Rotierbarer oberer Tubus?

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Rainmaker

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Hallo,

ich bräuchte mal etwas Hilfe bei einem kleinen Konstruktionsproblem. Ich benötige in absehbarer Zeit einen rotierbaren oberen Tubus/Hut für ein Truss-Tube. Im Moment fallen mir da nur die NGT- 12/16/18 von JMI ein, aber da gibt es keine hochaufgelösten Bilder von dem Mechanismus. Falls ihr also Ahnung habt wie man so was sicher und leicht baut wäre ich für eure Hilfe sehr dankbar.


MfG

Rainmaker
 
Hallo,

hat wirklich keiner eine Idee oder einen Plan wie man einen Tubusteil spielfrei drehbar mache kann?


MfG

Rainmaker
 
Moin,

das "spielfrei" ist das kritische Wort. Mit fielen da nur Linearlager ein (also Rollenführungsbahnen), die es auch rund gibt, ein klassischer Drehkranz wäre als Maschinenbauteil viel zu schwer und eine Gleitführung wird nur durch die enge Toleranz genau, damit aber auch schwergängig. Das dürfte definitiv eine nichtttriviale Aufgabe sein.

CS
Jörg
 
Hallo,

das Wort "spielfrei" sollte man jetzt nicht auf die Goldwaage legen. Ein gewisses kleines Spiel wird es wohl bei der Umsetzung mit Amateurmitteln immer geben. Wichtig wäre nur, dass die Justage beim Wechsel zwischen zwei Positionen erhalten bleibt. eine gewisse Schwergängigkeit muss kein Nachteil sein, solange der Kraftaufwand sich in Grenzen hält. Bei den NGTs funktioniert es ja auch und da scheint es auch keine "feinmechanische Spitzentechnologie" zu sein.


MfG

Rainmaker
 
Moin,

dann sollten zwei gedrehte Aluringe (alt. Delrin oder ein anderer formstabiler Kunststoff) reichen. Wenn man das so ausführt dass dazwischen etwas Filz passt (oder in zwei Nuten geführt ein Teflon-O-Ring) kann man das schon ziemlich wackelfrei auslegen. Mit dem O-Ring hat man dann je nach Ausführung zugleich eine trennbare Steckverbindung.

CS
Jörg
 
Hallo Rainmaker,

Ich habe mich vor ein paar Jahren mal etwas intensiver mit den NGTs beschäftigt. Fazit fast aller Nutzer: wenn man nach einer Drehung des Hutes Planeten beobachten will, muss man jedes Mal das Teleskop neu justieren.
Soviel zur mechanischen Präzision der drehbaren Hüte.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo,

@ Jörg,

ich habe zwar viel schmutzige Phantasie, aber die Sache mit den zwei Nuten und dem O-Ringe erschließt sich mir jetzt im ersten Moment nicht so ganz. Kannst Du vielleicht mal eine ganz grobe Zeichnung machen und mich vom Schlauch schubsen?

@ Marcus,

das hört sich jetzt nicht so wirklich gut an. Leider bin ich auf so einen drehbaren Hut angewiesen. Weißt Du noch wie der genaue Mechanismus bei den NGTs funktionierte? Ich habe leider keine Detailaufnahmen finden können.


MfG

Rainmaker
 
Hallo,

bin grad unterwegs, zeichnen geht daher nicht.

Wenn Du zwei Hülsen mit wenig Spiel ineinander steckst und beide haben zueinander weisend eine eingedrehte Rille kannst Du sie mit einem in die Rillen passenden Dichtring elastisch verbinden. Da es eine Menge verschiedener Dichtstoffe gibt kann man die Festigkeit der Verbindung einstellen.

