Ring-, Hantel und Co.

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NewHorizons2

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Gähn, guten Morgen allen zusammen,

war ne lange Nacht gestern, bzw. heute. (22:30 - 02:30 Uhr)

Auf dem Plan meines 8" Galaxy Dobson f/6 Stand:

M27 (Hantelnebel) -> zum Test des 2" ICS OIII-Nebelfilter
M57 (Ringnebel) -> ...

Test des OIII/Okular: 20mm Reese Goldkante

Zuerst habe ich den Ringnebel (aufgrund seiner leichten Auffindbarkeit und meiner mangelnden Augenadaption) pur und ohne Filter aufgesucht. Er war durch indirektes Sehen deutlich erkennbar. Schöner, heller Ring, leicht oval, traumhaft.
Dann schraubte ich zum ersten Mal meinen am "Tag der offenen Tür bei ICS" gekauften 2" OIII Filter in den OAZ. Voller Erwartungen blickte ich ins Oku und...

Der Kontrast zwischen Nebel und Hintergrund steigerte sich um ein Vielfaches und die Sterne verfärbten sich in Grünblau. Die hellsten Sterne waren noch zu sehen. Gut, denn diese Sterne sind sehr wichtig um die Schärfe einzustellen. Dies rein am Nebel zu versuchen ist unmöglich.

>> Ich hatte das Gefühl, der OIII würde auch die feineren Teile der Nebel verschlingen, da die Ansicht der Nebel im Vergleich zu ohne Filter bedrückender war.
Die äußeren Randbereiche, die feinen Strukturen der Nebel im äußeren Bereich waren vor allem betroffen.

Gleiches gilt auch für den Hantelnebel. Auch er war mit seiner Hantelform schön zu sehen, jedoch wieder ohne Feinstrukturen. Blöderweise ist an meinem Beobachtungsort keine 100%tige Adaption der Augen möglich, sodass ich jetzt nicht über das Equipment schimpfen möchte.

Die weiteren Okulare, die an den Nebeln mit OIII zum Einsatz kamen waren,

30mm ICS Widefield (Nebel erschienen mir zu klein und schwach, bei dunklerem Himmel aber bestimmt ein sehr interessantes Bild),

13mm Baader Hyperion (noch höhere Vergrößerung würde meines Erachtens die Helligkeit zu sehr mindern),

5-8mm Speers Waler Zoom 2. Gen. (zu stark vergrößert - sinnlos)

Ich muss sagen, je höher die eingesetzte Vergrößerung, desto dunkler wird das Bild. Deshalb gefielen mir die Nebel ehrlich gesagt in der Goldkante am besten bei rund 60-facher Vergrößerung.

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Jetzt kommt JUPITER -> in 20er Gold: Jupiter ist sehr hell und bereits mit 2 braunen Wolkenbändern und seinen 4 galileischen Monden sichtbar; obwohl er das bereits im 8x50 Sucher war. :biggrin:

-> 13er Hyp: vergrößert, mehr feine Details auf Oberfläche erahnbar (Wolkenstreifen, bzw. Wolkenstrukturen)

-> 5-8er SW Zoom 2. Gen: ich habe alle Brennweitenstufen ausprobiert und muss sagen, dass das riesige Gesichtsfeld von über 80° bombenfest bestehen bleibt (um überhaupt das gesamte GF zu überblicken, muss man sogar schräg ins Oku blicken. SUPER!
Die Schärfe lässt sich noch weiter verbessern, wenn man von weitem in das Okular blickt (ca. 2cm Abstand zur Linse).
Auch die Randschärfe lässt nichts zu wünschen übrig; am äußersten Rand, beim verschwinden Jupiters aus dem GF, wurde das Licht zwar in die Spektralfarben zerlegt, könnte aber auch mit Seeing oder Transmission zusammenhängen.
Dass Seeing war sehr gut, die Helligkeit Jupiters war es, welche die Optik sozusagen "beschlagen" ließ. Da wäre ein variabler Polfilter noch gut gewesen denke ich. Bei Brennweite 5mm ist vergrößerungsmäßig nur eine leichte Steigerung im Vergleich zu den höheren Brennweiten erkennbar, jedoch nimmt die störende Helligkeit des Planeten zu. Deshalb gefiel mir die Beobachtung bei um die 6-7mm am besten (=170-200x).

