Rockerbox AOM-Dobson

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beam_me_up

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Der ingeniös und sauber gearbeitete 12" Dobson von AOM hat einen Mangel den ich bereits im Forum "Teleskope" in meinem Testbericht erwähnt habe (siehe dort).
Es stellte sich heraus, dass die Nachschwingzeit des Dobsons mit guten 10Sekunden für meien Geschmack viel zu lange war. Schuld daran ist eindeutig der grosse kugelgelagerte Zahnkranz zwischen Box und Grundplatte. Dieser ermöglicht zwar eine sehr leichtgängige Bewegung in Azimut, hat aber ein wenig Spiel. Ausserdem ist der Durchmesser mit ca. 20 cm für ein Newton dieses Kalibers wohl etwas knapp. Wie schon erwähnt habe ich den Lagerkranz von der Basisplatte entfernt und durch drei Teflonpads, auf deutlich grösserem Radius, ersetzt. Diese habe ich aus Abschnitten einer 5mm starken Holzlatte und 0,5mm dicker Teflonfolie selbst hergestellt. Diese Art von Teflongleiter garantierte mir, dass alle Teflonauflagepunkte exakt die gleiche Höhe hatten. Bei drei Auflagepunkten ist das zwar noch nicht nötig, aber mal abwarten.
Auf der Unterseite der Box brachte ich eine PVC-Selbstklebefolie an, welche eine grob strukturierte Oberfläche aufweist. Die gleitet schöner gegen Teflonfolie als eine völlig glatte Textur.
Der Feldversuch zeigte mir, dass das Schwingen kurzfrequenter geworden ist, aber mit ca. 5" Nachschwingzeit immer noch etwas lange dauerte. Die drei Auflagepunkte für die ganze Anlage waren wohl zu wenig.
Also montierte ich drei weiter Teflonaufleger der ersten Machart auf dem gleichen Kreisradius wie die ersten drei. Meine Herstellung von exakt gleich hohen Teflongleitern macht sich jetzt bezahlt, habe ich so sicher kein Wackeln wegen ungleicher "Beine" zu befürchten.
Feldversuch: Das Nachschingen ist fast weg - herrlich. Das Nachführen hat zwar einen merklich höheren Anfangswiderstand zu überwinden als mit dem ursprünglichen Lager, aber ist noch sehr gut zu handhaben. Mit dem 5mm eudiaskopischen Okular von Baader habe ich eine Vergrösserung von 325x. Bei den 45° Gesichtsfeld des Baaderschen Okulares bleib da nicht mehr sehr viel Winkel am Himmel - 0,14° - aber die sind noch gut praktikabel. Ich verliere beim Nachsetzen das Objekt der Begierde nicht aus dem Auge. Um ein bisschen Feingängikeit zurückzugewinnen habe ich die Teflonplätzchen um dei Hälfte der Fläche Reduziert. Das heisst, die Holzbrettchen der Pads sind nun deutlich grösser als die darauf geklebten Teflonfolienstückchen. Die Teflonfolien haben nun eine Fläche 12x12mm. Auf den sechs Teflonauflagen dieser Grösse bin ich am Optimum, nach meinem Geschmack natürlich. Nicht zu leicht gängig, beim Atmen soll sich der Tubus noch nicht drehen, aber auch kein hoher Ansprechwiderstand in Azimut.
Fazit:
Nach meinem Gutdünken ist der ursprüngliche Lagerkranz nur für Teleskope bis etwa 10 kg geeignet. Darüber ist ein Lager auf Teflonreibern wohl deutlich stabiler. Die Teflonreiber bedürfen natürlich etwas Aufmerksamkeit in Sachen Sauberkeit. Es darf natürlcihh kein Sschmutz auf die Reiber gelangen, sonst leidet die Geschichte.
Mein Dobson von AOM ist, ohnehin ein feines Gerät, für mich nochmals ein Stück perfekter geworden.
Falls mir jemand weitere Tipps hat, bin ich natürlich dankbarer Leser. Was jetzt allerdings noch zu verbessern wäre wüsste ich nicht - doch halt! Wettermässig hätte ich da noch ein paar offene Probleme...

Grüsse und carpe noctem
Peter
 
Könntest Du mal genauere Infos über die Plastikfolie (den Gegenpart zum Teflon) geben? Woher hast Du sie und was für Folie ist das? Wie ist die genaue Bezeichnung?
 
Hallo,
die gewünschten Informationen finden sich auf das gewachste Deckpapier aufgedruckt, welches die Klebeseite der Selbstklebefolie schützt.
Hier die Angaben:
Die Folie heisst "d-c-fix"
der Hersteller heisst "Konrad Hornschuh AG in D-74679 Weissbach"

Gekauft habe ich eine Rolle mit 5m x 50cm für ca. 5.- sFr. in der Haushaltabteilung eines grossen Baumarktes.
Solche Folien gibt es bestimmt weltweit in Haushaltabteilungen. Es gab eine Unmenge von Mustern und Farben. Allerdings sind nur wenige mit einer texturierten Oberfläche versehen. Am idealsten für meine Zwecke finde ich das Modell "Milchglas". Es handelt sich um farblose Folie mit "rubbeliger" Oberfläche. Dies verleiht dem ganzen den vornehmen Milchglaseffekt!
Sollte die Oberfläche des beklebten Bodens meiner Rockerbox mal Schaden nehmen habe ich immer noch 4,5 m Vorrat für eine Neubeklebung.
Gruss, Peter
 
Hi und danke für die Info. Es ging mir nur um den genauen Typ (speziell wegen der Oberflächenstruktur), um mal zu testen, was außer Ebony noch auf Teflon funktionieren könnte. Und Klebefolie von der Rolle wäre ja eine prima Alternative.
 
