Rohrschellen überhaupt sinnvoll?

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R_Andreas

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Hallo,

ich denke darüber nach, wie an einem langen Refraktor die Prismenschiene zu befestigen ist. Die Schiene, eine sehr schöne, lange aus Alu von Vixen, die der Form nach einem definierten Rohrumfang nachempfunden ist, liegt hier schon rum. Gerade diese Krümmung hat mich auf die Idee gebracht, diese Schiene direkt an dem Rohr zu befestigen, und nicht noch zusätzlich Rohrschellen zu verwenden. Bin aber unsicher, welche Vor- und Nachteile Rohrschellen haben, und wofür ich mich entscheiden soll.

Vorteile Rohrschellen:
- Tubus kann in den Schellen gedreht werden (beim Refraktor nicht ganz so wichtig wie beim Newton)
- Zubehör kann an den Schellen montiert werden

Nachteile Rohrschellen:
- eine mechanische Verbindung mehr => größere Instabilität

Vorteile direkte Schienenbefestigung:
- Schwerpunkt Fernrohr rückt näher an die Montierung => günstigere Hebel, weniger Belastung
- Kostengünstiger, Schellen werden gespart

Nachteile direkte Schienenbefestigung
- man muss Löcher in den Tubus bohren
- Schwerpunkt kann nur in festen Grenzen verschoben werden

Wie habt Ihr das denn bei Euren Selbstbauten entschieden?

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

ich habe da zwar nicht die Selbstbauerfahrung, aber ich denke doch, dass der Tubus durch eine Schiene die direkt mit ihm verbunden ist, wesentlich stärker belastet wird. Okay, bei einem langen Refraktor mit geringem Tubusdurchmesser merkt man das evt. weniger, aber dennoch finde ich, dass durch vernünftige Rohrschellen mit ordentlicher Auflage mehr Stabilität in das ganze System gebracht wird.
Außerdem hast du mit Schellen einiges mehr an Variabilität, was das austarieren der Optik angeht. Was den wenn du auf einmal nen anderen OAZ am Gerät haben willst, der aber ein Kilo schwerer ist als der alte? Oder der Sucher auf einmal getauscht wird? Bei der Schiene muss unter Umständen der Tubus neu angebohrt werden, bei den Schellen wird am Tubus nur ein bischen rumgerückt.

clear skies,
André
 
hi andreas, beides hat seine vor- und nachteile, wie du ja auch schon schreibst.
die befestigung der schiene direkt am tubus sollte man nur dann verwenden, wenn sie lang genug ist und man ganz genau weiß, daß man später am tubus nix mehr ändern will.
und auch nur bei " kleineren " tubusdurchmessern.
wenn man die schiene dann richtig formschlüssig anbringt, so ist auch das stabilitätsproblem aus meiner erfahrung nicht kritisch.
nachzulesen hier:
http://www.tbrumm.de/selbstbau_eines_tmb_115_mit_miniaturansicht.htm
bei allen anderen einsatzfällen würde ich dann doch eher gute schellen empfehlen.
und auch da gibt es gewaltige unterschiede.
von lappigen blechreifen bis hin zu paßgenau gefertigten klappschellen, welche ich z.b. für das 105er tmb-projekt eingesetzt habe:
http://www.binoviewer.at/teleskoptuning/TMB105_optimierung.htm

es kommt eben immer darauf an, was man erreichen will.
schöne grüße!
wolf
 
Hallo,

das mit dem Austarieren des Tubus ist schon ein starkes Argument, vielleicht will man doch mal ein Bino dranhängen oder ein schweres Okular. Der Tubus Durchmesser ist außen 161, die Länge so ungefähr 1,70 ohne OAZ.

Wolf, was Du da mit der Spachtelmasse zur Anpassung gemacht hast, erscheint mir sehr sinnvoll. Könnte man die Prismenschiene so nicht auch direkt an den Tubus anpassen? Innen sind natürlich schon viele Schrauben sichtbar, was wieder für die Rohrschellen sprechen würde.

Ansonsten dachte ich an die Mohlitz Rohrschellen aus Holz, die sehen ja recht stabil aus.

Viele Grüße
Andreas
 
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