„röhrende“ Beobachtungsnacht

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Costa

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Beobachtungszeit: Samstag 26.09.2009, 23:00- ca. 3:00
Beobachtungsort: Sudelfeld, Oberbayern
Himmelqualität: nach Monduntergang ca. SQM-L 21,2 mag/sas (nicht korrigiert),
Seeing mäßig bis gut, feucht, tau
Instrumente: Hofheim Inst. 12 Zoll Reisedobson (300/1500, f/5)
Okulare: 13, 7, 5 mm und OIII-Filter
Besonderheiten: röhrende Hirsche
Beobachtungsobjekte: NGC7331 (Glx), NGC6934 (KS), NGC7006 (KS), NGC7008 (GN),
IC1613 (Glx, nicht gesehen), NGC7814 (Glx), M76 (PN), NGC1 (Glx), NGC 1275 (Glx), NGC 404 (Glx)

Am Samstag habe ich noch eine der letzten Beobachtungsnächte im September genutzt, um noch das eine oder andere „Wunschobjekt“ zu beobachten. Monduntergang war gegen 23:45, um 23 Uhr gingen schon die ersten hellen DeepSky-Objekte wie Kugelsternhaufen und offene Sternhaufen bei SQM-L um 20,0 mag/sas. Nach Mitternacht wurde es zunehmend dunkler. Tau im Fangspiegel (FS) war in dieser Nacht leider ein Thema, welches die Beobachtungsnacht immer wieder unterbrach.

Einige der o.g. Objekte waren mir aus vorangegangenen Beobachtungsnächten längst bekannt wie z.B. NGC7331, NGC6934, NGC7006 und NGC7008 (Fötusnebel). Andere Objekte wie NGC7814, NGC1 und NGC1275 waren mir völlig neu. Die Galaxie IC1613 im Sternbild CET konnte ich leider nicht finden (Helligkeit 9,3 und Flächenhelligkeit 15,0), da entweder an falscher Stelle gesucht oder die Durchsicht in dieser Nach samt Tau auf den FS eine Beobachtung sogar schwer bis unmöglich machte.

Bei NGC1275 konnte ich ausser der einen Galaxie keine weitere Objekte (Glx) in der unmittelbaren Umgebung erkennen/beobachten.

Beim „surfen“ um das Sternbild Triangulum sind mir auffällig viele kleine Galaxien aufgefallen.

Um ca. 3 Uhr noch Orionnebel und Crabnebel ausgiebig beobachtet danach Heim gefahren.
Mindestens zwei Hirsche haben mich durch die Nacht mit Ihrem „röhren“ begleitet. Zu Gesicht habe ich die beiden „zum Glück“ nicht bekommen.

Objektbeschreibungen bleiben dieses Mal außen vor, aber dafür habe ich einige Zeichnungen angefertigt. Die Zeichnungen sind alle mit Bleistift (H, HB, 2B) und Papierwischer (Estompen) entstanden.

Kritik und Anregungen sind (wie für alle meine bisherigen und zukünftigen Berichte und Zeichnungen) ausdrücklich erwünscht.

NGC1 (NGC2 war nicht zu sehen)

Link zur Grafik: http://www.deepsky-chiemgau.de/zeichnung/NGC1.jpg

NGC7814

Link zur Grafik: http://www.deepsky-chiemgau.de/zeichnung/NGC7814.jpg

M76 (little Dumbell)

Link zur Grafik: http://www.deepsky-chiemgau.de/zeichnung/M76.jpg

Neuauflage von NGC7008 (Fötusnebel)

Link zur Grafik: http://www.deepsky-chiemgau.de/zeichnung/NGC7008.jpg
 
Hallo Costa,

ein sehr schöner Bericht und noch schönere Zeichnungen! Gräme Dich nicht, wenn Du mit Deinem 12" manche NGC und IC-Galaxien nicht gefunden hast.

cs

Ralf
 
Hallo Costa,

toller Bericht und tolle Zeichnungen, scheint ja ein guter Platz auf dem Sudelfeld zu sein.

Gruß
Lots
 
Hallo,

echt wahnsinnig tolle Zeichnungen!
Was ist denn so ein Papierwischer genau? Ich glaub, sowas brauch ich auch, um meine Zeichnungen "weicher" hinzukriegen.

Wie schaffst Du es im Feld und mit Dobson überhaupt, sowas hinzukriegen? Wie bewerkstelligst Du das in der Praxis?

Viele Grüße

Markus

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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
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Hallo zusammen,

vielen lieben Dank für Eure Kommentare. Freue mich, dass die Zeichnungen gefallen.

@Markus:
Was ist denn so ein Papierwischer genau? Ich glaub, sowas brauch ich auch, um meine Zeichnungen "weicher" hinzukriegen.
Siehe hier für Papierwischer. Für den Anfang machen es auch sog. "Q-Tips" das sind die "Dinger" um die Ohren sauber zu halten.

Wie schaffst Du es im Feld und mit Dobson überhaupt, sowas hinzukriegen? Wie bewerkstelligst Du das in der Praxis?

Zeit ! Du brauchst viel Zeit beim beobachten. Ich versuche Vorort soviel wie möglich an Details wie Feldsterne, Größenvergleiche, Strukturen ecc. in einer Skizze festzuhalten.
Ich schreibe zu den Skizze auch Kommentare, wie heller, dunkler ecc
Das gelingt bei mir nur durch lange Beobachtung, z.B. mind. 30 min. bis zu mehreren Stunden. Einige Objekte beobachte ich sogar mehre Nächte hintereinander wie z.B. M76 oder NGC7008. Die „Reinzeichnung“ findet dann i.d.R. am darauffolgenden Tag statt, je eher desto besser. Das dann Details oder gar der eine oder andere Feldstern nicht 100% am richtigen Platze mit der richtigen Helligkeit steht, ist dann ein Risiko. Was ich pers. ggw. als besonders schwer empfinde, sind die Himmelskoordinaten. Es fällt mir schwer zu erkennen wo ist nun oben und unten bzw. wo ist nun norden oder süden. So mag es sein, dass die eine oder andere Zeichnung Koordinaten mäßig etwas daneben liegt. Wichtig ist mir, das die Objekte die ich gesehen habe so detailtreu wie möglich wiederzugeben. So frage ich mich beim zeichnen stets was ich evtl. vergessen bzw. übersehen habe könnte...
Feldsterne nummeriere ich beim beobachten durch, um dessen Helligkeit zu unterschieden, z.B. ist ein Feldstern mit „1“ heller als Feldstern mit „2“ ecc. Feldsterne versuche ich durch „Muster“ auf Papier zu bringen wie Dreiecke, Vierecke ecc…das geht aber nicht immer. Feldsterne können einem auch helfen Objekte in dessen Größe richtig einzuordnen.
Objekte (ausser Sterne) werde nie direkt mit dem Bleistift in die Zeichnung gezeichnet, sondern es wird am Papierrand mit Bleistift etwas „gerubbelt“, danach wird das „Pulver/Staub“ mit dem Papierwischer aufgenommen und in die Zeichnung eingetragen. Durch dosiertes Drücken wird die Helligkeit reguliert. I.d.R tendiert man zu fest zu drücken und dadurch die Objekte zu hell (nach Invertierung) zu gestalten. Da muss man ein wenig rumprobieren.
 
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