CS
Jörg
 
Hallo Rainmaker,

wenn man das ganze Teleskop um die Längsachse dreht, bleibt die Kollimation der Spiegel zueinander erhalten. Was spricht dagegen, die Lösung also weiter unten zu suchen, statt am Hut? Ein Drehkranz bei der Aufhängung nahe dem Spiegel (und dem Schwerpunkt) würde das ermöglichen...:unsure: Die DEC(ALT)-Drehachse dürfte dabei also nicht mir dem Tubus verbunden sein, sondern mit einem Ring, der das Lager für den Tubus enthält. Es gibt ja auch Tubusschellen, die drehbar gelagert sind. Also müsste es auch bei einem Dobson gehen, das unten zu montieren.

Hab ich zwar so noch nicht gesehen, aber die Idee wäre machbar...

lg
Niki
 
Hallo,

@ Jörg,

es ging auch ohne Zeichnung. ;) Deine letzte Erklärung hat mich vom falschen Gedanken (zwei Nuten an einem Teil) abgebracht.

@ Niki,

das Problem ist, dass der Gittertubus in der Mitte aus einem Würfel aus Vierkantprofilen besteht. Da kann man wenig drehbar machen.


MfG

Rainmaker
 
Hi,

schau doch mal bei den Doppeldobson-Kollegen. Dort werden von vielen drehbare Hüte realisiert. Z.B. hier: 12.5-inch Binocular Telescope Sehr simpel und einfach. Allerdings geht es hier nur um sehr kleine Drehwinkel, das wird bei Dir vielleicht anders sein? Aber vielleicht passt das Prinzip ja dennoch für Dich ;-)

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Rainmaker,

Wie das beim NGT technisch gelöst ist, weiß ich auch nicht. Ich hatte vor gut sieben Jahren mal mit dem Gedanken gespielt, mir ein gebrauchtes NGT18 zu holen. Aber es war mir zu teuer und im Endeffekt auch zu bulkig, ich wollte gern mobiler bleiben. So wurde es mein jetziger 16“er.

Ich habe ein NGT noch nie in natura gesehen, deshalb kann ich bei den Details nicht weiterhelfen. Ich habe aber seinerzeit ein paar Diskussionen auf CN zu dem Thema gefunden und es gab auch eine Yahoo-Gruppe zum NGT18. Daher meine Infos. Die Nutzer waren alle nicht wirklich glücklich mit dem drehbaren Hut. Es ist wohl sehr schwer den Newton so zu justieren, dass die Justage beim drehen halbwegs erhalten bleibt. Will man mit hoher Vergrößerung arbeiten (was der sehr gute Pegasus-Spiegel absolut hergibt), muss man auf jeden Fall justieren. Die Meisten verzichten weitgehend aufs drehen und beobachten möglichst lange in einer bestimmten Hemisphäre des Himmels. Drehen und neu Justieren dann nur, wenn sie in einen anderen Himmelsbereich wechseln.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Rainmaker,

ich habe kürzlich einen drehbaren Hut für meinen 8" gemacht.
Keine Ahnung, ob das auf deine Konstruktion übertragbar ist ...

Im oberen Ring (Bild 2) sind kreisförmige durchgängige Nuten eingefräst.
In denen laufen die Schrauben.
Weiterhin sind 3 Teflon-Teile eingesetzt.

Diese 3 Teflon-Teile laufen in der Nut vom eigentlichen Hut.
(Bild 3)

Alle Teile wurden auf einer CNC gefräst und sind sehr gut rotationssymmetrisch und zentrisch zueinander.
Die Nut wo das Teflon drin läuft ist 5/100 größer als das Teflon.
Läuft sehr gut und ist sehr justierstabil.
Möglicher Drehwinkel ist ca. 45°

Dadurch, dass die Teile alle zusammen auf einer Maschine gemacht wurden, passt es sehr gut.
So etwas "nachzurüsten" könnte schwieriger sein.
Schon den genauen Rotationsmittelpunkt zu finden, wenn man ein Teil auf ein anderes Teil aufsetzt ...

