Russentonne 500mm mit 1,25"-Anschluss: 3D-Druck

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Eingehirner

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Hallo zusammen,

seit Jahren lag im Keller das Exakta MC 500 1:8 72mm-Spiegelobjektiv rum. Die Canon T50 dazu war schon lang in Rente, ein digitaler Nachfolger existierte nicht. Zu schade zum Wegwerfen war's trotzdem. Was tun? Ich wollte gern ein Spektiv draus machen, wie so viele.

Lange hatte ich nach 3D-Druck-Lösungen für das Canon-Bajonett gesucht, aber keine gefunden. Eine Kamera demontiert, aber der Bajonettverschluss war am Tele zu labbrig (schlechter Anschluss auf Tele-Seite). Vor einigen Wochen kam ich dann auf die Idee, den Bajonett-Teil vom Tele abzuschrauben... und siehe da: ein idealer Klemmring kam zum Vorschein (Bild 1).

In OpenSCAD erstellte ich eine wunderbar detaillierte, wunderbar materialsparende Struktur mit drei im 120°-Winkel angeordneten Klemmschrauben M2,5 inklusive eingearbeiteter Muttern für die Klemmung am Objektiv und drei M3-Madenschrauben mit Muttern für das Okular. Alles schön mit Fase, inklusive Stativadapter. Ein 3/8"-Gewinde war mir zu heikel... Dann lud ich es bei i.materialise hoch und realisierte, dass dort die massesparenden Details gar nicht mit reduziertem Preis gewürdigt wurden. Also baute ich den Adapter um zu etwas, das vor allem leicht zu drucken war: Zylinder senkrecht zum Drucktisch, einfache Formen, immer mit Abschrägungen, die Aussparungen für die Muttern jeweils 0.15mm zu gross und tief.

Gedruckt wurde das Teil dann aus schwarzem Polyamid per SLS, gekostet hat es 26,01 EUR vor Steuern und Abgaben und 39,10 EUR alles zusammen. Alle Teile haben, es war wie ein Wunder, auf Anhieb saugend zusammengepasst. Als Okular dient aktuell ein 26mm TS-Plössl, weil das a) am Teleskop wenig zum Einsatz kommt und b) das beste optische Erlebnis bietet (Vergrösserung 19x). Aus 150m Entfernung sind Details an den Lamellen eines Fensterrollos gut erkennbar, aus 80m Entfernung die OSB-Platten-Struktur an einem Balkon. Grundsätzlich geht auch ein 2,5mm-Planetary HR, aber das Bild ist dann sehr dunkel und kaum scharf zu bekommen. (Ob ein Zenitprisma in den Strahlengang passt, wäre noch zu testen, bisher steht das Bild kopf.)

Vorteil der Konstruktion: Es müssen keine Gewinde gedruckt oder ins Plastik geschnitten werden. Das Ganze ist sehr leicht, stabil und passgenau. Natürlich werden Schwindungseffekte etc. im Lauf der Zeit auftreten, aber aus Fehlern wird man klug... Bisher bin ich zufrieden.

Falls jemand sich mit ähnlichen Gedanken trägt: Man könnte exakt diesen Adapter bei mir bestellen (d.h. ich lasse ihn gegen eine kleine Aufwandsentschädigung drucken) oder ich verschicke das STL-File oder das OpenSCAD-File. Das macht aber nur Sinn, wenn man auch dasselbe Stativsystem hat (31x31mm mit Abschrägungen auf allen vier Seiten). Wenn genaue Abmessungen vorliegen, kann ich auch ein paar Änderungen vornehmen.

Gruss und CS,
Simon
 

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Hallo Simon,

sehr gut gemacht! Ich habe mir auch schon diverse Adapter selbst konstruiert und auch selbst gedruckt. Ich habe dazu einen der günstigsten 3D Drücker überhaupt. Den Anet A8- Der funktioniert sehr gut wenn man etwas basteln kann und auch Ahnung von Mechanik hat.
Lade doch Dein STL bei Thingiverse hoch und tagge es mit ein paar Stichwörtern. Du wirst sehen sowas ist gesucht und wird dann auch auf andere Systeme angepasst. Das ist alles verfolgbar.

Gruß Markus
 
Super, vielen Dank für den Tipp! Thingiverse hatte ich bisher nicht auf dem Schirm, ich hatte nur bei Shapeways und i.materialise in den Shops gesucht. Werd's dort reinstellen, das macht am meisten Sinn.

Ist dein Drucker einer mit Filamenten?

Ich hab in meinem letzten Job ein bisschen Erfahrung mit Drucken sammeln können, das war so ein Teil mit UV-Curing... recht spannend, aber wenig nützlich für den Alltag, weil das Zeug recht fies stank, mit Natronlauge gewaschen wurde und nicht langzeitstabil war. Ausserdem waren die Sollbruchflächen parallel zum Drucktisch wirklich extrem instabil und die Genauigkeit liess in z-Richtung oft zu wünschen übrig. Da ist PA per SLS schon besser.

Gruss, Simon
 
Hi,

ja, mit Filament. Das Druckergebnis ist teilweise schon erstaunlich gut für einen 150 Euro Drucker. Dauert halt bis ein Ausdruck fertig ist. Aber Zeit spielt für mich da kaum eine Rolle. Das Ding läuft dann auch mal ein paar Stunden.
Stabil sind die Drucke auch wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

Gruß Markus
 
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