Thread gestoßen:
Hier wird beschrieben, dass ein Ring-Artefakt verschwand, nachdem die Software gewechselt wurde - also habe ich alle Daten in SIRIL gestackt. Und im ersten Moment dachte ich der Ring ist verschwunden, aber er war nun einfach kleiner in die Mitte zu sehen (schwerer zu erkennen):
Die Lösung brachte dieser Thread:
Hier wurde beschrieben, dass die Verarbeitungssoftware auf 32Bit umgestellt werden muss. In SIRIL befindet sich diese Option unter Preferences -> FITS Options (oder in den Sirilic-Optionen).
Nach dem Ändern der Einstellung war der Ring-Gradient einfach verschwunden:
(Die anderen Unebenheiten im Bild bitte nicht beachten, hier war die Mütze hinten nicht auf dem Spiegelende und daher ist etwas Streulicht dabei. Auch sind hier zum Test nur wenige Frames gestackt.)
Ich hoffe dieser Beitrag spart mal jemandem in Zukunft die zeitintensive Suche.
Oder vielleicht weiß gar jemand, warum das Artefakt nur beim Verarbeiten von Schmalbanddaten in DSS auftaucht oder komplett verschwindet, wenn man in Siril auf 32 Bit umstellt. Das würde mich trotz Lösung tatsächlich interessieren.
Beste Grüße,
AstroM
die letzten Tage beschäftigte mich ein Ring-Artefakt - nach langer Suche habe ich nun eine Lösung gefunden, die ich gerne kurz teilen möchte, falls jemand in der selben Sackgasse hängt.
Vorab:
Teleskop: SW 130PDS
KK: Baader MPCC Mark III
Kamera: sc571cc
Montierung: Wave100i (guided)
Am ersten Tag habe ich den NGC6960 in RGB aufgenommen - nur mit UV/IR Cut. Ich habe alles mit DSS gestackt und es hat wie gewohnt gut funktioniert. Flats waren Skyflats. Es kam ein (relativ
Am nächsten Tag schraubte ich statt dem UV/IR Cut einen Schmalbandfilter auf und belichtete 120s. Als ich die Lights (also mit Schmalbanddaten), Flats (neu gemacht mit Filter), Darks und Biases in den DeepSkyStacker geworfen habe, war dies das Ergebnis (hier als Histogram Stretch):
Ich war wirklich erstaunt. In der Mitte war ein großer Ring im Bild zu sehen. Im ersten Moment dachte ich aufgrund der Rundheit und des Regenborgenartigen Farbverlaufs sofort an eine Reflexion.
Also habe ich erstmal die Lights, Darks, Bias und Flats einzeln geprüft aber nirgends war ein Ring zu sehen. Dann habe ich viele Kombinationen einzeln gestackt (nur Lights mit Darks etc). Wenn ich nur Lights, Darks und Bias zusammen gestackt habe, war der Ring einfach nicht zu sehen.
Aber sobald ich die Flats mit reingenommen habe tauchte der Ring auf. Meine Vermutung war nun, dass ich an diesem zweiten Tag etwas an den Flats falsch gemacht hatte - also habe ich mir die Flats vom Vortag (RGB Aufnahmen mit IR Cut) genommen und diese mit den Daten von Tag 2 kombiniert und wieder war der Ring da. Also sobald ich irgendwelche Flats (wirklich egal welche) mit den Schmalbanddaten von Tag 2 kombinierte tauchte der Ring auf. Danach folgte eine lange Testreihe mit verschiedenen Flats - unter dem Himmel, mit LED Panel, mit Filter, ohne Filter, ohne Korrektor, verschiedene Fokusstufen, unterschiedliche Belichtungszeiten, andere M48 Spacer usw. Es blieb dabei - mit Flats war immer ein Ring im Bild.
Zwischendurch habe ich immer wieder frustriert gegoogelt und bin irgendwann auf diesen Thread gestoßen:
Hier wird beschrieben, dass ein Ring-Artefakt verschwand, nachdem die Software gewechselt wurde - also habe ich alle Daten in SIRIL gestackt. Und im ersten Moment dachte ich der Ring ist verschwunden, aber er war nun einfach kleiner in die Mitte zu sehen (schwerer zu erkennen):
Die Lösung brachte dieser Thread:
Hier wurde beschrieben, dass die Verarbeitungssoftware auf 32Bit umgestellt werden muss. In SIRIL befindet sich diese Option unter Preferences -> FITS Options (oder in den Sirilic-Optionen).
Nach dem Ändern der Einstellung war der Ring-Gradient einfach verschwunden:
(Die anderen Unebenheiten im Bild bitte nicht beachten, hier war die Mütze hinten nicht auf dem Spiegelende und daher ist etwas Streulicht dabei. Auch sind hier zum Test nur wenige Frames gestackt.)
Ich hoffe dieser Beitrag spart mal jemandem in Zukunft die zeitintensive Suche.
Oder vielleicht weiß gar jemand, warum das Artefakt nur beim Verarbeiten von Schmalbanddaten in DSS auftaucht oder komplett verschwindet, wenn man in Siril auf 32 Bit umstellt. Das würde mich trotz Lösung tatsächlich interessieren.
Beste Grüße,
AstroM
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