Ritchey-Chrétien: 8" oder 10"

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KopyM

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Hi!

Ich überlege mir einen Ritchey-Chrétien anzuschaffen, rein nur für Fotografie. Nun schwanke ich zwischen 8" und 10".

Nämlich diese hier:
10" Ritchey-Chrétien
8" Ritchey-Chrétien

Sitzen soll es auf einer AZ-EQ6 GT Montierung.
(Montierung ist auf einer festen Säule montiert und nachgeführt soll mit einem MGEN durch einen Sucher mit 50mm Öffnung werden, fotografiert werden soll mit einer DSLR)

Ist zw. dem 8" und 10" viel Unterschied bei der Fotografie feststellbar, sprich Belichtungszeit, Helligkeit, etc.?
Ist ein 10" überhaupt sinnvoll auf einer AZ-EQ6 GT oder ist die Montierung fotografisch dabei schon überfordert?

Danke schon im Voraus für euer Feedback!

Beste Grüße,
Martin


 
Hallo!

Hat niemand Erfahrung mit diesen Systemen?

Im Netz konnte ich einem Bericht zu einer anderen Version des 8" RC's entnehmen, dass die Justierung dieser Systeme sehr aufwendig und schwierig sein soll. Auch soll der OAZ nicht das Gelbe vom Ei sein ...
Hat jemande ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht?

Laut Händlern/Herstellern sollen ja die Vorteile der RC's zum Vergleich anderer Systeme (wie Maks, SC's, MC's, ..., etc.) überwiegen.
Kann das jemand bestätigen?

Eure Erfahrungen könnten mir vielleicht helfen, ob sich eine Anschaffung lohnt und beim 10" Ritchey-Chrétien der weit höhere Preis (mehr als doppelt so hoch als der 8" RC) gerechtfertigt ist.

Danke für Eure Rückmeldungen!

Beste Grüße,
Martin
 
Ich habe damit keine Erfahrungen, aber ob 8" oder 10", das kannst nur du entscheiden. Weil es davon abhängig ist, welche Brennweite du benötigst bzw. für deinen Aufnahmesensor bei deinen durchschnittlichen Bedingungen vor Ort zweckmäßig wäre. Das müsste man ausrechnen, allerdings sage ich mal spontan bei einer DSLR, dass du bei über 1000 mmm Brennweite keine Vorteile erwarten kannst, ergo macht der 10" RC vermutlich nicht viel Sinn.

Darüber hinaus würde ich mich ggf nochmal einlesen in Sachen Belichtungszeit usw: Beide haben f/8, also wirst du bei gleicher Belichtungszeit auch die gleiche Bildhelligkeit erreichen; nur eben mit einem größeren Abbildungsmaßstab beim 10-Zöller.

Generell habe ich viel Positives gelesen über die GSO RCs, wenn man immer im Hinterkopf behält, dass sie relativ preiswert sind und man dementsprechend Abstriche machen muss. Bevor du da viel Geld reinbutterst, würde ich wenn überhaupt erstmal Tutorials schauen, was das Kollimieren angeht und sollte es zum Kauf kommen, dann vielleicht eher den 8" als Gebrauchtgerät.

Was möchtest du denn fotografieren? Solange es nicht um kleinere Galaxien und Planetarische Nebel geht, brauchst du eigentlich nicht so viel Brennweite. Der Großteil der anfängerfreundlichen Objekte benötigt selten mehr als 800 mm Brennweite beim APS-Sensor.
 
Hallo Roman!

Vielen Dank für Dein ausführliches Feedback.

Bezüglich Brennweite habe ich mir diesbezüglich nicht so viel Gedanken gemacht. Ich dachte eher an die größere Öffnung, um kürzere Belichtungszeiten und mehr Helligkeit zu haben.
Fotografieren möchte ich hauptsächlich Deep-Sky-Objekte, also Galaxien, planetarische Nebel, Sternhaufen, ..., etc.
Werde mal nach Tutorials suchen und mich damit mehr beschäftigen.