FAZIT: Der äußere Eindruck des SW Zooms hat nichts mit der optischen Leistung zu tun. Das ist auch gut so, denn sonst wäre ich geschockt gewesen :o

Ein weiteres Paradeobjekt für mein neues SW war der Herkuleshaufen M13.
>Der krönende Abschluss einer sehr interessanten Nacht.<
Zuerst mit dem 13er Hyp betrachtet: Knackig scharf und auch schon in einzelne Sterne getrennt. Jeder Stern ein stählerner Punkt, nix verschwommen oder unscharf. Superaffentittengeil!
Dann SW: Ab 6mm sooo wunderschön in Einzelsterne aufgelöst, als ob man durch ihn hindurchfliegen würde -> durch das riesige GF passt er auch noch mit seinen äußersten Sternen ins Bild, selbst bei 5mm!!! (Das sind 240x Vergrößerung - welches andere Okular schafft das bitte?) ...MEINS! :D
Dieser Kugelsternhaufen war einfach wunderbar anzusehen. :super:

Durch die ganze rumprobiererei blieb die Anzahl an besichtigen Himmelsobjekten leider etwas hinten nach, dafür fand ein umfangreicher Hardwaretest statt.

PS: Zukünftig werde ich mich mit meinem Camcorder am 13er Hyp versuchen und die (hoffentlich gelungenen Bilder) hier auf a.de posten.
Kann aber noch dauern bis die Adapterringe kommen...

Gruß & CS
Peter
 
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Hallo Peter,

schöner Bericht!

Deinen Test des O-III-Filters finde ich interessant.

Vielleicht ist der ICS-OIII doch schon etwas dicht und es fehlt einfach Licht.

Mir ist aber gerade bei M27 und M57 auch aufgefallen, dass das nicht die Top-Objekte für Nebelfilter sind.

Ich beobachte die immer mit nem UHC von astronomik, der ist schon deutlich offener als der OIII. Beim Ringnebel beobachte ich Ähnliches wie Du: im Vergleich zum Eindruck ohne Filter deutlich mehr Kontrast, mehr Details kommen aber nicht. Beim Hantelnebel siehts anders aus. Dort hilft der UHC z.B. im Bereich der Ohren - die treten deutlicher hervor.

Vielleicht mußt Du mehr Zeit nach dem Einsetzen des Filters investieren. Beim Zirrus z.B. merke ich oft, dass ich erst nach einiger Beobachtungszeit die volle Detailfülle wahrnehme.

CS

Klaus
 
Hallo Peter,

ein sehr schöner Bericht, vor allem Deine Begeisterung für M 13 kann ich gut nachvollziehen. Diesen Sternenhaufen habe ich gestern abend auch im 8"f6 mit 5mm Hyperion genossen. Schon mit 23mm Oku teilweise aufgelöst (ein einziges Funkeln von hunderten Sternen, kein blasser Fleck) trauten ich mich ihm mit dem 5mm zu Leibe zu rücken, ein unvergesslicher Anblick! Sogar vor dem dichten Zentrum waren Sternenketten zu sehen, einfach genial!
Überhaupt war hier gestern richtiges Sternenhaufenwetter, die Luft war sehr klar UND ruhig, gibt es hier leider nur selten.
Weiter viel Spaß mit dem Dobs

Viele Grüße Felix
 
Hallo,

habe großteils die selbe Ausrüstung wie du, und kann nur sagen, probiere den OIII Filter am Cirrusnebel aus, der Hammer. Das glaubst du erst wenn du es siehst ;)

M27 hab ich auch durch diesen Filter beobachtet, auch durch das 13mm Hyp; und es kamen teilweise die "Ohren" zum Vorschein.
Für weitere Details siehe meinen Bericht weiter unten...
 
