Roter Stern - NO gegen 1:00 - Name?

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Steven90

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Hallo,

ich hatte gestern Abend bzw. heute Morgen mein Firstlight mit meinem neuen Dobson (200/1200).

Leider habe ich außer Sternenfeld nichts gesehen. Dabei ist mir allerdings 1 Stern besonders aufgefallen, weil er Rot leuchtete.
Zur Position kann ich lediglich sagen, dass ...

... der Stern von 0:00 - 1:30 in NO Richtung beobachtet wurde
... keine ähnlichen Objekte in N-NO-O ausgemacht werden konnten

Ich würde mir die Rotverschiebung durch den Dopplereffekt erklären ... aber stimmt das auch? Und warum habe ich überhaupt eine Farbe gesehen? Ich dachte dafür würde zu "wenig Licht" ankommen und ich würde S/W sehen.

Hat dieser Stern evtl. auch einen Namen? So wüsste ich wenigstens wo ich mich aufgehalten habe.
 
Hi Steven,
installier Dir mal Stellarium auf dem PC, dann kannst Du Dir die Frage selber beantworten und findest ev. auch in Zukunft andere spannende Dinge mit Hilfe von Sternmustern(-bildern).

Alle Sterne, die wir sehen, befinden sich innerhalb unserer Galaxie. Ich habe keine Ahnung, ob da der Doppler-Effekt schon auffällig ist, meine aber nein.

Sterne werden aufgrund ihres Alters in verschiedene Spektralklassen eingeteilt. Sie brennen mit unterschiedlichen Temperaturen - daher die Farbunterschiede.
Selbst mit einem einfachen Fernglas kann man da schon Farben unterscheiden. Nur die lichtschwachen Deep-Sky-Objekte bleiben s/w.
 
Hi Steven,

da fällt mir nur Auriga im Furhmann ein, der müsste knapp über Horizontr (aber) im Norden gestanden haben. Der ist gelblich, aber durch die Zintilation wirkte er vllt rötlich.

Gruß
-Lothar
 
Moin zusammen!

> Auriga im Furhmann

<no comment>

Natürlich war das höchstwahrscheinlich Capella, aber mit der (richtig:) Szintillation - dem Flackern der Sterne - hat die Rotfärbung nichts zu tun, eher mit der Nähe des Sterns zum Horizont, Stichwort: roter Sonnenuntergang. ***

Nein, auch die "Rotverschiebung" und der "Dopplereffekt" sind dabei unschuldig... (Lies ein Buch und laß Dir die Begriffe erklären!)

*** http://de.wikipedia.org/wiki/Rayleigh-Streuung

Edit: Möglich könnte zu der Zeit auch Alpha Cassiopeiae gewesen sein, Spektrum K0, also "röter" als Capella und auch recht hell. Stand im NO und etwas höher. Cassiopeia als Sternbild (Himmels-W) sollte bekannt sein, allerdings ist die Indentifizierung zwischen Wolkenfeldern manchmal wirklich schwierig.
 
Hi Michael,

ja, richtig natürlich meinte ich Capella im Sternbild Fuhrmann lateinisch Auriga.

Gruß
Lothar
 
Hallo Steven,

besitzt du eine drehbare Sternkarte? Sowas empfehle ich gern für Neulinge. :)

Farben siehst du nachts bei den helleren Sternen (auch bei Planeten) auch mit dem bloßen Auge (ohne Fernglas/Fernrohr), da hier die Rezeptoren (SZäpfchen im Auge) angesprochen werden.

-lots
 
Wenn er den Stern durch den neuen Dobson gesehen hat,
dann kann es auch ein x-beliebiger "Schwächling" gewesen sein.
Sternfarben kann man zumindest bei helleren Sternen
im Teleskop sehr wohl sehen, und da hat es auch gelegentlich
ziemlich rote dabei.

Gruss
Thorsten
 
Hallo Steven

Was es auch sein konnte ist My Cephei oder Herschels Granatstern im Kepheus . Der Stand zur besagten Zeit östlich vom Nordstern auf rund + 60° über dem Himmelsäquator.

Gruß Peter
 
Hallo,

erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

Ich gehe mittlerweile davon aus, dass ich Schedir (Alpha Cassiopeiae) gesehen habe. Leider habe ich Seeing bedingt kaum etwas gesehen. Auch in den letzten beiden Nächten wurds nicht besser.

Eine drehbare Sternkarte habe ich leider noch nicht, die habe ich bei der letzten Bestellung vergessen. Als "Ersatz" nutze ich derweilen die Iphone-App "Star Walk".
 
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Hallo Steven,

Zitat von Steven90:
Ich würde mir die Rotverschiebung durch den Dopplereffekt erklären ... aber stimmt das auch?

Kleines Merkerle:
Alle Sterne, die Du als einzelnen Stern sehen kannst (ob mit oder ohne Teleskop) sind angehörige unserer Galaxie, also kosmisch noch absoluter Nahbereich. Klar haben diese Sterne auch Eigenbewegungen, die sich mit Verschiebungen im Spektralbereich auch nachweisen lassen, dann aber eber auf spektroskopischer Ebene. Die Farben, die Du im Teleskopen an Sternen ausmachen kannst sind also eher deren Temperaturen geschuldet als ihrer Bewegung.
 
Hallo Steven

Weder Schedir (B-V Farbindex 1.2) noch Capella (0.8) können es gewesen sein. Beide sind bestenfalls schwach gelblich. Von den orangefarbenen, helleren Sternen wie etwa Antares(1.8) im Skorpion oder Beteigeuze(1.8) im Orion erscheint der Granatstern (2.3) immer noch am ehesten in einem kräftigen (Ziegel)Rot. Richtig rot sind etwa: Y Canes Venatici (2.9), U Hydra (3.0), X Cancer (3.2) und R Lepus (3.4) aber die sind deutlich Lichtschwächer und es ist fraglich ob man die Färbung so auch bei 8" Öffnung visuell wahrnehmen kann.

Zum B-V Farbindex:

-0.3 = blau
0.0 = bläulich
0.5 = weiss
1.0 = gelblich
1.5 = gelb
2.0 = orange
3.0 = rot

nachzulesen im Atlas für Himmelsbeobachter Seite 14/15 (Karkoschka)

Gruß Peter
 
Ok, das klingt verständlich - aber was habe ich denn nun gesehen? Ich möchte nochmals aufs schlechte Seeing hinweisen (Lichtverschmutzung, Wolken) - Nebel/Galaxien/Sternhaufen/Planeten/... waren nicht sichtbar!

 
Woher sollen wir denn das wissen?
NO ist sehr grob und Du gibst keine Höhe an...
Hast Du mal in der Software Stellarium nachgesehen?

Mach Dich bitte erstmal mit den Begriffen vertraut, bevor Du sie nutzt - Seeing meint was anderes als Du hier meinst.
 
Hallo Steven

Schwenkt man zur fraglichen Zeit von Polaris aus um 30° Richtung Osten so trifft man auf den Granatstern. Kassiopeia liegt dann nördlich davon näher am horizont. Am Freitag noch hatte ich ihn im Okular gehabt.

Gruß Peter
 
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