Danke!

Beste Grüße,
Martin

P.S. Falls sich noch jemand für ein solches Teleskop interessiert, ich habe noch einen zweiten, sehr interessanten Bericht zum 10" Ritchey-Chrétien gefunden, verfasst von Tommy Nawratil.
 
Moin Martin,

kurze Belichtungszeiten sind halt durch große Öffnungsverhältnisse möglich. Da du eine DSLR hast, sollte es dir aus der Fotografie ja bekannt sein:

https://de.wikipedia.org/wiki/Blendenzahl

blendest du z.B. von f/5,6 auf f/8 ab, benötigst du schon die doppelte Belichtungszeit (Stichwort Blendenreihe).

Ein RC mit f/8 benötigt daher eher lange Belichtungszeiten. Er hat aber seine Daseinsberechtigung, weil er ein großes, gut korrigiertes Feld bietet und bei großen Brennweiten ein Newton schon sehr lang ist. Für 1640 mm Brennweite müsste ein 8" Newton schon so 1,5m lang sein.

In der Theorie wirst du bei mittelmäßigen Seeing und dem APS-C Sensor keinen Unterschied sehen zwischen einem 200% Ausschnitt bei einem Foto bei 800mm Brennweite und einem unveränderten Bild bei 1600mm Brennweite, also 100%. Aber Theorie und Praxis sind manchmal unerwartet ungleich, daher bin ich vorsichtig mit Pauschalaussagen.


Wenn du erst einsteigst in geguidete Langzeitbelichtungen, würde ich generell von hohen Brennweiten abraten, aber zunächst soll in einem Forum ja die gestellte Frage beantwortet werden, anstatt dem Fragesteller etwas anderes aufzuzwingen. Mein Tipp wäre etwas im Bereich f/5 bis f/6, also ein kleiner Apo oder Newton oder aber auch der 8" RC mit Reducer, um auch diesen nicht zu ignorieren, wären passend.
 
Hallo Martin,
ich selbst habe noch kein RC System zum photographieren benutzt, aber ich habe einen 10" f/4,5 Newton auf EQ-6 eingesetzt, der ist natürlich noch etwas länger als der 10" RC aber genauso schwer. Mein Setup ist sehr Windanfällig. Die Längere Brennweite beim RC vergrößert auch die Anfälligkeit für Wind, deswegen halte ich den 8" RC für weniger problematisch.

Ein RC ist schon ein spezielleres Instrument für speziellere Erfordernisse daher:
Wenn du Einsteiger bist, würde ich dir eher zu einem 8" f/4 Newton raten.

Was hast du denn bereits an Equipment zum Photographieren?

mfg
Rainer
 
Hallo Martin,

also ich habe selbst einen GSO RC 8", ein Freund von mir einen 10". Welchen ich auch schon benutzt habe.
Zu Belichtunszeiten etc., wurde ja schon einiges geschrieben. in erster Linie solltes Du überlegen welchen Brennweitenbereich du abdecken möchtest.
Vom Handling beider Geräte sind das schon enorme Unterschiede, da ist der 8er richtig süß gegen.
Die Justage hat mich zuerst auch graue Haare gekostet, aber wenn man es einmal verstanden hat ist es auch nicht schwerer als bei einem Newton und er ist sehr justierstabil.
Du solltest auf alle Fälle einen Reducer einplanen. um die Belichtungszeiten kürzer zu halten und in der Brennweite flexibler zu sein. Ich fotografiere mit CCD und verwende eine CCDT67 von Astrophysics. Der funktioniert bei meiner Atik460 noch sehr gut. Ob das Feld für deine DSLR noch reicht weiß ich nicht. (Du schreibst nicht was für eine DSLR)

Was ich aber auf alle Fälle machen würde ist zur Carbon Variante zu greifen. In normalen Nächten mit nicht überdurchschnittlichen Temperaturstürzen reduziert es das Nachfokussieren doch deutlich bis zu vollständig.