Ich hab den Ringnebel gestern mit nem 9mm Okular (133fach) ohne Filter gesehen: Wunderschön!

Darf ich mich mit einer kleinen Zwischenfrage einschalten: Lohnt es sich, den Hantelnebel ohne Filter aufzusuchen? Was sieht man?

Gruß, Jonas
 
Hallo Jonas,

Ich habe mich am Samstag mit meinem 200/1200er Dobs auf die Suche nach dem Hantelnebel gemacht. Was soll ich sagen, es war mein erster Versuch und nach einigem Hin und Her habe ich ihn gefunden.
Ich muss dazu sagen, die Nacht war vom Seeing her nicht schlecht, aber ich wohne in Stadtnähe und die Grenzgröße lag bei ca. 4.6. Als ich ihn im 32er gefunden hatte kam erst mal das 15mm rein. War schon ein netter Anblick. Ich habe dann noch das 9mm und das 6mm probiert. Das 6mm brachte aber nichts mehr also ging ich zurück aufs 9mm.
Der Hintergrund war relativ hell und ich konnte mit indirektem Sehen die Hantelform erkennen aber das wars auch schon. Trotzdem ein faszinierender Anblick, denn im Gegensatz zu den super Aufnahmen ausm Netz habe ich ihn Live gesehen und das ist durch nichts zu ersetzen.

Ich stehe allerdings erst am Anfang, was das Erkennen von Details anbelangt, das will wohl gelernt sein und ich freue mich schon auf die nächste geeignete Nacht.

PS: Die Sc##iß Andromeda Galaxie hab ich noch immer nicht gefunden aber sie kann sich ja nicht ewig verstecken :)

Grüße
Holger
 
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Danke für deine Erfahrungen! Wenn das Wetter heute mitspielt (das tut es normalerweise nie), gehe ich wieder raus!

Gruß, Jonas
 
Hi allen zusammen,

jarp, den Cirrusnebel werde ich mir mit großer Freude unter die "Lupe" nehmen. Auch andere Nebelobjekte werde ich natürlich mit OIII probieren. Bin sehr gespannt auf die Ergebnisse.
Ich muss einfach nochmal sagen, wie wunderschön M13 war. Einfach klasse! Habe die Bilder immer noch im Kopf. Würde ja gerne zeichnen, aber ich glaube das ist nicht so mein Ding. Trotzdem werde ich´s nächstes Mal probieren.

>Wie macht ihr das eigentlich mit Büchern, etc. wenn es draußen, wie jetzt z.B. alles extrem feucht wird? Als ich mein Equipment frühen Morgens rein geschafft habe, lief sprichwörtlich das Wasser aus allem heraus...<

Gruß & CS
Peter
 
Moin Peter!

> Wie macht ihr das eigentlich mit Büchern, etc. wenn es draußen, wie jetzt z.B. alles extrem feucht wird?

ich weiß ja nicht, wieviele Bücher Du nachts mit rausschleppst... ;)
Man kann sich seinen Beobachtungstisch mit einer stabilen, durchsichtigen Folie abdecken. Einfacher ist es, die Bücher einfach nicht offen rumliegen zu laasen. Sternkarten besorgt man sich am besten als laminierte Variante, für selbstausgedruckte Aufsuchkarten reicht eine Dokumentenhülle.
Das einzige Buch, was seit über 10 Jahren bei mir ständig draußen in Benutzung ist und schon so einige Wellen geschlagen hat, ist der Karkoschka. Das hat dem Papier bisher auch nicht geschadet, und wenn's mal zuviele Wellen gab, dann wird das Buch zwei Tage gepreßt getrocknet. Geht alles.
 
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