Strukturierte Klebefolie

Hallo Peter,

Ich habe Deinen Tip mit der Klebefolie gleich auch ausprobiert. Mein 8" Dobson ist ziemlich schwer und hat eine recht breite Bodenplatte. Bisher ging die Azimuth-Verstellung recht schwergängig, da ich für die Gegenfläche zu den Teflonpads nix strukturiertes gefunden hatte. Das Aufkleben der strukturierten Folie war echt ein Quantensprung, was die Leichtgängigkeit angeht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> .

Ich habe die Folie aus dem OBI, dort heisst sie "Alkor Vitrodecor" und es gibt sie in verschiedenen Breiten (bis 90 cm) und auch im Zuschnitt, und mit verschiedenen Oberflächenstrukturen. Ich habe die Variante 4 mit rundem Rillenmuster.

Danke für Deinen Tip!

Reiner
 
Auf welchem Radius sind deine Füsse angeordnet? Wie groß ist die Rockerbox? Ich habe den Eindruck, dass das immer nicht optimal ist.

Die 3 Teflopads müssen genau auf der gegeüberliegenden Seite der Füße angebracht werden (siehe mein 10" Reise Dobson ), sonst biegt sich das Bodenbrett und es wacklelt wie verrückt.

Bei richtiger Anordnung (mit 3 Füssen), sind die Ausschwingzeiten deutlich unter einer Sekunde.
 
Der Radius der Teflonfssanordnung beträgt 21cm. Die Rockerbox hat eine Grundfläche von 45x45cm.

Ich habe mir schon überlegt VIER Teflonfüsse herzustellen und diese unten auf der Rockerbox anzubringen. Der Durchmesser der Basisplatte beträgt 63cm! Das entspricht der Diagonalen der Rockerbox und würde grössenmässig zu den vier Füssen passen. Mit 21cm Radius der Teflonfüsse ist die Grundplatte wohl zu gross und schwingt!

Für gute Tipps bin ich natürlich sehr dankbar.Peter
 
Hallo Stathis,
Das Bild des Fusses deines 10"ers überzeugt. Es ist logisch, dass nur durch konsequentes Kurzhalten des Kraftarmes zwischen Bodenauflage der Grundplatte, und Auflage zwischen Box und Grundplatte, beste Stabilität erreicht werden kann. Das heisst, beide Auflagen müssen wie dein Bild zeigt, senkrecht übereinander liegen. Ich werde das umgehend verwirklichen.
Danke für den Hinweis.
Peter
 
Hallo Peter,

wie an anderer Stelle schon geschrieben, wollte ich wg der Leichtgängigkeit nicht auf den Industriedrehkranz im Azimuthlager bei meiner Helena von Droja (AOM-Dobson 10" f6.4) verzichten. Ich habe mir jetzt folgende Lösung zur Reduzierung der Nachschwingzeiten zurechtgebastelt:

Der Industriedrehkranz (der bei mir übrigens ca 32 cm Durchmesser hat) bleibt, zusätzlich drei kleine Teflonpads auf je drei dicke übereinandergeklebte Stuhlbeinfilzgleiter geklebt, diese - wie von Stathis empfohlen - gegenüber der Beine auf die Basisplatte geklebt. Die Höhe der Teflonpads mit den drei Filzgleitern beträgt 18 mm, der Zwischenraum zwischen Basisplatte und Rockerbox ist 13 mm, d.h. die Filze werden vom Gewicht der Rockerbox mit Tubus soweit (um 5 mm) zusammengedrückt, daß sie als Schwingungsdämpfer wirken können, aber die Rockerbox mit dem eigentlichen Gewicht nicht von den Teflonpads getragen wird, sondern weiter vom Industriedrehkranz. So ist die Leichtgängigkeit weiter vorhanden, da die Teflonpads ja nur vom Gegendruck der zusammengepressten Stuhlfilze von unten an die Rockerbox gedrückt werden, so kaum Reibungskräfte entstehen, aber die Nachschwingzeit ist deutlich reduziert. Es ist nicht mal nötig Folie oder Ebonystar als Gegenstück zu den Teflonpads aufzukleben, die lackierte und mit Kernseife leicht eingeschmierte Holzober(-unter)fläche der Rockerbox reicht aus.
Nach einer Woche unter Druck dehnen sich bei Entlastung (Rockerbox abgehoben) die Stuhlfilze immer noch auf 16 mm aus, d.h. eine gewisse Langlebigkeit der "Konstruktion" scheint gegeben zu sein, und 3 mal 3 Stuhlfilze lassen sich leicht regelmäßig ersetzen.

Restschwingungen kommen jetzt nur noch von den Gummifüßen unter den höhenverstellbaren Beinen an der Seite bzw. unter der Basisplatte. Diese ließen sich ja auch entfernen, aber ich lasse sie zum Ausgleich von Bodenunebenheiten gerne weiter in Gebrauch.

Schöne Grüße
 
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