Gruß Martin
 

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Hallo,

@ Andreas,

meine bisherige Idee geht in eine ähnliche Richtung, der einzige größere Unterschied ist, dass ich drei seitliche Kugellager eingeplant habe um der Sache etwas mehr Führung zu geben. Mögliche wäre auch den Ring selbst mit speziellen Kugellagern zu fassen welche eine Nut haben.
Mit der Art der Befestigung der Kugellager habe ich aber noch so meine Probleme, da ja zumindest eines beweglich montiert werden müsste um den seitlichen Anpressdruck einzustellen. Auch die Klemmung des Ringes macht mir in dieser Hinsicht etwas Bauchschmerzen, denn der geplante Aluring dürfte sich wohl unter dem Druck etwas verziehen und damit auch die Justage beeinflussen.

@ Marcus,

danke für die Schilderung der Erfahrung der User. Ich hatte gedacht, dass JMI die Sache besser hinbekommen hätte. Das zeigt schon, dass die Angelegenheit alles andere als trivial ist und die Gefahr Murks zu basteln nicht gerade gering ist.
Zwar dürfte das Problem visuell vielleicht ein wenig kleiner sein als bei den NGTs, denn mein Newton hat ja nur f/5,5, aber mit dem angedachten Kompressor werden Justierfehler sicherlich wieder etwas deutlicher.

@ Martin,

dein Erfolg baut mich wieder ein klein wenig auf. ;) Vielleicht ist es doch zu schaffen, wenn man die richtigen Ideen hat. Leider ist der geplante Rotationsbereich bei meinem Newton doch ein klein wenig größer, denn 360° sollten es schon sein.
In Holz werde ich es wohl nicht durchführen, da mir dafür die (genauen) Mittel fehlen. Glücklicherweise kenne ich aber jemanden der Alu lasern und mit dem Wasserstrahl schneiden kann. :) Wenn der gute Mann wieder gesundheitlich auf stabilen Beinen steht könnte er mir vielleicht etwas aushelfen.


MfG

Rainmaker
 
Hallo,

da mir immer wieder ein Doppeldobson im Kopf umher spukt, folgende Idee: ersetze eines der drei Kugellager durch eine radial auf den Ring wirkende Nylonschraube o.ä. Damit kannst Du den Toleranzausgleich hin bekommen und hast ausserdem eine Bremse, damit Du den Hut auch in einer Postion fixieren kannst.

Grüßle
Andreas
 
Hallo Andreas,

das wäre dann eine M4 Nylonschraube welche den 4-5kg (3" Okularauszug, DSLR, 90mmFangspiegel, usw.) Hut eines 14,5ers klemmen soll. Mag sein, dass ich jetzt wieder, wie üblich, zu viel Material verbauen will, aber mir erscheint das etwas "dürr".
Natürlich könnte man größere Schrauben verwenden, aber dann bräuchte ich auch einen dickeren Aluring. Im Moment sind 5mm Stärke eingeplant (vielleicht mit einigen Aussparungen zur Gewichtsreduktion), denn sonst wird aus dem Leichtbau mit ca. 25kg ganz schnell ein "Panzerrohr".

MfG

Rainmaker
 
Angenommen, man will gar nicht 360˚ rotierbar realisieren, sondern nur mit rechts oder links positioniertem OAZ jeweils +-45˚ wie bei Martin.
Dann könnte man ja auch einen zweiten Hut zur Beobachtung mitnehmen und sich vor Ort je nach Windrichtung entscheiden, welchen man für die Nacht aufsetzt. Ist vll bei der realistischen Ungenauigkeit in DIY-Arbeit leichter zu realisieren als volle 360˚ Rotierbarkeit?
 
Hallo,

ich denke dann wäre es einfacher kurz den Hut von den Stangen zu trennen und umzusetzen. Zwei Hüte, zwei Okularauszüge und zwei Fangspiegel ... da ist es ja nicht mehr weit bis zum Binodobson. ;)


MfG

Rainmaker
 
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