Also eigentlich habe ich die letzten Male überhaupt nicht nachfokussiert. :smiley61:

Das ist mein letztes Bild mit dem Gerät gewesen.
Link zur Grafik: http://www.astronomicum.de/bildergalerie/image?view=image&format=raw&type=orig&id=14076

Hmm, weiss nicht warum das Bild nicht angezeigt wird. einfach link anklicken:
vdB 131,132 mit GSO 8" RC und CCDT67 Reducer

Ich hofffe ich konnte ein wenig helfen.

Viele Grüße
Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo!

Danke für Eure zahlreichen Tipps! Tolles Bild Thomas, danke!

Bisher habe ich mit einer EOS450D (leider nicht astromodifiziert) an einem Maksutov-Newton 190/1000mm und an einem 200/1000mm Newton fotografiert.

Beste Grüße,
Martin

 
Hallo Martin,

ich betreibe den 8" RC (nicht Carbon) auf meiner NEQ6 und guide per MGEN über den Sucher.
Das ganze ist auf einer stationären Säule montiert.
Als Kamera verwende ich die Canon 1000Da/650Da/650D.

Die Justage ist wirklich nicht ganz einfach und nach Wechsel des Abstandringes von 50mm auf 25mm, um mit dem Reducer CCDT67 und den Okularen in den Fokus zu kommen, ist eine Neujustage notwendig.

Der mitgelieferte OAZ ist "Schrott", egal was die schreiben. Bei mir hatte ich entweder eine Verkippung, wenn ich die Fixierschrauben angezogen habe, oder eine Rotation, wenn die Schrauben nicht zu fest gezogen waren oder der Fokus hat sich bei Schwenks geändert (obwohl nur die Canon mit Motorfokus dran hing).
Ich habe dann als Kompromiss einen besseren 2,5" OAZ gekauft, da die Oberliga mit >500€ zu teuer war.
Damit ist der Fokus nun soweit stabil, aber die Rotationsschrauben dürfen nur handfest und gleichmäßig angezogen werden.
Gestern ist der Tilt-Adapter gegen Verkippung gekommen, aber noch nicht montiert.

Das Guiden über den Sucher ist auch bei 1625mm Brennweite möglich, nur sollte da der Sucher wirklich fest sitzen und nicht wackeln. Entweder kommt dann irgendwann eine Modifikation der Sucherhalterung: bohren dreier Löcher am Gummiring und verwenden von Schrauben zur Ausrichtung (um das Gewackel in der Halterung zu vermeiden), oder ein besseres Leitrohr.

Was mich momentan sehr stört ist die Prismenschiene (bei der Carbon-Variante sind es ja 2), die nicht lang genug Richtung OAZ geht: bei meinem OAZ, dem Motorfokusser und der EOS, sowie dem Sucher und Sucher für den MGEN, liegt der SChwerpunkt knapp vor der Prismenschiene. Ich komme also nicht sauber in die Balance.
Da braucht es dann entweder ein Ausgleichsgewicht vorne am Tubus oder eine andere Lösung.

Ich habe im Regal noch eine Doppelbefestigung, mit der dieses Problem umgangen werden kann. Dafür muss ich dann die DB genau im Auge behalten, um damit nicht an der Säule anzustoßen.

Als Fazit:
ich bereue den Kauf nicht - trotz obiger Problemstellen, da mir der Brennweitenbereich zusagt (mit dem Reducer sind es 1088mm). Der 8" RC wird von der EQ6 gut getragen (auch mit der DB und 66/400er Refraktor) und ist weniger windanfällig als mein alter 200/1000 Newton (der blaue alte TS).

Ob das Carbon-Update den Aufpreis lohnt musst Du selber wissen, da das eingesparte Gewicht nicht relevant ist (~1-2kg).

Beim 10" RC hätte ich allerdings bedenken, ab da die Monti noch ausreichend ist.

Falls Du später mal auf eine CCD umsteigen möchtest musst Du dir Gedanken zur optimalen Pixelgröße (und Binning) machen. Für den 8" RC wäre eine optimale Pixelgröße, wenn ich mich nicht verrechnet habe, bei unserem Seeing ~9µm. Da gibt es nicht viel. Wie es mit der ZWO 1600mmc aussieht kann ich noch nicht sagen ;-)

CS
Christian
 
Hallo Martin,

ich habe beide RCs in der Carbon Ausführung.
Der 8er wird von der EQ6 ohne Probleme getragen.
Der 10er ist für die EQ6 bereits grenzwertig. Der 10er hat den großen Vorteil, dass von Moonlite ein spezieller Entkoppelflansch (Hauptspiegel / Okularauszug) bestellt werden kann. Dadurch wird die Justierung etwas einfacher. Den Okularauszug habe ich sofort gegen einen Moonlite ausgetauscht.

Ich habe beide Geräte mit den Reducer von AP (CCDT67) betrieben.
Der Reducer ist für die RCs sehr gut geeignet, da der Abstand nicht so kritisch ist, sondern nur die Reduzierung der Brennweite bestimmt. Man kommt mit den Reducer ohne Probleme auf ca. f/5.

Als CCDs habe ich die SBIG ST2000 und die ATIK 383 (jeweils die Mono Version) eingesetzt.
Hier ist auch der entscheidende Punkt bei den RCs zu sehen. Je größer die CCD wird, desto kritischer wird es in den Ecken runde Sterne zu erhalten. Die Justierung der Geräte ist nicht so ohne!

Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich die Justierung der Geräte in den Griff bekommen habe. Geschafft habe ich es mit den Howie Glatter Lasern und den entsprechenden Hologramm Aufsätzen für die Laser sowie dem Takahashi Tool. Wenn die Geräte sauber justiert sind, dann sind sie ein Traum – vor allem um diesen Preis!

Im Endeffekt ist mir die ewige Justiererei aber so auf die Nerven gegangen, dass ich nun andere Geräte verwende. Die Zeit ist mir ganz einfach zu wertvoll. Hier ist aber noch anzumerken, dass ich auf die Sternabbildung über das gesamte Feld sehr großen Wert lege. Wer hier nicht so extrem pingelig wie ich ist, der wird mit diesen RCs sicher große Freude haben. Aber bitte nicht vergessen: Die Justage kann (muss aber nicht) so manches graue Haar bewirken!

Die Entscheidung für eine 8er oder 10er kannst nur Du selber treffen und hängt von der Montierung, der verwendeten Kamera (Pixelgröße), der Bereitschaft das Gewicht zu stemmen und natürlich von den persönlichen Wünschen ab.

Herzliche Grüße aus den Alpen
Max
 
Hallo!

Danke für Eure zahlreichen und hilfreichen Rückmeldungen! Dadurch fällt mir die Entscheidung jetzt viel leichter.

Euren Rückmeldungen und meinen Recherchen im Netz zufolge sind die Vorteile der größeren Öffnung und höheren Brennweite beim 10" RC eher gering im Vergleich zum 8" RC und unter dem Gesichtspunkt des markanten Preisunterschiedes.

Daher tendiere ich jetzt eher zum 8" RC.
Zum einen ist der 8" RC von der Größe offenbar um einiges einfacher zu handhaben und durch das geringere Gewicht für die Montierung zum Fotografieren vorteilhafter, zum anderen kann ich durch den geringeren Preis noch in anständiges Zubehör investieren, wie einem Reducer, ev. neuen OAZ, Verlängerungshülsen, etc.

Herzlichen Dank!

Beste Grüße,
Martin

 
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